Hommel Gutachten - jetzt ist es nur noch peinlich!

Bei wpwatch wurde das "Hommel-Gutachten", womit die WPK die Zulässigkeit der Aktivierung eines "Spartenfehlbetrages der APAK" im Jahresabschluss 2013 der WPK belegen will, bereits mehrfach kritisiert.

Inhaltlich ist das "Gutachten" äußerst zweifelhaft und wurde offensichtlich von Anfang an "auf Bestellung" der WPK so geschrieben. Mittlerweile liegen mehrere Stellungnahmen vor, die ausführlich darlegen, dass die Meinung von Prof. Hommel gegen fundamentale Bilanzierungsgrundsätze verstößt.

Die WPK verteilte das Gutachten bereits Ende Februar 2015 triumphierend an alle Organmitglieder der Kammer und stellte die 79-seitige-Expertise auch auf ihrer Website ein. Weiterhin landete das Gutachten beim Vorsitzenden Richter des VG Berlin, Richter Jürgen Häner, und war für ihn Anlass in einem Erörterungstermin anzukündigen, dass er meine Klage gegen die WPK voraussichtlich abweisen wird. Nach Angaben meiner Anwälte wurde das Gutachten offiziell nie in das Gerichtsverfahren eingeführt.

Dieses Gutachten war weder unterzeichnet noch datiert und enthielt auch erhebliche formelle Mängel. Eine analoge Anwendung von IDW PS 450 und IDW PH 9.450.2 sowie der Grundsätze des Geschäftsbesorgungsvertrages (Werkvertrag) zeigt schnell, dass ein Gutachten ohne Unterschrift (zumindest maschinenschriftlich) und Datierung juristisch nicht existent ist.

Aufgrund von Nachfragen hierzu versandte die WPK am vergangenen Montag eine zweite Version des "Gutachtens", welche plötzlich 80 Seiten (!) umfasst, da man eine Seite 2 eingefügt hat, die nun Datum und Unterschrift tragen. Alle Seiten des Inhaltsverzeichnisses wurden daraufhin neu durchnummeriert - Seite 3 (Prüfungsauftrag) vergaß man jedoch bei dieser Aktion ebenfalls zu ändern. Das Deckblatt des Gutachtens tauschte man auch gleich einmal aus, da Prof. Hommel bisher nicht offenbarte, wo der Gutachter seinen Sitz hat.

Einigen Mitgliedern des Vorstandes der WPK wurde das geänderte Gutachten am Montag per Email zugestellt.

Klartext:

Diese Trickserei von Gutachter, Vorstand der WPK und unseren (überbezahlten) beiden Geschäftsführern der Kammer ist nur noch peinlich!!! Es entwickelt sich zu einem drittklassigen Schauspiel.

Wie lange lässt man sich dieses Gebaren unserer Berufsvertreter in Berlin noch gefallen?