EY-Kollege Christian Muth zeigt Mut!

Im Gegensatz zu bisherigen ausschweifenden Aussagen zum Prüfungsgeschehen bei WIRECARD kam Kollege Muth relativ schnell auf den Punkt:

  • Der Wirecard-Vorstand habe die Untersuchungen massiv behindert und nicht alle Unterlagen vollumfänglich ausgehändigt.
  • Ex-CFO Burkhard Ley soll diverse Änderungswünsche zum Projektbericht geäußert haben.
  • Ley verlangte expressis verbis, dass man in den Untersuchungsbericht folgendes hineinschreibt: "kein einziger der gemachten Vorwürfe konnten durch die Analyse bestätigt wurden." (Muth sagte, dass er "ausgerastet" sei, als er diese Email von Ley gelesen hatte).
  • Muth berichtete dem PUA ebenfalls über weitere "red flags", die sein Team feststellten.

Muth berichtete, dass er seinen Unmut bei den EY-Prüfern und bei den "notwendigen und vorgesehenen Stellen im Hause EY" mitgeteilt habe.

Auf die Frage, wie seine Kollegen aus dem Wirecard-Prüfungsteam damit umgegangen seien und ob man - nach seiner Einschätzung - eigentlich noch uneingeschränkt hätte testieren dürfen, verweigerte Muth dann doch seine Aussage. Na, bis dahin hat Kollege Muth doch bereits viel Mut bewiesen!

Noch ein Hinweis:

Die den Verantwortlichen von Wirecard vorgeworfenen Betrügerein drehen sich insbesondere um das "Third Party-Geschäft" in Asien und die (Nicht)Existenz liquider Mittel auf Treuhandkonten in Milliardenhöhe. Kollege Christian Muth veröffentlichte bereits 2014 im Erich Schmidt Verlag zu: "Third Party Due Dilligence - Hintergrundrecherchen und der "need to know". - Sicherlich lesenswert - auch nicht nur für Forensiker!