newsletter Nr. 35 - Januar 2013

Themen des aktuellen Newsletters
01. Sorry - da muss ich noch mal nachlegen!
02. Wie kompetent ist unsere Berufsaufsicht?
03. Die Facharbeit von wp.net nimmt Fahrt auf!
04. Prognoseberichterstattung im Formulierungsnebel
05. Der geheimnisvolle Dr. Barthel
06. Da laufen sich wohl schon einige warm!
07. Wie wird man in Deutschland eigentlich Wirtschaftsprüfer?
08. Erfreulich: Franzi - das jüngste Häschen im Stall
09. Die "Nr. 2" verlässt das Schiff
10. Unser Timotheus macht jetzt richtig Karriere!
11. PRIMUS gibt 2013 wieder 15% Rabatt für wp.net Mitglieder
12. So - das reicht jetzt!

01. Sorry - da muss ich noch mal nachlegen!

Vielleicht haben Sie den Dezember-Newsletter Nr. 34 noch gar nicht gelesen - geschweige denn verdaut - und schon wieder News aus Kölle!?

Ich haue einen (verkürzten) Januar-Newsletter (Nr. 35) deshalb so früh raus, weil - ich habe da ein Gefühl....

Einige glauben wohl, dass die Hälfte des Berufsstandes in Urlaub ist und die andere Hälfte im Feiertagstaumel auf Tauchstation gegangen ist - und dann könnte man ja mal vollendete Tatsachen schaffen oder Lawinen lostreten.

Da muss ich mir etwas von der Seele schreiben - bevor hier einige Dinge vielleicht in die falsche Richtung laufen!

02. Wie kompetent ist unsere Berufsaufsicht?

Schaut man sich das aktuelle Organigramm der WPK an , so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass jeder Dritte, der allmorgentlich die Rauchstrasse 26 in Berlin betritt, uns beaufsichtigt und "über uns Gericht hält"! Ich zähle alleine neben dem Abteilungsleiter Krauß noch 3 Referatsleiter und 18 Referenten!

Bei allen handelt es sich um festangestellte Mitarbeiter, die gegenüber dem Geschäftsführer Maxl weisungsgebunden sind. Wenn wir in die aktuell verschickte Spartenrechnung der Kammer schauen, erfahren wir, dass wir uns unsere Aufsicht und Kontrolle 2013 über 11 Mio. € kosten lassen (APAK, SU, Berufsaufsicht und QK)! Über 50% der Kammereinnnahmen fließen in die Überwachung und Kontrolle! - Dies hat doch nichts mehr mit Freiem Beruf und Selbstverwaltung zu tun!

Das WPK-Haushaltsdilemma ist einen eigenen Newsletter wert. 

Heute soll es vielmehr um die Qualität der Berufsaufsicht und um einige Ungereimtheiten gehen.

Häufige Personalwechsel, Überwachung durch Nicht-Berufsträger/innen, eine empfundene "Ungerechtigkeit" und auch die seit Jahren von Kammervertretern immer wieder gebetsmühlenartig beklagte "Geheimgerichtsbarkeit" lassen bei vielen Berufsangehörigen deutliche Zweifel an der Kompetenz und Wirksamkeit der Berufsaufsicht aufkommen!

Daneben gibt es noch die Vorstandsabteilung Berufsaufsicht, der neben Jörg Müller (Vorsitzender) zwei weitere Wirtschaftsprüfer, drei Wirtschaftsprüferinnen und ein vBP angehören. In der Abteilung Berufsaufsicht sitzen die sog. "Laienrichter der Kammergerichtsbarkeit". Hier werden die Urteile gefällt, denen die APAK als letztinstanzliche Fachaufsicht nur zustimmen oder widersprechen kann.

Nach Ausführungen im Jahresheft "Die WPK 2011" (S.47) sind die ehrenamtlichen Kollegen (u.a.) für die "Überwachung der Einhaltung der den Mitgliedern obliegenden Pflichten" und Rügeverfahren zuständig.

Jetzt mal der Reihe nach:

Zunächst ist zwischen der Berufsaufsicht (§§ 61a ff. WPO) durch die WPK und der Berufsgerichtsbarkeit (§§ 67 ff. WPO) durch die ordentlichen Gerichte zu unterscheiden.

Der "Knaller": Nach § 63 I WPO entscheidet die WPK (bei "schwerer Schuld"), ob ein Berufsgerichtsverfahren eingeleitet wird.

Also konkreter gefragt:

Wer in der WPK entscheidet, welche Berufspflichtverletzung als mittelschwerer - oder als schwerer Schuldvorwurf einzuordnen ist und damit, ob die Sache "im Hause" bleiben kann oder der Generalstaatsanwaltschaft bzw. dem Gericht zu übergeben ist?

Inwieweit ist die APAK in diesen Prozess eingebunden?

Wer entscheidet, was der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht in ihren Sitzungen überhaupt zur Entscheidung bzw. Kenntnisnahme vorgelegt wird? - Doch wohl alleine die beiden Geschäftsführer, da "Krauß & Co." weisungsgebunden sind! - Oder?

Vielleicht könnte man ja hier einmal mit Transparenz anfangen, um dem dumpfen Gefühl abzuhelfen, dass die Big4 berufsaufsichtsrechtlich "geschont" werden. Warum wird kein Strafrahmen bekannt gegeben, um Transparenz zu schaffen? Oder ist der Strafrahmen etwa eine Frage der Größe der WP-Gesellschaft?

Im Sommer 2011 wurde der Fall SachsenLB, wegen unterlassener Anhangsangaben im Jahresabschluss 2006 von rund 11 Mrd. € (!), von der DPR aufgedeckt und von der WPK an die Generalstaatsanwaltschaft überwiesen. Der Bestätigungsvermerk wurde seinerzeit von PwC nicht eingeschränkt! - Die "Akte SachsenLB" wurde mit einer Einmalzahlung (wohl der Wiesbadener Versicherungsstelle) an den Freistaat Sachsen in Höhe von 40 Mio.€ "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" geschlossen - ich habe darüber berichtet.

Inzwischen sind über 4 Jahre Finanzmarktkrise vergangen und man fragt sich, was wurde seitens der WPK wegen der nicht eingeschränkten Bankentestate der HRE, IKB und Landesbanken eigentlich unternommen.

Man stelle sich doch nur vor, dass unsere Vorstandsabteilung "Müller, Witte & Co." den Bankenprüfern und Rechtsanwaltsgesellschaften von PwC und KPMG gegenüber sitzen - wie mag es da wohl zugehen? Wie urteilt man hier konkret über "Pflichtverletzungen", wenn man selbst noch nie eine Bank geprüft hat? Oder erst in 2009 zum WP bestellt wurde? - Die Fragen dürfen doch wohl gestellt werden!?

Kein geringerer als der heutige Vorstandsvorsitzende der KPMG (und damalige Bankentestierer) Klaus Becker teilte im Editorial der WPg 2008 der erstaunten Fachwelt mit: "Insbesondere in der Verbriefung von Krediten und der damit verbundenen Verteilung von Risiken liegt die Ursache für die sich global auswirkende Kredit- und Finanzmarktkrise. Dies ist insbesondere in der mangelhaften Transparenz der Verbriefung begründet."

Dieses Prüfungshemmnis hätte nach IDW PS 400 eine Einschränkung der Testate zur Folge haben müssen - diese gab es jedoch nicht!

Wenn die Berufsaufsicht einen schlechten Ruf hat, dann doch auch deswegen, weil sie nicht sagt, was sie eigentlich macht!

03. Die Facharbeit von wp.net nimmt Fahrt auf!

Nachdem die Verhältnisse bei wp.net wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen nimmt die Sach- und Facharbeit wieder Fahrt auf! Erfreulich ist, dass sich zunehmend Kollegen/innen melden und Ihre Mitarbeit anbieten - das finde ich toll!

Eine eigenständige mittelstandsfreundliche Facharbeit ist immer schon Ziel von wp.net gewesen. Das Engagement - inbesondere auch jüngerer Kollegen/innen - wurde in der Vergangenheit unterschätzt. Im Big4-gesteuerten HFA haben wir ohnehin keine Stimme und werden allenfalls geduldet.

Bitte engagieren auch Sie sich weiter in den Ausschüssen und Arbeitskreisen von wp.net und geben Sie dadurch der mittelständischen Idee eine kräftige Stimme!

Bitte melden Sie sich bei Interesse unter 089 / 700 2125 oder per Mail (info@wp-net.com) bei unserem geschäftsführenden Vorstand Michael Gschrei!

Am 14.01.2013 tagt der Arbeitskreis Rechnungslegung in Köln. Dies werde ich mir - trotz lädierter Stimme - nicht nehmen lassen und statte den Teilnehmern gerne eine Besuch ab! Ich freue mich schon darauf!

04. Prognoseberichterstattung im Formulierungsnebel

Als tätiger Abschlussprüfer und "stiller Beobachter des eBanz" staunt man nicht schlecht, was an Lageberichterstattung möglich ist - und nach der Jahresabschlussprüfung uneingeschränkt testiert wird (vgl. GOLDENER PRÜFERHAKEN 2012 im Newsletter Nr. 34)!

"Wunde Punkte" sind hier immer wieder die Risiko- und Prognose-Berichterstattung. Glaubt man jedoch, dass nur ungeübte Mittelständler mangelhafte Lageberichte aufstellen, so sieht die Praxis bei den DAX-30-Unternehmen ebenfalls bedenklich aus:

Im Newsletter 12/2012, S. 4 f. der Deutsche Vereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) (www.dsw-info.de) wird Bestandsaufnahme in den Geschäftsberichten der 30 "DAX-Tanker" gemacht. Und das Urteil fällt vernichtend aus!

Eine Untersuchung gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Kirchhoff Consult zeigt, dass die Abgabe von Prognosen eine "besonders ungeliebte Disziplin" ist. Einerseits werden Vorstände im Nachhinein daran gemessen und andererseits handelt es sich um wichtige relevante Informationen für den Kapitalmarkt!

9 von 30 Geschäftsberichte schneiden "unterdurchschnittlich" ab - lediglich 6 Unternehmen erreichen eine "hohe Transparenz"!

Die Deutsche Bank schafft es gar in ihrem über 530seitigen Geschäftsbericht auf 8 Seiten lediglich allgemeine Floskeln aneinanderzureihen und "nichts Wesentliches mitzuteilen"!

Auch die Deutsche Bilanzpolizei (DPR) und die BaFin haben das Thema der mangelhaften Prognoseberichterstattung "auf dem Schirm" und zuletzt die Merck KGaA bezüglich ihres Prognoseberichtes 2008 abgemahnt. Der von der Merck KGaA erhobene Einspruch beim OLG Frankfurt wurde am 24.11.2012 zurückgewiesen. Die fehlende Prognose wurde als "schwerwiegender Fehler der Rechnungslegung" eingestuft! - Zwischenfrage: Kümmert sich hierum eigentlich die WPK?

Dies sollte die Abschlussprüfer nichtssagender Geschäftsberichte nachdenklich machen bezüglich ihrer regelmäßig uneingeschränkten Testate!? Problematisch wird die Sache insbesondere dann, wenn die Mandanten in ihren 4-farbigen  Geschäftsberichten auf die uneingeschränkten Testate verweisen (IDW PS 202)!

Das Thema ist imer wieder das Gleiche:

Redepflicht und Warnfunktion in Prüfungsberichten und  Testat! Nach der Eigenverantwortlichkeit der einzelnen Berufsträger in den Big4 will ich gar nicht erst fragen.

05. Der geheimnisvolle Dr. Barthel

Mit ihm muss man immer rechnen: 69 Jahre alt, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Deutschen Buchprüfer Verbandes (DBV), berufspolitisch ein "alter Fuchs" und absolut willensstark - vBP StB RB Dr. Carl W. Barthel (mehr geht kaum noch). 

Doch der Reihe nach:

Schaut man auf seine 473 Seiten starke Homepage (www.dr-barthel.de) mit den 1.499 Links, so wird man (aufgrund der Verwirrung) virtuell von seinen zwei "Büromäusen" - Nadine Schlüter und Sonja Bonn - durch´s Büro geführt. Man darf auch einen Blick ins Chefzimmer werfen (Psst! Er ist im Diktat!) und den riesigen Besprechungstisch bewundern. Nebenbei darf man auch die Betriebsprüfungsstellen der Kölner Finanzämter nach Schulnoten bewerten - na, das wird dort aber Konsequenzen haben!

Wir haben es hier mit einem ausgesprochenen "Bewertungsexperten" zu tun, der neben Unternehmen auch Personen, Arbeitsverträge und berufspolitische Situationen (nach Gutdünken) bewertet.

War es nicht auch Dr. Barthel, der - nachdem er die Hinweise von seinen vBP-Kollegen aus der WPK bekam - juristisch gegen die sonderbaren und überdotierten 5-Jahres-Arbeitsverträge der beiden Geschäftsführer der WPK "vorging". Teilte er mir letztes Jahr doch auf Anfrage noch mit, dass "die Sache noch nicht abgeschlossen sei", er aber keinerlei Auskünfte geben könne. Frei nach dem Motto: Ich spiel den Ball und lasse keinen dran!

Jetzt hört man , dass Dr. Barthel den Verwaltungsrat des DBV, das BMWI (Rechtsaufsicht), die APAK (Fachaufischt der WPK) und die Staatsanwaltschaft informierte und gegen den Kammerpräsidenten Securs Strafanzeige wegen unberechtigter Titelführung (Dr.) gestellt habe. Seitdem sind bei unserem derzeitigen Kammerpräsidenten die beiden (verdammten) Buchstaben "verschwunden". 

Dr. Barthels Nähe zur Tersteegenstrasse in Düsseldorf (Untermieter des IDW) lässt vermuten, dass man sich hier die "Bälle zuwirft" und vereint oder verdeckt (gemeinsam) kämpft!? Über Klaus-Peters "Giftschrank" beim IDW mit umfangreichen Dossiers über engagierte Kollegen (auch über mich!) wird immer wieder berichtet. Langjährige Mitarbeiter des IDW behaupten gar, dass Klaus-Peter die Quialifikation eines "Geheimdienst-Chefs" hätte!

Vielleicht nervt es die Heckenschützen auch, dass Kollege Securs seit über 10 Jahren Honorarkonsul von Mauritius oder "Goldjupiterpreisträger" des Wirtschaftskommitee-Deutschland ist

Übrigens: Der Tipp mit der "faulen Promotion" soll aus der "Rechercheabteilung" einer Big4 Company gekommen sein! - Toll was? Die haben ihre blamable Wahlschlappe von 2011 immer noch nicht überwunden und schießen momentan offensichtlich die WPK für die nächste Wahl in 2014 "sturmreif". Dass sie hierdurch dem Berufsstand und der Kammer schaden, ist den Einkommensmillionären der Big4 und ihrem Helfershelfer Klaus-Peter in Düsseldorf ohnehin egal!

Stellt sich nur die Frage, warum man die arbeitsrechtliche Beurteilung und Klärung der GF-Verträge "schleifen lässt" und sich jetzt ein neues "Opfer" gesucht hat!? In wessen Auftrag handelt Dr. Barthel? Was erkunden Heckenschützen im Berufsstand in mühevoller Kleinarbeit gegen wen, um es zum geeigneten Zeitpunkt zu verwenden?

Oder ist Dr. Barthel in seiner "Promotions-Ehre" als Vorsitzender des Verwaltungsrates (eines sterbenden Berufsstandes) gekränkt? Ist es das gleiche leidige Gefühl, als müsse er als promovierter vBP unter Frau Bundesministerin Dr. Schavan arbeiten?

Lieber Kollege Dr. Barthel - Ich habe da einen Vorschlag: Untersuchen Sie doch einmal das Promotions- und Habilitationsgebahren bei den Big4 über die Stiftungs-Lehrstühle an diversen deutschen Hochschulen. Da könnte ich Ihnen so manchen Tipp geben!

06. Da laufen sich wohl schon einige warm!

Nachdem man den Kammerpräsidenten Claus Securs aus den Reihen des vBP-Lagers in "geheimen Vorstandssitzungen" momentan "sturmreif" schießen will und dabei in Kauf nimmt, dass das Ansehen des Berufsstandes und der WPK weiter geschädigt werden, gibt es offensichtlich einige, die sich daran laben bzw. hieraus ihre Vorteile ziehen wollen.

Die Big4 schaffen Unruhe, besorgen der WPK einen "Vertrauensverlust ohne Ende" und hoffen darauf bei der nächsten Beiratswahl im Juli 2014 die "alten Verhältnisse" wieder herzustellen.

Das IDW erweist sich als Bastion der Big4 - lebt Klaus-Peter doch üppig und im Verborgenen mit Geld und Duldung unserer 4 multinationalen Dienstleistungskonzerne! Schön, wenn man dann in der Tersteegenstrasse in Düsseldorf noch Untermieter hat (DBV), die für spezielle Dienste zur Verfügung stehen.

Und schon laufen sich einige Kandidaten aus Beirat und Vorstand "warm", um als 3. Kammerpräsident/in" innerhalb der Wahlperiode 2011 - 2014 "den Karren aus dem Dreck zu ziehen".

Nach Gesetz und Satzung darf der/die (künftige) Kammerpräsident/in nur aus den Reihen der Beiräte und Vorstände kommen, wobei ein Beirat zunächst in den Vorstand der WPK gewählt werden müsste, um dann "aus dem Kreis der Vorstände" vom gesamten Beirat zum Präsidenten gekürt zu werden!

Um es deutlicher zu sagen: Wir brauchen jetzt weder "Berufseinsteiger", die ihren Faible für die Berufspolitik "entdeckt" haben, noch "Titelhelden" (Berufstitel / Promotionen etc.) die in irgendeiner Form angreifbar sind!

Vielleicht legen es die Big4 mit Naumann, Barthel & Co. auch darauf an, das Experiment "Mittelstand übt Berufspolitik" vollends scheitern zu lassen, um vielleicht die Legislaturperiode vorzeitig zu beendigen. Damit wäre dann soviel Wählerfrust erzeugt, dass ein zweiter Versuch für den Mittelstand eher unwahrscheinlich würde!?

Eine Frage hab ich noch: Welche Mission haben in diesen stürmischen Zeiten eigentlich die Vizepräsidentin und die beiden Geschäftsführer der WPK?

07. Wie wird man in Deutschland eigentlich Wirtschaftsprüfer?

Als langjähriger Repetitor für die Vorbereitung auf das WP-Examen (1986 bis Mai 2009) habe ich die Sorgen und Ängste vieler Kandidaten/innen kennengelernt und ca. 2.500 auf ihrem "Knochengang zum vBP/WP-Examen" begleiten dürfen. Ich habe immer versucht den angehenden Kolleginnen und Kollegen die Angst zu nehmen, Mut zu geben und Hilfestellungen zu bieten.

Ende der 80´iger Jahre wurde der Berufszugang durch neue EU-Richtlinien, EU-Registrierungen, Anerkennungsverfahren und Eignungsprüfungen zunehmend komplex. Plötzlich hatte ich Italiener, Briten, Niederländer und Franzosen in den Lehrgängen, die nach Ablegung einer "schlanken" Eignungsprüfung die (volle) Berufszulassung in Deutschland bekamen.

Mit Fragen nach den Zulassungsvoraussetzungen und der Zusammenarbeit mit ausländischen Berufsorganisationen betrat man Neuland! Dies war (und ist) seit 2005 Sache der WPK, die sicherstellen musste, dass die Voraussetzungen ihrerseits qualifiziert nachgeprüft wurden und tatsächlich vorlagen.

Heutzutage ist eine "WP-Geburt" durch die Master-Studiengänge nach §§ 8a und 13b WPO schon fast eine "Wissenschaft für sich", jedoch nicht so undurchsichtig wie ausländische Registrierung und deren Überprüfung.

Praxis: Manchmal kann man ja nur staunen, dass Berufsvertreter über eine ganze "Latte" ausländischer Registrierungen, Anerkennungen und Zulassungen verfügen, die fast eine halbe Seite ihres Briefkopfes füllen. Kann man doch nur hoffen, dass es hier immer mit rechten Dingen zugegangen ist!? Erinnert mich dies doch auch sehr an Stiftungslehrstühle, Lehrbeauftragungen und damit zusammenhängende Dissertationen und Habilitationen (insbesondere bei den Big4).

Warten wir die nächsten Wochen und Monate einmal ab.

08. Erfreulich: Franzi - das jüngste Häschen im Stall

Durch Umstellung der Studiengänge und Audit Xcellence der Big4 wird der Berufsnachwuchs immer jünger.

Nicht nur die "Frauenquote" steigt stetig im Berufsstand (über 15%!), sondern auch die Quote der Youngster, die im "schnellen Durchmarsch" mit unter 30 Jahren vereidigt werden.

War der männliche WP-Kandidat zu meiner Zeit (Bestellung 1986!) noch 34 Jahre alt, so ist das Bestellungsalter heute deutlich gesunken.

Les ich doch zuletzt bei meiner 6-stündigen morgentlichen Zeitungslektüre neben dem "Helgoländer Boten" auch das "Westfalen-Blatt", muss ich dort lesen, dass Franziska Grabenkamp aus Lünen/Westfalen mit 26 Jahren das WP-Examen als jüngste Kandidatin in NRW bestanden hat.

Im Interview gibt sie an, dass sie viel Zeit mit ihren Eltern verbringt und als Prüferin "manchmal ja auch Dinge feststellen muss, die nicht ganz angenehm sind."

So, demnach ist "das jüngste Häschen im Stall" also mal gerade 26 Jahre jung und arbeitet bei Warth + Klein Grant Thornton in Düsseldorf. Da ich sie noch nicht im Register der WPK gefunden habe, ist anzunehmen, dass sie das Examen nach § 8a WPO abgelegt hat und nun noch 2 unangenehme Dinge in der Praxis feststellen muss bevor sie bestellt wird.

So liebe Youngster: Franzi hat damit die Latte gelegt! Es gilt nun Franzi (deutlich) zu unterbieten - vielleicht schafft´s ja mal eine(r) mit 17,5 Jahren?

09. Die "Nr. 2" verlässt das Schiff

Er nutzte fast jede Möglichkeit darauf hinzuweisen, dass er - hinter Michael Gschrei - "die Nr. 2 bei wp.net" ist. Zuletzt hatte er dies auf der a.o. Mitgliederversammlung in Frankfurt im Juli 2012 den anwesenden Kollegen/innen eindrucksvoll mitgeteilt, als es um die Neu-Ausrichtung von wp.net bzw. die Abwahl des geschäftsführenden Vorstandes ging.

Doch ansonsten ist es ruhig geworden um WP/StB/CPA Dipl.-Kfm.  Jörg Müller - die Nr. 2 von wp.net. Jetzt ist er im Vorstand der WPK, Vorsitzender der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht und gehört diversen Ausschüssen an - also voll beschäftigt!

Obgleich er noch im Juli 2012 für wp.net "die Fahne hoch hielt", teilte er kurz vor Jahresende 2012 mit, dass er seine Mitgliedschaft kündige, "da wp.net nicht mehr seriös die Interessen des Mittelstandes vertrete". Will er etwa mit seinem Ausscheiden aus wp.net wieder für Seriösität sorgen? 

Da es am fälligen Mitgliedsbeitrag für 2013 wohl nicht gelegen haben kann, fragt man sich nach dem wahren Grund.

Also - adios und gute Reise!

10. Unser Timotheus macht jetzt richtig Karriere!

Hatten wir doch sehr ausführlich über den grandiosen Vortrag von Timotheus Höttges - Finanzvorstand der Telekom - auf der Schmalenbach-Tagung 2011 in Köln (Newsletter Nrn. 23-25!) berichtet, so gibt es jetzt wieder Neues über ihn zu berichten. 

René Obermann (Göttergatte der Talk-Lady Maibrit Illner) verkündete überraschend am 20.12.2012 der im Weihnachtstaumel befindlichen interessierten Öffentlichkeit, dass er "keinen Bock" mehr auf Vorstandsvorsitz und Millioneneinkommen hat. Genauer gesagt möchte der 49-jährige ab 50 lieber wieder Kundennähe haben und "Dinge entwickeln".

Läuft im Windschatten in der Pressekonferenz hinter René doch gleich Timotheus ins Bild und sagt: "Dann mache ich das Ding ab 2014!". Gesagt, getan - ein Mann ein Wort!

Doch jetzt einmal der Reihe nach:

Da maßt sich ein DAX-Vorstand an, mit einjährigem Vorlauf seinen Abgang zu zelebrieren und zeigt dem Aufsichtsrat klar und deutlich wo die Personalkompetenz liegt - nämlich in aller Selbstherrlichkeit bei ihm! Dies ist gegen alle aktienrechtlichen Vorschriften und ein  Negativbeispiel in Sachen Corporate Governance (heißt: "gute Unternehmensführung").

In gleichem Atemzug benennt René mit gleicher Selbstherrlichkeit seinen kahlköpfigen Nachfolger - auch dies verstößt massiv gegen geltendes Recht und gegen alle Regeln guter Unternehmensführung. Damit will er offensichtlich jedwede Diskussion über die "Qualifikation" von Timotheus Höttges im Keime ersticken.

Dieser war in 2011 doch schlagartig bekannt geworden, als er über die Auswahl der neuen Telekom-Abschlussprüfer (PwC) auf der Schmalenbach-Tagung arrogant und borniert räsonierte: "Erst wenn ich die Handynummern der WP-Partner habe, bekommt die Gesellschaft meine Zustimmung und damit das Mandat!"

- Süss, oder??

Äußerst peinlich waren hierbei wohl auch die Rollen der auf der Tagung anwesenden, jedoch verstummten Professoren Kämpfer (PwC), Naumann (IDW) und Pellens (Schmalenbach-Gesellschaft), die zu diesem "peinlichen Theater" nur lächeln konnten!

Zur Farce wurde die Pressekonferenz der Telekom am 20.12.2012 erst recht, als Obermann erklärte, dass man wohl unter "Kundenfreundlichkeit bisher verstanden habe, dass die Kunden zu uns freundlich sein müssen!" - Das heißt doch im Klartext: Wir haben die Kunden bisher auf den Arm genommen!

Eine Frage hab ich noch: Glauben Sie das PwC für 2012 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG uneingeschränkt testiert? 

Jetzt darf ich Sie aber bitten!!!

- Natürlich das!!! - Insbesondere wenn man sich mit der ersten Abschlussprüfung doch bei "dem scharfen Timotheus" erst einmal warm läuft.

Tipp: Wenn Sie den 25 seitigen PS 345: "Auswirkungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf die Abschlussprüfung" (FN 11/2012, S.600 - 624) lesen, so glauben Sie "im falschen Film zu sein"!

Resümee: Ein (weiteres) Negativbeispiel der Selbstherrlichkeit, Arroganz und Instinktlosigkeit hochbezahlter Manager, die sich auf das Aktiengesetz und den Corporate Governance Kodex "ein Ei pellen"! 

Und wo sind Redepflicht und Warnfunktion des Berufsstandes???

11. PRIMUS gibt 2013 wieder 15% Rabatt für wp.net Mitglieder

Nachdem im Juni 2012 mit wp.net eine neue Vereinbarung geschlossen werden konnte, gewährt PRIMUS allen wp.net-Mitgliedern wieder - wie in Vorjahren - einen 15%igen Sonderrabatt bei Besuch der Seminare.

PRIMUS wird gemeinsam mit und ergänzend zu wp.net eine qualifizierte Aus- und Fortbildung für kleine und mittelgroße WP-Kanzleien sicherstellen.

Neben der quartalsmäßigen Veranstaltung AKTUELLES PRÜFUNGSWESEN und dem halbjährlichen FACHFORUM PRÜFUNGSWESEN wird die Primus Akademie in 2013 wieder die bundesweite berufsbegleitende Ausbildung für Assistenten/innen durchführen.

wp.net wird weiterhin Spezialseminare anbieten und hier das Angebot deutlich ausweiten.

PRIMUS unterstützt wp.net bei seiner Seminarwerbung.

Übrigens zu unseren Seminaren sei nochmals gesagt: Kopien unserer Originale können Sie bei Dr. Farr, Lösle, AKS etc. hören - es sind aber nur Kopien - und diese sind halt immer schlechter als das Original!

12. So - das reicht jetzt!

Dies musste ich nach dem Fest der Besinnung unbedingt noch loswerden.

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich nochmals für 2013 einen guten Start, alles Gute, Gesundheit und Erfolg!

Außerdem wünsche ich Ihnen ein gutes Maß an Gelassenheit - es reicht aus, wenn ich mich "tierisch aufrege". Manchmal macht es mich auch einfach nur traurig.

Ihnen verspreche ich, dass ich auch in 2013 wieder viele Fragen stellen und vielleicht auch nerven werde. - Freuen Sie sich auf die nächsten Newsletter!

Mit kollegialem Gruß aus Kölle

Ihr

Dirk Hildebrandt

 
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WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
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