Luxleaks - Gigantischer Sprengstoff für PwC!

Durch zwei frühere PwC-Mitarbeiter ist aufgeflogen, wie in Luxemburg die Steuer-Rulings tatsächlich zustande kamen. 

Das ist der noch größere Skandal als die Milliarden-Deals mit globalen Giga-Konzernen: die Art der Zusammenarbeit zwischen Steuerbehörde und PwC. 

Was der Ex-PwC-Mitarbeiter Raphaël Halet am 29.04.2016 vor Gericht ausgepackt hat und seither in den Gerichtsakten nachzulesen ist, ist gigantischer Sprengstoff!

In den Jahren 2010 bis 2014 sollen die PwC-Wirtschaftsprüfer in Luxemburg den Job der Finanzbehörden gemacht haben. Sie sollen die Archivierung von Dokumenten der Finanzverwaltung übernommen haben!

PwC soll sogar die Dokumente mit dem Briefkopf der Steuerverwaltung selbst erstellt haben.

Für die Steuer-Deals war seitens der luxemburgischen Finanzbehörden Marius Kohl verantwortlich. Aber der musste plötzlich - nachdem das "PwC-Steuermodell" so richtig gut lief -  so viele Steuerabkommen unterschreiben, dass er gar nicht mehr nachgekommen ist. Vor allem seine Sekretärin war völlig überlastet und kam mit der Verwaltung und Archivierung der Akten nicht mehr hinterher.

Daher ist PwC eingesprungen – und hat die kompletten Unterlagen ausgefertigt und die Daten auf einem USB-Stick jeweils übergeben. PwC war als Subunternehmer des Staates tätig - also eine Art Outsourcing hoheitlicher Aufgaben der Steuerverwaltung an eine Big4!

PwC bereitete also die Tax-Rulings incl. Festlegung des Steuersatzes vollständig vor. Für die Unterzeichnung der fertigen Bescheide für ca. 380 internationale Konzerne benötigte Kohl im Durchschnitt dann nur noch jeweils drei Minuten!

Das Schlimme: Es interessiert niemanden!

Momentane Reaktion in Luxemburg: Die Finanzverwaltung hält sich bedeckt und die Staatsanwaltschaft Luxemburgs sieht keinen Grund, Ermittlungen einzuleiten!

Drei Fragen hab ich noch:

  • Kennen Sie den ethischen Kodex von PwC (http://www.pwc.de/de/unternehmensinformationen/ethikgrundsaetze.html) und das weltweite Geschwafel der Big4 mit den "Code of Ethics"?
  • Kennen Sie Dr. Gelhausen? - langjährigen Vorstand von PwC, heutiger Aufsichtsrat, Vize-Präsident der WPK und Vorsitzender der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA). Fragen Sie ihn doch einmal nach den weltweiten Geschäftspraktiken von PwC!
  • Wieviele Millionen Euro Honorar kann man eigentlich in Rechnung stellen, wenn man durch solche "Dienstleistungen" Mandanten wie IKEA, Pepsi, Amazon & Co. Hunderte Millionen Euro Steuern "gespart" hat?

Und zuletzt noch einmal die Erkenntnis:

Heutzutage ist nicht der Dieb der Täter, sondern der Überbringer schlechter Nachrichten!