Das IDW will das Berufsrecht ändern!

Bereits im wpwatch-Newsletter Nr. 79 (Mai 2020) habe ich darauf hingewiesen, dass das IDW z.Zt. massive Vorstöße unternimmt, um das Berufsrecht zu ändern. Scheinheilig behauptet man, dass bei den berufsrechtlichen Vorschriften "in der Praxis Schwachstellen aufgetreten seien...".

Hierzu schreibt "Deutschlands 1. WP" K.-P. Naumann, CEO des Lobbyvereins IDW e.V., (so Georg Giersberg, FAZ) gleich einmal einen siebenseitigen Brief an das BMWi und prescht der WPK voran.

Insbesondere kommt es dem IDW offensichtlich darauf an, dass für die Big4 endlich der Kreis der Gesellschafter erweitert werden kann und bis zu 49 % der Gesellschaftsanteile (!) in Händen von Berufsfremden sein können!? Wo nimmt das IDW eigentlich die Meinungsführerschaft in dieser Frage her?

Um es deutlich zu sagen: Das IDW hat keinerlei Legitimation, unmittelbare Änderungen im Berufsrecht beim BMWi für den gesamten Berufsstand einzufordern. Änderungswünsche sind ausschließlich der WPK vorzutragen und dort zu in den zuständigen Gremien zu diskutieren. Die Beschlüsse der WPK werden sodann beim BMWi eingebracht. Ob das IDW im Gesetzgebungsverfahren angehört wird, entscheidet dann die Politik.

Ist es den Big4-Lobbyisten in Düsseldorf trotz Corona-Pandemie, ISA-Chaos und QS-Kontroll-Wahnsinn zu langweilig?

Die WPK sollte das IDW endlich in seine Schranken weisen und sich derartige unabgestimmte Vorstöße verbitten! 

Eine Frage hab ich noch: Wieso wird der Berufsstand zu solch massiven Eingriffen ins Berufsrecht eigentlich nicht befragt?