Aktuelles

17.12.2014
Jetzt erwischt es (auch) den obersten Bilanzpolizisten

PR1MUS berichtete bereits im September-Newsletter Nr. 52 (Thema 8) über die lukrativen Nebenjobs des obersten Bilanzpolizisten Deutschlands (DPR e.V.), Herrn Prof. Dr. Edgar Ernst.

Zwei von sieben Mitglieder des Nominierungsausschusses zweifeln öffentlich an der  Unabhängigkeit von Dr. Ernst, seitdem bekannt wurde, dass er in 5 Aufsichtsräten von Gesellschaften sitzt, deren Rechnungslegung die DPR zu überwachen hat. Es handelt sich um (lukrative) AR-Mandate bei der Postbank, TUI, Deutsche Annington, DMG Mori Seiki und Wincor Nixdorf, wofür Dr. Ernst über 400.000 € p.a. kassiert.

Dr. Ernst wurde zuletzt mit Zwei-Drittel-Mehrheit für 4 weitere Jahre wiedergewählt, was die Kritiker weiter auf die Palme gebracht haben dürfte.

Erst ab 2012 sieht die Verfahrensordnung der DPR vor, dass Mitglieder während ihrer Zeit bei der Prüfstelle keine neuen Mandate annehmen dürfen und die Gesamtzahl auf drei begrenzt ist. Doch dies gilt nicht für Dr. Ernst, dessen erste Amtszeit bereits 2011 begann.

Dem Nominierungsausschuss gehört übrigens auch Dr. h.c. Spindler an. Über die Höhe der Sitzungsgelder und sonstigen Vergütungen bei der DPR herrscht Stillschweigen.

Ist es immer wieder der "schnöde Mammon" der treibt oder das Geschmäckle aufkommen läßt?

Es geht doch darum, dass die Öffentlichkeit erwarten darf, dass in solchen Gremien "über alle Zweifel erhabene Personen" sitzen und jedwede Besorgnis der Befangenheit ausgeschaltet ist!

16.12.2014
Alle sind informiert, doch das Kassieren geht weiter!

Sollte jemand tatsächlich meinen, dass ein "Weiter so" die Situation um den Finanzskandal der APAK entschärft, so irrt er.

Die WPK ist aufgefordert, unverzüglich die Zahlungen einzustellen bzw. deren Rechtsmäßigkeit ein für allemal zu klären. Hier sind die Organe in unmittelbarer Verantwortung!

Das BMWi muss heute erkennen, dass man jahrelang vorgeführt wurde und nicht nur tatenlos zugesehen hat, sondern den Skandal durch das Mitwirken einzelner Mitarbeiter sogar noch befeuert hat. Der Schaden für den Berufsstand beläuft sich auf mehrere Millionen €.

Bei der APAK (Spindler & Co.) wird weiter ungehemmt kassiert. Seit Anfang 2014 läßt man in einer gewagten  Rechtskonstruktion über eine vorgeschaltetes "Treuhandbüro" Rechnungen stellen.

Damit alle APAK-Mitglieder die Brisanz Ihrer Vergütungen erkennen, habe ich diese jeweils persönlich am 02.01.2014 und am 29.11.2014 angeschrieben und aufgeklärt.

Damit am Ende des Tages keiner sagen kann, er hätte NICHTS gewusst!

24.11.2014
PwC-Berater wird neuer Finanzsenator in Berlin

Jetzt ist es raus: Dr. Matthias Kollatz-Ahnen (57), zur Zeit beschäftigt bei PwC, wird neuer Finanzsenator in Berlin und damit "Herr über 61,5 Mrd. Miese". Zuletzt hat er für PwC auch Landesverwaltungen beraten, wie sie mit EU-Fördergeldern umgehen.

Kollatz sieht sich hier in der Tradition seiner Vorgänger Sarrazin und Nußbaum und will weiter sparen und die Landesbeteiligungen auf Effizienz hin ausrichten. Nach den Worten des neuen Regierungschefs Müller soll Kollatz als "Spar-Sheriff" fungieren, "der nicht bei jedem Geld-Wunsch eines Senatskollegen gleich mitweint!"

Mit rund 140.000 € brutto, die ein Senator in Berlin pro Jahr verdient, nimmt er eine "Reduktion seines Einkommens" hin.

Übrigens hatte PwC Ende 2013 als Berater beim Pleite-Großflughafen BER "den Abflug" machen müssen. Vielleicht darf man ja dort bald auch wieder beraten?

07.11.2014
Die Big 4 mal wieder auf Seite 1

Gestern ging es durch die Presse! - Die Big4 sind die "Drahtzieher" der Steuervermeidungspolitik internationaler Konzerne und schaffen es, dass Amazon, Eon, Google & Co. mit einer Steuerquote von nur 1% "ungeschoren" Milliardengewinne scheffeln können.

Die Big4 sind die Denkfabrik solcher üblen Tricksereien und verdienen prächtig daran. 700.000 Mitarbeiter machen weltweit einen Umsatz von über 100 Mrd. UDS. Das Prüfungsgeschäft ist hierbei schon längst verkommen zum "Türöffnergeschäft"!

Berufsethik, Moral und soziale Verantwortung bleiben in Zeiten des grassierenden Finanzkapitalismus auf der Strecke.

Das manager-magazin weist gestern auf ein 28.000 Seiten umfassendes Dokumenten-Dossier hin, das die Rolle der Big 4 bei den millionenschweren Steuervermeidungssstrategien von Großkonzernen aufzeigt.

In einer ähnlichen Veröffentlichung nannte der "Stern" die Big4 letztes Jahr bereits: "Legale Staatsfeinde"!

04.11.2014
Der "Jäger der Banken-Bosse"

So wurde der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Claus-Peter Wulff in einem Exklusiv-Interview des Berliner Kurier vom 02.08.2003 genannt, da er die Sonderermittlungsgruppe Bankengesellschaft Berlin leitete - bis zu seiner Pensionierung in 2005.

Er hatte dort in 62 Verfahren gegen rund 80 Manager und Mitarbeiter wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Danach stand er von 2006 - 2013, insgesamt 8 Jahre, in Diensten der APAK - nominiert von der Rechtsaufsicht BMWi und dort als Ausschussvorsitzender der "Berufsaufsicht".

Als Pensionär nahm er gerne die Tagessätze von 1.500 € für "Sitzungen" der APAK über 4 Stunden mit, die der "nette Herr Ministerialrat Manfred Schmidt" noch schnell vor seinem Wechsel vom BMWi in die APAK ab 2006 festgelegt hatte.

Aus gut informierten Kreisen in Berlin ist zu hören, dass diese beiden Herren in den zurückliegenden Jahren (neben dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden) "die schlimmsten Abgreifer in der APAK" waren.

Dann wünschen wir den beiden beamteten Pensionären allesamt noch beste Gesundheit und einen "wohlverdienten" Ruhestand.

Eine Frage hab ich noch: Wann liegt ein Verdacht auf Untreue vor?

Wundert es Sie wirklich noch, warum die Rechtsaufsicht durch das BMWi versagt?

14.10.2014
Mit dem Banken-Stresstest eine "goldene Nase" verdienen

Der Stresstest der Banken sorgt offensichtlich für erheblichen Wirbel in Bankenkreisen.

Ende Oktober will die EZB die Ergebnisse der Überprüfung von 129 systemrelevanten Banken der Eurozone bekannt geben. Man rechnet damit, dass rd. 25% der gestressten Banken den Test nicht bestehen, u.a. 2 deutsche Landesbanken.

Für Unmut sorgt auch das unterschiedliche Vorgehen der nationalen Aufsichten. Die BaFin habe bspw. der bayerischen HypoVereinsbank 180 Prüfer ins Haus geschickt, während bei der italienischen Mutter Unicredito die italienische Finanzaufsicht lediglich 10 Prüfer vorsah.

Die Banken müssen die Prüfer selbst bezahlen, was dazu geführt haben soll, dass auf dem freien Markt Prüfer händeringend gesucht wurden. Also auch hier: Stress!

Nach vorliegenden Informationen arbeiten die Prüfer für 450 €/Std.! "Die verdienen sich goldene Nasen", heißt es in Bankenkreisen.

Häufig kämen "Jungspunde" frisch von der Uni, denen man erst einmal das Bankengeschäft erklären müsse, beklagt sich ein Betroffener.

13.10.2014
KPMG und die Pleiten-, Blech- und Pannentruppe der Bundeswehr

Das Betätigungsfeld der Big4 ist (nahezu) unbegrenzt; PwC begutachtet die Überschuldung öffentlicher Haushalte und die KPMG jetzt für unsere Bundesverteidigungsministerin - Hauptsache es sind gutdotierte Beratungsmandate.

Das macht schon was her - wenn am 06.10.2014 KPMG-Partner mit der Ministerin in Berlin vor der Kamera stehen und ein 1200 Seiten starkes und Millionen teures Gutachten überreichen.

Gegenstand sind Missmanagement und Schlamperei im Verteidigungsministerium mit einem Beschaffungsvolumen in Höhe von 57 Mrd.€ - achtmal Stuttgart 21 und zehnmal Flughafen Berlin-Brandenburg!

Die "vier geschniegelten KPMG-Analysten" überbrachten eine "schmerzhafte Diagnose" und "schonungslose Wahrheit"!

Auch die Industrie bekommt "ihr Fett weg"! - hoffen wir mal, dass die "Gutachter" vorher geprüft haben, ob die Rüstungskonzerne und Waffenschmieden keine KPMG-Mandanten sind!?

Fragt man sich als Steuerbürger nur, wozu man den Bundesrechnungshof (BRH) oder staatlichen Prüfungsämter hat? - Oder erfolgt hier ein "Schulterschluss" mit der Politik?

Was wird denn als Nächstes von KPMG & Co. geprüft und schonungslos-schmerzhaft  aufgedeckt? - Schuldenpolitik von Bund und Ländern, Kirche, Museen, Schulwesen?

Die "Truppe" steht bereit zum Einsatz - wir können ALLES!

13.10.2014
KPMG-Chef in den Niederlanden tritt zurück

Gegen die KPMG in den Niederlanden sind  bereits im Mai Ermittlungen wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung eingeleitet worden.

Der KPMG-CEO van Breukelen trat zwischenzeitlich zurück, "damit sich die Gesellschaft von den jüngsten Fehlurteilen und Fehlern" lösen könne.

Die Staatsanwaltschaft ermittlet wegen eines Gemeinschaftsunternehmens vom KPMG und einem Projektentwickler. Um in den Genuss von Steuernachlässen zu gelangen sollen Kosten "aufgebläht" worden sein!

Bereits im letzten Jahr geriet die KPMG in die Schlagzeilen, weil ein Mitarbeiter in den USA  Insider-Informationen verkauft hat und damit erhebliche Spekulationsgewinne realisiert wurden. In Erinnerung ist auch noch der Verlust des KPMG-Siemens-Mandates wegen einer gewaltigen Schmiergeldaffäre.

13.10.2014
KPMG und sein generalbevollmächtigter "Vorstand"

Normalerweise erwartet man im Vorstand der Big4 nur Berufskollegen/innen mit entsprechender Qualifikation als Wirtschaftsprüfer/in.

Hatte man bei der KPMG AG nicht erst vor 2 Jahren kräftig im Vorstand "aufgeräumt" und diesen von 23 auf nur 5 Posten reduziert und damit den meisten althergebrachten Vorständen den "Koffer vor die Türe gestellt"?

Momentan gehen die Big4 (wieder) ungehemmt auf Einkaufstour und erwerben ein Spezial-Beratungsunternehmen nach dem anderen. Man ahnt wohl bereits, dass das Prüfungsgeschäft kaum noch Zuwächse verspricht und eher zum "Türöffnergeschäft" für lukrativere Beratungsmandate taugt.

KPMG schnappte sich auf seiner Einkaufstour 2012 den Supply Chain Management Spezialisten BrainNet (300 Mitarbeiter, 14 Standorte) und übernahm auch gleich den Mitgründer und CEO Christian Rast. Man versprach ihm, dass er "Chef der neuen Einheit" werden solle.

Dumm nur, dass Wirtschaftsprüfer ein kompliziertes Berufsrecht haben und dass die Sache mit dem "Chef" nicht so einfach umzusetzen ist, denn Nichtberufsträger kann man nicht mal schnell zum Vorstand einer Big4 machen!?

Also läßt man sich was ganz besonderes einfallen:

Erst einmal macht man auf der Homepage unter den fünf WP-Vorständen eine zarte schwarze Linie, führt dann Christian Rast als "Generalbevollmächtigten" auf und überschüttet ihn zusätzlich mit blumigen Titeln.

Jetzt ist er dort auch "Officer" wie alle anderen Vorstände auch - nämlich "Chief Solutions Officer".

Eine Frage hab ich noch: Hatte die WPK diese Frage berufsrechtlich entschieden?

07.09.2014
Eine Uhr weniger und neuer Ärger

Eine meiner "Lieblingsfiguren" der Berichterstattung ist "Big T", Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff.

Seit einigen Wochen steht er vor dem LG Essen (wie auch vor anderen deutschen Gerichten) und muss sich seiner Gläubiger erwehren, die ihn mit Millionenklagen überzogen haben. Demgegenüber verbreitet Big T gebetsmühlenartig die Mär des Steinreichen, der aber wegen widriger Umstände derzeit nicht flüssig sei.

Konnte er noch vor wenigen Wochen dem Gerichtsvollzieher und den wartenden Journalisten durch einen "Ausstieg aus dem Fenster" entkommen, so erwischte ihn nun eine Taschenpfändung - und weg war seine Armbanduhr Typ Piaget im Wert von 20.000 €.

Dumm nur, dass diese Uhr nicht in seiner Vermögensauskunft (Offenbarungseid) erscheint, die er Ende Juli dem Gerichtsvollzieher abgegeben hat.

Jetzt hat Thomas nicht nur eine Uhr weniger, sondern auch noch eine Strafanzeige wegen Verdachts auf Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung.