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WP Watch

NR. 70 - FEBRUAR 2017

 
1. Da bin ich wieder!
2. Der "PR1MUS Prüfungsfachwirt" kommt
3. Aktuelle Gesetzessammlung für die Prüfungspraxis
4. Die "Dealmakerin" von EY
5. Aus den Big4 werden jetzt "service firms"!
6. Die Big4 lassen das BAMF komplett hängen!
7. Die Big4 helfen beim Verstecken
8. Das Rennen ist gelaufen! - KPMG und EY gewinnen!
9. PwC macht's vor
10. PwC und LuxLeaks
11. LuxLeaks - es wurde noch schlimmer!
12. Panama Papers - wie geht es weiter?
13. Die "herrschende Meinung" (h.M.)
14. Die "Goldenen Prüferhaken 2016" wurden verliehen
15. Fortbildungen bei PR1MUS
16. Grüße aus Köln!
1.

DA BIN ICH WIEDER!

 

Im September 2016 hatte ich den letzten Newsletter verschickt. Danach war - bis auf meine wpwatch-Nachrichten - "Schweigen im Walde"!

Auch freundliche und aufmunternde Emails und Weihnachtsgrüße, die in der Zwischenzeit zahlreich eintrafen, habe ich gerne zur Kenntnis genommen, jedoch meist leider unbeantwortet gelassen. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen innigen Dank aussprechen!

Es gibt jedoch Projekte im (Berufs-)Leben, die fordern "den ganzen Mann" und dabei darf man sich nicht verzetteln, damit die Sache am Ende auch erwartungsgemäß gelingt.

Deshalb hatte ich Ihnen viermonatige Newsletter-Abstinenz verordnet, die nun allerdings beendet ist.

Sie dürfen sich auf weitere Newsletter freuen. Mein Tatendrang ist ungebrochen und meine Recherchen und mahnenden Worte sind wohl wichtiger denn je!

   
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2.

DER "PR1MUS PRÜFUNGSFACHWIRT" KOMMT

 

Nach monatelanger Arbeit ist es endlich soweit!

Rechtzeitig vor Beginn der ersten Tournee 2017 im AKTUELLEN PRÜFUNGSWESEN wurde die neue Website der PR1MUS AKADEMIE freigeschaltet.

Ich bin es leid, dass sich das IDW und die WPK seit Jahren über fehlenden Berufsnachwuchs beschweren und man gleichzeitig den Mitarbeitern in unserer Branche keinerlei Qualifizierung bis zum evtl. Ablegen des Berufsexamens anbietet. Vielmehr werden millionenschwere "Imagekampagnen" in den Sand gesetzt und wird unehrlich über das Nachwuchsproblem diskutiert.

Seit Jahren fliegen Vertreter des Berufsstandes (Barbara Hoffmann, Prof. Schruff & Co.) per Business Class zur IFAC "Education Commission" und diskutieren in den WPK-Gremien über "einen Ausbildungsberuf", den "Fachwirt für ..." oder "die Praktikumsbörse."

Jetzt ist Schluss damit!

PR1MUS packt die Sache an und bietet Mitarbeitern ab September 2017 einen Zertifizierungslehrgang zum "PR1MUS Prüfungsfachwirt".

Fächerübergreifend (WiRe, Steuern, WP, IT, BWL) vermittelt PR1MUS die Kenntnisse, die man als qualifizierter Mitarbeiter/in braucht. Es gibt hierbei keine "Sitzscheine", sondern der Lernerfolg wird mit neuesten Lernmethoden (ELearning etc.) erarbeitet und mit vielfältigen Lernkontrollen unterlegt.

All das unter wissenschaftlicher Leitung und auf der Grundlage einer anerkannten Prüfungsordnung.

Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer das Zertifikat als "PR1MUS Prüfungsfachwirt", was jedermann zeigt, dass man über qualifizierte Kenntnisse verfügt. Dies steigert letztlich die Prüfungsqualität und dient der effektiven Prüfungsdurchführung.

Für mich persönlich wird dies eine große Herausforderung sein, auf die ich mich sehr freue!

Schauen Sie doch gleich einmal auf die neue Website!

   
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3.

AKTUELLE GESETZESSAMMLUNG FÜR DIE PRÜFUNGSPRAXIS

 

Der Berufsstand hatte in 2016 eine Flut von Gesetzesänderungen im Bereich von Bilanzierung, Berufsaufsicht und Qualitätssicherung erlebt (BilRUG, WPO, BS WP/vBP, EU-Abschlussprüferrichtlinie, EU-VO, APAReG, AReG etc.).

Prof. Dr. Gerrit Brösel (FernUni Hagen), Dr. Ch. Freichel (PR1MUS Akademie) und ich haben dies zum Anlass genommen, eine brandaktuelle Gesetzessammlung

  • "Aktuelle Gesetze zur Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung"

mit dem Vahlen Verlag herauszubringen.

Diese Gesetzessammlung (ISBN 978-3-8006-5289-1) umfasst - im Gegensatz zu den Wirtschaftsgesetzen des IDW - alle aktuellen relevanten Gesetze, Richtlinien (EU-RL), Verordnungen (VO) sowie die neue Berufssatzung.

Alle Autoren haben auf ihre Honorare verzichtet(!), so dass dieses Werk für (nur) 24,90 € angeboten werden kann.

Der IDW Verlag verlangt für die "Wirtschaftsgesetze" 43,00 €.

Und jetzt der Knaller: Unsere (aktuelle und vollständige!!!) Gesetzessammlung im Vahlen Verlag ist seit ihrem Erscheinen bezüglich der Verkaufszahlen in diesem Segment die Nr. 1 bei Amazon!!!

Herzlichen Dank an meine Mitautoren!

   
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4.

DIE "DEALMAKERIN" VON EY

 

Es läuft momentan phantastisch für Yi Sun (41), Partnerin von EY in Düsseldorf!

Chinesen kauften allein im letzten Jahr für 11 Mrd. € Firmen in Deutschland. Das Investitionsprogramm der Chinesen heißt "Made in China 2025" und sieht vor, dass insbesondere "Hidden Champions" des deutschen Mittelstandes von chinesischen (Staats-)Investoren gekauft werden sollen.

Sie thront in der 22. und natürlich obersten Etage der gläsernen EY-Zentrale über Düsseldorf. Neben den deutschen Mitarbeitern gehören 45 Chinesen zu ihrem Team "Transaktionsberatung: Übernahme deutscher Firmen." Die durch Yi Sun liquidierten Honorare nach erfolgreichen Transaktionen liegen oftmals in Millionenhöhe.

Da kann der deutsche Wirtschaftsminister noch so sehr vor einem Ausverkauf deutscher Technologie warnen und den fehlenden Marktzugang in China anprangern - das Geschäft von Yi Sun läuft bestens; sie ist unter chinesischen Investoren mittlerweile als die "Dealmakerin" in Deutschland bekannt.

Yi lebt heute mit ihrer 16-jährigen Tochter in Düsseldorf und ist gekommen, um zu bleiben! Ganz zur Freude ihres Big4-Arbeitgebers.

LINK zum Artikel aus dem Stern

   
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5.

AUS DEN BIG4 WERDEN JETZT "SERVICE FIRMS"!

 

Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2016 wetteifern die Big4 nun - wie jedes Jahr -  in der Presse um eine möglichst positive Darstellung ihrer Geschäftsentwicklung und das Ranking in der Branche.

Hierbei geht es konkret um ein Schaulaufen für Politik, die Öffentlichkeit und den Berufsnachwuchs - frei nach dem Motto: WIR SIND DIE BESTEN! - kommen Sie zu uns!

Unterscheidet man bei Betrachtung der Geschäftsentwicklung 2016 zwischen dem Prüfungsgeschäft und der "Corporate-Finance- sowie Managementberatung", so lässt sich folgendes feststellen:

  1. Das Prüfungsgeschäft bringt nur noch mäßige Steigerungsraten. (KPMG +2%; Deloitte und PwC jeweils +7%; EY +8%). Die Deckungsbeiträge dürften "bescheiden" sein!
  2. Im Beratungsgeschäft wuchsen PwC und Deloitte um jeweils mehr als 40%!
  3. EY und Deloitte machen mittlerweile deutlich mehr Umsatz in der Beratung als im Prüfungsgeschäft (EY 571/494 Mio.€; Deloitte 471/303 Mio.€).
  4. Auch bei PwC und KPMG - den beiden führenden Prüfungsgesellschaften - wird das Beratungsgeschäft alsbald das Prüfungsgeschäft überflügeln (PwC 622/731 Mio. €; KPMG 568/609 Mio. €).

Am stärksten in der Beratung profiliert sich momentan aber Deloitte, dessen starkes Wachstum rein organisch war. Deloitte hatte seine Beratungssparte nach den Skandalen um Enron und Wordcom im Gegensatz zu den drei Konkurrenten nie verkauft – das zahlt sich jetzt aus.

Verändert hat sich auch das Selbstverständnis der Gesellschaften, die sich nicht mehr als reine Prüfer, sondern als „Service Firm“ sehen, die verschiedene Dienstleistungen von der Prüfung über die Steuerberatung bis hin zur M&A-, IT- oder Strategieberatung anbietet. Der Vorteil: Da sie die "Leistungen in einem Paket" anbieten, sind ihre Preisen niedriger als bei den reinen IT-Beratern, Investmentbanken oder Managementberatungen. Die Umsatzsteigerungen in der Beratung, sprechen dafür, dass das Konzept offenbar ankommt.

Es bleibt jedoch dabei:

Das Prüfungsgeschäft wird zunehmend "Türöffnergeschäft" für Beratungsmandate und wird durch Quersubventionierung aus dem lukrativen Beratungsgeschäft gestützt.

Unter dem Deckmantel von Berufsrecht, Siegelführung und Verschwiegenheit und mit voller Rückendeckung der (Berufs-)Politik entwickeln sich die Big4 zu lukrativen "Service Firms" mit angeschlossener Prüfungsabteilung!

Und auch deshalb haben die Big4 NICHTS in der WPK zu suchen!

   
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6.

DIE BIG4 LASSEN DAS BAMF KOMPLETT HÄNGEN!

 

Ich hatte die Frage bereits im August-Newsletter (Nr. 68) gestellt:

Was ist eigentlich aus den vollmundigen Versprechungen der Big4 geworden, dem BAMF personell bei der Prüfung von über 700.000 unerledigten Asylanträgen zu helfen?

Im April 2016 hatten die Big4 doch eine äußerst öffentlichkeitswirksame Medienkampagne gestartet und dem Behördenleiter Frank-Jürgen Weise versprochen "zu Nothelfern des überlasteten Flüchtlingsamtes" zu werden!?

Hier nun die Antwort:

Die groß angekündigte Unterstützung des BAMF durch die Big4 ist ein Totalausfall!

Nach vorliegenden Presseinformationen "ist von den Big4 nur ein einziger Mitarbeiter vorübergehend in die Behörde gewechselt." 

Die Big4 haben diese Initiative medienwirksam ausgeschlachtet, sich in der Presse feiern lassen und das BAMF anschließend "komplett im Regen stehen lassen!"

Kein Vorstand und kein Sprecher der Big4 wollte sich zu diesem blamablen Ergebnis bzw. zu diesem unverschämten Mediengag äußern.

Aber es geht auch anders:

„Insgesamt 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BDO sind temporär für das BAMF tätig, die erste Kollegin bereits seit Ende Juni 2016“, sagte ein BDO-Sprecher.

Fazit: Die Big4 bevorzugen offensichtlich lieber Millionen-Beraterverträge mit der Politik und täuschen staatsbürgerliche Pflichterfüllung vor, anstatt ihre angekündigten Versprechen auch nur annähernd einzuhalten!- Das ist schändlich und hat auch mit Berufsethik nichts zu tun!

   
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7.

DIE BIG4 HELFEN BEIM VERSTECKEN

 

Nach den Panama Papers und anderen Enthüllungen wollten es Europas Grüne genauer wissen und fragten: Welche Banken und Beratungsunternehmen waren im Geschäft mit Briefkastenfirmen in Steueroasen federführend?

Die Antwort ist niederschmetternd!

Wenn man die Unterlagen zu den Offshore Leaks (2013), Panama Papers (April 2016) und Bahamas Leaks (September 2016) auswertet, stellt man fest, dass vor allem die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse involviert waren. UBS allein ist für die Gründung von 13.285 Offshore-Firmen in Steueroasen verantwortlich, Credit Suisse bringt es auf 11.347 Briefkastenfirmen.

Damit nicht genug: Alle Big4 tauchen hier auf, die für ihre Kunden Hunderte von Briefkastenfirmen ins Leben gerufen haben.

Hier die drei deutschen Spitzenreiter aus dem Feld der TOP 20 der größten Vermögensverschleierer:

  • KPMG - 480 Offshore-Firmen,
  • Commerzbank - 468 Offshore-Firmen und der Spitzenplatz,
  • Deutsche Bank - 446 Offshore-Firmen.

Fazit: Alle Big4 spielen seit Jahrzehnten eine dominante Rolle im weltweiten Offshore-Geschäft. Hier geht es um die Verschleierung enormen Vermögens!

Mit Berufsethik hat dies ebenso wenig zu tun wie mit sinnstiftender Tätigkeit!

   
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8.

DAS RENNEN IST GELAUFEN! - KPMG UND EY GEWINNEN!

 

Bereits im Newsletter Nr. 69 hatte ich auf die personellen Verquickungen zwischen dem Bundesverteidigungsministerium (BMVg) und McKinsey hingewiesen. Im Kern ging es um die wahnwitzigen Beraterverträge, die das BMVg für 2017 ff. ausgeschrieben hatte.

Bei der Vergabe einer der bisher größten Beraterverträge der Bundesregierung im Umfang von rd. 250 Mio. € geht McKinsey nun doch leer aus!

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will mit der Entscheidung offensichtlich einem politisch heiklen Interessenkonflikt aus dem Weg gehen. Nach ihrem Amtsantritt im Jahre 2013 hatte sie die Topberaterin Katrin Suder als Rüstungsstaatssekretärin in ihr Ressort geholt, die zuvor Partnerin bei McKinsey war. Gemeinsam mit dem mittlerweile zu McKinsey zurückgekehrten Berater Gundbert Scherf hatte von der Leyen vergangenes Jahr entschieden, zur besseren Kontrolle der pannenanfälligen Rüstungsprojekte der Bundeswehr ein rekordverdächtiges Beraterbudget von bis zu 250 Millionen Euro auszuschreiben. Auch McKinsey hatte sich für die lukrativen Aufträge beworben.

Von der Leyen hat sich jetzt jedoch für Ernst & Young und KPMG entschieden.

Die Verträge liegen derzeit beim Finanzressort. Bei grünem Licht muss der Haushaltsausschuss des Bundestags im Februar die Verträge absegnen.

   
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9.

PWC MACHT'S VOR

 

Die USA sind unter Donald Trump momentan "gut" für jedwede Form von Überraschungen:

Auch PwC (USA) überraschte letzte Woche mit folgender Pressemeldung den Berufsstand.:

  • PwC meldete einen "innovativen Vertrag" mit General Electric (GE) "zur Bereitstellung integrierter Enterprise Managed Steuerserviceleistungen für GE auf globaler Basis".

  • Im Rahmen dieses Vertrags wird PwC mehr als 600 Angestellte der Steuerabteilung von GE aus allen Teilen der Welt einstellen und die Steuertechnologien von GE übernehmen, um die Fokussierung von PwC auf die Steuerfunktion der Zukunft zu unterstützen.

  • PwC ist der Überzeugung, durch Nutzung der nachgewiesenen Erfahrung und Kompetenz des GE Teams eine Gelegenheit zu erhalten, um den Anforderungen der Zukunft im Hinblick auf einen sich rasch verändernden Markt gerecht zu werden.

  • Das neue Global Enterprise Tax Solutions Team wird in PwC Tax integriert und seine Managed Services nicht nur GE sondern auch anderen PwC Kunden zur Verfügung stellen.

  • Der verlängerbare Fünfjahresvertrag wird zum 1. April 2017 in Kraft treten.

  • Mike Gosk, Vice President von GE, erläuterte: „Durch diesen Vertrag erhalten wir dauerhaften Zugang zu dem Fachwissen der Weltklasse von globalen Marktführern verbunden mit der Flexibilität, den Anforderungen des sich verändernden GE Portfolios entsprechen zu können. Wir sind äußerst erfreut, unsere langjährige Geschäftsbeziehung mit PwC auf eine Weise voranzubringen, die es auch anderen führenden Unternehmen ermöglicht, von dem weltweit besten Steuerdienstleistungs-Team zu profitieren und herausragende Karrieremöglichkeiten für diese ehemaligen GE Fachkräfte zu bieten.”

Ein kaum zu verstehendes Kauderwelsch - und dies wohl alles mit Absicht!

Und jetzt mal Klartext:

Nun sind wir soweit, dass unsere (weltweite) "fachliche Elite der Big4" komplette Steuerabteilungen internationaler Konzerne übernimmt um dann einen "Rundum-Sorglos-Vertrag" anzubieten. Damit haben sich die Konzerne ihrer Verantwortung für steuerliche Beurteilungen und die Steuerdeklaration vollends entledigt.

Der Wettlauf der Big4 um dieses neue Geschäftsmodell wird damit neu gestartet - und keiner greift ein!

Als nächstes wird PwC vielleicht die 1.100 Mitarbeiter der Abteilung "Buchführung und Rechnungslegung" der Telekom in Bonn übernehmen. Einen Tag nach Erstellung der Abschlüsse kann man dann jeweils uneingeschränkt testieren. Das IDW wird hierfür sicherlich auch flankierend die erforderliche "Facharbeit" zur Verfügung stellen.

Soviel zum Thema Unabhängigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Berufsethik der Big4!

   
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10.

PWC UND LUXLEAKS

 

"Verheerend ist gar kein Ausdruck für das Desaster, vor dem PwC steht!" - so las man es in der renommierten Süddeutschen Zeitung (SZ).

Hunderte geheime Steuervorbescheide, die PwC für seine Kunden angefertigt hat, gelangten in die Hände von mehr als 80 Journalisten (ICIJ) auf der ganzen Welt (LuxLeaks). Mehr noch: Über 500 dieser Dokumente lassen sich im Internet heute von jedermann nachlesen.

Die Steuerminimierung von multinationalen Unternehmen gehört für PwC zum Tagesgeschäft. Hierbei ist Verschwiegenheit die Geschäftsgrundlage. Die Big4 haben ein weltumspannendes Netz aufgebaut, in dem sie ihre Kunden mit komplizierten Konstrukten versorgen, mit denen sich bestehende Gesetze so ausnutzen lassen, dass man am Ende zig Milliarden Steuern sparen. Es ist ein hoch spezialisiertes Wissen, stets optimiert und an Gesetzesänderungen angepasst, in hausinternen Schulungen weitergegeben und kreativ erweitert.

In Luxemburg hat PwC gerade im "Crystal Park" eine neue exklusive Firmenzentrale hinstellen lassen. Das zahlt man offensichtlich aus der Portokasse.

Ein besonders harter Kritiker der Wirtschaftsprüfer ist Prem Sikka, Professor für Wirtschaftsprüfung (London). Er hält das Tun der Big4 sogar für gefährlich und nennt sie nur die "Nadelstreifenmafia". Ihre Arbeit führe dazu, "dass normale Menschen höhere Steuern zahlen müssen, weil ihre Steuervermeidungsschemata große Konzerne und reiche Menschen entlasten". Die Prüfer sind in seinen Augen "eine Gefahr für die Gesellschaft".

In millionenschweren Imagekampagnen werben IDW und die WPK um qualifizierte Talente. In Flyern wird gefragt: Wissen Sie eigentlich, was ein Wirtschaftsprüfer macht? - Jetzt wissen die jungen Talente jedenfalls wieder mehr!

   
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11.

LUXLEAKS - ES WURDE NOCH SCHLIMMER!

 

Wenn Sie jetzt glauben, dass PwC aus der LuxLeaks-Affäre etwas gelernt hätte und man seither nicht mehr beim "aggressiven Steuerdumping" internationaler Konzerne mitwirken würde, dann liegen Sie falsch!

Geheimansprachen mit den Finanzbehörden, die in "tax rulings" dokumentiert werden und bedeuten, dass man nur einen minimalen Bruchteil der offiziellen Steuern zahlt, sind weiter auf dem Vormarsch! In Luxemburg werden und wurden so aus 29% Körperschaftsteuer schnell einmal 0,005% Steuerquote infolge Absprache - eingefädelt durch PwC!

Fragen Sie bitte auch nicht, warum Sie in deutschen Medien hierüber kaum etwas nachlesen können!?

Und jetzt der Knaller:

Im Dezember 2016 veröffentlichte das Netzwerk Eurodat die offiziellen Zahlen:

Im Luxemburg hat die Zahl der Steuerdeals von 2013 bis 2015 von 113 auf 519, d.h. um 360% zugenommen.

Nach Recherchen des Netzwerks gibt es auch in Deutschland 25 "Steuerdeals", d.h. geheime Absprachen über exorbitant niedrige Steuersätze internationaler Konzerne mit den Steuerbehörden.

Also: Es wurde alles nur noch schlimmer!

Offensichtlich gehört dies zum System. Sie müssen sich nur den Big4 anvertrauen und die richtige wirtschaftliche Potenz vorweisen - und schon fädeln PwC & Co. einen Deal ein, wobei die Politik regelmäßig mitmacht!?

Na, das wird doch die Intensiv-Krankenschwester, Niedriglöhner und auch Normalverdiener riesig freuen - oder?

   
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12.

PANAMA PAPERS - WIE GEHT ES WEITER?

 

Sie erinnern sich noch: Es geschah am 03.04.2016 - Die PANAMA PAPERS erschütterten vor ziemlich genau zehn Monaten die Welt!

Die Kanzlei MOSSACK FONSECA stand im Mittelpunkt der Panama-Papers-Enthüllungen. Seither weiß die ganze Welt, für welche Schurken der panamaische Dienstleister Briefkastenfirmen gegründet und unterhalten hat. Nur vier Tage nach den ersten Schlagzeilen schloss die Kanzlei in El Salvador.

In mindestens 79 Ländern wurden Ermittlungen gegen die Kanzlei oder ihre Kunden eingeleitet, Untersuchungsausschüsse wurden eingesetzt oder Verdächtige festgenommen.

Auf vier Kontinenten haben Fahnder mittlerweile Büros und Wohnungen durchsucht. Regierungsangehörige in drei Ländern sind zurückgetreten, darunter der isländische Premierminister und der spanische Energieminister. In Argentinien läuft eine Untersuchung gegen Präsident Mauricio Macri. Und in Pakistan hat der Oberste Gerichtshof angekündigt, die Panama-Papers-Verwicklungen der Familie von Premierminister Nawaz Sharif untersuchen zu lassen. In Brüssel versucht indes ein Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments, das Treiben von Mossack Fonseca zu beleuchten.

In Deutschland hat eine Sondereinheit der NRW-Finanzverwaltung die im Internet veröffentlichten Daten zu den Panama Papers zentral ausgewertet und anderen Bundesländern Informationen zu knapp 400 Offshore-Firmen zur Verfügung gestellt, die von Mossack Fonseca gegründet oder verwaltet wurden.

Eine wichtige Rolle im Geschäft mit den Briefkastenfirmen spielen Banken. Darunter auch 28 deutsche Banken. Bislang hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin 14 Banken nach möglichen  Geschäftsbeziehungen zu Mossack Fonseca befragt. Sie wurden aufgefordert, alle Unterlagen in diesem Zusammenhang an die Bafin zu senden. Aufgrund der Größe - die Geldhäuser schickten jeweils bis zu 161 Gigabyte an Daten - will die BaFin nach eigenen Angaben für die Auswertung "externe Hilfe in Anspruch nehmen" (Meldung wpwatch 18.12.2016).

In Panama selbst laufen seit April 2017 Ermittlungen gegen Mossack Fonseca. Die Büros der Firma wurden schon zweimal durchsucht. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein sollen, ist derzeit in Panama nicht zu erfahren. Nur so viel: Man habe sich seit April mit Ermittlern und Diplomaten aus neun Ländern getroffen, um diese bei ihren eigenen Ermittlungen zu unterstützen. Das allein ist eine kleine Revolution. Denn früher, vor den Panama Papers, bekamen die Ermittler nicht einmal eine Antwort auf Briefe und E-Mails.

Und jetzt der Knaller:

Panama hat die Ermittlungen zu dem Finanzskandal ausgesetzt! Das Verfahren sei wegen einer Verfassungsbeschwerde auf Eis gelegt worden, sagte Generalstaatsanwältin Kenia Porcell. Das Oberste Gericht müsse nun entscheiden, ob die Ermittlungen fortgesetzt werden können. Die im Mittelpunkt der Affäre stehende Kanzlei Mossack Fonseca hatte argumentiert, die Enthüllungen beruhten auf gestohlenen Informationen und seien somit illegal.

Na, dann schauen wir doch einmal genau hin, ob es hier mal weitergeht.

Vielleicht ist auch der politische Druck weltweit so groß, dass alles (wieder einmal) im Sande verläuft und Banken, Big4 und die Politik ihr "Geschäft" ungestört fortführen können!?

   
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13.

DIE "HERRSCHENDE MEINUNG" (H.M.)

 

Sicherlich haben auch Sie schon einmal danach gefragt, wie "herrschende Meinung" im Wirtschaftlichen Prüfungswesen entsteht.

Soweit wir von sog. "Facharbeit des IDW" reden, steckt der Lobbyverein der Big4, d.h. der IDW e.V. dahinter. Gemäß § 2 seiner Satzung entwickelt er "einheitliche Grundsätze der Berufsausübung" und bedient sich dabei seiner Ausschüsse, insbesondere des HFA, dessen 22 Mitglieder vom Vorstand des IDW berufen werden (§ 12 III). Die Mitglieder des HFA unterliegen nach einem Grundsatzpapier vom 05.05.2015 einer Selbstbindung.

Schauen Sie sich doch einmal die aktuelle Besetzung des HFA an.

Soweit es jedoch um "herrschende Kommentar-Meinung" geht, greift man doch schnell zum Beck'schen Bilanzkommentar, NWB-Kommentar oder auch dem "Systematischen Praxiskommentar Bilanzrecht" aus dem Bundesanzeiger Verlag.

Haben Sie einmal gefragt, wer hinter diesen Kommentar-Meinungen steckt?

Na, dann schauen Sie doch einmal genauer hin:

Der Beck'sche Kommentar stammt aus dem Hause KPMG und PwC, ist also die gewünschte Meinung der Big4! Hier wird nicht unabhängig kommentiert! Rein zufällig ist auch das IDW neuerdings mit dem Beck Verlag aufs Engste verbandelt!

Der NWB Kommentar ist eine Mammut-Leistung der beiden Kollegen Hoffmann (unabhängig!) und Lüdenbach (BDO).

Sehr empfehlenswert ist der Praxiskommentar aus dem BAnz-Verlag. Er wird einerseits durch renommierte Hochschulprofessoren (u. a. Prof. Dr. Gerrit Brösel) sowie andererseits Partner bzw. Mitarbeiter der Kanzlei Kleeberg & Partner geschrieben.

Ich wollte einfach, dass Sie dies einmal erfahren. Vielleicht sieht man dann die "herrschende Meinung" doch mit etwas anderen Augen.

   
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14.

DIE "GOLDENEN PRÜFERHAKEN 2016" WURDEN VERLIEHEN

 

Die hochrangige Jury hatte es diesmal  bei der Verhängung des "Goldenen Prüferhakens 2016" besonders schwer.

Der "GOLDENE PRÜFERHAKEN 2016" wird von PR1MUS bekanntlich in mehreren Kategorien verliehen:

  1. KPMG erhält gleich zwei der begehrten Preise. Einerseits für die "Inventuraufnahme des Jahres." KPMG schaffte es 3,6 Tonnen Gold-Dummies der BWF-Stiftung (Berlin) aufzunehmen und mit rd. 55 Mio. € zu bewerten. Der tatsächliche Wert der mit Goldlack besprühten Messingbarren lag bei knapp 0,3 Mio. €. (vgl. auch wpwatch-Meldung vom 31.10.2016).

  2. KPMG erhält für die professionelle Durchführung des Verkaufsprozesses um den Flughafen Hahn ("Chinesisch für Anfänger") einen Sonderpreis. Letztlich sollte ein von der KPMG vorgeschlagene Facebook-Yuppie mit der gefälschten Bankgarantie für den Erwerb des Flughafens Hahn zum Zuge kommen. KPMG kassierte derweil für diese "Leistung" rd. 6 Mio. € Honorar!

  3. EY erhält einen GOLDENEN PRÜFERHAKEN für das "Beste Gutachten des Jahres 2016". Die außerordentliche Leistung im Hause EY bestand darin, dass man für 60 kg Nickeldraht (Marktwert ca. 30.000 €) einen Wert von 96.800.000 € feststellte. Der Fehler von 322.600 % lag knapp über der festgelegten Wesentlichkeit (IDW PS 250).

  4. EY muss sich diesen Preis jedoch mit den Kollegen von ETL Wirtschaftsprüfung teilen, die es aufgrund des EY-Gutachtens schafften, das Amtsgericht Essen im Rahmen einer Gründungsprüfung von der Werthaltigkeit des Nickeldrahts "zu überzeugen".

  5. Der "Fortbildungspreis 2016" für die besten Seminarveranstaltungen geht in diesem Jahr an das IDW. Wie wpwatch bereits am 19.01.2016 berichtete, reicht beim IDW ab 2016 das Anklicken eines Videos um eine Teilnahmebescheinigung als Fortbildungsnachweis zu erhalten. Dies erschien der Jury geradezu genial: "Einfach anklicken, anderen Tätigkeiten nachgehen und anschließend den Fortbildungsnachweis kassieren!!!" 

Hinweis zum Schluss: Mal schauen, wie lange KPMG braucht um festzustellen, dass es sich bei dem GOLDENEN PRÜFERHAKEN nur um einen Gold-Dummie handelt. Wir haben derweil bei EY ein gesiegeltes Gutachten beauftragt, welches belegt, dass sich der Goldwert eines jeden Prüferhakens auf 2,7 Mio. € beläuft.

In diesem Jahr hat sich die Jury mit überwältigender Mehrheit (132% der abgegebenen Stimmen) zur Verleihung eines EHRENPREISES entschlossen. Der Preis geht an Dr. h.c. Wolfgang Spindler, Ex-BFH-Präsident und langjähriger Vorsitzender der APAK, der den "Goldenen PR1MUS Prüferhaken" für sein Lebenswerk erhält.

Geehrt wird er insbesondere für seine im Auftrag der Big4 durchgeführte Marktbereinigung unter den § 319a-Prüfern, seine ausgeprägte Klagewut gegen Kritiker und sein Geschick, es durch Sitzungsgelder bei der WPK vom BAT-Pensionär zum "Ehrenamtler-Millionär" zu schaffen!

   
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15.

FORTBILDUNGEN BEI PR1MUS

 

Unser aktuell laufendes Halbtagesseminar "Aktuelles Prüfungswesen I/2017" beschäftigt sich mit dem neuen (uneingeschränktem) BSV (IDW EPS 400 n.F. (ISA 700) und dem IDW EPS 450 n.F. – Neuerungen im Prüfungsbericht. Außerdem schauen wir uns die neuen Anforderungen an die Qualitätssicherung in der WP-Praxis (IDW EQS 1), die Durchführung von Qualitätskontrollen (§ 57a WPO) und Prüferhonorare im Lichte der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (IDW RS HFA 36) an.

Weitere detaillierte Informationen (Termine, Tagesordnung, Preis) finden sie hier.

Die Seminarreihe Fachforum Prüfungswesen I/2017 im März/April beschäftigt sich mit Brennpunkten des Prüfungswesens 2016 /2107.

Ihre Unterlagen enthalten neben dem umfassendem Skriptum, wichtige 2016er Checklisten,  eine Synopse der neuen BS WP/vBP 2016 sowie des HGB alt/neu.

Vorschau:

Am 28. – 30. August 2017 findet auf vielfachen Wunsch ein Seminar zum Thema Konzernrechnungslegung nach HGB in Bergisch-Gladbach bei Köln statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Gerne können wir bereits jetzt Reservierungen vornehmen, detaillierte Informationen stellen wir Ihnen ab März zur Verfügung.

   
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16.

GRÜßE AUS KÖLN!

 

Ihnen allen wünsche ich weiterhin einen guten Start in die Woche und alles Gute!

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9
51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

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