EY zahlt 12 Mio.€

Einer der Hauptakteure der illegalen CUM-EX-Steuerbetrügereien ("Bandenkriminalität") in den Jahren 2006 bis 2010 war die Frankfurter Maple Bank, die es alleine auf eine Schadenshöhe von 383 Mio.€ schaffte und 2016 in die Insolvenz ging. Der Insolvenzverwalter verklagte die seinerzeitigen EY-Berater auf 195 Mio.€ Schadenersatz. Ein für heute beim LG Stuttgart angesetzter Verhandlungstermin wurde wegen außergerichtlicher Einigung kurzfristig abgesagt.

Insolvenzverwalter Michael Frege wirft in der Klage den EY-Beratern vor, die Finanzverwaltung irreführend über den Sinn und Zweck der Cum-Ex-Geschäfte informiert zu haben, die bei der Maple Bank liefen. Außerdem habe EY offenbar positive Prüfbescheide für die Jahresabschlüsse der Maple Bank ausgestellt und bei der Erstellung und Abgabe falscher Steuererklärungen geholfen. EY betonte immer wieder, dass man in der Causa unschuldig sei.

Offensichtlich wollte der Insolvenzverwalter sich nicht auf jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen mit EY einlassen und verzichtete auf einen Großteil des im Klageweges geltend gemachten Schadenersatzes. Gezahlt wurde ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und unter Wahrung der Verschwiegenheit.

Zur besseren Veranschaulichung:

Für diesen Betrag von 12 Mio. € müssen EY-Mitarbeiter bei einem Stunden-Verrechnungssatz von 100 €/Std. insgesamt 120.000 Std. Häkchen machen. Auf eine Person umgerechnet ist dies ein komplettes Arbeitsleben von über 40 Jahren.

Wie wpwatch berichtete, erwischte es auch die Star-Anwälte der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die sich in diesem "Fall mutmaßlich schwerer Steuerhinterziehung" bereits vorher mit dem Insolvenzverwalter auf eine "freiwillige" Zahlung in Höhe von 50 Mio. € einigten. Dem Superstar von Freshfields (Dr. Ulf Johannemann) bescherte das seinerzeit auch den Rauswurf und eine medienwirksame Inhaftierung.