Wann merkt die Politik endlich, was sich da zusammenbraut?

Gestern las ich bei der morgendlichen Presseschau im Industrieanzeiger folgende Nachricht:

"Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland beteiligt sich als Gesellschafter mit 12,5 % an der Adamos GmbH. Damit hat Adamos neben DMG Mori, Dürr, Software AG, Zeiss, … einen achten Gesellschafter. Adamos verfolgt mit über 30 Partnern ein gemeinsames Ziel: Die Etablierung eines Ökosystems, in dem ... Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau sowie deren Kunden entworfen, weiterentwickelt, vertrieben und genutzt werden können."

Es nervt mich seit Jahren bereits hochgradig, dass die Big4 - allen voran PwC - fast täglich IT-Buden, Beratungsspezialisten, Startups und sonstiges kaufen, sich beteiligen, übernehmen und gleich scharenweise IT-Fuzzis, Logistiker, Psychologen etc. suchen und einstellen. Ganze Law-Teams, Tax-Spezialisten, Verrechnungspreis-Päpste und Beratungseinheiten wechseln von heute auf Morgen die Big4-Flagge. Selbst größere Prüfungsteams wechseln munter nach externer Rotation den Big4-Arbeitgeber und prüfen wie in Vorjahren den gleichen Mandanten ...

Wann merken Politik, Wirtschaft, Berufsaufsicht und die Öffentlichkeit eigentlich, was bei diesem Prozess der Marktkonzentration (besser: "Marktbereinigung") für unbeherrschbare Kraken hier heranwachsen? Die Schwelle der Systemrelevanz in unserer Wirtschaftsordnung scheint bereits erreicht zu sein. - Eine furchtbare Vorstellung!

Doppelfunktionen von Big4-Lobbyisten in WPK und IDW ebnen hier ebenso den Weg wie Lobbyisten des Berufsstandes in Ministerien und Verwaltung. WP-Oldies in Aufsichtsräten der DAX-Konzerne befördern gleichfalls diese Entwicklung wie eine nahezu vollständige Verwässerung des Berufsbildes.

Solche Pressenotizen lassen mich erschaudern. Ich ahne nichts Gutes!