Jetzt erwischt es (auch) den obersten Bilanzpolizisten

PR1MUS berichtete bereits im September-Newsletter Nr. 52 (Thema 8) über die lukrativen Nebenjobs des obersten Bilanzpolizisten Deutschlands (DPR e.V.), Herrn Prof. Dr. Edgar Ernst.

Zwei von sieben Mitglieder des Nominierungsausschusses zweifeln öffentlich an der  Unabhängigkeit von Dr. Ernst, seitdem bekannt wurde, dass er in 5 Aufsichtsräten von Gesellschaften sitzt, deren Rechnungslegung die DPR zu überwachen hat. Es handelt sich um (lukrative) AR-Mandate bei der Postbank, TUI, Deutsche Annington, DMG Mori Seiki und Wincor Nixdorf, wofür Dr. Ernst über 400.000 € p.a. kassiert.

Dr. Ernst wurde zuletzt mit Zwei-Drittel-Mehrheit für 4 weitere Jahre wiedergewählt, was die Kritiker weiter auf die Palme gebracht haben dürfte.

Erst ab 2012 sieht die Verfahrensordnung der DPR vor, dass Mitglieder während ihrer Zeit bei der Prüfstelle keine neuen Mandate annehmen dürfen und die Gesamtzahl auf drei begrenzt ist. Doch dies gilt nicht für Dr. Ernst, dessen erste Amtszeit bereits 2011 begann.

Dem Nominierungsausschuss gehört übrigens auch Dr. h.c. Spindler an. Über die Höhe der Sitzungsgelder und sonstigen Vergütungen bei der DPR herrscht Stillschweigen.

Ist es immer wieder der "schnöde Mammon" der treibt oder das Geschmäckle aufkommen läßt?

Es geht doch darum, dass die Öffentlichkeit erwarten darf, dass in solchen Gremien "über alle Zweifel erhabene Personen" sitzen und jedwede Besorgnis der Befangenheit ausgeschaltet ist!