Lesen Sie hier den Text im Browser
WP Watch

NR. 79 - MAI 2020

 
1. DANKE für Ihr Feedback!
2. Der KPMG-FIFA-Skandal und Beckenbauers Finale
3. Die Lobbyisten haben wieder gesiegt!
4. Clifford Chance hat jetzt auch ein Cum-Ex-Problem
5. Das IDW und die Eingriffe ins Berufsrecht
6. KPMG im Visier der Schweizer Behörden
7. Es wäre die dreisteste kriminelle Bereicherung aller Zeiten!
8. Die trügerische Umfrage des IDW
9. Gewinner ist immer die Mafia!
10. Eine gute Zeit für Sie!!

DANKE für Ihr Feedback!

 

Ihr Feedback auf die letzten wpwatch-Newsletter war überwältigend und zeigte mir nochmals ganz deutlich, dass diese Form der Berichterstattung unseres "ach so elitären Berufsstandes" im Zeitalter der Transparenz dringend notwendig ist.

Natürlich gefällt dies weder dem IDW e.V. noch Rödl geschweige denn den Big4. Es geht jedoch darum, dass den "Playern" in der Branche der Spiegel vorgehalten werden muss, um ihre Arroganz und Borniertheit zu entlarven. Es geht um die Reputation und Zukunft des gesamten Berufsstandes!

Wirtschaftsprüfer sind nicht dazu da

  • durch Lobbyarbeit die Gesetzgebung massiv zu beeinflussen,
  • Beratungsbedarfe durch gefakte "Studien" und Horrorszenarien herbeizureden oder
  • öffentliche Kassen nach fragwürdigen Auftragsvergaben zu plündern.

Gut ist, dass dies von der Öffentlichkeit, dem Berufsnachwuchs und (selbst) der Politik mittlerweile erkannt wird. Und dies gibt Hoffung!

   
Nach oben

Der KPMG-FIFA-Skandal und Beckenbauers Finale

 

KPMG war seit 1999 Abschlussprüfer der FIFA und testierte lange Jahre den korrupten Selbstbedienungsladen um Sepp Blatter, Beckenbauer & Co. Genauer gesagt ging es um Veruntreuung zugunsten einzelner FIFA-Funktionäre in Höhe von mindestens 130 Mio. €.

Wie ein Strafgericht in Zug/Schweiz feststellte, trug KPMG mit seinen jeweils uneingeschränkten Testaten zu einer "Legalisierung eines Schmiergeldsystems der FIFA" bei. 

Die schweizerische Berufsaufsicht RAB (Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde) teilte KPMG zwischenzeitlich mit, dass man "erhebliche Prüfungsmängel" festgestellt habe. Dem verantwortlichen Wirtschaftsprüfer der KPMG, Roger Neiniger, erteilte man einen schriftlichen Verweis (gleichzusetzen mit einer "Verwarnung" unserer WPK). Und schon war die Sache abgehakt! Einzelheiten wurden der Öffentlichkeit, entgegen der gesetzlichen Pflicht der RAB, bis heute nicht mitgeteilt.

Die Berufsaufsicht der RAB trägt damit die gleichen Züge einer Geheimjustiz in sich wie die VoBa der WPK und APAS.

Unter anderem geht es auch um das "Sommermärchen 2006", bzw. die gekaufte WM-Ausrichtung 2006 in Deutschland sowie millionenschwere Bestechungen und die Rückzahlung eines Darlehens von Kaiser Franz Beckenbauer in Höhe von 6,7 Mio. €.

Das Verfahren gegen den angeblich gesundheitlich angeschlagenen Beckenbauer wurde abgetrennt und wird wohl im Sande verlaufen. Als hielte jemand seine schützende Hand über ihn. Auf alle bisherigen Fragen gab er nie eine Antwort - weil, einem Kaiser stellt man keine Fragen! - Verstanden!

Solche Wirtschaftsprüfer und Funktionäre braucht unser Nachwuchs ebenso wenig wie solche korrupten kaiserlichen Sportidole. Merken diese Typen eigentlich nicht, dass sie eine exponierte Vorbildfunktion haben? Sowohl ihre soziale Stellung wie auch ihre Kohle verdanken sie ausschließlich ihrer gutgläubigen gesellschaftlichen Anerkennung!

   
Nach oben

Die Lobbyisten haben wieder gesiegt!

 

Worum ging es? - Es ging um die seit Jahren diskutierte und vom Vorstand der WPK vorgeschlagene Zusammenlegung der Berufsstände der WP und vBP. Es ging nicht darum, den vBP Befugnisse zu geben, die sie ohnehin berufsrechtlich schon hatten. Es ging u.a. darum, den ca. 140 als Abschlussprüfer mittelgroßer GmbH- und GmbH & Co-Mandanten noch tätigen vBP den Berufstitel des WP zuzusprechen.

Da startet Prof. Naumann als Cheflobbyist der Big4 eine Umfrage unter den Vereinsmitgliedern des IDW und erhält nur blamable 3,5% Rückantworten. Klartext: 96,5 % der Mitglieder fanden diese Umfrage wohl eher lächerlich und überflüssig. - Als hätte der Berufsstand sonst keine Probleme!

Stimmungsmache erfolgte durch die Vereinspostille IDW Life, und ein Vertreter von Rödl (Kollege IT-Auditor Wambach) schwingt sich auf als Verfechter der "reinrassigen WP". Cheflobbyist Nauman erklärt, er behalte sich vor, das Ergebnis der Umfrage mit entsprechenden Empfehlungen dem BMWi, d.h. der Rechtsaufsicht des Berufsstandes, zu übermitteln.

Wie ging es weiter?

Jetzt müssen Sie umschwenken und das Netzwerk von Berufs-Lobbyisten im IDW-Verwaltungsrat und im Deutschen Bundestag verstehen. - Im IDW-Verwaltungsrat (die Firewall des IDW) sitzt zufälligerweise der Göttinger Kollege Fritz Güntzler, der ein Bundestagsmandat hat, stellvertretender Vorsitzer der IDW-Landesgruppe Niedersachsen ist und dessen Kanzlei "Prof. Dr. Ludewig + Sozien" langjährige Beziehungen zum IDW pflegt.

Kollege Güntzler schreibt am 17.12.2019 gemeinsam mit dem MdB Dr. Matthias Heider einen Brief an Peter Altmaier (Sehr geehrter Herr Altmaier, lieber Peter!), der hier auf eineinhalb Seiten über die Sinnlosigkeit und Befürchtungen einer Zusammenlegung der Berufsstände aufgeklärt wird.

Frau Dr. Sabine Hepperle teilt daraufhin als zuständige Leiterin der Abteilung VII des BMWi der WPK mit, dass man das Vorhaben der WPK zur Zusammenlegung der Berufsstände nicht weiterverfolgen werde.

Aus die Maus!

Was lernen wir daraus? - Berufspolitik und Lobbyarbeit funktioniert wie Schachspielen! Man muss nur die richtigen Bauern und Läufer im Spiel haben.

   
Nach oben

Clifford Chance hat jetzt auch ein Cum-Ex-Problem

 

Hinsichtlich Arroganz, Borniertheit und Selbstüberschätzung werden die Big4 lediglich noch von den "Star-Anwälten" der führenden Wirtschaftskanzleien übertroffen.

In den Fachnachrichten+ (Februar 2020) hatte ich über die Mitwirkung der Vorzeigekanzlei Freshfields bei den betrügerischen Cum-Ex-Geschäften, ihren anschließenden "freien Fall" ins Bodenlose und die Verhaftung des Freshfields-Alpha-Tieres Johannemann berichet.

Nun gerät auch die britische Nobelkanzlei Clifford Chance in den Strudel der Cum-Ex-Ermittlungen. In Deutschland ist man seit 1990 vertreten. Die Wurzeln der Firmengeschichte gehen bis ins Jahr 1802 zurück. Ca. 300 Berufsträger in Deutschland erwirtschaften 173 Mio.€/p.a.. In Deutschland ist man mitten im Frankfurter Bankenviertel präsent, zählt doch die Finanzbranche zu den Haupt-Umsatzträgern.

Ende Februar 2020 - die Welt erfuhr gerade von ihrer Corona-Pandemie - behinderten Clifford-Anwälte Dutzende von Ermittlern und Staatsanwälten massiv bei Hausdurchsuchungen bei der ABN Amro Bank und in der Nobel-Kanzlei. Bereits im November 2019 glänzten die Staranwälte von Clifford bei einer Razzia in Köln und behinderten die Ermittler massiv.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln waren die Ermittler auf der Suche nach Beweismaterial, das Aufschluss geben sollte über eine Beteiligung der Berater am Steuerbetrugssystem Cum-Ex. Gegen zwei Anwälte von Clifford hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung eingeleitet.

Dieses Verhalten der Star-Anwälte zeigt, in welch fragwürdiger Doppelrolle sie sind: Einerseits wird die Finanzindustrie lukrativ beraten und verteidigt und andererseits wird aus Eigeninteresse eher verschleiert und behindert, anstatt aufzuklären. Gleichzeitig erklärt man dann den Steuer- und Strafverfolgungsbehörden immer wieder vollmundig, dass man mit ihnen "vollständig kooperiert und die Ermittler unterstütze".

All dies lässt vermuten, dass die führenden Wirtschaftskanzleien tiefer in der Betrugsmaschinerie Cum-Ex verstrickt sind als bisher angenommen. Ihr momentanes Verhalten ist einfach nur dumm, dreist und zudem noch selbstverräterisch!

   
Nach oben

Das IDW und die Eingriffe ins Berufsrecht

 

Wir haben uns zwischenzeitlich daran gewöhnt, dass das IDW in unzulässiger Weise in die gesetzlichen Vorschriften des HGB eingreift (LEX-IDW) und den Mandanten unmittelbar Vorschriften machen will. Einmal geht es in

  • IDW PS 270 n.F. um eine geforderte Anhangangabe (ohne jedwede größenabhängige Erleichterungen) bei Zweifeln an der Going-concern-Prämisse
  • oder in ISA (DE) 550 um eine merkwürdige Auslegung von § 285 Nr. 21 HGB.

Zu beobachten sind in letzter Zeit jedoch auch massive Vorstöße des Lobbyvereins der Big4 zur Lockerung des Berufsrechts (z.B. Kelm in WPg 13/2019, S. 711 ff. oder Naumann/Kelm - IDW InfoCenter-Nachricht vom 20.12.2019). Man nennt dies "Modernisierung des Berufsrechts"!? Hier werden munter Änderungen der WPO und der BS WP/vBP gefordert und in Vorbereitung für die nächste Änderung des Berufsrechts an den Gesetzgeber herangetragen. All dies dient jedoch bei genauerer Betrachtung nur einer berufsrechtlichen Einflussnahme im Sinne der Big4. Scheinheilig behauptet man, dass bei den berufsrechtlichen Vorschriften "in der Praxis Schwachstellen aufgetreten seien...".

Ziel ist es hierbei offensichtlich, dass es den Big4 künftig erlaubt sein soll, ihre Gemischtwarenläden (Alleskönner-Dienstleistungskonzerne mit industriellen Beteiligungen) berufsrechtlich zu etablieren und so eine weitere Marktbereinigung und -konzentration voranzutreiben.

Um es deutlicher zu sagen: Das IDW hat keinerlei Legitimation, solch massive Änderungen im Berufsrecht zu fordern. Änderungswünsche sind ausschließlich der WPK vorzutragen und dort zu diskutieren. Die Beschlüsse der WPK werden sodann beim BMWi eingebracht. Ob der Lobbyverein IDW dann in einem Anhörungsverfahren zu Wort kommt, entscheidet die Politik.

Ist es den Möchtegern-Politikern/innen in Düsseldorf trotz Corona-Pandemie, selbst verursachten ISA-Chaos und Facharbeits-Wahnsinn zu langweilig?

   
Nach oben

KPMG im Visier der Schweizer Behörden

 

KPMG ist (wieder einmal) in einen größeren Bilanzskandal in der Schweiz verwickelt, der seit Monaten die Medien beschäftigt. Die schweizerische Berufsaufsicht "Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde" (RAB) hat gegen KPMG ein Berufsaufsichtsverfahren eröffnet.

KPMG prüft seit 20 Jahren die Jahresabschlüsse der Postauto AG, eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der POST AG und damit Bundesunternehmen. Diese Gesellschaft betreibt mit ihren gelben Bussen in der Schweiz landesweit hochsubventionierte Busstrecken. Hierbei dürfen satzungsgemäß keine Gewinne erwirtschaftet werden, da ansonsten Zuschüsse zurückgezahlt bzw. Gewinne an die Kantone und den Bund abgeführt werden müssen.

Da jedoch im Laufe der Jahre enorme Gewinne eingefahren wurden - man spricht von über 78 Mio. SFR - kam man auf die tolle Idee, diese subventionierten Buslinien mit Kosten anderer Linien zu belasten und somit die Gewinne "wegzubuchen". So wurden in mehr als 200.000 Buchungen (!) Treibstoffkosten, Reparaturen etc. umgebucht und die Gewinne "kleingerechnet". Dies nennt man Beihilfe zum fortgesetzten Subventionsbetrug!

Der Skandal wurde ausgelöst durch einen Mitarbeiter des "Bundesamtes für Verkehr", der früher bei der Berufsaufsicht der KPMG beschäftigt war. - Na, so ein Zufall! 

Aber: Erwarten Sie nicht zu viel. Die schweizerische Berufsaufsicht hat - ähnlich wie in Deutschland - "Züge einer Geheimjustiz". Man arbeitet "im Stillen" und immer "in engem Kontakt mit den Big4."

KPMG weist bisher jegliche Verantwortung von sich und erklärt, dass man "nicht für die Prüfung interner Verrechnungen zuständig gewesen sei", sondern "nur die externe Rechnungslegung testiert habe".

Von der Prüfung der dem Jahresabschluss zugrundeliegenden Buchführung und einem "risikoorientierten Prüfungsansatz" (Gesetzesmäßigkeit etc.) hat KPMG offensichtlich noch nichts gehört!?

Das ist ja wohl ein Treppenwitz!

Dieser Fall reiht sich doch nur lückenlos ein in die Serie: VW, AUDI, Deutsche Bank, M.M. Warburg, FIFA,  AIR BERLIN, ...

   
Nach oben

Es wäre die dreisteste kriminelle Bereicherung aller Zeiten!

 

Es würde nach dem alten Muster laufen: In Krisenzeiten schaut niemand genau hin, da ist vieles möglich, was unter normalen Umständen nicht mal gedacht werden könnte.

Schon Bill Clinton wusste, dass der Zustand der US-Wirtschaft entscheidend ist bei der Wiederwahl eines Präsidenten. Und hier geht es um die Wiederwahl von Donald Trump im November 2020.

Bis zum Ausbruch des Corona-Virus sah bisher auch alles sehr rosig aus für Trump. Inzwischen kann man sich aussuchen, welcher Prognose man vertrauen will. Goldman Sachs rechnet mit einem Einbruch des US-BIP im nächsten Quartal um 24 Prozent. Der Präsident der FED-Bank rechnet sogar mit einem schwindelerregenden Einbruch um 50 Prozent. Das wirft die Hoffnungen auf eine sichere Wiederwahl Trumps über den Haufen.

Wie überall in der westlichen Welt wurde ein gigantisches staatliches Hilfsprogramm geschnürt. Ein Hilfspaket von sagenhaften 2 Billionen USD.

Diese 2 Billionen Dollar will die US-Regierung über die USA regnen lassen. So schnell wie möglich, um ja keine zu tiefe Delle in der wirtschaftlichen Entwicklung zu riskieren.

Die Demokraten haben dem "Rettungspaket" erst nach tagelangem Gefeilsche zugestimmt.

Wie üblich, wenn die Geldtöpfe geöffnet werden, herrscht natürlich Gedrängel, Gerempel, Mächtige setzen sich gegen Schmächtige durch. Und ein Teil eines solchen Geldregens wird immer von den Falschen aufgefangen, abgezweigt oder gar sinnlos verpulvert.

Aber offensichtlich hat sich in den deutschsprachigen Medien niemand die Mühe gemacht, die immerhin 247 Seiten des "Stimulus Proposals" genau durchzulesen. Sonst wäre aufgefallen, dass dieser „Coronavirus Aid Act“ einen Rückfall in finsterste absolutistische Zeiten enthält.

Eine Ungeheuerlichkeit ohnegleichen in demokratischen Gesellschaften. Eine offene Einladung zur Selbstbedienung in sagenhafter Höhe von 500 Milliarden Dollar. Es geht um empörende Geschenke an Monopolisten, Milliardäre und Unternehmens-Versager.

„Republikanische Führer fordern in diesem Rettungspaket die Verteilung von 500 Milliarden US-Dollar so wie (US-Finanzminister Steve) Mnuchin es für richtig hält. Natürlich etwas verklausulierter, wozu braucht man auch sonst 247 Seiten.

Um es deutlicher zu sagen: Hier sollen 500 Milliarden USD à discrétion, nach dem Gefallen des Finanzministers verteilt werden - ohne Kontrolle durch demokratisch legitimierte Organe, ohne dass die Namen der Empfänger offengelegt werden. Trumps eigene Firmen, Firmen seiner Günstlinge, überhaupt jeder, der Zugang zum Präsidenten oder zum Finanzminister hat, könnte hier die Hand aufhalten. Mnuchin würde sich in eine Art Midas verwandeln, wer ihn berührt, wird vergoldet. Und US-Präsident Trump könnte seinen Freunden und Wahlhelfern  zurufen: „it’s big money for free“!

Immerhin haben es die Demokraten geschafft, in das inzwischen angenommene Gesetz zu schreiben, dass die Vergabe dieser 500 Milliarden von einem (Trump genehmen) Generalinspekteur und einem fünfköpfigen Gremium von Kongress-Abgeordneten „beaufsichtigt“ wird.

Der Raubzug kann beginnen!

   
Nach oben

Die trügerische Umfrage des IDW

 

Soeben erreicht mich die Nachricht des IDW-CEO, dass ich mir mit der Beantwortung einer aktuellen Mitglieder-Umfrage doch noch bis Ende April 2020 Zeit lassen könne! - Gott sei Dank, denn diese Umfrage des IDW e.V. wollte ich unter keinen Umständen versäumen.

Doch der Reihe nach:

Mit Email vom 02. März 2020 wurden alle Mitglieder des IDW e.V. aufgefordert, über einen Link an einer Umfrage teilzunehmen. Die Umfrage umfasst 15 Fragen und "dreht sich um die Erwartungen, Erfordernisse und die Zukunft der kleinen und mittelständischen WP-Praxen"! 

Da reibt man sich zunächst einmal die Augen: Sollte sich das IDW tatsächlich für die Belange der Mehrheit seiner Mitglieder interessieren? Das wäre ja etwas ganz Neues!? 

Oder merkt das IDW jetzt erst, dass sich die Kollegen/innen kleinerer und mittelgroßer Kanzleien zu Hunderten vom IDW abwenden, weil sie sich nicht mehr verstanden und repräsentiert fühlen? 

Anmerken muss ich noch, dass Prof. Naumann nur "qualifizierte - gerne auch kritisch-konstruktive Kritik" wünscht. D.h. übersetzt: Gotteslästerung ist nicht erwünscht! 

Eine Frage hab ich noch: An der letzten Umfrage unter den Mitgliedern zur Zusammenlegung der Berufsstände beteiligten sich ganze 3,5 % der Mitglieder. Glaubt man tatsächlich beim IDW, dass die Quote bei dieser Umfrage höher liegen wird? 

Und jetzt mal Klartext: Wenn der Vorstand eines Lobby-Vereins nach 19 Jahren CEO-Tätigkeit (incl. Gehalt und Pensionsansprüchen!) nicht weiß, wo der Mehrheit seiner Mitglieder "der Schuh drückt", dann hat er seinen Job verfehlt und sollte seinen Hut nehmen.

Diese "Umfrage" ist an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten!

Glauben Sie tatsächlich, dass sich der Lobbyverein der Big4 für die Belange kleiner und mittelgroßer Kanzleien interessiert? - Dann träumen Sie mal weiter!

   
Nach oben

Gewinner ist immer die Mafia!

 

Die Corona-Pandemie bringt vieles aus dem Gleichgewicht und hinterlässt oftmals Chaos, Angst und Schrecken. Insbesondere in den südeuropäischen Staaten sowie in den Schwellenländern sind die politischen Strukturen labil, finanzielle Mittel fehlen und die medizinische Versorgung ist hoffnungslos überfordert. Millionen von Existenzen sind in Gefahr, Bankschulden drücken und die Aussichten auf Besserung sind eher düster. Diese Zustände wünscht sich außer der Mafia kein Mensch!

Experten warnen davor, dass in dieser Gemengelage die seit Jahren europaweit erfolgreich bekämpften Mafia-Clans wieder erstarken könnten. Und dies mit verheerenden Auswirkungen auf Rechtsstaat, Wirtschaft und Verwaltung für die nächsten Jahre und Jahrzehnte.

Wie kommt man zu solchen Annahmen?

Hierzu fünf Antworten:

  • Akuter Geldnot hunderttausender von Händlern und Kleinbetrieben begegnet die Mafia mit großzügigen Kreditvergaben. Die Mafia verfügt über GoE - Geld ohne Ende - und ist dankbar, dass sie diese Kohle (gegen spätere Wucherzinsen und Schutzgelder) in Umlauf bringen kann.
  • Die verschärfte Not führt dazu, dass den Mafia-Clans ein Reserveheer von Handlangern erwächst.
  • Es wächst die Zahl derer, die sich aus schierer Not in ausbeuterische Verhältnisse der Mafia geben müssen.
  • Der Schwarzmarkt für knappe Güter (Medikamente, Geräte etc.) bietet lukrative Renditen und
  • das organisierte Verbrechen profitiert ohnehin enorm von den nationalen und EU-Milliarden.

Prüfungstechnisch bedeutet dies, dass wir bei der Prüfungsdurchführung in den nächsten Jahren verstärkt mit "dolosen Handlungen" (ISA E-DE 240) konfrontiert werden könnten.

Kann man also nur hoffen, dass die Verantwortlichen trotz Pandemie und Chaos allzeit einen kühlen Kopf bewahren.

   
Nach oben

Eine gute Zeit für Sie!!

 

Das war´s mal wieder für heute.

Ihnen und Ihren Lieben alles Gute - vor allem Gesundheit!

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9   51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

Die aktuellen Meldungen können Sie hier abbestellen oder editieren.

 
   
Nach oben