KPMG und sein generalbevollmächtigter "Vorstand"

Normalerweise erwartet man im Vorstand der Big4 nur Berufskollegen/innen mit entsprechender Qualifikation als Wirtschaftsprüfer/in.

Hatte man bei der KPMG AG nicht erst vor 2 Jahren kräftig im Vorstand "aufgeräumt" und diesen von 23 auf nur 5 Posten reduziert und damit den meisten althergebrachten Vorständen den "Koffer vor die Türe gestellt"?

Momentan gehen die Big4 (wieder) ungehemmt auf Einkaufstour und erwerben ein Spezial-Beratungsunternehmen nach dem anderen. Man ahnt wohl bereits, dass das Prüfungsgeschäft kaum noch Zuwächse verspricht und eher zum "Türöffnergeschäft" für lukrativere Beratungsmandate taugt.

KPMG schnappte sich auf seiner Einkaufstour 2012 den Supply Chain Management Spezialisten BrainNet (300 Mitarbeiter, 14 Standorte) und übernahm auch gleich den Mitgründer und CEO Christian Rast. Man versprach ihm, dass er "Chef der neuen Einheit" werden solle.

Dumm nur, dass Wirtschaftsprüfer ein kompliziertes Berufsrecht haben und dass die Sache mit dem "Chef" nicht so einfach umzusetzen ist, denn Nichtberufsträger kann man nicht mal schnell zum Vorstand einer Big4 machen!?

Also läßt man sich was ganz besonderes einfallen:

Erst einmal macht man auf der Homepage unter den fünf WP-Vorständen eine zarte schwarze Linie, führt dann Christian Rast als "Generalbevollmächtigten" auf und überschüttet ihn zusätzlich mit blumigen Titeln.

Jetzt ist er dort auch "Officer" wie alle anderen Vorstände auch - nämlich "Chief Solutions Officer".

Eine Frage hab ich noch: Hatte die WPK diese Frage berufsrechtlich entschieden?