PwC - geheime Einigung über Milliardenklage!

Am 30.08.2016 berichtete ich bei wpwatch darüber, dass PwC gleich an vier Fronten weltweit mit Schadenersatzklagen über insgesamt mehr als 7,5 Mrd. USD zu kämpfen hat, die existenzbedrohend sein könnten.

Im Falle von Taylor Bean & Whitaker Mortgage Corp. (Florida) geht es um eine Klage des Insolvenzverwalters allein über 5,5 Mrd. USD.

Die Big4 setzen alles daran, dass es nicht zu (öffentlichen) Gerichtsverhandlungen und Medienberichterstattungen kommt und suchen deshalb immer eine "vertrauliche Einigung". Hierbei hat man auch die Möglichkeit, die Zahlungsmodalitäten zu bestimmen und braucht dem Gericht gegenüber nicht "die eigenen Bücher aufdecken".

Es wurde bereits offen über den "worst case" spekuliert, nämlich über den Fall, dass PwC diese Klagen "nicht überleben" sollte.

Am 26.08.2016 berichtete ACCOUNTING TODAY, dass PwC seit Anfang August 2016 bereits "vertrauliche Verhandlungen" mit dem Kläger in Miami geführte hatte und am 19. August 2016 bereits einen "vertraulichen Vergleich" erreichte.

Die Kläger behaupteten, dass PwC massive Betrügereien und grobe Fehler bei einer Abschlussprüfung übersah. "Sämtliche Warnhinweise wurden bewusst ignoriert und die Pflichten als Prüfer wurden rücksichtslos missachtet“ behaupteten die Anwälte in einer ergänzenden Beschwerde. Darüber hinaus bestätigte PwC während der ganzen Zeit die Existenz von mehr als einer Milliarde Dollar Vermögen, die nie existierten, bereits verkauft wurden oder wertlos waren."

Eine Sprecherin von PwC sagte, dass man "den Fall zur gegenseitigen Zufriedenheit beigelegt habe und dass strenge Verschwiegenheit vereinbart wurde."

Für PwC heißt dies, dass man sich jetzt mit den anderen Milliardenklagen befassen kann. Allerdings müsste die amerikanische Berufsaufsicht den Sachverhalt jetzt genauer anschauen und berufsaufsichtsrechtliche oder gar berufsgerichtliche Sanktionen ergreifen.

Auch Deloitte hatte in einem ähnlich gelagerten Falle bereits eine Geldstrafe (im Verhandlungswege) von über eine Milliarde USD akzeptiert.

Stellt sich doch auch hier die Frage, aus welchen Quellen die Big4 über solch exorbitante Geldbeträge verfügen können.

Übrigens ist auch das Ziel erreicht:

Die Öffentlichkeit erfährt NICHTS, die Medien werden nicht weiter darüber berichten und die Big4 können den Glimmer der "fachlichen Elite" weiterhin in Wirtschaft und Politik verbreiten!