Die Big4 - "too big to regulate"!

Der Deutsche Bundestag hat am 17. März 2016 das Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG)  verabschiedet. Die Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und die Verkündung im Bundesgesetzblatt stehen noch aus.

Nun äußerte sich Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion und Vizechef des Bundestags-Finanzausschusses in einer ersten Stellungnahme:

Es geht um millionenschwere Mandate und ein riesengroßes Misstrauen. Stecken die Wirtschaftsprüfer mit den Unternehmen, deren Bilanzen sie kontrollieren, unter einer Decke? In der Finanzkrise erwiesen sich die Testate der namhaften Gesellschaften als wertlos!

Für Schick ist diese jetzige Reform nichts anderes als ein Geschenk an die Big4 und ein „klarer Sieg für die Lobby“.

Die Big4 „sind offenbar too big to regulate“, ärgert sich Schick. „Ohne eine wirklich unabhängige und solide Prüfung der Bilanzen kann der Finanzmarkt nicht funktionieren!"

Auch die externe Rotation ist "Augenwischerei" fürs Publikum, da die Big4 die Mandate bereits jetzt nach Absprache "weitergeben" (Bayer, VW etc.). Man wartet hier doch nicht auf den Gesetzgeber!?

Banken und Versicherungen gehören bereits seit Jahrzehnten zu den zahlungskräftigsten Kunden der Big4-Beratungs- und Prüfungskonzerne.

Klare Fehlleistungen der Big4 in der Finanzmarktkrise und die Falschtestate bei der Deutschen Bank in den letzten Jahren (Ralf Bose, KPMG) sprechen jedoch eine deutliche Sprache über das Zusammenwirken der Big4, der "Deutschland-AG" und der Politik!