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NR. 67 - JULI 2016

 
1. PR1MUS ist 10 Jahre jung!
2. Die Zukunft der Wirtschaftsprüfer
3. "Ultimate flexibility" - Einblicke in die neue PwC-Arbeitswelt
4. Holt die Vergangenheit SIEMENS ein?
5. Luxleaks - Gigantischer Sprengstoff für PwC!
6. Mr. Tepper zieht um
7. Die PwC-Strategie geht nicht auf!
8. Jubelstürme im 50. Stock
9. Hier kommt Curt - die Geschichte einer deutschen Vorzeige-Familie
10. Deutsche Bank - der Absturz eines Mythos
11. Am 1. August startet www.primus-wissen.de
12. Mehr Demut bitte!
13. Bald geht es auf´s Fahrrad!
1.

PR1MUS IST 10 JAHRE JUNG!

 

PR1MUS ist jetzt 10 Jahre jung! Wir sind damals im III. Quartal 2006 bundesweit gestartet.

Inzwischen habe ich 600 Veranstaltungen "Aktuelles Prüfungswesen" mit mehr als 80.000 Teilnehmern durchgeführt.

Vieles konnte bereits hinsichtlich der Fortbildung im wirtschaftsprüfenden Beruf und der Schaffung von Transparenz bewegt werden - es bleibt aber noch vieles zu tun!

Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir in den letzten 10 Jahren entgegengebracht wurde - herzlichen kollegialen Dank!

Freuen Sie sich auf die nächsten Jahre mit PR1MUS!

   
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2.

DIE ZUKUNFT DER WIRTSCHAFTSPRÜFER

 

Die Branche der Wirtschaftsprüfer wird momentan gehörig aufgemischt!

Welche Zukunftsszenarien erwarten führende Berufsvertreter? Dies wurde einigermaßen deutlich auf einer Veranstaltung der TOP Ten unserer Branche ("Wirtschaftsprüfer-Roundtable") anlässlich der Vorstellung der LÜNENDONK Liste 2016 in Frankfurt.

Prüfungsassistenten – das sind die typischen Einstiegsjobs bei den großen Kanzleien. Hunderte junger Menschen fangen nach ihrem Studium jährlich auf dieser niedrigen Stufe in der Karriereleiter an. Sie blicken in die Buchhaltungsunterlagen beim Mandaten, checken die Belege, prüfen die Steuererklärungen. Es sind die "einfachen Tätigkeiten", die schnell zur Routine werden.

Doch ob es diese Jobs in Zukunft überhaupt noch in dieser Form geben wird, ist fraglich. So prognostizieren es zumindest "Topmanager aus der Branche": „Unsere Personalstruktur wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren komplett verändern.“ „Die einfachen Tätigkeiten werden durch Maschinen ersetzt. Zugleich brauchen wir viel mehr hochqualifizierte Spezialisten in der Prüfung und Beratung.“

Die Wirtschaftsprüfer werden von der Digitalisierung erfasst. Es geht um die Vernetzung mit Kunden und neue Möglichkeiten zur Datenanalyse mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Das wird die ganze Branche aufmischen.

Die Prüfer erwarten eine Art digitalen Sturm in den nächsten Jahren: Intelligente Software zur Datenanalyse, komplett neue IT-Infrastruktur, innovative Digitaldienstleistungen – für all das müssen die Gesellschaften viel Geld investieren.

Neben der Prüfung setzen immer mehr Anbieter mit ihren Beratungstöchtern auf das Thema Datenanalyse und Datensicherheit. „Die Digitalisierung wird unser Produktportfolio bis zum Jahr 2020 komplett verändern“.

Investieren müssen die Gesellschaften auch ins Personal. Der Schwerpunkt lag bisher bei BWL- und Jura-Absolventen. Künftig wollen die Prüfungsgesellschaften verstärkt Techniker und IT-Spezialisten einstellen. Absehbar ist: Statt einfacher Prüfungsassistenten werden sie immer mehr Experten brauchen, die mit Hilfe der neuen Technologie tiefgehende Steuer- und Rechtsberatung abliefern können. Der Anteil der klassischen Abschlussprüfung am Gesamtumsatz der Branche geht tendenziell zurück.

Einig sind sich die "Topmanager" darin, dass sich ihre Branche weiter konzentrieren wird. „Vor allem die kleinen Prüfungsunternehmen werden es schwer haben. Ihnen fehle die Kraft für die Investitionen in die Digitaltechnik und die nötige internationale Expertise".

Na, dann wissen Sie ja jetzt Bescheid, was die "Topmanager der Branche" denken!

   
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3.

"ULTIMATE FLEXIBILITY" - EINBLICKE IN DIE NEUE PWC-ARBEITSWELT

 

In einem weltumspannenden, "multikompetenten" Unternehmen gibt es nun wirklich keinen Grund mehr, einen Unterschied zwischen dem Chef Bob und der Assistentin Ilona zu machen.

Da sind viele Kollegen dabei, die man inzwischen nicht mehr "Generation Y", sondern die "Millennials" nennt, also jene anspruchsvolle Generation der seit 1985 Geborenen, die zwar ähnliche Wünsche hat wie all die Generationen davor, aber diese erstmals durchsetzen kann - weil sie gut qualifiziert, knapp und nicht mehr ganz so loyal ist.

Die jungen Wilden also haben das bewirkt, was Heerscharen von Wirtschaftsprüfern vorher nicht geschafft haben.

"Bis zu 50 Prozent unseres Geschäfts werden sich in fünf Jahren grundlegend verändern, weil viele Computer die Arbeit übernehmen", schätzt Winkeljohann.

Da heißt es, sich für neue Geschäftsfelder zu öffnen. Und auf dieser Suche kommt auch PWC an der digitalen Welt nicht vorbei. Deshalb war man kürzlich ordentlich auf Einkaufstour, hat das IT-Beratungshaus Cundus gekauft und vor zwei Jahren Strategy& für 950 Mio.€.

Und dann gab der CEO von PwC einen kurzen Einblick in die künftige Arbeitswelt von Prüfern. Und jetzt bitte genau lesen:

Hinzu kommt das ganze Heer von Zeitarbeitern, die sich per Smartphone bewerben und mit Hilfe von Apps auf ihre Kompatibilität mit offenen PWC-Projekten überprüft, kurz: "gematched", werden. Innerhalb weniger Tage haben sich 4000 Leute auf solche befristeten Stellen beworben. "Ultimate flexibility" nennt man das.

Es klingt anstrengender, als es ist, behauptet Bob Moritz (world-CEO von PwC). "Es macht Spaß, wenn man sich darauf einstellt und auch willens ist, sich zu ändern."

Verstanden? - Na dann: Auf in die Zukunft!

   
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4.

HOLT DIE VERGANGENHEIT SIEMENS EIN?

 

Sie erinnern sich sicherlich noch an den größten Schmiergeldskandal, den die deutsche Wirtschaft je erlebt hat: Über Jahre hinweg hatten Hunderte Siemens-Manager ein weltweites Netz von geheimen Konten und Firmen betrieben, über das Beamte, Politiker oder Geschäftspartner bestochen und mehrere Milliarden Schmiergelder gezahlt wurden.

Im November 2006 flog das SIEMENS-Schmiergeldsystem auf und kostete Dutzende von Managern bei Siemens den Job. Amerikanische Anwälte arbeiteten jahrelang unter Mithilfe von Deloitte München an der Aufdeckung, was letztlich auch KPMG als Abschlussprüfer das Mandat kostete. Das Mandat wechselte für 50 Mio.€ Prüferhonorar seinerzeit an EY.

Eine der Schlüsselfiguren des Schmiergeldskandals war Hans-Joachim Kohlsdorf, 57, langjähriger Lateinamerika-Repräsentant (1997-2007) von SIEMENS. Auch er wurde seinerzeit von der Münchner Staatsanwaltschaft vernommen, die das Strafverfahren gegen ihn gegen eine Geldauflage in Höhe von 40.000 € einstellte. Die Strafverfolger äußerten sich gar löblich über Kohlsdorf und resümierten, dass er "ausschließlich in falsch verstandenem Unternehmensinteresse gehandelt" hatte und dabei behilflich war, dass die "vollständige Rückführung der noch vorhandenen Schwarzgeld-Millionen" ermöglicht werden konnte.

Sein Name taucht nun gleich mehrfach in den geleakten "Panama-Papers" der Kanzlei Mossack Fonseca auf, wo er offensichtlich bis in die jüngste Vergangenheit ein gern gesehener Kunde war. Dort wurde er unter falschem  Namen (Senor K.) geführt und unterhielt diverse Bankadressen auf den Bahamas, Andorra und in der Schweiz.

Recherchen ergaben jetzt, dass auf den diversen Konten Kohlsdorfs noch in 2013 - sechs Jahre nach seinem Ausscheiden bei SIEMENS - ausweislich der Panama Papers jeweils Guthaben in Millionenhöhe geführt wurden und daneben auch ein Goldkonto bei der Société Générale auf den Bahamas in Höhe von rd. 480 Mio. USD geführt wird.

Kohlsdorf gesteht heute zwar die Existenz der Geldkonten ein, will jedoch von dem Goldkonto nichts wissen. Just an dem Tag, als auf Kolhsdorfs Konto das Gold eingebucht wurde, wurde an der Londoner Goldbörse der Handel (gold price fixing) kurzfristig ausgesetzt, da man eine "Marktmanipulation" befürchtete. Die Transaktion führte zu einem kurzfristigen Absturz des Goldpreises um 10 USD innerhalb von 10 Sekunden.

Nun holt SIEMENS die Vergangenheit ein: Kohlsdorf hat wohl doch nicht alle "Schwarzgeld-Millionen" zurück geholt und damit die Staatsanwaltschaft belogen. Eines der größten Mysterien in den Panama Papers sind jedoch die rd. 480 Mio. USD in Gold.

Diese Zusammenhänge hatten damals offensichtlich weder die amerikanischen Staranwälte (500 Mio. € Honorar), noch Deloitte als Mithelfer (2008: Sonderhonorar 140 Mio. €) "auf dem Schirm".

SIEMENS wird nun von der Vergangenheit eingeholt und möchte davon eigentlich nichts mehr wissen.

Die Panama Papers werden sicherlich noch andere "interessante Geschichten" zutage fördern.

   
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5.

LUXLEAKS - GIGANTISCHER SPRENGSTOFF FÜR PWC!

 

Durch zwei frühere PwC-Mitarbeiter ist aufgeflogen, wie in Luxemburg die Steuer-Rulings tatsächlich zustande kamen. 

Das ist der noch größere Skandal als die Milliarden-Deals mit globalen Giga-Konzernen: die Art der Zusammenarbeit zwischen Steuerbehörde und PwC. 

Was der Ex-PwC-Mitarbeiter Raphaël Halet am 29.04.2016 vor Gericht ausgepackt hat und seither in den Gerichtsakten nachzulesen ist, ist gigantischer Sprengstoff!

In den Jahren 2010 bis 2014 sollen die PwC-Wirtschaftsprüfer in Luxemburg den Job der Finanzbehörden gemacht haben. Sie sollen die Archivierung von Dokumenten der Finanzverwaltung übernommen haben!

PwC soll sogar die Dokumente mit dem Briefkopf der Steuerverwaltung selbst erstellt haben.

Für die Steuer-Deals war seitens der luxemburgischen Finanzbehörden Marius Kohl verantwortlich. Aber der musste plötzlich - nachdem das "PwC-Steuermodell" so richtig gut lief -  so viele Steuerabkommen unterschreiben, dass er gar nicht mehr nachgekommen ist. Vor allem seine Sekretärin war völlig überlastet und kam mit der Verwaltung und Archivierung der Akten nicht mehr hinterher.

Daher ist PwC eingesprungen – und hat die kompletten Unterlagen ausgefertigt und die Daten auf einem USB-Stick jeweils übergeben. PwC war als Subunternehmer des Staates tätig - also eine Art Outsourcing hoheitlicher Aufgaben der Steuerverwaltung an eine Big4!

PwC bereitete also die Tax-Rulings incl. Festlegung des Steuersatzes vollständig vor. Für die Unterzeichnung der fertigen Bescheide für ca. 380 internationale Konzerne benötigte Kohl im Durchschnitt dann nur noch jeweils drei Minuten!

Das Schlimme: Es interessiert niemanden!

Momentane Reaktion in Luxemburg: Die Finanzverwaltung hält sich bedeckt und die Staatsanwaltschaft Luxemburgs sieht keinen Grund, Ermittlungen einzuleiten!

Drei Fragen hab ich noch:

  • Kennen Sie den Ethik-Kodex von PwC und das weltweite Geschwafel der Big4 mit den "Code of Ethics"?
  • Kennen Sie Dr. Gelhausen? - langjährigen Vorstand von PwC, heutiger Aufsichtsrat, Vize-Präsident der WPK und Vorsitzender der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA). Fragen Sie ihn doch einmal nach den weltweiten Geschäftspraktiken von PwC!
  • Wieviele Millionen Euro Honorar kann man eigentlich in Rechnung stellen, wenn man durch solche "Dienstleistungen" Mandanten wie IKEA, Pepsi, Amazon & Co. Hunderte Millionen Euro Steuern "gespart" hat?

Und zuletzt noch einmal die Erkenntnis:

Heutzutage ist nicht der Dieb der Täter, sondern der Überbringer schlechter Nachrichten!

   
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6.

MR. TEPPER ZIEHT UM

 

Der Hedgefonds-Milliardär David Tepper (USA), Chef des New Yorker Hedgefonds Appaloosa Management, zog von New Jersey nach Florida - und bringt damit den Fiskus von New Jersey in Not.

Der Kassenwart von New Jersey ließ kürzlich verkünden, dass der reichste Einwohner New Jerseys offenbar mitsamt seiner Firma in einen anderen Staat gezogen sei. Die Prognose der Steuereinnahmen New Jerseys sei daher plötzlich "mit einem ungewöhnlich hohen Risiko" behaftet.

Soweit ist es also bereits gekommen im modernen Turbokapitalismus. Ein einziger Superreicher ändert seinen Wohnsitz - und die Landeskasse gerät ins Wanken.

Tepper gehört seit Jahren zu den Big Playern seines Gewerbes. Schon 2009 stieg er mit einem Jahresgehalt von vier Mrd. USD zu den bestverdienenden Investmentgrößen weltweit auf. 2012 und 2013 war er mit Einkünften von 2,2 Mrd. sowie 3,5 Mrd. USD ebenfalls Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Lenkern.

Das US-Magazin "Forbes" führt Tepper derzeit mit 11,4 Mrd. USD auf Platz 85 der reichsten Menschen weltweit. Nach 20 Jahren vor den Toren New Yorks verlegte der Investmentprofi seinen Wohnsitz im vergangenen Dezember nach Florida. Kurz darauf holte er auch sein Unternehmen in den Süden der USA.

Es mag verschiedene Gründe für den Schritt gegeben haben. Eine Rolle dürfte aber auch die unterschiedliche Einkommensbesteuerung in beiden Staaten gespielt haben. In New Jersey zahlte Tepper auf seine Einkünfte einen Steuersatz von für US-Verhältnisse vergleichsweise hohen 8,9%, zusätzlich zu der US-weit geltenden Steuer von rund 40%. Angesichts der Milliardenverdienste Teppers musste er dem Staat also vermutlich in einzelnen Jahren dreistellige Millionenbeträge überweisen. Geld, das in New Jerseys Haushaltskasse künftig fehlen wird. Der persönliche Einkommensteuersatz im Sunshine State Florida beträgt exakt 0%.

Einzelne Big Player bekommen immer mehr Einfluss auf das Geschehen. Sie haben viel Macht, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Und ihr Wirken reicht über die Finanzmärkte hinaus weit in die Unternehmen und in den Rest der Gesellschaft hinein. Es entstehen gefährliche Abhängigkeiten ganzer Gesellschaften von einigen wenigen Superreichen.

Eine Frage hab ich noch: Wie weit verbiegt sich die Bundes-, Landes- oder Kommunalpolitik in Deutschland eigentlich vor den großen Steuerzahlern (oder -hinterziehern)?

   
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7.

DIE PWC-STRATEGIE GEHT NICHT AUF!

 

Das hatten sich die Strategen von PwC (Winkeljohann & Co.) wohl auch anders vorgestellt!

In 2015 erwirtschaftete PwC einen operativen Verlust in Höhe von 73 Mio. €. Also tritt man vehement auf die Kostenbremse und kündigt Kostenersparnisse von 100 Mio. € pro Jahr an.

50 Mio. € will man durch die Verlagerung der internen Verwaltung von Frankfurt (Tower 185) nach Düsseldorf erreichen, wo die Mieten erheblich günstiger sind und noch große Büroflächen frei sind. Betroffen davon sind 600 Beschäftigte, die wohl nicht alle mitziehen werden.

Durch die Schließung von sieben der dreißig Niederlassungen (Mainz, Freiburg, Siegen, Oldenburg, Karlsruhe, Mannheim, Dresden) sollen weitere 25 Mio. € eingespart werden. Die restlichen 25 Mio. € will man durch "Optimierung der Produktionsabläufe" reinholen.

All dies führt zu Unruhe und Unmut in der Belegschaft und in einzelnen Niederlassungen zu Auflösungserscheinungen! Nicht jeder Mitarbeiter ist bereit, einen Arbeitsplatzwechsel in die nächst größere PwC-Niederlassung über 100 km zu akzeptieren.

Als die Schließung der beiden badischen Niederlassung in Freiburg und Karlsruhe bekanntgegeben wurde, heuerte ein Teil der PwC-Mannschaft direkt bei Ebner Stolz an, die die Gelegenheit nutzten und "in die Bresche sprangen." Ebner Stolz eröffnete ein neues Büro in Karlsruhe und erfreut sich der qualifizierten Mitarbeiter. Fast das komplette PwC-Legal-Team wechselte zwischenzeitlich zu Ebner Stolz.

Auch in Heppenheim, wo die PwC-Außenstelle des Standorts Mannheim ist, ist es zu einem ähnlichen Szenario gekommen. Dort wechselte ein Partner im Bereich "Familienunternehmen und Mittelstand" bei PwC mit seinem kompletten Team zu Falk & Co..

Die Standortschließungen machen PwC offenbar mehr Schwierigkeiten als erwartet. Nun hat man entschieden, dass der Standort Dresden nun doch nicht komplett geschlossen wird. In Dresden, wo bisher 70 Mitarbeiter die  Mandanten betreut haben, sollen 24 Mitarbeiter ihre Arbeit behalten.

Übrigens der Tower 185 an der Frankfurter Friedrich-Ebert-Anlage, wo PwC fast alleiniger Mieter ist, steht jeweils zu einem Drittel im Eigentum des Versorgungswerks der Wirtschaftsprüfer, der Pensionskasse von PwC  und einem österreichischen Immobilienentwickler.

Eine Frage hab ich noch: Ist mit (teilweisem) Auszug von PwC als Hauptmieter die Altersversorgung durch das Versorgungswerk sicherer geworden?

   
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8.

JUBELSTÜRME IM 50. STOCK

 

Die BILD-Zeitung - meine regelmäßige Frühstückslektüre neben der WPg - nannte es "DEUTSCHLANDS HÖCHSTEN KONZERTGENUSS".

In der 50. Etage des Tower 185 (PwC-Tower) spielte am 09.05.2016 die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Leitung von Star-Dirigent Paavo Järvi (53) Werke von Mozart und Arvo Pärt.

PwC hatte 100 Gäste zum Konzert in luftiger Höhe eingeladen. Järvi nach dem Konzert: „Noch nie habe ich auf dieser Höhe dirigiert. Etwas ganz besonderes!“

Von der ersten Sekunde an waren alle Gäste im Bann der wunderbaren Mozart-Klänge und lauschten fasziniert.

Nach dem Konzert mischten sich Maestro und Musiker unter die Gäste. Anregende Gespräche mit großartigem Blick auf Frankfurt und die ganze Umgebung. 

Vielleicht war dies ja auch die letzte Gelegenheit für ein solch "aussichtsreiches" Schlusskonzert, da man ja in erheblichem Umfang momentan Teilflächen räumt.

   
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9.

HIER KOMMT CURT - DIE GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN VORZEIGE-FAMILIE

 

Die Geschichte ist schnell erzählt:

Curt Engelhorn (90) gehört zur Dynastie der Gründer der BASF und Boehringer. Er verlegte 1985 seinen Wohnsitz auf die Bermudas, brachte all seine Firmenanteile in eine Holding ein und leitete Boehringer Mannheim fortan von den Bermudas aus.

1997 verkaufte er für 19 Mrd. DM steuerfrei an Hoffmann-La Roche. Aktuell ist er auf Platz 188 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Am 08.10.2013 durchsuchte die Steuerfahndung die deutschen Geschäfts- und Privathäuser von Curt Engelhorn und seinen beiden in Deutschland lebenden jüngsten Töchtern Elisabeth und Carolin wegen Verdachts der Steuerhinterziehung in Höhe von 440 Mio.€. Hintergrund waren unversteuerte Schenkungen an die beiden Töchter (Gestüt in Oberbayern, eine halbe Karibikinsel, Villa mit großem Park am Starnberger See, Bargeld etc.).

Engelhorns renommierter Anwalt und Vermögensverwalter Prof. Dr. Reinhard Pöllath wanderte nach einer Hausdurchsuchung für neun Tage in Untersuchungshaft und wurde der Beihilfe zu Steuerhinterziehung beschuldigt.

Die Ermittlungen kamen übrigens ins Rollen durch den Ankauf einer CD mit Schweizer Bankdaten. Seit Jahren bereits lebt Curt Engelhorn mit seiner vierten Frau in Gstaad / Schweiz, da ihm die weiten Flugreisen auf die Bermudas doch langsam zusetzen.

Jetzt kommt das Finale:

Während die Augsburger Steuerfahnder eine Steuerforderung in Höhe von 440 Mio. € errechneten, "einigte" man sich Anfang 2016 in vier "tatsächlichen Verständigungen" auf Steuernachzahlungen in Höhe von 145 Mio. € mit dem Bayerischen Landesamt für Steuern. Die beiden Töchter mussten Strafbefehle von jeweils 210.000 € akzeptieren. Bedingung seitens der Familie Engelhorn für die Einigung war: Keiner geht ins Gefängnis!

Ach, Sie wollen noch ein Happy-End lesen:

Curt und Heidemarie Engelhorn unterhalten an der Heidelberger Universität den "Engelhorn Fonds", der dem "Heidelberg Center for American Studies" für die nächsten 10 Jahre jährlich 400 T€ zur Unterhaltung des "Engelhorn Palais" zur Verfügung stellt. Dafür erhielt Heidemarie in einer öffentlichen Prunkveranstaltung die Ehrung als "Ehrensenatorin der Universität".

Ist doch wirklich großzügig von den Engelhorns oder?

Anders gesagt: Hätte Curt seine (Schenkung-)Steuern ordnungsgemäß gezahlt, könnte die öffentliche Hand wahrscheinlich die komplette Heidelberger Uni abreißen und neu bauen!?

So ist das eben mit der Gier und der Kohle ....

   
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10.

DEUTSCHE BANK - DER ABSTURZ EINES MYTHOS

 

Die Deutsche Bank war einst das Symbol deutscher Wirtschaftsmacht. Sie wurde bewundert - oder gehasst. Heute ist das Geldhaus vielen Menschen nur noch gleichgültig.

Es ist noch nicht lange her, da verspürten Kunden und Aktionäre der Deutschen Bank so etwas wie Stolz. Das Geldhaus war das größte und eines der feinsten des Landes, in der Welt bekannt und geachtet, und wer an der Supermarktkasse seine Deutsche-Bank-Karte zückte, bildete sich gerne etwas darauf ein.

Damals hatte fast jeder eine Haltung zur Deutschen Bank: Entweder man hasste sie oder man bewunderte sie. Manchmal auch beides zusammen. Wenn der Vorstandschef Hilmar Kopper die offenen Forderungen von Handwerkern an den insolventen Bauunternehmer Jürgen Schneider als "Peanuts" abtat oder Josef Ackermann vollmundig ein Renditeziel von 25 Prozent verkündete, waren das ganz sicher Zeichen der Überheblichkeit - aber auch der Stärke.

Selbst mitten in der Finanzkrise, als sich der Abstieg dieses deutschen Mythos bereits andeutete, behauptete Ackermann noch, er würde sich schämen, jemals Hilfe vom Staat anzunehmen. Ein Aufregerthema für die ganze Nation.

Heute ist die Deutsche Bank vielen Menschen einfach nur egal. Wenn das einst mächtigste Unternehmen des Landes überhaupt noch irgendwelche Emotionen hervorruft, dann am ehesten Mitleid. Schon wieder ein Milliardenverlust? Oh je. Neuer Zoff im Aufsichtsrat? Ach Gott. Ansonsten ist da nicht mehr viel. Der neue Chef, John Cryan, könnte wahrscheinlich nackt durch deutsche Fußgängerzonen tanzen - keiner würde sich aufregen. Kaum jemand würde ihn überhaupt erkennen.

Nun muss man sagen, dass es gerade die schillernden Bosse und ihre eitlen Ambitionen waren, die die Bank dahin gebracht haben, wo sie heute ist: Mit ihren vielen Skandalen, vor allem im Investmentbanking, haben sie das einst so stolze Geldhaus heruntergewirtschaftet. Allein in den vergangenen vier Jahren musste die Bank 12,7 Mrd. € für Rechtsstreitigkeiten aufwenden. Und das Ende ist noch längst nicht erreicht.

Das Jahr 2015, über das die Hauptversammlung an diesem Donnerstag diskutiert, war wohl der bisherige Tiefpunkt in der 145-jährigen Geschichte der Bank.

Wie fragil das "Gebilde Deutsche Bank" heute ist, zeigten die jüngsten Reaktionen des Geld- und Kapitalmarktes auf den BREXIT.

   
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11.

AM 1. AUGUST STARTET WWW.PRIMUS-WISSEN.DE

 

Das Download-Center von PR1MUS erfreut sich großer Beliebtheit und wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Es enthält Checklisten, Musterberichte und Arbeitshilfen, die Ihnen die Berufsarbeit erleichtern sollen.

In den letzten Monaten wurde das Download-Center komplett überarbeitet und aktualisiert.

Es wird demnächst auf einer eigenen Homepage (www.primus-wissen.de) den PR1MUS-Seminarteilnehmern exklusiv und kostenlos zur Verfügung stehen. In einem passwortgeschützten Bereich kommen Sie zu den über 500 Dokumenten, die Sie als pdf- oder word-Datei herunterladen können.

   
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12.

MEHR DEMUT BITTE!

 

So wie Hochmut bekanntlich vor dem Fall kommt, so kommt Demut vor dem „Aufstieg“!

Demut ist die tiefe Erkenntnis, die von innerer Dankbarkeit, Freude und Freiheit begleitet ist, dass man ohne das Leben, das alles ist, nichts vermag. Mit der Lebenskraft aber alles, was gut ist, möglich ist!

Zu dieser Demut muss man wohl als Mensch, selbst wenn man sie schon erlebt hat, immer wieder finden.

Ich werde mehrere Male am Tag gefragt, wie es mir geht. Und wenn ich dann sage "wunderbar!", werde ich noch mal gefragt, ob ich das ernst meine. - Und ob ich das ernst meine!

Es gibt für mich weder Grund noch Recht zu meckern. Insbesondere in Anbetracht von Elend und Leid (Flüchtlingskrise, Kriege, Donald Trump etc.), wovon wir tagtäglich in unserer medialen Welt vereinnahmt werden.

Ich bin gesund. Ich bin frei. Ich werde geliebt. - Was will ich mehr?

Dankbar, bewusst und demütig zu leben kann glücklich machen.

   
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13.

BALD GEHT ES AUF´S FAHRRAD!

 

Nachdem die Vorbereitungen für die Herbst-Veranstaltungen schon fast abgeschlossen sind, steht noch einmal eine kreative (Bewegungs-)Pause auf dem Programm.

Es geht eine Woche lang mit Freunden auf dem Fahrrad längst der Mosel bis nach Koblenz.

Auch Ihnen wünsche ich eine gute Zeit und noch schöne Urlaubstage!

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9
51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

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