Newsletter Nr. 39 - Juli 2013

Themen des aktuellen Newsletters
01. Die "Sonderedition Dr. Beul" war notwendig
02. Ergebnisse der wp-net Mitgliederversammlung
03. Das Wahlrecht wird geändert
04. Deloitte zahlt 10 Mio. und wird für 1 Jahr gesperrt
05. BDO soll 40 Mio.€ zahlen
06. Eine weiße Weste kauft man sich nicht!
07. Die Kodex-Krise
08. Das Programm der PR1MUS AKADEMIE 2014/2015
09. Überstundenvergütungen in der WPK?
10. Immer wieder diese Reisekosten
11. Die (un)erwünschte Transparenz
12. Redeverbot über Beiratssitzungen?
13. Die Selbstherrlichkeit der WPK-Geschäftsführung
14. WP-Lobby siegt auf ganzer Linie
15. Wirtschaftsprüfung 2020
16. Für PwC wird es jetzt eng!
17. APAK straft die Wirtschaftsprüfer ab
18. 7 Milliarden "aus dem Arsch gezogen"
19. Der größte Steuerbetrug aller Zeiten
20. Timotheus im Sommercamp
21. Die WPK-Beiratswahlen 2014 werfen ihre Schatten voraus
22. Und jetzt wird erst einmal Urlaub gemacht

01. Die "Sonderedition Dr. Beul" war notwendig

Noch am Tag des Erscheinens der "Sonderedition" riefen einige Kollegen/innen bei mir an und fragten nach dem Hintergrund.

Zur Causa Dr. Beul und der "Sonderedition" ist nachzutragen, dass er, wie bereits berichtet, kein Wirtschaftsprüferexamen gem. § 5ff, § 14 WPO sondern eine Eignungsprüfung nach § 131h WPO abgelegt hat.

Nach wie vor ist jedoch umstritten, ob Dr. Beul für eine solche Eignungsprüfung überhaupt die Voraussetzungen erfüllte, nämlich ein dafür erforderliches, im EU-Ausland erworbenes "Diplom" vorlegen konnte. Dies sollte vielleicht einmal gerichtlich geklärt werden. Nach eigener Darlegung in seinem Antrag auf den vierten europäischen "WP-Titel" in der Schweiz gibt Dr. Beul vor, als gefordertes "Diplom" einen "anerkannten Lehrgang" besucht zu haben.

Die WPK ist zwischenzeitlich Dr. Beul zur Seite gesprungen und bescheinigte ihm, dass er in 2005 in Deutschland zum Wirtschaftsprüfer bestellt wurde. Dies wurde auch nie von jemandem bestritten. Fraglich bleibt nur, ob das der Prüfstelle vorgelegte "Diplom" hätte anerkannt werden dürfen. Hier gibt es erhebliche Zweifel, ob die Prüfstelle "ihren Job" ordnungsgemäß gemacht hat!

Auf meine Anfrage hin teilte die Prüfstelle weiter mit, dass sie "nicht befugt sei, die in einem anderen Mitgliedstaat erfolgte Zulassung als Abschlussprüfer in eigener Zuständigkeit erneut zu prüfen"! - Dies ist wohl ein Treppenwitz erster Güte! Das Gegenteil dürfte richtig sein: Die Behörde ist verpflichtet, die von Dr. Beul vorgelegten Unterlagen zu überprüfen!

Auch die WPK schmettert weitere Nachfrage ab und beantwortet gar "namens und im Auftrage unserer WPK-Vorstände", dass sie hier nicht tätig wird. Offensichtlich sind sich die Vorstände nicht darüber im Klaren, welche Organfunktion und welche Verantwortung sie in Berlin für den Berufsstand haben!?

Das Verhalten der WPK und der Prüfstelle sind "grenzwertig" und bedürfen unbedingt der verwaltungsrechtlichen Klärung.

02. Ergebnisse der wp-net Mitgliederversammlung

Für den 29.06.2013 hatte wp-net zur ordentlichen Mitgliederversammlung (MV) nach München eingeladen. Die MV begann bei strahlendem Wetter um 11.00 Uhr, 32 Kollegen/innen waren persönlich gekommen, rd. 110 Kollegen/innen ließen sich vertreten.

Nach dem Rechenschaftsbericht des geschäftsführenden Vorstands erfolgte die Aussprache, der Bericht des Kassenprüfers und die Verabschiedung des Jahresabschlusses. Dr. von Waldthausen als geschäftsführender Vorstand und Dr. Beul als ehrenamtlicher Vorstand wurden für ihre Tätigkeit in 2012 nicht entlastet

Auf der Tagesordnung stand auch ein Antrag über die Abwahl von Dr. Carsten René Beul als ehrenamtliches Vorstandsmitglied. Er hat bis heute weder eine Ehrenerklärung unterzeichnet, noch aussagefähige Unterlagen vorgelegt aus denen hervorgeht, dass er die Voraussetzungen für das Ablegen der Eignungsprüfung nach § 131g WPO erfüllt hat.

Noch kurz vor der MV (am 24.06.2013) verbreitete Dr. Beul über sein Sekretariat ("UHeer") eine "Stimmungs-Rundmail" durchtränkt mit Emotionen. Gleichwohl zog er es vor, der Versammlung fernzubleiben. Die Abwahl erfolgte in der MV mit 137 von 140 Stimmen fast einstimmig.

Der wp.net-Vorstand erhielt von der MV den Auftrag, dringende Änderungen im Beirat und Vorstand der WPK zu veranlassen und in der restlich verbleibenden Legislaturperiode noch einige mittelstandsfreundliche Impulse zu setzen. Die Einführung einer Verhältnismäßigkeit der Qualitätskontrolle wäre hierzu beispielsweise ein geeignetes Thema!

Nach einer intensiven Diskussion und dem Beschluß über Änderungen der Satzung und der Beitragsordnung erfolgte eine Aussprache über Schwerpunkte des anstehenden Wahlkampfs 2014.

Ich bin froh, das wir bei wp.net nach den Querelen des letzten Jahres und einem "internen Reinigungsprozess" wieder zur konstruktiven Sacharbeit übergegangen sind. Den abtrünnigen wp.net-Vorständen und Beiräten ist es nicht gelungen das wp.net-Schiff zu entern und mit ihm in die nächste Legislaturperiode zu segeln.

Wir werden unseren Weg bei wp.net jetzt konsequent fortsetzen. Darauf freue ich mich! Allein im Juni 2013 haben wir 9 neue Mitglieder begrüßen dürfen - das stimmt positiv! Und es werden noch viel mehr!

03. Das Wahlrecht wird geändert

Den wp.net-Beiräten ist es zu verdanken, dass in der letzten Beiratssitzung der WPK in Berlin endgültig eine Änderung des Wahlrechts (Verhältnismäßigkeitswahlrecht) beschlossen wurde. Dank eines gut besuchten Vorabendtreffens, zu dem der gf. wp.-net-Vorstand eingeladen hatte, konnte die Beiratssitzung am 07.06.2013 effektiv vorbereitet werden. Mit dem Verhältnismäßigkeitswahlrecht geht es nun nicht mehr um "Alles oder Nichts", sondern die Beiratssitze werden nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen vergeben.

In dieser zeitweise turbulenten Beiratssitzung, in der es u.a. auch über die Einführung einer qualitätssichernden Gebührenregelung ging, konnte man hören, wie die von wp.net ins "Parlament" entsandten Beiräte sich bei den Diskussionen und Abstimmungen verhielten.

Michael Gschrei ist es zu verdanken, dass das Lager der wp.net-treuen Beiräte neu formiert wurde und die Abstimmung in unserem Sinne verlief. Dafür sei ihm an dieser Stelle ausdrücklich gedankt!

Hierdurch ist aber auch die Grundlage dafür gelegt, dass der Mittelstand auch künftig eine gewichtige Stimme in Berlin haben wird und es ab 2014 keinen Rückfall in die "Big4-WPK" geben wird! 

04. Deloitte zahlt 10 Mio. und wird für 1 Jahr gesperrt

Die New Yorker Finanzaufsicht (DFS) wirft Deloitte vor, dass man auf Drängen des Mandanten (Standard Chartered Bank) einen Abschlussbericht über Geldwäscheprävention gekürzt und ihm Berichte anderer Mandanten unzulässigerweise zugänglich gemacht habe.

Die Behörde konstatierte den Beratern, dass man mit einem "atembraubenden Mangel an Unabhängigkeit" infiziert sei und stellte fest: "Eine Hand wäscht die andere!"

Die Finanzaufsicht DFS hatte der Bank vorgeworfen, mit iranischen Kunden 250 Mrd. $ gewaschen zu haben, worauf die Bank ein Bußgeld in Höhe von 340 Mio. $ akzeptierte. An andere Behörden in den USA zahlte man weitere 327 Mio. $. Buchungssatz: per sonstige andere Aufwendungen 667 Mio.$ / an Portokasse 667 Mio.$!

Deloitte akzeptierte nun ("ohne Anerkennung einer Rechtspflicht") ein Bußgeld in Höhe von 10 Mio. $ und darf darüberhinaus 1 Jahr lang keine Beratungen im Bereich Financial Services in New York machen.

05. BDO soll 40 Mio.€ zahlen

Jetzt hat es die BDO getroffen: Das LG Hamburg verurteilte die Prüfungsgesellschaft zur Zahlung von 32 Mio. € Schadensersatz und 8 Mio. € Zinsen im Prozess um den insolventen Flugzeugmotorenhersteller Thielert.

Während der Firmengründer Frank Thielert noch im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr verhaftet wurde und derweil in U-Haft sitzt, geht es für BDO um Prospekthaftung und Pflichtverletzung. BDO testierte bis 2006 die Abschlüsse von Thielert. Die Gesellschaft ging 2005 an die Börse.

Die Schutzvereinigung wirft BDO vor, dass Thielert bereits zum Zeitpunkt des Börsenganges insolvent gewesen sei und Thielert die Bilanzen "systematisch durch Luftbuchungen geschönt" habe (Prospekt- und Bilanzbetrug). BDO habe die Werthaltigkeit von Forderungen trotz einer eigens beauftragten Sonderprüfung nur unzureichend geprüft

BDO war frühzeitig über die erheblichen Zweifel bezüglich der Bilanzierungsmethoden der Thielert AG informiert, was aus mehreren Schreiben an den damaligen Vorstandsvorsitzenden von BDO, Christian Dyckerhoff, hervorgeht. Trotzdem hatte BDO 2006 noch testiert.

Anmerkung von mir: Dies hätte man bereits im Internet feststellen können, wo der newsletter "SdK exclusiv" vom Dezember 2006 der Schutzgemeinschaft auf 6 Seiten umfassende und detaillierte Warnhinweise (mit konkreten Beispielen) zur "Falschbilanzierung" bei Thielert abdruckt.

Aus BDO-Kreisen ist zu hören: Wir gehen in Revision.

Was mir dazu noch einfällt: 40 Mio. € zahlte PwC im Falle SachsenLB dafür, dass man mehr als 11 Mrd. € Haftungsverhältnisse "nicht gesehen" hatte!? - Wo bleibt denn hier die Verhältnismäßigkeit? 

06. Eine weiße Weste kauft man sich nicht!

Die Big4 tun alles, um ihre weisse Weste rein zu halten. Wo immer möglich, versuchen sie sich bei Klagen "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" außergerichtlich zu einigen.

Frei nach dem Motto: Schnell wieder raus den Medien und nur keinen Staub aufwirbeln!

Deloitte akzeptiert in New York eine Geldbuße von 10 Mio.$, PwC zahlt 40 Mio.€, E&Y zahlt 110 Mio.Fr. an den Kanton Genf wegen einer Anklage im Zusammenhang mit der Beinahepleite der Genfer Kantonalbank usw.. KPMG wird sich sicherlich auch in Amerika wegen Insidergeschäften eines leitenden Partners schnellstmöglich außergerichtlich einigen - die Untersuchungen laufen noch. Man hatte ja auch seinerzeit in Sachen Flowtex 50 Mio.€ "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" gezahlt.

Bitte einmal nachdenken: Das systematische Umgehen von öffentlichen Auseinandersetzungen kann heikel werden. Man macht sich erpressbar. Gute Argumente einer ordnungsmäßigen Abschlussprüfung und gerichtlich abgewiesene Vorwürfe gehen hierbei unter und können somit nicht mehr zur Glaubwürdigkeit des Berufsstandes beitragen.

Voraussetzung für ein Einlassen auf eine öffentliche Auseinandersetzung ist allerdings, dass man ordnungsgemäß geprüft hat. Oder sollte man etwa in den angesprochenen Fällen einen anderen Eindruck haben?

07. Die Kodex-Krise

Ich hatte in diesem newsletter immer wieder auf Totalverweigerer oder Ignoranten aus den Topetagen der Deutschen Industrie hingewiesen, denen der Corporate Governance Kodex "am Rücken vorbeigeht".

Munteres Wechseln vom Vorstand in den Aufsichtsrat, borniertes Überschreiten von Kompetenzen und gesetzlichen Vorschriften (Höttges & Co.!) führen jedoch immer wieder zum gleichen Ergebnis: die Big4 testieren selbstverständlich die Entsprechenserklärung nach (§ 161 AktG) uneingeschränkt.

Aber die Wirtschaftsprüfer machen es ja selbst nicht besser: Kollege Wagner wechselte vom Vorstandsvorsitz bei PwC am 01.07.2010 in den Aufsichtsrat des größten PwC-Mandanten (LBBW Bank), übernimmt den Vorsitz und ließ sofort einmal die Aufsichtsratsvergütungen um 400% erhöhen. Instinktlos und "schmerzfrei" - und ein eindeutiger Verstoß gegen § 43 III WPO (Cooling Off)!

Übrigens wechselten auch der bisherige Vorsitzende der Regierungskommission Klaus-Peter Müller selbst und auch sein Vorgänger Gerhard Cromme direkt vom Vorstand in den Aufsichtsrat! - Wussten Sie das schon? - Ein Witz!

Der "Oberlehrer" Gerhard Cromme ist auf dem Rückzug und kämpft mit seinen Affären. Der Noch-Vorsitzende der Regierungskomnission und Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank Klaus-Peter Müller wollte eigentlich im Juni 2013 seinen Nachfolger vorstellen. Doch den gibt es nicht. Peinlich für die Bundesregierung und für das BMJ (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger), welches momentan händeringend einen geeigneten Nachfolger sucht.

Hatte Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder doch 2001 die Kommission ins Leben gerufen, um Deutschland für ausländische Investoren attraktiver zu machen. Der Kodex sollte ein Signal setzen und ausdrücken, dass man sich an die "Grundsätze guter Unternehmensführung" halte und auch die Funktion der Aufsichtsräte wollte man dadurch stärken. Allerdings war alles nur "freiwillig" (Empfehlung), obwohl die testierte "Entsprechenserklärung" nach § 161 AktG gleichzeitig als Aushängeschild für das Management gilt.

Doch jetzt brechen alte Gräben wieder auf: Vorstände und Aufsichtsräte sind stinkig, weil die Kommission empfohlen hatte, die Vorstandsbezüge personifiziert offenzulegen und weil sie die Gehälter deckeln und die Anzahl der Aufsichtsratsmandate begrenzen will.

BASF-Chef Kurt Bock sieht den Zeitpunkt für gekommen, die Kommission endlich aufzulösen. Andere glauben ohnehin, dass der Kodex in Politik und Wirtschaft keinen Rückhalt mehr hat. Die Nicheinhaltung der Regeln hat ohnehin keine Auswirkungen!

Eine Pointe in der Sache ist noch, dass man als Nachfolger einen "Chef mit Geld" sucht, denn die Aufwendungen der Kommission werden seit jeher von dem Unternehmen des Kodexchefs getragen und beziffen sich locker auf 0,5 Mio. €/p.a.. - (o.k., die Commerzbank ist ohnehin teilweise in Bundeshand). - Was denken Sie denn jetzt?: Natürlich ist die Kommission unabhängig!

Wie es auch sei und die "Kodex-Krise" ausgeht, so bleiben uns doch die uneingeschränkten Testate der Big4 zur Entsprechenserklärung sicherlich immer erhalten!

Als hätte das IDW die Krise vorhergesehen, hält man noch am 17.04.2013 in Berlin ein hochdekoriertes Symposium zum Thema: Corporate Governance in der sozialen Marktwirtschaft und ihr Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften" ab (Sonderheft der WPg 1/2013). Einfach toll - und weitgehend am Thema vorbei. Das nennt man "Selbstbeweihräucherung"!

Kein kritisches Wort auf dem Symposium zum Testierverhalten des Berufsstandes - pure Heuchelei!

08. Das Programm der PR1MUS AKADEMIE 2014/2015

Ich hatte Ihnen bereits berichtet, dass die PR1MUS AKADEMIE ab sofort wieder das volle Programm der berufsbegleitenden Ausbildung für qualifizierte Mitarbeiter und die notwendige Nachschulung von Bachelor-Absolventen aufgenommen hat.

Die Resonanz hierauf war überwältigend!

Melden Sie Ihre qualifizierten Mitarbeiter rechtzeitig an oder reservieren Sie für 2014 zunächst einmal "Kanzleiplätze", die Sie zu einem späteren Zeitpunkt personalisieren. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs bestätigt. Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt.

In 2014 wird das Programm um zwei weitere Orte (Münster und Leipzig) und zwei weitere Module (Konzernrechnungslegung und IFRS) erweitert.

Die neue Broschüre - mit neuer "Identity" von PR1MUS - finden Sie hier bzw. auf unserer Homepage (www.primus-fachseminare.de). Auf unserer Herbsttournee werden wir Ihnen die neue Broschüre aushändigen.

Ja - nach 7 Jahren erfindet sich PR1MUS momentan neu. Mit neuer Identity und vielen neuen Ideen - freuen Sie sich darauf!

Mehr verrate ich hier noch nicht.

09. Überstundenvergütungen in der WPK?

Da staunt man nicht schlecht: Nach der letzten Beiratssitzung der WPK in Berlin riefen mindestens ein halbes Dutzend Beiräte an und berichteten mir, dass die Geschäftsführung der WPK am Rande der Sitzung auf Nachfrage bestätigte, dass man bis in die leitenden Positionen der WPK Überstundenvergütungen (+25 %) zahle.

Man arbeite dort mit "120% Belastung" und werde künftige Gesetzes- und Satzungsänderungen, die zu Mehrarbeit der Kammer führten, mit Neueinstellungen "beantworten" - man arbeite schließlich "am Limit"!

Jetzt mal Klartext: Soll das etwa heißen, dass die Geschäftsführer zusätzlich zu ihren Verträgen mit 5-jährigen Kündigungsfristen (vom Wahlverlierer Prof. Pfitzer mit dem damaligen WPK-Vorstand im August 2011 "zur Rettung der Kammer vor den neuen Wilden" abgeschlossen!)  mit Jahresvergütungen von jeweils über 200.000 € p.a. zzgl. Pensionszusage Überstundenvergütungen bekommen? 20% Überstunden wären dann inklusive Überstundenzuschlag runde 50.000 € oder über 4.000 € zusätzlich zum schmalen Monatssalär!?

Habe ich das richtig verstanden?

Natürlich bürstet die WPK meine Nachfrage ab und spricht von "WPK-Interna" und davon, dass man "keinen Rechtfertigungsgrund sehe" und "die Gremien Kenntnis hätten".

Also - im Zeitalter der Transparenz: Klarer Auftrag an den Vorstand und an den Haushaltsausschuss: Wer erhält bei der WPK auf welcher Rechtsgrundlage welche Zusatzvergütungen? Wer hat dies genehmigt? Ist dies bei Berufskammern üblich?

Jetzt kann Herr Maxl sich als (Ober-)Geschäftsführer der WPK weiter aufregen! Die Kammer ist halt kein Selbstbedienungsladen!

10. Immer wieder diese Reisekosten

Die Stolpersteine eigenen Handels verraten oftmals mehr als viele Worte über das Ego einer Person.

Die hauseigene Revision bei Daimler Benz deckte in 2012 diverse Unregelmäßigkeiten in den Reisekostenabrechnungen von Dr. Dieter Zetsche (Vorstandsvorsitzender) auf. Der Firmenflieger wurde neben geschäftlichen Flügen (z.B. zur Autoshow Shanghai) auch für private Termine oder für die Wahrnehmung von Aufsichtsratsmandaten eingesetzt. Zetsche predigt immer "Null Toleranz" gegenüber Mitarbeitern und wurde wegen seiner Irrtümer bei der Handhabung der Reisekostenabrechnungen selber von der eigenen Compliance-Abteilung gelistet!

Gerhard Cromme, Ex-Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, (Noch-)Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens und "Oberlehrer in Sachen Corporate Governance" ist für ausschweifende Dienstreisen bekannt. Zuletzt ging es zum Jahreswechsel mit Frau und Tochter auf Kosten der beiden DAX-Unternehmen nach Südamerika. Dort ließ er zusätzlich den damaligen Stahlvorstand einfliegen, wohl um einen Anlass für einen Empfang und eine Werksbegehung in Brasilien zu haben. Die Kosten für die lauen Tage im südamerikanischen Sommer (Rio und Sao Paulo) summierten sich auf 510.000 € (!) und wurden hälftig von ThyssenKrupp und Siemens getragen.

Einen Eigenanteil überwies Oberlehrer Cromme erst 14 Monate später, als die Affäre bereits durch die Medien ging. - Bravo!

Weitere Beispiele ließen sich beliebig anfügen! Hier zeigt sich Instinktlosigkeit, Machtgehabe und Gier in einer besonderen Mischung. Insbesondere dann, wenn man Wasser predigt und selber Wein trinkt!

Wollte ich doch zuletzt von der WPK einmal Auskunft über die gültige Reisekostenordnung haben, wurde ich von den Geschäftsführern gleich zurückgepfiffen. Ich interessiere mich schon dafür, was in Berlin mit meinen Zwangs-Mitgliedsbeiträgen geschieht!

Heißt es in dem Schreiben der WPK vom 21.06.2013 doch lapidar:

"Die von Ihnen angesprochenen Themen sind interne WPK-Angelegenheiten. Die jeweils zuständigen Gremien befassen sich damit. Ein Rechtfertigungsbedarf wird ebenso wenig gesehen wie ein allgemeiner Kommunikationsbedarf. Dies gilt auch für vergleichbare Fragestellungen in der Zukunft."

Soll heißen: Klappe halten Hildebrandt! Da bleibt wohl noch einiges zu klären!

11. Die (un)erwünschte Transparenz

WPK und APAK ziehen am gleichen Strang: Toleranz predigen und Redeverbote erteilen.

Kammerpräsident und APAK schwenken auf das "trendige Thema" Toleranz ein und verbreiten in den Kammermitteilungen und auf ihrer Homepage jeweils die Botschaft, dass man sich "öffnen" und der Öffentlichkeit mehr Einblick in die Berufsaufsicht und deren Ergebnisse geben will.

Die Wahrheit sieht jedoch anders aus: Wenn man Fragen stellt, auf Mißstände aufmerksam macht oder gar eine "Sonderbehandlung der Big4" moniert, wird man direkt "abgebürstet". "Verschwiegenheit gegenüber jedermann" (§ 64 WPO) ist das letzte Argument und damit ist die Diskussion beendet.

Gleichzeitig entgegnet die WPK dem Hinweis, dass die Sitzungskosten von Beirat und Ausschüssen innerhalb nur eines Jahres um mehr als 200% gestiegen sind mit "Basisdemokratie sei eben teuer".

Transparenz ist nicht gewünscht. Dies scheuen die Big4 wie der Teufel das Weihwasser. Nur keine Medien, nur keine Öffentlichkeit! Gleichzeitig werden "Bauernopfer" erbracht indem man seitenlang in den WPK Mitteilungen belanglose berufsrechtliche Fälle ausführt, die ohnehin keinen interessieren!

Was ist mit der Aufarbeitung der Finanzmarktkrise im Berufsstand? Warum haben die Big4 bis zuletzt immer uneingeschränkt testiert und Millionenhonorare kassiert? Wieso wurde die Öffentlichkeit und damit der Geld- und Kapitalmarkt nicht gewarnt?

In der Öffentlichkeit ist davon bisher NICHTS angekommen! Und dadurch haben IDW , WPK und die APAK dem Berufsstand einen immensen Reputationsschaden zugefügt!

Transparenz ist demnach ein "Lippenbekenntnis" und de facto nicht gewollt. Doch Heuchelei von Kammer und Fachaufsicht ist das letzte, was der Berufsstand jetzt braucht.

12. Redeverbot über Beiratssitzungen?

Da wählen wir im Juli 2011 erstmals basisdemokratisch unsere Vertreter per geheimer Briefwahl in den Beirat der WPK, lösen die "Palastrevolution gegen die Big4" aus und wollen dass das Wahlprogramm von wp.net umgesetzt wird. Selbstverständlich erwarten wir von "unseren Parlamentariern" im Beirat, dass sie uns auch über die dort behandelten Themen, Beschlüsse und ggf. auch über das Abstimmungsverhalten "unserer Gremienmitglieder" informieren.

Aber genau hier ist wohl die Trennlinie zwischen informeller Berichterstattung, Verschwiegenheit und Informationsbedürfnis der "Wähler" erreicht.

Also ließ unser Geschäftsführer Maxl die Referatsleiterin Berufsrecht aufgrund einer Rundmail von wp-net "Kurz-Bericht über die Beiratssitzung am Freitag, 7.6.2013" aufmarschieren und mit einem 4-seitigen Schreiben gegen Michael Gschrei ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren einleiten.

"Wir wurden darauf hingewiesen, dass ..." geht es los - von wem bitte?

Man stellt Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht (§ 64 I 1 WPO) fest sowie gegen die "Pflicht zu berufswürdigem Verhalten" (§ 43 II 3 WPO). Man bedient sich der Vorschriften zur Verschwiegenheit der Berufsaufsicht, um damit die Verschwiegenheit im Kammer-Parlament zu rechtfertigen. Dies ist nicht nur eine "merkwürdige Auslegung", sondern wohl bereits ein deutlicher Machtmissbrauch der WPK!

Nun legt man den Vorgang am 26. Juli 2013 der zuständigen Vorstandsabteilung "Berufsaufsicht" zur Beratung und Entscheidung vor. - Also einem Gremium, wo ohnehin nur "Freunde" des Ex-Kammerpräsidenten sitzen.

Ein Hoch auf die Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kammer! Vielleicht lassen wir es ja mal auf einen "Schauprozess" mit der WPK ankommen!?

13. Die Selbstherrlichkeit der WPK-Geschäftsführung

Die jetzige Geschäftsführung der WPK haben wir seit 1999/2000. Hier hat man schon viele Kollegen/innen in verschiedenen Funktionen der WPK "Kommen und Gehen sehen". Nur eins ist geblieben: die Geschäftsführung. Dies jährt sich nun zum 15. mal!

Über 10 Jahre lang waren die Gremien der WPK durchsetzt mit Abgesandten der Big4. Da war es einfaches Arbeiten, denn man wusste ja immer, wem gegenüber man sich zu verantworten hatte. Kritik und Impulse aus dem Berufsstand waren eher verhalten. Gesetzesinitiativen an die Adresse des BMWi und Änderungen der Berufssatzung durch den Beirat erfolgten nach den Vorstellungen der Gremien - also nach den Vorstellungen der Big4.

Doch dann in 2011 kam die "Palastrevolution" durch wp-net und es folgte ein "Realitätsschock der unerfahrenen neuen Gremienmitglieder", die oft erstmals in solcher Verantwortung waren und nun "Macht" verspürten.

Vorab noch vom alten Kammerpräsidenten Prof. Norbert Pfitzer (E&Y) mit der üppigen Verlängerung der Kündigungsfristen von 1 auf 5 Jahre und "Sonstigem" ausgestattet ist eins gebliegen: die Geschäftsführung. Vielleicht auch Belohnung oder "Schmerzensgeld" für eine Überbrückung der dreijährigen Regentschaft von wp-net bis Juli 2014!?

Mit über 10-jähriger Geschäftsführungs-Erfahrung aller Interna "zieht man doch schnell einmal die Fäden", lenkt und steuert! Rechte, Pflichten, Weisungsbefugnisse der Organe bleiben zunächst vage Vorstellungen. Man erzählt den unerfahrenen Beiräten, dass sie die WPK-Vorstände nicht wieder abwählen könnten, obwohl das Handbuch des Kammerrechts genau das Gegenteil sagt. Im Zweifel hat man ja jemanden, der die Fäden schnell in die Hand nimmt. - In wessen Auftrag und nach welcher Leitlinie auch immer.

In 2013 gipfelt dies darin, dass Beirat und Vorstand ein diffuses Bild abgeben und auch der Kammerpräsident "angekratzt" ist - zum Vorteil der Geschäftsführung der WPK. Mittlerweile verhängt Maxl nach Belieben Maulkörbe, bleibt verschwiegen und antwortet auf Anfragen an Organmitglieder lieber selbst. 

Nach wessen Regeln, Vorgaben und Visionen wird eigentlich die WPK geführt?

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass in Berlin eine Selbstherrlichkeit um sich greift, der dringend Einhalt geboten werden muss.

Ein Teil der jetzigen Gremienmitglieder hat sich teilweise von wp-net abgewandt, ihnen ist es nicht gelungen wp-net "zu kapern" und sie wissen ganz genau, dass ihre Tage in Berlin gezählt sind. Ein neuer Verband ist nicht in Sicht und Plätze auf anderen Listen wird es nicht geben.

Was erhofft man sich in Berlin für 2014: Natürlich - dass die Geschäftsführung bleibt und das "3-jährige Intermezzo von wp-net" ein "Betriebunfall der Big4" war.

(Berufs-)Politik ist bekanntlich die Kunst des Möglichen. Das "Mögliche" haben wir für die Mehrheit des Berufsstandes (Mittelstand!) noch lange nicht erreicht! 

14. WP-Lobby siegt auf ganzer Linie

"Für die Wirtschaftsprüfer und ihre Lobby, das IDW, ist es ein Triumph auf ganzer Linie: Statt der befürchteten strengen Regulierung der WP-Branche bleibt nicht nur de facto alles beim Alten - das aktuelle, nicht unumstrittene Geschäftsmodell der Prüfkonzerne hat jetzt von der EU sogar langfristigen Bestandsschutz bekommen." (Finance-Magazin, 29.04.2013).

Haben Sie noch Fragen? - Ich nicht mehr!

Also halten wir doch einmal fest: Das IDW ist in der Aussendarstellung des Berufsstandes ein "Lobby-Verein" der Big4 und Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann ist lt. TAZ der "Sprecher der Wirtschaftsprüfer" - Das haben wir ja immer schon gesagt.

Das Geschäftsmodell der Big4 ist somit aufgegangen und man wird weiterhin kräftig  in die vertikale Expansion in Spezialbereiche des Beratungsmarktes (z.B. Supply-Chain-Optimierung etc.) investieren. Die Namensliste der von den Big4 übernommenen Management- und Strategieberatungsunternehmen wie PRTM, BrainNet, J&M, Roland Berger (?), TellSell Consulting ließe sich beliebig verlängern.

Auch gibt es seit Mai bereits gemeinsame Anzeigenaktionen von Big4 und den erworbenen Beratungsunternehmen - traute Zweisamkeit und potente Beratungsmacht!

Ich hab da eine Idee: Trennen Sie doch bitte einmal im Kopf die "faktische Macht" der Big4 (Geschäftsmodell) von der "politischen Macht" (WPK). Spätestens dann wissen Sie doch worauf es bei den nächsten Beiratswahlen ankommt! - Oder?

Wir haben mehr Möglichkeiten zu gestalten als wir glauben - wir haben es in der Hand!

15. Wirtschaftsprüfung 2020

Die Zukunft des Berufsstandes ist spannend und bekanntlich mit einigen Unwägbarkeiten behaftet. Beim IDW läuft (weitgehend im Verborgenen) das "Projekt Wirtschaftsprüfung 2025", wo namhafte Berufsvertreter/innen am Tisch sitzen und über die Zukunft des Berufsstandes nachdenken.

Zufälligerweise steht das Projekt unter der "wissenschaftlichen Leitung" zweier Professoren in Münster, wo der Vorstandssprecher des IDW Lehraufträge wahrnimmt. Über regelmäßige Ergebnisse erfährt man so gut wie nichts - es reicht ja, dass man dieses Vorhaben durch Mitgliedsbeiträge mitfinanziert.

Doch jetzt präsentierte WP/StB Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann ("Sprecher der Wirtschaftsprüfer" lt. taz) am 30.01.2013 erste Ergebnisse in Frankfurt vor der "Frankfurt School of Finance & Management".

Auf 9 Folien kommt man zu folgendem Fazit in 5 Thesen:

  1. Der Berufsstand wird sich wandeln.
  2. Dabei ist neben der Weiterentwicklung der klassischen Abschlussprüfung auch über neue Leistungen nachzudenken...
  3. Einige Entwicklungen sind unausweichlich. Ihnen hat sich der WP zu stellen.
  4. Nutzung von Prozess-Know-How über die Abschlussprüfung hinaus.
  5. Jede WPG muss ihr eigenes Geschäftsmodell hintergragen!

Das ist kein Witz, sondern die Schlußfolie des Vortrags!

Mein Kommentar: Danke Herr Professor, dann weiß ich jetzt für die Zukunft Bescheid!

16. Für PwC wird es jetzt eng!

Erinnern Sie sich noch: Der Rechenfehler von PwC bei der Prüfung der FMS-Wertmanagement GmbH betrug (nur) 55,5 Mrd.€. Der seinerzeitige Kammerpräsident sprach vom "Super-GAU" und die Medien witzelten (wieder einmal) über die Qualität der Abschlussprüfung und stellten dem gesamten Berufsstand ein mangelhaftes Zeugnis aus.

Der interne Prüfbericht der Bundesbank verschwand im Giftschrank des BMF (Schäuble) und wurde zur "geheimen Verschlussache" erklärt.

Gut für PwC, denn damit war man aus den (unliebsamen) Medien raus und die Berufsaufsicht (WPK) konnte die Akte schliessen! Meine weiteren Anfragen bei WPK und APAK wurden mit Hinweis auf die "Verschwiegenheit gegenüber jedermann" (§ 64 WPO) nicht beantwortet. Also versuche ich die Politik zu sensibilisieren.

Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden:

Dr. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der GRÜNEN, hat jetzt die Bundesregierung aufgefordert, die Geschäftsleitung der FMS anzuweisen, die betroffenen PwC-Prüfer von ihrer Verschwiegenheit zu entbinden. Ziel dieser Aktion ist, dass sich PwC dann nur noch schwer weigern kann, einen vor wenigen Wochen berufsrechtlichen Untersuchungsbericht der WPK freizugeben.

Soviel kann man schon verraten: Die beiden PwC-Prüfer der Niederlassung München waren Sven Hauke und Carolin Dilger. Es geht um den Jahresabschluss 2010 und die junge Kollegin aus dem schicken Schwabing hatte erst 2009 ihr WP-Examen gemacht.

PwC und die WPK beriefen sich bisher vereint auf die Verschwiegenheitspflicht. Heute nehmen sie keine Stellung mehr, da "das Verfahren abgeschlossen ist".

Ich sag´s doch: Das Bekenntnis von APAK und WPK zur Transparenz ist reine Heuchelei!

17. APAK straft die Wirtschaftsprüfer ab

Überall konnte man es lesen: Schlampige Prüfungen, Kungeleien mit den CFO´s - der APAK, der obersten Fachaufsicht der Wirtschaftsprüfer, ist es genug. Die APAK will die Daumenschrauben anziehen. Auslöser ist der kürzlich vorgelegte Jahresbericht 2012 (www.apak.de).

Bei 48% der untersuchten Prüfungen stellte die APAK fest, dass das IKS nicht richtig geprüft und beurteilt wurde. In 34% habe man versäumt, Mangement und Aufsichtsrat zu Risiken und zur Überwachung von Unregelmäßigkeiten zu befragen. In 22% der Fälle waren die Risiken im Lagebericht nicht richtig aufgeführt. Nur 57% der Prüfungen durch die APAK blieben unbeanstandet! Gegen 16 WP´s wurden Berufsaufsichtsverfahren eingeleitet.

Gleichzeitg strebt die APAK durch Gesetzesänderungen einen unmittelbaren Kontakt zu den Prüfungsausschüssen kapitalmarktorientierter Unternehmen an, mehr Transparenz und Handhabungen gegen die Arbeitgeber der Prüfer. 

Die APAK drängt in ihrem Bericht auf mehr Macht und Durchsetzungsfähigkeit. Trifft man in Berlin auf Gehör, bekäme man gleich drei scharfe Schwerter in die Hand: künftig direkte Auskünfte von den Prüfungsausschüssen der Gesellschaften, Pressehoheit durch "Transparenz" sowie die Einleitung von Verfahren auch gegen die Arbeitgeber der WP´s.

Übrigens stellt die APAK auch fest, dass "große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf die angespannte Honorarsituation mit signifikanten Reduzierungen im Vergleich zum bisherigen Honorar u.a. mit Effizienzsteigerungesprogrammen reagieren"! - Das mögen die Fachaufseher mir doch bitte einmal erläutern!?

Meine Idee wäre doch etwas anders: Dr. Spindler solle erst einmal seinen (umlagenfinanzierten) Haushalt in Ordnung bringen und der WPK künftig keine Millionenverluste zu Lasten der Zwangsmitgliedsbeiträge aller WPK-Mitglieder bescheren. Danach solle man den "Seniorenclub der obersten Fachaufseher" auflösen und eine Profi-Truppe beim BMWi installieren, wo man künftig bitte auch den "Größenwahn" der APAK (neue Büros in Düsseldorf, permanente Aufstockung hochbezahlter Prüfer (und Skandalprüfer)) finanziert.

Zur Zeit "tyrannisiert" die APAK die rd. 100 verbliebenen Prüfer, die noch im Bereich der § 319a-HGB-Prüfer tätig sind, mit Unmengen an Sonderprüfungen und beschert dem gesamten Berufsstand damit Millionenaufwendungen! - Schluss damit! 

Die APAK hat sich bis heute nur als "Beschleunigungsmaschine für Marktkonzentration" im WP-Beruf für die Big4 bewährt. 

18. 7 Milliarden "aus dem Arsch gezogen"

Wir erinnern uns noch: Die Anglo Irish Bank, die wohl größte irische "Zockerbank", wurde 2009 verstaatlicht und für 30 Mrd. € auf Rechnung der Steuerzahler gerettet. Irland musste die Troika noch um weitere 67 Mrd. € "anpumpen".

Jetzt wurden Telefongespräche veröffentlicht, die die Chefbanker im September 2008 im Angesicht der Finanzmarktkrise untereinander führten. Die Anglo-Banker verlangten vom Staat 7 Mrd. € Rettung und stellten fest, dass es für den Staat kein zurück mehr gäbe, sobald man sich engagiert habe. Man rechnete damit, dass dann immer mehr Milliarden fließen würden. Auf die Frage, wie man gerade auf 7 Mrd. € kommt, antwortete der Vorstandsvorsitzende: "Ich habe es mir aus dem Arsch gezogen" ("picked it out of my arse")! Darauhin antwortet ein anderes Vorstandsmitglied: "Ich muss mir gleich die Unterwäsche wechseln!"

Klartext: Man hat den Staat und damit auch die Steuerzahler ganz bewußt betrogen!

Diese Original-Aufnahmen der Telefonate sind schrill: Hier wird gewitzelt, gelacht und man fühlt sich prächtig, sehr gescheit und clever! Sie sind der wohl größte Skandal, den Irland je erlebt hat und bestätigen schlimmste Ahnungen; sie sind ein wahrer Albtraum.

Unerträglich für mich ist, dass sich die "Drecksäcke" in die USA abgesetzt haben und straffrei ausgehen. Wollen Sie wissen warum ich manchmal "einfach nur traurig" bin?

Kommentar unserer Kanzlerin: "Dafür habe ich nur Verachtung. Dies gefährdet die Demokratie!" - Wie wahr, wie wahr.

Eine Frage hab ich noch an die Big4: Wie prüft man eigentlich einen solchen "Sauhaufen" und testiert nachher (selbstverständlich) uneingechränkt?

Träumen Sie noch von der systemrelevanten Funktion des Berufsstandes, der Redepflicht und Warnfunktion sowie einer effizienten "Fraud-Prüfung"? Oder möchten Sie lieber die zig-Millionen Beratungshonorare aus dem Bereich "Financial Services" kassieren?

Berufsaufsicht - das vergessen Sie bitte schnell einmal!

19. Der größte Steuerbetrug aller Zeiten

Ich muss Ihnen doch nicht immer wieder erklären, warum Banker nach meinem Sprachgebrauch "Drecksäcke" sind.

Offensichtlich ist dies bei den Bankenprüfern noch nicht angekommen. Oder liegt es vielleicht daran, dass KPMG beispielsweise neben den Prüferhonoraren jeweils höhere Honorare für Beratungen im Bereich "financial Services" kassiert (HRE, HVB etc.). Wie dilettantisch werden bei der Abschlussprüfung großer Geschäftsbanken eigentlich die "Fraud-Prüfungen" durchgeführt und wie "handzahm" wird da eigentlich geprüft?

Jetzt werden Absprachen zwischen Bankern aus dem Chatsystem des Informationsdienstes Bloomberg bekannt, die eindeutig Absprachen zu Betrug und zur Steuerhinterziehung durch sog. Cum-Ex-Transaktionen sind! Dies führte dazu, dass abgeführte KapESt mehrfach zurückerstattet wurde! Hierzu wurden in den USA sogar von Einzelpersonen spezielle Fonds gegründet um allein mit diesem Modell "Geld zu verdienen"!

Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass das Bundesfinanzministerium seit 2002 und die Bundesländer seit 2005 eingeweiht waren! (Die Welt 14.06.2013, S. 14).

20. Timotheus im Sommercamp

Eines der Aushängeschilder für die "Regeln zur guten Unternehmensführung", der kahlköpfige Timotheus (Finanzvorstand der Deutschen Telekom), geht 6 Wochen ins Sommercamp nach Silicon Valley.

Hatte er doch im April 2011 auf der Schmalenbachtagung seinen Fachvortrag zur Auswahl des Abschlussprüfers - bar jeder rechtlichen Kenntnisse - "in den Sand gesetzt" und den Berufsstand lächerlich gemacht, so hatte im Dezember 2012 sein CEO René Obermann - ebenfalls ohne jedwede Kenntnisse - seinen Nachfolger in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz vorgestellt.

So gibt man sich als Vorzeige-Vorstand der Deutschland AG und pfeift auf Aufsichtsrat und die Regeln zur guten Unternehmensführung; dreist, borniert und unfehlbar!

Doch jetzt drückt der machtbewußte Timotheus erst einmal die Schulbank in Stanford und im Sommercamp der Investmentbank Allen & Co.. Wenn dann auch Sergey Brin (Google), Tim Cook (Apple) und Mark Zuckerberg (Facebook) mit von der Partie sind, kann man sich noch den letzten Schliff in Fragen der Ethik, Moral und internationales Steuersparen holen. Vielleicht bekommt man dort auch noch einige Tips wie man mit nervigen Aufsichtsräten und lästigen Wirtschaftsprüfern "umspringt".

Wir freuen uns schon auf Timotheus' Rückkehr. Dann werden bei der Telekom sicherlich erst einmal "die Fetzen fliegen" und die "Chorknaben von PwC" antanzen müssen.

21. Die WPK-Beiratswahlen 2014 werfen ihre Schatten voraus

Bei allem was man momentan aus Düsseldorf (IDW) oder Berlin (WPK) hört muss man sich bewusst sein, dass die Beiratswahlen Juli 2014 ihre Schatten vorauswerfen.

Dies betrifft sowohl das "Mauern" und "Verzögern" von Beratungen und Beschlüssen der WPK durch die Geschäftsführer, als auch die Positionierung einiger Beiräte, die heute bereits wissen, dass sie von wp.net sicherlich kein neues Mandat erhalten werden und sich deshalb anderweitig "anbiedern" oder vermeintlichen Zusagen folgen werden.

War es doch schön Sitzungsgelder zu kassieren, "wichtig" zu sein und Reiskosten "unlimited" erstattet zu bekommen. Am Ende des Tages wird jedoch einzig entscheidend sein, ob wir für den WP-Mittelstand "etwas bewegt" und die Berufspolitik nachhaltig beeinflusst haben.

Kleine und mittelgroße Kanzleien sind nun einmal in der Mehrheit und es gilt sie zu sensibilisieren. Wir fallen weder auf die Blockadepolitik der WPK noch auf das "Stimmenfischen" durch das IDW herein. Dazu ist unser Anliegen zu wichtig - und unser Beruf zu wertvoll!

Ich werde mit wp.net und seinen Kandidaten/innen dafür kämpfen! - Versprochen!

22. Und jetzt wird erst einmal Urlaub gemacht

Unser strammes Arbeitsprogramm bei PRIMUS für das erste Halbjahr 2013 ist abgearbeitet. Das Seminargeschäft (PRIMUS SEMINARE) wächst munter weiter, die PRIMUS AKADEMIE startet - bestens vorbereitet - ab August 2013 und viele neue Ideen werden Sie alsbald überraschen!

Jetzt heißt es jedoch erst einmal: innehalten, entschleunigen und den Akku wieder aufladen.

Für uns geht es erst einmal nach Verona zu Nabucco und anschließend mit den kleinen Patenkindern im Wohnmobil nach Oberitalien - abhängen, Fahrradfahren, Eisessen ...

Das ganze PRIMNUS TEAM wünscht Ihnen erholsame Urlaubstage und eine gute Zeit!

Bis auf unser Wiedersehen!

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

 
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WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
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