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WP Watch

NR. 66 - MAI 2016

 
1. Da ist er wieder!
2. Toll, dieses Toll-Collect!
3. Jedes Jahr die gleichen Umfragen mit denselben Ergebnissen
4. Das IDW als "fairer" Wettbewerber
5. Die Big4 ächzen unter ihren Pensionslasten
6. Millionen fürs Nichtstun
7. Cum-Ex-Betrügereien und die Big4
8. Das explosive PwC-"Gutachten"
9. Gutachtergau - KPMG-Wirtschaftsprüfer als Kulturbanausen!
10. PwC - an Scheinheiligkeit wohl kaum zu überbieten!
11. Abonnieren Sie kostenlos die wpwatch-News
12. NWB-App: Wer wird WP-Experte?
13. Seminarankündigungen
14. Grüße aus Köln!
1.

DA IST ER WIEDER!

 

Newsletter und wpwatch-Nachrichten sind mittlerweile im Berufsstand so gut etabliert, dass sich Anfragen in meinem Büro häufen, wenn ich einmal zwei Wochen keine Nachrichten schreibe oder der Newsletter noch ein paar Tage warten muss.

Schaut man sich die skandalöse Umsetzung der Abschlussprüferrichtlinie durch das APAReG, die eindeutigen  Verstöße gegen Verfassung und Europarecht und die Arroganz und Borniertheit unserer Kammervertreter einmal genauer an, so kann man schnell die "Schnauze S" voll haben und an der Rechtstaatlichkeit und der Gesinnung so mancher Kollegen/innen zweifeln.

Kumpanei von Gerichtsbarkeit, Politik und den Big4 wird zunehmend offenkundig. Handlangerdienste überbezahlter Geschäftsführer, die Ahnungslosigkeit einzelner Kammervertreter und die Geltungssucht von Mitläufern ("Herzig-Liste", vBPs, Hoffmann, Lorey, Lang etc.) lassen ernsthaft zweifeln, ob man in Berlin verstanden hat, "was die Stunde geschlagen hat".

Präsident Ziegler versäumt es nicht, mindestens fünfmal im (langweiligen) Livestream der WPK darauf hinzuweisen, dass die kleinen und mittelgroßen Kanzleien in Vorstand, Ausschüssen und im Beirat "eindeutig die Mehrheit" repräsentieren. Dr. Ellerich versäumt es nicht - "mit Blick auf die Uhr" - die Einigkeit im Berufsstand herbeizureden.

Die Big4, insbesondere Dr. Gelhausen, schauen sich das "Spiel" entspannt an und wissen, dass man sich im Zweifel auf die Politik "verlassen" kann.

In dieser Gemengelage braucht man schon mal eine Besinnungspause, um sich neu auszurichten, die Kumpanei zu durchschauen und die Naivität im Umgang mit Skandalen (der Big4) zu ertragen.

Doch eins verspreche ich: PR1MUS und wpwatch bleiben am Ball! Ich wünsche Ihnen viel "Lesespaß".

   
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2.

TOLL, DIESES TOLL-COLLECT!

 

Lange nichts mehr von Toll Collect gehört?

Ich meine hierbei nicht die aktuellen Pläne, dieses LKW-Maut-System auf alle Bundesstraßen auszuweiten, sondern den Skandal um die verspätete Einführung in 2005 und die Schadenersatzforderungen gegenüber den Betreibern TELEKOM und DAIMLER. Die Vergabe des Auftrags durch die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sollte seinerzeit eine neue Ära der Public Private Partnerships (PPP) einleiten.

Seit über 10 Jahren streitet der Bund mit den beiden Vorzeige-Konzernen im Rahmen eines "Schiedsverfahrens" über Vertragsstrafen und Schadenersatz von über 7 Mrd. € hinter verschlossenen Türen. Solche "privaten Schiedsgerichte" sind bei TTIP und CETA ebenfalls vorgesehen!

Die Konzerne hintertreiben das Verfahren seit Jahren bewusst und lehnen seit 2010 jeden Vergleich ab. Das Schiedsverfahren ist an Absurdität kaum zu überbieten. Hinter verschlossenen Türen entscheiden "private Gerichte" über Milliarden Steuergelder - ein Treppenwitz!

Für die Bundesregierung dürfte es eines der teuersten Verfahren aller Zeiten werden. Der Bund hat bereits 168 Mio. € für Anwälte und Gutachter ausgegeben. Zwischen September 2014 und Dezember 2015 wurden weitere Honorare in Höhe von 32 Mio. € fällig. Diese Kosten bleiben in jedem Falle am Steuerzahler "hängen".

Fragen Sie jetzt etwa noch nach den Milliarden-Rückstellungen in den Jahresabschlüssen der beiden Vorzeige-Konzerne der Deutschland-AG oder gar einer Risikoberichterstattung in den Lageberichten, so muss ich Sie leider enttäuschen. Die Kollegen/innen von KPMG und PwC testieren die Abschlüsse bereits seit Jahren ohne  Rückstellungen und Risikoberichterstattung - wie immer - uneingeschränkt. Fragen Sie jetzt bitte nicht, wie das geht!

Wie könnte eine Lösung dieses Rechtsstreites aussehen?

Im Zweifel wird's die politische Lobbyarbeit wohl richten. "Rambo Höttges" ruft im Bundeskanzleramt an und lässt ausrichten, dass es mit der beschleunigten Breitbandversorgung leider doch NICHTS werden wird, wenn man seitens des Bundes auf der Geltendmachung dieser (lächerlichen) Milliardenforderung bestehen wird. Kurz darauf lässt Zetsche dann ausrichten, dass auch die Elektromobilität "völlig neu gedacht" werden müsse!?

KPMG und PwC stehen hier übrigens als Berater sicherlich gerne zur Verfügung.

Und dann fängt man im Bundeskanzleramt an, über die nächsten Wahlen bzw. Wahlversprechen nachzudenken ...

Ende des "Märchens"? Na Sie wissen doch, dass gute Märchen immer ein "Happy End" haben. Fragt sich nur, für wen...

Zum Lesen empfohlen: Colin Crouch - Die verdummte Gesellschaft.

   
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3.

JEDES JAHR DIE GLEICHEN UMFRAGEN MIT DENSELBEN ERGEBNISSEN

 

In regelmäßigen Abständen lassen die Big4 "schreckliche Nachrichten" auf ihren Internetportalen und über die Presse verbreiten. Es geht um Wirtschaftskriminalität, Cyberkriminalität und weitere "schreckliche Dinge".

Die Quote derer, die davon betroffen sind, erreichen nach Mitteilungen der Big4 schwindelerregende Höhen und die Schäden kumulieren sich auf exorbitante Beträge.

Die Leser, Entscheidungsträger und Kontrollorgane der mittelständischen Wirtschaft werden regelmäßig in Angst und Schrecken versetzt und sollten jetzt doch endlich bei den Big4 anrufen und ein Beratungsmandat beauftragen!

Kürzlich war bspw. von PwC in der Presse zu lesen:

"Cybercrime wird ein immer größeres Problem für die Unternehmen. Das geht aus dem Bericht «Economic Crime Survey 2016» hervor, der von PwC veröffentlicht wurde. Für die Untersuchung wurden 6000 Unternehmer aus 115 Ländern befragt. PwC schreibt, dass 36 Prozent der Firmen in den vergangenen zwei Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffen waren...."

Wichtig ist in solchen Berichterstattungen auch immer wieder, dass man das Haftungsszenario für Entscheidungsträger drastisch ausmalt.

Diese "Angst-Rituale der Big4" werden regelmäßig gebetsmühlenhaft wiederholt und zeigen offensichtlich Erfolg. Denn ansonsten würde man diese "Akquise-Masche" nicht immer wieder versuchen!

Gut, dass wir die Big4 haben, die sich dann um verängstigte Vorstände und Aufsichtsräte kümmern.

   
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4.

DAS IDW ALS "FAIRER" WETTBEWERBER

 

Mit der Veröffentlichung des IDW Tätigkeitsberichtes 2014/2015 (S. 45) liegen die Zahlen auf dem Tisch.

Die von Dr. Farr in Kooperation mit der IDW Akademie durchgeführte Veranstaltungsreihe "WP-aktuell" hatte 2014 in insgesamt 57 Veranstaltungen in 18 Städten 3.443 Teilnehmer, während PR1MUS in 60 Veranstaltungen der Reihe "Aktuelles Prüfungswesen" in 15 Städten 6.280 Teilnehmer zählte.

Also hat PR1MUS 82,3% mehr Teilnehmer. Eine Kopie ist halt immer schlechter als das Original!

Das IDW sponsert die Farr-Seminare mit einem Preisnachlass in Höhe von 43%(!), während PR1MUS den wp-net-Mitgliedern einen Rabatt in Höhe von (nur) 15% gewährt. Übrigens: Nur jeder vierte Teilnehmer bei PR1MUS ist wp.net-Mitglied.

Die Rabattierung zeigt, dass das IDW alle (finanziellen) Mittel (und damit Mitgliedsbeiträge) einsetzt, um seine Teilnehmer im Verein zu halten. - Auch wenn diese von der Berufspolitik des IDW ("Herzig-Liste") maßlos enttäuscht sind.

Im Gesetzgebungsverfahren zum APAReG hat sich das IDW erneut als reiner Lobbyverein der Big4 geoutet.

   
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5.

DIE BIG4 ÄCHZEN UNTER IHREN PENSIONSLASTEN

 

Nicht nur Industrieunternehmen ächzen unter massiven Pensionsrückstellungen. Auch die Big4 müssen hohe Pensionslasten schultern.

Besonders hohe Pensionslasten muss PwC stemmen, insgesamt 1,7 Mrd.€, das ist mehr als der Deutschlandumsatz von 1,6 Mrd.€ in 2015. Rund 1,2 Mrd.€ hat PwC bereits ausfinanziert und an die PPG Partnerpensionsgesellschaft mbH und an die MPG Mitarbeiterpensionsgesellschaft mbH ausgelagert. Damit bleiben noch rund 500 Mio.€ an Pensionsrückstellungen in der Bilanz. Im Vorjahr waren es noch rund 380 Mio.€. Der Anstieg resultiert wie bei anderen Unternehmen auch vor allem aus der Absenkung des Rechnungszinses.

Die hohen Pensionsrückstellungen haben sich bei PwC auch auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) ausgewirkt: Lag es 2014 noch bei 17 Mio.€, hat sich 2015 ein operativer Verlust von 73 Mio. € angesammelt. Nur durch die  Aktivierung von latenten Steuern konnte das Jahresergebnis ins Positive auf rund 58 Mio.€ gedreht werden. PwC hat von dem Aktivierungswahlrecht erstmals seit Jahren Gebrauch gemacht.

Auch dem kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss von KPMG lassen sich hohe Pensionslasten in Höhe von rund 650 Mio.€ entnehmen. Das ist zwar deutlich weniger als bei PwC, aber verglichen mit dem Umsatz von 1,51 Mrd.€ ebenfalls eine beachtliche Summe. Im Gegensatz zu PwC hat KPMG aber fast alles ausfinanziert, lediglich 10 Millionen Euro bleiben als Rückstellungen in der Bilanz.

Auch bei KPMG resultieren die gestiegenen Rückstellungen unter anderem aus einem gesunkenen Rechnungszins. Dieser Effekt konnte allerdings dadurch überkompensiert werden, dass KPMG die Rentendynamik gesenkt hat: So geht die WP-Gesellschaft jetzt davon aus, dass die Renten nicht mehr um 2,1 Prozent, sondern nur noch um 1 Prozent wachsen werden.

Die hohen Pensionszusagen belasten PwC und KPMG in einer Phase, in der sie Vollgas geben müssen. Die Big4 kämpfen aktuell um die attraktivsten Dax-Mandate und müssen gleichzeitig den Wegfall jener Mandate kompensieren, die sie wegen der Rotationspflicht selbst abgeben müssen. Ärgster Konkurrent ist aktuell EY, der KPMG kürzlich von Platz Zwei in Deutschland gestoßen hat und auch PwC dicht auf den Fersen ist.
EY und Deloitte haben ihre Abschlüsse für 2015 noch nicht veröffentlicht, allerdings deuten auch schon die Abschlüsse von 2014 auf einige Belastungen hin. Bei Deloitte sieht das Pensionsrisiko mit Pensionszusagen von 76 Mio.€ bei einem Umsatz von rund 500 Mio.€ in 2014 noch verhältnismäßig gering aus.

Bei EY sieht die Lage anders aus: Die Pensionsrückstellungen sind mit über 700 Mio.€ im Jahr 2014 noch höher als jetzt schon bei PwC. Da EY 2014 noch mit einem höheren Rechnungszins gerechnet hat, dürften die Pensionsrückstellungen 2015 noch höher ausfallen.

Na, dann wünschen wir den Jung-Partnern der Big4 und dem dortigen Berufsnachwuchs noch viel Kraft und Durchhaltevermögen bei der Erarbeitung der millionenschweren Pensionen für Winkeljohann, Gelhausen & Co.!

Das wird sicherlich eine "ganz enge Kiste"!

   
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6.

MILLIONEN FÜRS NICHTSTUN

 

Im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal ist man besonders sensibilisiert, wenn es um die (Selbst-)Versorgung von VW-Vorständen und Aufsichtsräten geht. Hierbei meine ich nicht das unverständliche Festhalten an (veralteten) Boni-Zusagen trotz hunderttausendfachem Betrug an Verbrauchern und Täuschung von Umweltbehörden.

Anfang 2014 wechselte Andreas Rentschler, ehemals Daimler LKW-Vorstand, zu VW - trotz eines einjährigen Wettbewerbsverbots.

Für sein Nichtstun in 2014 erhielt der 58-jährige 11,5 Mio. € "Extraprämie" von VW und die Zusage, dass er bereits mit 62 Jahren mit vollen Bezügen in Rente gehen kann. Ab 2015 hat er ein Grundgehalt bei VW von gut einer Million €.

Seine monatliche VW-Rente beträgt dann rund 60.000 € für eine knapp fünfjährige Tätigkeit - zusätzlich zu seiner sicherlich satten Daimler-Altersversorgung.

Dies macht (eine Krankenschwester oder Altenpflegerin) doch ein wenig nachdenklich!? - auch vor dem Hintergrund krimineller Machenschaften unserer Top-Eliten in der Wirtschaft und insbesondere der Finanzindustrie.

   
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7.

CUM-EX-BETRÜGEREIEN UND DIE BIG4

 

Die Anzahl der Banken, die sich mit Cum-Ex-Geschäften unrechtmäßig Steuererstattungen auf Dividenden erschlichen haben, dürfte höher sein als bisher angenommen. Das befürchtet die Finanzaufsicht BaFin - und startete eine Banken-Umfrage.

Vor einigen Monaten kaufte die Steuerfahndung Wuppertal einen Stick mit Daten von Banken, die mutmaßlich an Cum-Ex-Geschäften beteiligt waren. Allein dieser Stick enthielt Daten von 129 Finanzinstituten. Doch es dürften noch mehr sein, befürchtet die BaFin. Es lägen „Anhaltspunkte dafür vor, dass eine Vielzahl von Instituten betroffen sein könnte“, wird die Finanzaufsicht zitiert.

Um herauszufinden, wie viele Institute tatsächlich betroffen sind, startete die Finanzaufsicht eine großangelegte Umfrage unter deutschen Banken.

So fragte die BaFin, ob die Banken direkt oder über Makler zwischen 2002 und 2012 solche Geschäfte ausgeführt haben, bei denen die Institute „aus heutiger Sicht von einer mehrfachen Erstattung/Anrechnung der Kapitalertragsteuer ausgehen müssen“.

Trifft dies zu, sollen die befragten Institute den internen Umgang mit diesen Vorfällen und den entstandenen oder drohenden finanziellen Schaden offenlegen. So sollen die Banken mitteilen, ob sie deswegen interne Untersuchungen eingeleitet und ob sich das Finanzamt oder die Steuerfahndung bei ihnen bereits gemeldet hätten. 

Außerdem müssen die Institute "alle schon angefallenen sowie alle erwarteten Kosten für Steuerrückzahlungen und Geldbußen eintragen" und erklären, "welche Rückstellungen sie für solche Zahlungen gebildet haben".

   
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8.

DAS EXPLOSIVE PWC-"GUTACHTEN"

 

Für die Commerzbank reißen die schlechten Nachrichten nicht ab: Die noch immer teilverstaatlichte Bank hat jahrelang milliardenschwere Cum-Ex-Geschäfte zu Lasten des Fiskus getätigt.

Zu diesem Ergebnis kommt PwC in einem 91 Seiten langen "Zwischenbericht", der wpwatch vorliegt. Die Commerzbank selbst hatte die Untersuchung bei PwC, seinem Abschlussprüfer, in Auftrag gegeben.

Bislang hatte es immer geheißen, die Commerzbank habe Cum-Ex-Geschäfte im Jahr 2008 unmittelbar nach der Übernahme der Dresdner Bank eingestellt. 

Deutschlands zweitgrößtes Bankinstitut, das in der Finanzmarktkrise 2008/09 mit 18,3 Milliarden € vom Steuerzahler gerettet wurde, hat sich durch die Cum-Ex-Aktientransaktionen eine nur einmal gezahlte Kapitalertragsteuer zweimal oder gar mehrfach erstatten lassen.

Auch an einer weiteren Stelle steht die Commerzbank aktuell "unter Feuer": Sie soll zwischen 2013 und 2015 eine der eifrigsten Akteurinnen bei sogenannten Cum-Cum-Geschäften gewesen sein.

Cum-Cum-Geschäfte, auch als Dividendenstripping bekannt, gelten als fragwürdig. Bei Ihnen machen sich Akteure eine steuerliche Ungleichbehandlung deutscher und ausländischer Unternehmen zulasten des Fiskus zunutze. Dieser Missbrauch kostet den Steuerzahler "jährlich eine Milliardensumme". Deshalb will der Gesetzgeber den Transaktionen, genau wie den Cum-Ex-Deals vor einiger Zeit, nun gesetzlich einen Riegel vorschieben.

Im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft gegen die Commerzbank zudem im Zusammenhang mit Offshore-Geschäften in Panama wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Nach Zahlung eines Bußgelds von 17 Mio. € sind diese Ermittlungen eingestellt worden.  Dies war jedoch vor Bekanntgabe der "Panama Papers" - auch hierin taucht der Name der Commerzbank gleich mehrfach auf.

Insgesamt spricht das BKA mittlerweile vom "größten Steuerbetrug aller Zeiten mit einem Schaden von mehr als 10 Mrd. €."

Eine Frage hab ich noch: Ist PwC eigentlich der richtige "unabhängige" Gutachter? Man hatte doch selber in den letzten 10 Jahren offensichtlich trotz "risikoorientierter Abschlussprüfung" (IDW PS 261) diesen exorbitanten gewerbsmäßigen Steuerbetrug beim eigenen Mandanten nicht festgestellt, obgleich die Medien (und PR1MUS) hierüber bereits seit 2012 gezielt berichtet haben.

Ein "Hoch" auf die Unabhängigkeit der Big4-Bankenprüfer!

   
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9.

GUTACHTERGAU - KPMG-WIRTSCHAFTSPRÜFER ALS KULTURBANAUSEN!

 

Den Wert eines Museums kann man nicht in Euro messen. Das interessiert die Wirtschaftsprüfer der KPMG allerdings herzlich wenig. Um zu sparen, schlagen sie der verschuldeten Stadt Leverkusen die Schließung des Museums Morsbroich vor.

Wann immer die Wirtschaftlichkeit einer öffentlichen Kultureinrichtung zu untersuchen ist, schlagen die Gutachter in die gleiche Kerbe: Die Wirtschaftsprüfer stellen, nachdem sie jeden einzelnen Etatposten geprüft und Ausgaben und Einnahmen bilanziert haben, ein Defizit fest und geben Einsparungsempfehlungen.

So war das jetzt auch in Leverkusen, wo die „Gemeindeprüfungsanstalt NRW“ der KPMG den Auftrag erteilt hatte, „Vorschläge zur Optimierung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung KulturStadtLev zu erarbeiten“.

Die „übergreifende Handlungsempfehlung“ der Kollegen/innen der KPMG lautete: „sämtliche Aktivitäten des Museums einzustellen und die Sammlung in ihrer bestehenden Form aufzulösen“, weil damit ein Betrag von rd. 780 T€ p.a. eingespart werden könne.

Übrigens: Die Erkenntnis, dass eine Gemäldegalerie am wenigsten, nämlich gar nichts kostet, wenn es sie nicht (mehr) gibt, ist als Ausweis von ökonomischer Kompetenz für Wirtschaftsprüfer genauso plausibel wie banal.

Dies verrät zugleich einen grundlegenden Mangel an kulturpolitischem Sachverstand. Wer ein öffentliches Museum auf die Betriebskosten reduziert, unterschlägt seinen kulturellen und damit seinen eigentlichen, nicht in Euro bezifferbaren Wert.

In der Industriestadt Leverkusen ist das Museum, dessen spätbarockes Wasserschloss von 1981 bis 1985 instandgesetzt wurde, bis heute das wichtigste hier verankerte Kunstinstitut, Sammlung der Bürger und kulturelles Aushängeschild.

Tipp: Die Kommune kann mithin gar nicht von so vielen guten Geistern verlassen sein, diesen ausgemachten Unsinn, den die KPMG als "Gutachten" ausgibt, auch nur halbwegs ernst zu nehmen.

Ich nenne dies bereits seit Jahren das "Regulativ des Geldes" (im Finanzkapitalismus / Postdemokratie). Wirtschaftsprüfer wollen unter Beweis stellen, dass sich "alles rechnen lässt" - Klöster, Kirchen, Kindergärten, Altenheime, Kultureinrichtungen, geisteswissenschaftliche Fakultäten etc..

Prof. Gerhard Richter, der wohl weltweit bekannteste (und teuerste) zeitgenössische deutsche Künstler, hat hierauf in einem offenen Brief reagiert und erklärt: "Eine öffentliche Sammlung ist keine Geldanlage, die je nach Kassenlage geplündert werden kann. Sie ist ein Stück Kunstgeschichte und repräsentiert das Gedächtnis ihrer Träger."

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Die KPMG kann ja ihre eigene Kunststiftung auflösen. Den Erlös könnte man vielleicht besser in die Nachwuchsarbeit stecken? Bitte einmal rechnen!

   
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10.

PWC - AN SCHEINHEILIGKEIT WOHL KAUM ZU ÜBERBIETEN!

 

"Hier kommen Norbert und Bob" - so hieß es noch Anfang April 2016 in der FAS.

PwC-Deutschland Vorstand Prof. Winkeljohann und sein Chef Bob Moritz (World-CEO von PwC) ließen alle Mitarbeiter wissen, dass man sie ab sofort duzen dürfe. Auf einem gemeinsamen Foto hatte man auch gleich demonstrativ die Schlipse abgelegt.

Als Erklärung fügte man medienwirksam hinzu, dass "dies der nächste Schritt zu mehr Flexibilität" sei und "Dresscodes nur stören würden, wenn man ein Magnet für viele junge Talente sein möchte!"

Ganz und gar nicht passt hierzu ein Vorfall, der sich Anfang Mai an der Rezeption von PwC London abspielte. Die 27-jährige Nicole Thorp trat dort ihren ersten Arbeitstag an und wurde gleich zu Beginn von ihrem Vorgesetzten darauf hingewiesen, dass bei PwC "nur Frauen mit Stöckelschuhen am Empfang" arbeiten dürften.

Als sie darauf verwies, dass ihre männlichen Kollegen auch flache Schuhe tragen dürften, wurde sie ausgelacht und ohne Bezahlung nach Hause geschickt. Sie müsse sich ein Paar Stöckelschuhe kaufen oder sich einen anderen Job suchen.

PwC verweist darauf, dass es keine "High-Heels-Vorgaben" im Unternehmen gäbe. Hierfür sei wohl eher ein "Missverständnis" mit dem Dienstleister verantwortlich, der die Personalauswahl getroffen habe.

Kritiker vermuteten derweil "verkappten Sexismus" in der prüden Branche von Bürohengsten.

Nicola Thorp, eigentlich Schauspielerin - aber z.Zt. ohne Engagement - hat es innerhalb weniger Tage geschafft, dass die von ihr angestoßene Petition für ein gesetzliches Verbot von "High-Heels-Vorgaben" über 120.000 Unterzeichner fand und sich nun sogar das Britische Parlament mit der Angelegenheit befassen muss.

Soviel also zum Thema "Dresscodes stören nur"!?

Übrigens: Auch ich muss bei PR1MUS den Dresscode jetzt leider anpassen. Bisher hatten wir eine 18-cm-High-Heels-Vorgabe für alle Mitarbeiterinnen!

   
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11.

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DIE WPWATCH-NEWS

 

Die News bei wpwatch erfreuen sich großer Beliebtheit und werden von Kollegen/innen täglich mehr als 2.000 mal abgerufen.

Gibt es mal keine aktuellen Nachrichten oder gönne ich mir eine "schöpferische Pause", so erhalten ich manchmal gegen Mittag bereits die ersten Anfragen, warum es keine wpwatch-Nachrichten gibt.

Um Ihnen das (wiederholte) Anklicken der Homepage (www.wpwatch.de) zu ersparen, hat sich das wpwatch-Team einen kostenlosen Service überlegt:

  • Sie können sich auf der Homepage von wpwatch jetzt ganz einfach registrieren und die neuen Nachrichten automatisch zuschicken lassen. Hierbei können Sie selbst entscheiden, ob Ihnen die Nachrichten täglich oder erst am Ende der Woche freitags zugeschickt werden.

Damit Sie nicht unnötig belästigt werden, erhalten Sie täglich oder freitags nur eine einzige Email, die alle Meldungen enthält.

So sind Sie sicher, dass Sie keine Nachricht(en) verpassen und müssen nicht unnötig danach suchen!

Dieser Service fand eine überwältigende Resonanz.

Eine tolle Idee! - Oder?

   
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12.

NWB-APP: WER WIRD WP-EXPERTE?

 

Herr Prof. Dr. Gerrit Brösel hat gemeinsam mit Herrn Dipl.-Kfm. WP/StB Christoph Freichel (PR1MUS Akademie) und Herrn Dipl.-Kfm. WP StB Dirk Hildebrandt (PR1MUS Seminare) in Zusammenarbeit mit dem nwb-Verlag die App „Wer wird WP-Experte?“ entwickelt.

In der App können bis zu 15 Gewinnrunden gespielt werden. In jeder Runde müssen Fragen aus dem Bereich der Wirtschaftsprüfung durch Auswahl aus jeweils vier Antwortmöglichkeiten gelöst werden. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit jeder Runde.

Sind Sie ein „Prüfungsmuffel“, ein „Master of Audit‐Desaster“ oder bereits ein echter „Prüfungsexperte“? Finden Sie es heraus und steigern Sie Ihr Level mit jedem neuen Spiel! Als Joker steht Ihnen u. a. Dr. Doppik zur Seite.

Durch die App „Wer wird WP-Experte?“ haben Sie die Möglichkeit, die wichtigsten Fragen der Wirtschaftsprüfung kompakt und an jedem Ort auf dem Smartphone bzw. Tablet trainieren zu können. Sie bietet vor allem dem Berufsnachwuchs einen Weg, spielerisch in die Welt der Wirtschaftsprüfung einzutauchen und dabei ihre Fachkenntnisse zu testen und zu erweitern.

Das Spielvergnügen ist ab jetzt für alle Interessierten für Android-Nutzer über den „Google Play Store“ und für iPhone/iPad-Nutzer über den „AppStore“ kostenfrei abrufbar!

Also: Viel Spaß beim spielerischen LERNEN!

Übrigens: Dies ist für mich nur die "Eröffnung" bei der Umsetzung kreativer Ideen bei PR1MUS - lassen Sie sich überraschen!

   
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13.

SEMINARANKÜNDIGUNGEN

 

Unser aktuell laufendes Halbtagesseminar "Aktuelles Prüfungswesen II/2016" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Einholung von Bestätigungen Dritter (IDW PS 302 n.F.) und Prüfungshandlungen zur Aufdeckung von Bilanzdelikten (IDW PS 261 n.F. i.V.m. PS 210).

Weitere detaillierte Informationen (Termine, Tagesordnung, Preis) finden sie hier.

Die nächste Akademie-Veranstaltung (2,5 Tage) findet im Juni in Bad Boll und Köln statt, es gibt noch wenige freie Plätze!

Im Modul "Jahresabschlussprüfung II" wird am ersten Tag der risikoorientierte Prüfungsansatz erläutert und Skalierungsmöglichkeiten für die Prüfung mittelständischer Mandate aufgezeigt. Die Prüfung ausgewählter Prüffelder (Schwerpunkt Vorräte) der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung unter Anwendung der erlernten Methodik des risikoorientierten Prüfungsansatzes bildet den Schwerpunkt des Seminars. Hierzu werden den Teilnehmern aussagekräftige Prüfungsprogramme zur Verfügung gestellt und aufgezeigt, wie damit in der Praxis, vor allem aus Effizienzgründen, gearbeitet werden sollte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Bestätigungen Dritter sowie der Berichterstattung.

Alle Termine und Informationen zur PR1MUS-Akademie finden Sie hier.

Vorschau:

Im Fachforum Prüfungswesen II/2016 (Sept./Okt. 2016) werden die neuen Erstellungs- und Prüfungsberichte 2016 (nach BilRUG) thematisiert (s. Vorschau).

Hier werden zunächst anhand von Fallbeispielen die (neuen) gesetzlichen Regelungen vorgestellt. Sie erhalten Muster-Erstellungs- und Muster-Prüfungsberichte sowie zahlreiche Guidelines, Checklisten und Textbausteine.

Damit sind Sie für die schwierigen neuen Bilanzierungsfragen nach BilRUG und die Berichterstattung bestens gerüstet! 

   
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14.

GRÜßE AUS KÖLN!

 

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9
51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

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