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WP Watch

NR. 69 - SEPTEMBER 2016

 
1. Die McKinsey-Staatssekretärin und die Beraterverträge
2. Der "Verwaltungsrat" - das Schutzschild des IDW gegen Transparenz
3. Die vereidigte Wiesn-Wirtin
4. Toll Collect - und kein Ende!
5. Die weltweiten Milliarden-Klagen gegen PwC
6. Abschlussprüfer und PfQK im Vorstand der WPK
7. Milliarden-Geldwäsche bei der Deutschen Bank
8. "Den Sprung ins kalte Wasser überleben"
9. Literaturtipp
10. Fortbildung PR1MUS
11. Grüße aus Köln!
1.

DIE MCKINSEY-STAATSSEKRETÄRIN UND DIE BERATERVERTRÄGE

 

Im Newsletter August 2016 berichtete ich im Zusammenhang mit den geheimen McKinsey-Milliarden über die Omnipräsenz von altgedienten McKinsey in Wirtschaft, Politik und im Stiftungswesen. Die stärkste Waffe unserer Bundesverteidigungsministerin im Ministerium ist auch eine Ex-McKinsey-Beraterin: Katrin Suder (44), mittlerweile Staatssekretärin.

Verteidigungsministerin von der Leyen will Rüstungspannen der Bundeswehr wie beim A400M künftig verhindern. Für mehr als 200 Millionen Euro werden statt eigener Experten jetzt externe Berater von McKinsey und KPMG angeheuert.

Die Militärchefs der Bundeswehr hatten vor wenigen Wochen mal wieder schlechte Nachrichten für Ursula von der Leyen. Hinter verschlossenen Türen im Bundestag mussten neue Probleme beim Transportflieger A400M besprochen werde. Der Airbus-Flieger gilt als das Pannenprojekt schlechthin - seit Beginn wurde es immer teurer, bis heute stehen der Bundeswehr erst drei Maschinen zur Verfügung. Wann die anderen kommen, ist unklar.

Die Verteidigungsministerin möchte, dass sich solche Pannen in Zukunft nicht mehr wiederholen und kündigte deshalb ebenfalls im Verteidigungsausschuss eine wahre Berater-Invasion an.

Maßgeblich vorangetrieben wurde das kostspielige Engagement der Berater durch von der Leyens Staatssekretärin Katrin Suder. In einem Rahmenvertrag sollen für 208 Millionen Euro Tausende Stunden Arbeitsleistung von Beratungsagenturen (KPMG, McKinsey u.a.) vorab gekauft werden.

Offiziell bezeichnet die Bundeswehr das Millionenbudget als völlig normale Angelegenheit. "Die Erfahrung zeigt, dass bei großen, komplexen Rüstungsprojekten eine schnell verfügbare und passgenaue Fachexpertise notwendig ist", heißt es auf der Webseite der Truppe. In der freien Wirtschaft seien deswegen solche Rahmenverträge schon lange üblich, "zudem habe eine kürzlich erfolgte Wirtschaftsprüfung von KPMG die Nutzung von externem Sachverstand empfohlen." KPMG hatte bereits ab 2014 die laufenden Rüstungsprojekte für satte Millionenhonorare "durchleuchtet". Man nannte es "erster Schritt zur Neuordnung des Rüstungssektors."

In der Diktion von Staatssekretärin Suder, früher Partnerin beim Beratungsriesen McKinsey, klingt der Deal bestens. Im Ausschuss rechnete sie vor, dass die 208 Millionen Euro Honorare ja nur zu vernachlässigende 0,2 Prozent des Rüstungsbudgets darstellten.

Tatsächlich aber bedeutet von der Leyens Maßnahme eine kleine Revolution in ihrem Ressort. Bisher war für die Prüfung der Rüstungsprojekte eine eigene Mammutbehörde innerhalb der Bundeswehr zuständig: Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit Sitz in Koblenz. 5000 Mitarbeiter beschäftigen sich dort ausschließlich mit dem Beschaffungswesen der Truppe. Genau diese Abteilung will von der Leyen offenbar entmachten. In Zukunft werden die hauseigenen Experten von den externen Beratern schlicht übergangen.

Das Geschmäckle bleibt, dass Beraterfirmen (KPMG, McKinsey & Co.) mit einem gigantischen Netzwerk von Leuten bis in die höchsten Kreise der Politik Einfluss nehmen.

Suter war zuletzt Chefin des Berliner Büros von McKinsey, unterstützt das hauseigene Netzwerk "Glam - Gays & Lesbians at McKinsey", lebt mit ihrer Partnerin und ihren zwei Töchtern in Berlin. Beim BMV verdient sie B11 (etwa 165.000 € brutto) - bei McKinsey soll sie deutlich mehr als eine Million € p.a. verdient haben.

   
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2.

DER "VERWALTUNGSRAT" - DAS SCHUTZSCHILD DES IDW GEGEN TRANSPARENZ

 

Die Verbindlichkeit der "Facharbeit" der IDW e.V. im Rahmen der Berufsausübung wurde von wpwatch bereits des Öfteren thematisiert. Es geht um einen möglichen normativen Charakter von Verlautbarungen des "Lobbyvereins der Big4".

In Rede steht auch ein "Unterlaufen" der mittlerweile seit Jahren europaweit angewendeten ISA durch das IDW und damit die Rettung des "IDW-Geschäftsmodells".

Auf seiner Website gibt das IDW an, dass 83 % der Berufsträger/innen freiwillig Mitglied seien.

Stellt sich nur die Frage, ob man nicht seinerzeit im Rahmen der Bestellung zur Mitgliedschaft "überredet" wurde.

Der Vorstand des IDW (und damit Prof. Naumann) bestimmt, wer in den Fachausschüssen des IDW sitzt und somit die "Berufsüblichkeit" für den gesamten Berufsstand ausrufen kann.

Über die Finanzen des IDW wird lediglich in "Tätigkeitsberichten" mitgeteilt, dass der Jahresabschluss vom "Verwaltungsrat" genehmigt wurde. Dort sitzen 51 ehrenamtlich tätige Kollegen/innen.

Von ehemaligen Verwaltungsratsmitgliedern wird wpwatch nun zugetragen, dass auch diesen zur Genehmigung nie ein vollständiger Jahresabschluss vorgelegt wurde, sondern nur "Auszüge erläutert und in Minutenschnelle durchgewinkt wurden!?"

Es ist schon ein starkes Stück, dass man freiberuflich tätigen Vereinsmitgliedern ("Zahlenmenschen") noch nicht einmal einen vollständigen Jahresabschluss vorlegt.

Wenn man einmal die Mängel in den Jahresabschlüssen der WPK anschaut (Spartenfehlbetrag, exorbitante Vergütungen für Ehrenamtler, Vermögensbildung in der Kammer etc.), so könnte man vermuten, dass auch beim IDW e.V. vielleicht eine "kreative Bilanzierung" gepflegt wird.

Millionen-Mitgliedsbeiträge der Big4 (so Prof. Dr. Hansrudi Lenz), Imagekampagnen bei denen Millionenbeträge "versenkt" werden und auch das erkennbare Ringen um das millionenschwere Geschäftsmodell lassen nichts Gutes ahnen.

Den Vorständen und Ehrenamtlern im Verwaltungsrat (vielleicht "Mitläufer") sollte gegenwärtig sein, dass wir mittlerweile im Zeitalter der Transparenz angekommen sind und immer weniger Beitragszahler bereit sind, diese Umstände hinzunehmen.

   
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3.

DIE VEREIDIGTE WIESN-WIRTIN

 

Als langjährige(r) Leser(in) meines Newsletters wissen Sie, dass ich hin und wieder über "besondere Kollegen/innen" berichte - seien es Hoteliers, Milliardäre, Landwirte oder Spielsüchtige. Das Leben ist halt bunt!

Hier eine weitere markante Persönlichkeit unseres Berufsstandes - eine Wiesnwirtin:

Die Spannung steigt und es werden Millionen Besucher aus aller Welt erwartet:

Morgen startet das alljährliche Oktoberfest in München.

Die Wiesn sind ein MUSS für Geschäftspartner, Mandanten und Kanzleien! Gefeiert wird ausgiebig und gepflegt, an vorreservierten Tischen in den riesigen Bierzelten.

Mit dabei - wie jedes Jahr - ist auch diesmal das "Käfer's-Zelt" - wie Insider sagen: Die berühmteste Alm der Stadt. Für die Käfers ist es heuer schon die 45. Wiesn.

Für die Ex-PwC-Mitarbeiterin RA WP StB Clarissa Käfer (* 1969), die Ehefrau des Großgastronomen und Alleingesellschafters Michael Käfer, ist es ebenfalls ein Jubiläum: "Denn seit Ihrer Hochzeit 2007 mischt die gelernte Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin nun schon zum zehnten Mal als Wirtin mit!"

Dem Münchner Merkur sagte die zweifache Mutter vor wenigen Tagen, dass sie sich "früher den Zahlen verbunden fühlte, jedoch heute mit Leib und Seele Wirtin ist!" - Na, klarer kann man es doch nicht sagen, was man vom Wirtschaftlichen Prüfungswesen und der Freiberuflichkeit heutzutage hält.

Clarissa Käfer gibt im Interview zu Protokoll, dass sie die kaufmännische Geschäftsführung der Käfer-Gruppe inne habe und "Personal und Finanzen verantwortet."

Der Einfachheit wegen sind die der WPK unter der Registernummer 122188800 gemeldete Kanzleianschrift, Telefonnummer und Email-Adresse identisch mit der der "Käfer GmbH & Co. Verwaltungs- und Beteiligungs KG" (Holding der Käfer Gruppe) im Ortsteil Parsdorf in der Gemeinde Vaterstetten bei München.

Auch in den sozialen Medien (z.B. Xing) und ihrem Lebenslauf gibt sich Clarissa Käfer gerne als "Geschäftsführerin Käfer Gruppe München".

Zunächst sei Clarissa Käfer - auch im Namen vieler unserer Seminarbesucher (Kollegen/innen) - Dank gesagt, für das leckere Catering an diversen Seminarorten, welches wir immer wieder gerne bei Käfers ordern!

Trotzdem muss ich hier auch einmal die berufsrechtliche Problematik bezüglich der "vereinbaren Tätigkeiten" (§ 43 II WPO), der Fortbildung und der organisatorischen Einheit einer eingerichteten Kanzlei ansprechen.

Vielleicht gibt es in der Käfer's-Alm ja auch einen Fortbildungs-Stammtisch für Kollegen/innen oder freien Eintritt für Berufsaufseher aus Berlin und PwC-Partner?

In jedem Falle wünsche ich der Kollegin eine schöne und erfolgreiche Wiesn 2016 und ein klares  "Vergelt´s Gott!"

   
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4.

TOLL COLLECT - UND KEIN ENDE!

 

Der LKW-Mautbetreiber Toll Collect bekommt einen lukrativen Folgeauftrag der Bundesregierung. Das Konsortium um Telekom und Daimler soll dafür sorgen, dass auf weiteren 40.000 Kilometern Bundesstraßen Maut erhoben werden kann, und für die Auftragsdurchführung 503 Millionen Euro erhalten.

Zur Erinnerung: Toll Collect - da war doch was!

Vor wenigen Wochen hieß es in der Presse: "Das milliardenschwere Schiedsverfahren gegen Toll Collect endet nicht vor Ende 2017 - und wird sich dann über mehr als zwölf Jahre hingezogen haben".

Dabei hat es den Steuerzahler schon jetzt mehr als 136 Millionen Euro gekostet. Dies sind alleine die Honorare der involvierten Anwälte von Freshfields & Co.

Mindestens zwei weitere Jahre werden sich der Bund und das Maut-Unternehmen Toll Collect vor einem privaten Schiedsgericht um mehr als sieben Milliarden Euro streiten, die das Verkehrsministerium verlangt.

Begonnen hatte der Streit, weil Daimler und Telekom als Betreiber von Toll Collect ihr Maut-System nach technischen Schwierigkeiten erst 2006 mit mehr als 2,5 Jahren Verspätung vollständig starten konnten.

Doch der Betreibervertrag zwischen Bund und Toll Collect legt fest, dass alle Streitigkeiten nicht vor einem normalen Gericht ausgetragen werden, sondern vor einem privaten Schiedsgericht. Das Schiedsverfahren entwickelte sich für den Bund jedoch zum Alptraum:

  • "Die Toll-Collect-Anwälte arbeiteten mit allen Verfahrenstricks bis hin zu Befangenheitserklärungen, um es in die Länge zu ziehen. Gutachter wurden berufen, angezweifelt und ausgetauscht, Deals eingefädelt und abgesagt, sogar der Vorsitzende Richter musste nach acht Jahren wechseln, ein Neuling musste sich in die Materie einarbeiten."

So bestätigt der Prozess alle Befürchtungen, die Kritiker solcher privaten Schiedsgerichte hegen.

  • „Das Schiedsverfahren beweist, wie effektiv diese Form außergerichtlicher Streitschlichtung wirklich ist, wenn der Staat Ansprüche gegenüber Konzernen durchsetzen will. Sie sind wirkungslos! Es ist eine Farce, dass der Staat zu nichtstaatlichen Verfahren greift.“

Auch auf das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA (TTIP) wirft der Fall ein schlechtes Licht: TTIP soll US-Firmen ermöglichen, gegen Staaten nicht vor nationalen, sondern vor privaten Schiedsgerichten zu klagen. So könnten höhere Instanzen Urteile schwerer prüfen und die Verfahren seien intransparent und langwierig, fürchten Kritiker.

Zusammenfassung:

Daimler und TELEKOM ("Ikonen der Deutschen Wirtschaftsgeschichte") erhalten trotz Milliarden-Streitigkeiten einen lukrativen Folgeauftrag und seit über 10 Jahren wird "geheim" verhandelt. Einsehbare Akten ("Transparenz") gibt es nicht!

Frage an die Wirtschaftsprüfer von KPMG und PwC: Wo sind eigentlich die Milliarden-Rückstellungen in den Jahres- und Konzernabschlüssen von Daimler und TELEKOM?

Wann schreiten die DPR und die APAS hier endlich ein?

   
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5.

DIE WELTWEITEN MILLIARDEN-KLAGEN GEGEN PWC

 

Beobachtet man die britische und amerikanische Presse mit ihrer Berichterstattung über die Big4, so könnte man annehmen, dass die deutsche Presse "weich gespült" sei!

Es ist schon die Ausnahme, dass in Deutschland über "Bilanzskandale" und "Fehlleistungen" der Big4 ausführlich berichtet wird. Georg Giersberg (FAZ), Julia Schmitt (finance magazin), Handelsblatt, manager magazin & Co. veröffentlichen vielmehr gerne Interviews mit den CEO der Big4, die lieber über die Gefahren der Cyber-Kriminalität philosophieren und dem Mittelstand "Vollprüfungen" durch ihre Datenanalysten verkaufen wollen.

Es dürfte deswegen in Deutschland kaum bekannt sein, dass die Big4 weltweit mit Milliardenklagen zu kämpfen haben, was im Ernstfall sogar existenzbedrohend werden könnte - allen voran für PwC in den USA.

In den USA kämpft PwC gleich an drei Fronten:

  • Taylor Bean & Whitaker Mortgage Corp. (Florida) - 5,5 Mrd. USD

    In diesem Falle wird PwC momentan vom Insolvenzverwalter des ehemals 12.-größten US-Hypothekenverleihers wegen nicht festgestellter Betrügereien in der Finanzmarktkrise auf 5,5 Mrd. USD Schadenersatz verklagt.

    Wie wpwatch bereits am 09.09.2016 berichtete soll es hier bereits eine "geheime Einigung" geben.

  • Colonial and Federal Deposit Insurance Corp. (Alabama) - 1 Mrd. USD

    Ab Februar 2017 wird gegen PwC vor Gericht wegen des Konkurses dieser Gesellschaft im Jahre 2009 verhandelt. Der Insolvenzverwalter verklagt PwC auf 1 Mrd. USD Schadenersatz.

  • MF Global (Manhattan) - 1 Mrd. USD

    Hier geht es um den Bankrott der Broker-Firma MF Global im Oktober 2011 und ebenfalls eine Schadenersatzklage des Insolvenzverwalters in Höhe von 1 Mrd. USD wegen "beruflichem Fehlverhalten und Missbrauch".

Es wird bereits offen über den "worst case" spekuliert, nämlich über den Fall, dass PwC diese Klagen über insgesamt 7,5 Mrd. USD "nicht überleben" sollte.

In Brasilien ist eine weitere Klage gegen PwC anhängig, wo es um milliardenschwere Bestechung und Korruption bei der staatlichen Ölfirma PETROBAS geht. Diese Klage kann auch in den USA noch eingereicht werden. Kläger ist u.a. die Bill Gates Foundation.

Bisher haben die Big4 bei solchen Auseinandersetzungen immer Vergleiche angestrebt, da ein katastrophales Gerichtsurteil für sie existenzbedrohend sein kann. Außerdem möchte man erreichen, dass die Öffentlichkeit von diesen Gerichtsverfahren möglichst nichts mitbekommt. Ebenso möchte man sich die Möglichkeit zur Festsetzung von Zahlungsmodalitäten im Verhandlungswege vorbehalten und die "eigenen Bücher" nicht offenlegen.

   
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6.

ABSCHLUSSPRÜFER UND PFQK IM VORSTAND DER WPK

 

Die skandalöse Besetzung von Vorstand und Ausschüssen der WPK im September 2014 und damit die Ausschaltung des Demokratieprinzips hat weitreichende Folgen für den Berufsstand.

Die Big4 und deren Mitläufer bestimmen (in Geheimabsprachen mit dem BMWi) uneingeschränkt die Berufspolitik, der Beirat (24:20 Stimmen) wird nach Belieben instrumentalisiert und Satzungen (BS WP/vBP, SfQK) werden "durchgewinkt". Demnächst wird der (skandalöse) Jahresabschluss 2015 (verspätet) festgestellt und der gefällige Abschlussprüfer der WPK wiedergewählt.

Na, dann ist die Welt doch in Ordnung! Warum eigentlich noch aufregen?

Schaut man sich die im (neuen) Berufsregister mittlerweile eingetragenen Qualifikationen unserer Vorstandsmitglieder einmal genauer an, so ergibt sich folgendes Bild:

  • von den 13 Vorstandsmitgliedern sind lediglich 3 als Abschlussprüfer eingetragen,
  • 8 von 13 Mitgliedern sind zwar (noch) PfQK. 6 Mitglieder werden diese Qualifikation jedoch bald abgeben dürfen, da sie nicht mehr als Abschlussprüfer registriert sind.

Präsident Ziegler und Vize-Präsident Dr. Gelhausen sind nicht als Abschlussprüfer zugelassen.

Dr. Gelhausen steht jedoch gleichzeitig der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA) vor und wirkt entscheidend in Berufsaufsichts- und Berufsgerichtsverfahren mit.

   
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7.

MILLIARDEN-GELDWÄSCHE BEI DER DEUTSCHEN BANK

 

Die Deutsche Bank erlebt momentan die größte Krise ihrer Geschichte: bandenmäßige Kriminalität von Teilen des Management, Steuerbetrug, Kursmanipulationen, Kurssturz, Glaubwürdigkeitskrise und die Missachtung jeglicher ethischen Grundsätze beherrschen die Berichterstattung.

Schlimmer kann es kaum kommen! Mittlerweile sprechen Insider gar davon, dass der Bank jegliches Geschäftsmodell abhanden gekommen sei und man auch keine Mission mehr habe.

Für die noch ausstehenden zahlreichen noch schwelenden Justizskandale hat man 5,4 Mrd. Euro zurückgestellt. Dies dürfte jedoch - wie auch in Vorjahren - nicht ausreichen.

Wie jetzt bekannt wurde, haben die US-Behörden ihre umfangreichen Ermittlungen über  Geldwäschevorwürfe in Russland und Umgehung von verhängten Embargos beendet.

Demnach wurden zwischen 2011 und 2015 sog. Spiegelgeschäfte ("mirror trading") von den Deutsche Bank Niederlassungen in Moskau und London für einen russischen Wertpapierhändler durchgeführt, was im Ergebnis bedeutete, dass Geldwäsche im Umfang von rd. 10 Mrd. USD  durchgeführt wurde.

Grundsätzlich verlief die Geldwäsche relativ simpel, wie die seriöse Zeitschrift der "New Yorker" nachzeichnet:

Zwischen Herbst 2011 und dem Frühjahr 2015 rief der Wertpapierhändler Igor Volkow praktisch täglich in der Deutschen Bank Moskau an und bat jeweils um zwei parallele Transaktionen für zwei Firmen, die er repräsentierte, jeweils im Wert von etwa 10 Millionen Dollar: Mit der ersten Transaktion sollte die Deutsche Bank in russischen Rubeln für die eine Firma Aktien eines russischen Konzerns kaufen, etwa Lukoil. Genau diese Aktien in genau derselben Größenordnung sollte die Deutsche Bank praktisch zeitgleich in London für die andere Firma - meist mit Sitz in einem Steuerparadies - verkaufen - dafür dann aber Euro, britisches Pfund oder Dollar bekommen.

Der Clou: Die beiden Firmen, für die Volkow den Mittelsmann gab, gehörten denselben Personen. Am Ende hatten Volkows Hintermänner jeweils Geld aus Russland in Sicherheit gebracht.

Erst vor zwei Jahren hatte die französische Großbank BNP Paribas für ähnliche Geldwäschegeschäfte mit dem Iran 9 Mrd. USD Geldstrafe an die amerikanischen Behörden bezahlt.

Nach Einschätzung von Experten werden die amerikanischen Behörden auch der Deutschen Bank eine Milliardenstrafe abverlangen.

Die Deutsche Bank hat bis heute hierfür nur unzureichende Rückstellungen gebildet.

KPMG hat alle Jahres- und Konzernabschlüsse der vergangenen Jahre immer uneingeschränkt testiert!?

   
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8.

"DEN SPRUNG INS KALTE WASSER ÜBERLEBEN"

 

Die Zeiten werden härter! Der Berufsnachwuchs muss unbedingt darauf vorbereitet werden!

Für Berufseinsteiger ist der Eintritt in den Beruf ein "Überlebenskampf"! So liest es sich im neuen Seminarprogramm von IDW und Dr. Farr.

Die Seminarreihe der IDW-Akademie wurden deshalb um eine "Praxisseminar für Berufseinsteiger" mit dem vielsagenden Titel - "Den Sprung ins kalte Wasser überleben!" - erweitert.

In dem Eintages-Seminar geht es u.a. um so spannende Themen wie:

  • Der Mitarbeiter als Botschafter seiner Gesellschaft und
  • Ich und das Team - das Team und Ich.

Insider berichten gar darüber, dass auch eine mehrteilige Verfilmung dieses Überlebenskampfes mit Dr. Farr und Prof. Naumann in den Hauptrollen (zulasten der IDW-Mitgliedsbeiträge) geplant sei.

Aufgrund von Anfragen bei PR1MUS, ob wir dieses wichtige Thema auch aufgreifen werden, möchte ich nur soviel verraten, dass PR1MUS ein "WP-Dschungel-Camp" plant und hierzu bereits Anfragen an ausgewählte Vorstandsmitglieder der WPK verschickt wurden.

   
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9.

LITERATURTIPP

 

In den USA und in GB ist der Umgangston mit den Big4 und die Kritik an diesem Oligopol deutlich schärfer als in Deutschland.

In seinem Buch "Count Down: The Past, Present and Uncertain Future of the Big Four Accounting Firms" erklärt der Autor Jim Peterson die Zerbrechlichkeit der Big4 und die unmittelbare Bedrohung für ihr Überleben.

Er möchte eine Diskussion anregen, um den zweifelhaften Wert und die unsichere Zukunftsfähigkeit des Marktes und der Big4 aufzuzeigen und zu ändern.

ISBN-13: 978-1785605819.

   
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10.

FORTBILDUNG PR1MUS

 

Die nächsten Akademie-Veranstaltungen (2,5 Tage) finden im Oktober 2016 in Bad Boll und Köln statt, es gibt noch wenige freie Plätze!

Zielgruppe der PR1MUS Akademie sind qualifizierte Mitarbeiter kleiner und mittelgroßer Kanzleien.

  • Am ersten Tag stehen die Bilanzierung und Prüfung des Eigenkapitals, der latenten Steuern, der Pensionsrückstellungen sowie Besonderheiten der Prüfung eines Jahresabschlusses einer GmbH & Co. KG im Fokus.
  • Die Prüfung des Anhangs sowie des Lageberichts sind die Schwerpunkte am zweiten Tag.
  • Fragen zum Haftungsrecht des WP, zum Prüfungsbericht und die Prüfung der Ereignisse nach dem Abschlussstichtag sind u. a. Themen des dritten Tags.

Es werden den Teilnehmern zahlreiche Prüfungsprogramme und Checklisten zur Verfügung gestellt. Es wird aufgezeigt, wie damit in der Praxis unter Berücksichtigung von Effizienzaspekten die Prüfung durchgeführt werden sollte. 

Alle Termine und Informationen zur PR1MUS-Akademie finden Sie hier.

Im Fachforum Prüfungswesen II/2016 (Sept./Okt. 2016) werden die neuen Erstellungs- und Prüfungsberichte 2016 (nach BilRUG) thematisiert (s.Tagesordnung).

Hier werden zunächst anhand einer Fallstudie die BilRUG-Änderungen vorgestellt. Sie erhalten die Muster-Erstellungs- und Prüfungsberichte 2016 sowie den exklusiven Zugang zum Download-Center (www.primus-wissen.de).

   
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11.

GRÜßE AUS KÖLN!

 

 

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9
51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

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