KPMG - Der Tag hat auch schon mal 28,15 Stunden

Die Corona-Epidemie hat für manche Politiker den Vorteil, dass ihre Affären und Fehlleistungen momentan aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten. Hierzu gehört auch das Desaster um die Einführung der Pkw-Maut von Minister Andreas Scheuer (CSU) - "sag einfach Andy zu mir"! Seit sechs Monaten tagt nun schon der Untersuchungsausschuss und fördert für Beobachter Erstaunliches ans Tageslicht.

Minister Scheuer traute offensichtlich der fachlichen Expertise seiner Ministerialbeamten im BMVi nicht allzu viel und hielt sich lieber an einen "fabelhaften Macher im Hintergrund" - RA Dieter Neumann von der amerikanischen Großkanzlei Greenberg Traurig. Bereits seit mehr als 20 Jahren berät er den Bund bei Infrastrukturprojekten. U.a. begleitete er das 14 Jahre andauernde Schiedsverfahren gegen das Konsortium Daimler/Telekom wegen verspäteter Einführung der LKW-Maut und jetzt auch die Vertragsverhandlungen zur Einführung der PKW-Maut. Für letztere Beratung kassierte die Großkanzlei rd. 13,5 Mio. €!

Offensichtlich hatte der Staranwalt jedoch nicht "auf dem Schirm", dass die Einführung der PKW-Maut durch den EuGH gekippt werden könnte, so dass der Minister vor Bekanntgabe des EuGH-Urteils bereits mit den neuen Betreibern medienwirksam den Vertrag unterzeichnete. Die Schadenersatzforderungen gegenüber dem BMVi belaufen sich mittlerweile auf 560 Mio. €! Deshalb wird, wie vertraglich vorgesehen, alsbald ein erneutes Schiedsverfahren gestartet. Im Beraterstab des Ministeriums findet sich - Sie glauben es nicht! - kein geringerer als "Chefberater Dieter Neumann"!

Man höre und staune: Zum Beraterteam des cleveren Staranwalts gehörten auch Anwälte von KPMG und Wirtschaftsprüfer von PwC. Bei Neumann liefen dann alle Fäden zusammen.

Mangels angenommener Expertise der Beamten genießen externe Beamte wie Neumann viele Freiräume in der Berliner Politik. Es sei nur erinnert an die Stars von McKinsey, insbesondere Katrin Suder, die das Ministerium von Ursula Gertrud von der Leyen ("Kanonen-Uschi") seinerzeit plünderten!

Bei einer internen Überprüfung der Abrechnungen der Berater um Neumann & Co. stellte man lt. Protokoll u.a. fest, dass ein Anwalt von KPMG es tatsächlich schaffte, an einem einzigen Freitag 28,15 Stunden abzurechnen. Naumann darauf angesprochen meinte: "Das ist nicht möglich". Oder wollte er damit sagen, dass Abrechnungen bis 20 Std. schon gehen!?

Soviel zum kanzleiinternen QSS bei KPMG gemäß § 55b WPO!