Aktuelles

23.01.2015
Denkaufgaben fürs Wochenende

Es gibt drei große Automobilkonzerne in Deutschland, die sicherlich auch vom risikoorientierten Prüfungsansatz her vergleichbar sind: VW, BMW und Daimler.

Die Prüfung des Daimler-Konzerns kostete 2013 das Achtfache dessen, was die Prüfung des BMW-Abschlusses kostete. Und das, obwohl es sich um den gleichen Abschlussprüfer - KPMG - handelte. Für die Prüfung bei BMW kassierte KPMG nur 3 Mio. €, während die Prüfung bei Daimler immerhin 24 Mio. € brachte.

Wieso zahlt VW (10 Marken) mit 12 Mio. € für die Konzernprüfung 2013 an seinen Abschlussprüfer PwC nur die Hälfte des Prüferhonorars wie Daimler an KPMG gezahlt hat?

Noch nicht genug? - O.K.!

Wieso zahlte die Telekom für die Prüfung 2010 noch 12 Mio. €, während man nach dem Wechsel zu (den "Chorknaben" von) PwC nur noch 5 Mio. € zahlte (./. 58%!)?

Tipp: Sie kommen der Lösung näher, wenn Sie mal in das neue wp.net-Journal 1/2015, (S. 9) hineinschauen (www.wp.net-verband.de/magazin-interaktiv/). Dies gibt es künftig monatlich online und kostenlos!

23.01.2015
PwC-SCA- Skandal: Jetzt wird durchgegriffen!

Jetzt wird durchgegriffen: "Schluss mit dem Amigoclub!" der schwedischen Industriekonzerne.

In der Presse werden immer pikantere Details des Skandals bekannt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von SCA wurde gleich aus mehreren Aufsichtsräten des Konglomerats rausgeschmissen und Bankvorstände wurden freigestellt.

PwC war seit Jahrzehnten Berater und Prüfer des Konglomerats und gleichzeitig der privaten Firmen der betreffenden Personen.

Jetzt wird darüber spekuliert, inwieweit Konsequenzen gegen PwC vollzogen werden.

Von Unabhängigkeit des Abschluss- / Sonderprüfers PwC kann wohl keine Rede mehr sein!

http://www.industrivarden.se/sv-SE/Press/pressmeddelanden/

23.01.2015
"Juristisches Erdbeben" für KPMG

Die Hintergründe der P+S-Werftenpleite (Newsletter Nr. 56, Pkt. 6) haben für KPMG unangenehme jurisitische Konsequenzen.

Ende 2009 bescheinigte KPMG gutachterlich die Sanierungsfähigkeit des Werftenverbundes in Stralsund und Wolgast. Zwei nun vorliegende juristische Gutachten belegen, dass das KPMG-Gutachten erhebliche Berechnungsfehler aufweise ("extrem mangelhaft") und nicht den "berufsüblichen Standards" genüge.

Der Schaden für das Land Mecklenburg-Vorpommern (MV) wird auf 270 Mio. € beziffert.

Während der Insolvenzverwalter nach den Vorgaben der InsO klagen muss, ziert sich das Land MV und strebt einen außergerichtlichen Vergleich mit KPMG an.

Pikant wird für KPMG, dass der verantwortliche WP / RA Dr. A. vor dem P+S-Untersuchungsausschuss im Landtag ausgesagt hat, das "Gutachten auf Drängen machbar gemacht zu haben. Immerhin sei es um eine Menge Arbeitsplätze gegangen". - Das ist ja wohl ein Hammer!

Dann lesen wir doch noch einmal die Berufsgrundsätze (§§ 43 ff. WPO) und den code of ethics der WPK.

22.01.2015
Ralf Bose sollte sein Amt ruhen lassen

Die Rolle des Chef-Prüfers der APAK Ralf Bose wurde bisher mehrfach beleuchtet (Aktuelles 12.11.2014, Handelsblatt) und scheint nach dem rechtskräftigen Urteil des OLG Frankfurt i.S. Deutsche Bank zunehmend zweifelhaft.

Die Festlegung der Wesentlichkeit bei der Prüfung der Deutsche Bank 2011 entsprach offensichtlich nicht der Facharbeit.

Auch vor dem Hintergrund der seinerzeit ohnehin kritischen Personalentscheidung ("Skandalprüfer") und der ggf. anstehenden berufsrechtlichen Untersuchungen wäre es geboten, dass er sein Amt (vorläufig) ruhen läßt. Es darf keinen weiteren Reputationsschaden der deutschen Berufsaufsicht geben!

Diese Erkenntnisse dürften auch der amerikanischen Berufsaufsicht (PCAOB) nicht verborgen bleiben.

Für diese Personalentscheidung trägt Dr. h.c. Spindler die Verantwortung.

Der Skandal belastet auch die "10-Jahres-Feier" der APAK am 29.01.2015 im noblen Humboldt-Carré (auf Kosten aller Mitglieder der WPK).

22.01.2015
PwC Skandal in Schweden weitet sich aus

Im letzten Newsletter (Nr. 56 Pkt. 5) berichtete PR1MUS über die Verquickung der schwedischen PwC-Wirtschaftsprüfer mit dem SCA Industriekonzern.

PwC wurde vom Aufsichtsrat mit einer umfassenden Sonderprüfung beauftragt, um konzerninterne Skandale zu untersuchen, die man selber im Rahmen der Abschlussprüfungen abgesegnet hatte.

Jetzt wurde bekannt, dass auch PwC-Prüfer und Banker im Privatjet zur Jagd nach Jämtland geflogen sind, Köche aus dem Ausland eingeflogen wurden und auch ein vergessenes Notebook nachträglich mit dem Jet abgeholt wurde.

Jetzt endlich reagierte der SCA Aufsichtsrat und stellt den PwC-Sonderprüfern einen "unabhängigen" Wirtschaftsprüfer zur Seite. Wer auch immer dies sein mag!?

Die schwedische Presse erfreut sich jeden Tag an neuen Details - und mittendrin immer wieder PwC!

Vielleicht ein "schönes" Beispiel, was die vielen PwC-Lehrbeauftragten auch an deutschen Hochschulen dem Berufsnachwuchs zum Thema "Die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers" oder "Berufsethisches Verhalten" vortragen sollten.

21.01.2015
Abstimmungsverhalten in der VOBA

Ein Blick in die Geschäftsordnungen der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA) und der des Vorstandes der WPK zeigt, dass gemäß § 6 (Besorgnis der Befangenheit) im Falle Deutsche Bank / KPMG Herr Prof. Dr. Schruff (KPMG) als befangen gelten würde. Somit wären die Vertreter der Big4 - bei Anwesenheit aller Mitglieder - nicht in der Mehrheit.

Verhaltensvarianten wie Fernbleiben, Enthaltung wären noch denkbar.

Allerdings gibt es ja nach Prof. Schruff die Koalition zwischen Big4 und Herzig-Liste und Präsident Ziegler begründete seinerzeit die (skandalöse) Besetzung der Gremien damit, dass er davon ausgeht, dass man hier "gleiche Interessen" vertrete.

20.01.2015
Die Deutsche Bank und die materiality

Die Wellen im Berufsstand schlagen aufgrund der PR1MUS-Berichterstattung  (Newsletter Nr. 56 und Aktuelles vom 14.01.2015) immer höher!

Der gerichtlich festgestellte Fehler im Abschluss der Deutsche Bank AG 2011 war wesentlich, da er 140 % des ausgewiesenen Jahresergebnisses betrug.

Mehrere Kollegen/innen bestätigen, dass bereits ein Fehler in Höhe von 5% des Jahresergebnisses (in jedem Falle aber 10%) als wesentlich angesehen werden muss.

KPMG muss seinerzeit diesen Fehler als unwesentlich eingestuft haben und bewegte sich damit jenseits aller fachlicher Regeln und der Berufsüblichkeit (IDW PS 250).

Entweder fehlte hier die "kritische Grundhaltung" oder man hatte abschließende Prüfungsfeststellungen getroffen, ohne die fachlichen Kenntnisse zu haben.

In vorliegendem Fall ist nach allen vorliegenden Informationen von einer "schweren Berufspflichtverletzung" auszugehen, die berufsgerichtlich durch die Staatsanwaltschaft zu verfolgen ist.

Die Zuständigkeit liegt jetzt nicht mehr bei WPK und APAK, sondern die Staatsanwaltschaft ist zu informieren. Zu fragen bleibt jedoch, was WPK und APAK bisher unternommen haben.

Auch die APAK steht hier im Rampenlicht, da das seinerzeitige uneingeschränkte Testat der KPMG vom heutigen "Chef-Prüfer" der APAK, Kollegen Ralf Bose, unterzeichnet wurde.

15.01.2015
Wirtschaftsprüfer können auch zaubern!

Wenn wir schon über die Abteilung Unterhaltung reden, dann noch eins:

Erinnern Sie sich noch an Dr. Alpar Fendo, den promovierten Zauberer und Bauchredner der KPMG - Newsletter Nr. 28 (Pkt. 5) und Nr. 32 (Pkt. 5) ?

Er deckte als Manager lächerliche Arbeitsabläufe und skurile Abrechnungsmethoden bei KPMG durch Umfragen bei den Mitarbeitern auf, promovierte (erlaubterweise) über dieses Thema und wurde gefeuert, als die Promotion in Buchform erschien.

Er nahm nach erfolgreichem Arbeitsgerichtsprozess in 2012 noch eine sechsstellige Abfindung mit und konzentriert sich seither auf seine Bauchrednerei und die Zauberkunst.

Wenn Sie mal schauen wollen, was aus einem langjährigen "verdienten Mitarbeiter" einer Big4 noch alles werden kann: www.fendo.de.

Auch er ist aktuell auf Tournee mit seinem neuen Programm: "Alles außer irdisch". Auch hier lohnt ein Besuch!

15.01.2015
KPMG und die materiality-Beurteilung bei der Deutsche Bank

Die Wellen schlagen aufgrund der gestrigen Berichterstattung hoch!

Nicht nur Kollegen/innen, sondern auch Banker und Redakteure erkundigen sich und verlangen eine berufsrechtliche  Verfolgung des Sachverhalts. Es gehen Hinweise ein, dass der Jahresabschluss 2011 noch weitere Fehler aufweisen soll, insbesondere eine Falschbewertung von Derivaten in Milliardenhöhe.

Die Prüfungsdurchführung durch die KPMG (Ralf Bose) entspricht offensichtlich nicht den berufsrechtlichen Vorschriften und der anerkannten Facharbeit.

WPK und APAK sind hier sicherlich die falschen Ansprechpartner.

Die Berufsgerichtsbarkeit ist an das Urteil des OLG Frankfurt nicht gebunden.

14.01.2015
Die Deutsche Bank und die materiality

Gestern habe ich im Newsletter Nr. 56 (Pkt. 3) berichtet, dass das Urteil des OLG Frankfurt i.S. Deutsche Bank rechtskräftig ist und nach Auffassung der Richter nicht gebuchte Rückstellungen in Höhe von 6 Mrd. € gegenüber einer Bilanzsumme von 1,869 Bio. € nicht von materiality sind.

Ein lieber Kollege machte hierzu gestern folgende interessante Anmerkung:

materiality bezieht sich - wie der Leitsatz des Urteils selbst sagt - auf die VFE-Lage. Bei einem Jahresergebnis der Deutsche Bank 2011 in Höhe von (nur) 4,2 Mrd. € sieht die Sache - bezogen auf die Ertragslage - wohl anders aus.

Die materialiy beträgt zwar bezogen auf die Vermögenslage 0,3%, bezogen auf die Ertragslage jedoch 140%! - noch Fragen?

Was haben denn DRP, APAK und WPK unternommen? Oder soll das IDW jetzt IDW PS 250 neu schreiben?

Es geht doch (nur) um die Deutsche Bank. Uneingeschränkt testiert (KPMG) wurde damals ja auch vom heutigen Chef-Prüfer der APAK.

Nicht aufregen! :-)