CA Immo, WPV und die Big4

Im Oktober 2013 wurde in der Fachpresse berichtet, dass die in Wien börsennotierte CA Immo einen der größten Immobiliendeals in Deutschland abgewickelt hat. Zwei Drittel ihres Büroturms "Tower 185" am Rande des Frankfurter Messeviertels wurde jeweils hälftig an die Pensionsgesellschaft PPG (PwC) und an die Wirtschaftsprüfer-Versorgungskasse WPV für 330 Mio. € veräußert.

Der "Green Tower" von PwC bietet auf fast 100.000 qm Bürofläche fast 2.600 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz.

Ich habe im Dezember 2014 die WPV um Erläuterung ihrer Anlagepolitik gebeten und an die Berichterstattung im Geschäftsbericht  2013 angeknüpft. Daraufhin hat man mir mit Datum vom 30.12.2014 umfassend die Vorzüge dieser "1A-Immobilie" und deren Fondslösung erläutert.

Diese Woche nun wurde bekannt, dass KPMG in Berlin Ende 2017 umzieht und 12.000 qm Mietfläche in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs (Europacity) angemietet habe. Bauherr und Vermieter ist CA Immo, die das Bürohaus für 58 Mio. € erstellen wird.

KPMG will in Berlin am neuen Standort den unternehmensinternen IT-Service und den Finanzbereich bündeln. Der Regionalvorstand von KPMG ließ gleich einmal die Presse wissen, dass man damit auch "in repräsentativer Lage zukunftsträchtige Arbeitsplätze habe sichern können."

Frag ich mich doch gleich einmal, wer anschließend den KPMG-Bau kauft? - Vielleicht die WPV? Oder die Pensionskasse der KPMG?

Wenn auf diesem Wege nun weitere Big4-Bauten in Deutschland entstehen, stellt man sich irgendwann einmal die Frage nach dem "Klumpenrisiko"!?

Man stelle sich also einmal vor, dass das wesentliche Immobilienportfolio des WPV künftig aus den Repräsentationsbauten der Big4 bestünde und der Anlageerfolg von den Mietzahlungen und somit von der Bonität der Big4 abhingen. Wenn die Big4 vielleicht einmal sauer sind auf den Rest des Berufsstandes und die Mieten kürzen ...:-)

Und die Moral aus der Geschicht: Passen Sie gut auf Ihre Altersversorgung auf und ärgern Sie die Big4 nicht zu sehr!