Rödl und die Dissertation aus Bratislava

Rödl bringt es bei wpwatch bereits auf 28 Meldungen und belegt hierbei einen der ersten Ränge! Diese Serie scheint wohl noch lange nicht abzureißen, da neue Recherchen immer wieder erstaunliches Material zutage fördern!

Rödl scheint halt ein "besonderer Fall" zu sein!

wpwatch berichtete vor wenigen Tagen über das "Markenimperium der Familie Rödl" sowie die finanziellen Interessen der Familie Rödl an überzogenen Umsatzangaben.

Jetzt taucht eine Dissertation auf, die im Jahre 2009 an der "Comenius Universität Bratislava" (Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie) von einem Rechtsanwalt von Rödl & Partner eingereicht wurde.

Titel der Dissertation: "Starke Marken". (ISBN 978-3942109024; 176 A5-Seiten; 59,50 €)

Im Erzähl-Stil erfährt man zunächst auf den ersten 100 Seiten "Wissenschaftliches" über

  • "Markenpersönlichkeitsmodelle,
  • psychologische Wirkungsdimensionen,
  • Markenkommunikation und
  • Markenführung"

bevor es dann ab Kapital 18 (S. 101 ff.) um

  • "Professionelles Markenmanagement bei Rödl & Partner - Ursachen und konkrete Durchführung -"

geht.

Wenn auch dieses Werk gegen wesentliche Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und von zweifelhaftem intellektuellem Niveau ist, enthält es doch weitere wichtige Informationen über die "starke Marke Rödl" und das Geschäftsmodell aus Nürnberg.

Demnach kümmerte sich Prof. Dr. Christian Rödl als "Leiter des Positionierungsprojektes" ab 2003 konsequent um eine optimale Positionierung der Marke "Rödl & Partner" (S. 122) und die "Veränderung der normalen Marke in Richtung einer Premiummarke" (S. 119). Vorkenntnisse zu diesem Thema brachte er aus seiner früheren Tätigkeit bei der US-amerikanischen Rechts- und Steuerberatungskanzlei BAKER MCKENZIE mit, die sich bereits in den 90er-Jahren intensiv mit dem Thema "Markenmanagement für professionelle Dienstleister" beschäftigt hatte (S. 104).

Dem "Markenteam" bei Rödl gehören übrigens "neben Prof. Rödl und den anderen fünf Partnern die Marketing-Leiterin, der Personalleiter und Matthias Simon, ein externer Markenberater", an (S. 106).

Wichtige Fragen, die sich der interessierte Leser zum Rödl'schen-Markenimperium stellt, bleiben in der "Dissertation" jedoch offen:

  • Wieso lagen 98% der Geschäftsanteile von Rödl & Partner allein in Händen von Dr. Bernd Rödl und bis heute noch in den Händen eines Nicht-WP's?
  • Wer profitiert finanziell an den Lizenzeinnahmen des familiären Markenimperiums?

Demnächst mehr bei wpwatch! - Seien Sie gespannt!