newsletter Nr. 31 - Mai 2012

Themen des aktuellen Newsletters
01. Die Würfel sind gefallen!
02. Wieviel Mitglieder hat wp.net?
03. Wirtschaftsprüfer als Bundespräsidenten ?
04. E&Y : Und weg ist das Nord-LB-Mandat!
05. Umsatzsteuerbetrug - Eldorado für Kriminelle!
06. Was läuft da hinter den Kulissen?
07. IT-Sytsemprüfung? - wir helfen!
08. Neues von Corinna
09. PwC und die Bewertung der Lufthansa-Meilen
10. Einmal Geldwäsche bitte!
11. WP-Examensvorbereitung bald im Internet
12. Die Big Four schulen (ihre) Aufsichtsräte (?)
13. Bilanzpolizei hat Metro und KPMG am Wickel
14. "Dann hätten Sie halt nicht nachfragen dürfen!"
15. Die "Hirtenbriefe" des Johannes
16. Kaufen Sie doch das Buch!
17. So - das reicht wohl!?

01. Die Würfel sind gefallen!

In einer außerordentlichen Beiratssitzung (51 WP´s und 14 vBP´s) wurden am vergangenen Freitag zwei neue Vorstände aus der Berufsgruppe der Wirtschaftsprüfer in den WPK-Vorstand gewählt. Dies war erforderlich, da durch die Rücktritte unseres EX-Kammerpräsidenten Michael Gschrei und des Kollegen Thies Wöllecke zunächst zwei Sitze im insgesamt elfköpfigen WPK-Vorstand (8 WP´s und 3 vBP´s) neu besetzt werden mussten.

Aus dem Kreis der neuen Vorstände wurde anschließend Herr Kollege WP/StB Dr. Claus C. Securs, Düsseldorf, zum neuen Kammerpräsidenten gewählt.

Neuer WPK-Vorstand wurde außerdem der Kollege WP/StB Dr. Alexander Vieler aus Chemnitz.

Ich habe beiden Kollegen nach der Wahl meine Glückwünsche übermittelt und meinem Wunsch Ausdruck verliehen, dass wir in der restlichen Legislaturperiode (bis Juli 2014) hoffentlich noch einige positive Impulse für den mitttelständischen Berufsstand setzen können.

In der Pressemitteilung der WPK vom 27.04.2012 betonte der neue Kammerpräsident die Verdienste seines Vorgängers bezüglich der "Skallierten Abschlussprüfung" und die "Einführung einer Gebührenordnung".

02. Wieviel Mitglieder hat wp.net?

Nach § 4 Abs. 4 der Satzung von wp.net ist allen Mitgliedern eine Mitgliederliste im passwortgeschützen Mitgliederbereich zugänglich zu machen.

Sucht man jedoch die Mitgliederliste um bspw. zu prüfen, ob das Quorum für eine a.o. MV bereits erreicht ist, so läßt sich dort NICHTS finden.

Auch PRIMUS bat seit Dezember 2011 um Übersendung einer aktualisierten Liste zwecks Rabattierung der Seminarabos 2012. Bis heute haben wir keine Liste erhalten. Zu der "Schlussliste Michael Gschrei" bekamen wir ein DIN A 4 Blatt mit 20 neuen Mitgliedern für die Zeit November 2011 bis März 2012, ohne Kündigungen, Aktualisierungen etc..

Auf Nachfrage einzelner Mitglieder antwortete die Geschäftsführerin aus Leipzig, dass die homepage nicht im Eigentum von wp-net stehe, die Liste nicht aktuell sei und verschiedene Mitglieder dem Eintrag im Internet nicht zugestimmt haben!?

Unter einer geordneten Geschäftsführung verstehe ich etwas anderes!

Am 16.04.2012 kam dann gnädigerweise der "8. Hirtenbrief" der Geschäftsleitung: "Wir sind 884 stimmberechtigte Mitglieder" - Hurra! - jetzt wissen wir´s. Endlich eine Zahl, auf die wir monatelang gewartet haben.

Jetzt verschwindet man in Leipzig und Berlin wieder "in der Versenkung" - bis die nächste Mitteilung kommt. Wir warten alle so sehnsüchtig auf den nächsten Brief aus dem fernen Berlin / Leipzig - und keiner weiß, wie lange man uns wieder warten läßt - oder worauf wir überhaupt noch warten!?

Klartext: Mit diesem "Affentheater" muss endlich Schluß gemacht werden. Es ist für Wirtschaftsprüfer beschämend und lächerlich zugleich

03. Wirtschaftsprüfer als Bundespräsidenten ?

Im Zuge der (leidigen) Diskussion über den Bundespräsidenten in den letzten Monaten recherchierte ein befreundeter Kollege aus Buxtehude einmal, welche Berufe die bisherigen Bundespräsidenten hatten.

Und siehe da - er wurde fündig:

Richard von Weizäcker, CDU, der das Amt von 1984 - 1994 bekleidete, war von Beruf Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer.

Walter Scheel, FDP ("Hoch auf dem gelben Wagen" - 300.000 verkaufte Schallplatten!), bekleidete als selbstständiger Wirtschaftsprüfer das Amt von 1974 bis 1984.

Demnach muss es doch wohl "starke Persönlichkeiten" im Berufsstand geben, die auch gesellschaftliche und politische Akzente setzen können - und ethisches Verhalten vorleben können.

Vielleicht muss sich der Berufsstand in unserer Gesellschaft einmal neu positionieren. Diese Beispiele zeigen doch, dass Wirtschaftsprüfer wohl mehr sind als "Bilanzakrobaten" und mehr erbringen als "austauschbare Dienstleistungen zu Dumpinghonoraren".

Personen haben wir im Berufsstand genug, doch "Persönlichkeiten" scheinen immer seltener zu werden!?  

04. E&Y : Und weg ist das Nord-LB-Mandat!

Grundsätzlich ist der Markt der Bankenprüfungen in Deutschland aufgeteilt zwischen PwC und der KPMG. Einige wenige Bankmandate sind bei E&Y und dem Verfolgerfeld.

Die NordLB wurde bisher von den Earnies (E&Y) geprüft - bis die BaFin kam.

Die BaFin beaufsichtigt rd. 2.000 Banken und 800 Finanzdienstleister in Deutschland. Die rechtliche Grundlage hierzu ist insbesondere das Kreditwesengesetz (KWG).

Nach eingehender Prüfung des Geschäftsberichtes 2009 hat die BaFin nun das Ergebnis mitgeteilt und die NordLB am 04.04.2012 zu einer ad-hoc-Mitteilung veranlaßt.

Demnach ergeben sich aus dem von E&Y uneingeschränkt testieren Abschluss 2009 Bilanzierungsfehler von insgesamt über 80 Mio. €, was den ausgewiesenen Verlust der NordLB entsprechned erhöht!

Die Gesellschafter der NordLB zogen die Konsequenzen und zeigten den Earnies wie eine Prüferrotation funktioniert. Mittlerweile testiert die Profiabteilung der KPMG die Abschlüsse (für "schlappe" 4,3 Mio. €).

05. Umsatzsteuerbetrug - Eldorado für Kriminelle!

Früher waren es Autos, Handys und Computer, die über (Schein-)Firmen im In- und Ausland solange "im Kreis geschickt" wurden, bis der deutsche Fiskus in Form erstatteter Vorsteuer draufzahlte. Die Firmen waren zwischenzeitlich schneller verschwunden, als sie aufgetaucht waren und die erstatteten Steuern waren weg.

Vor wenigen Jahren waren es dann die Verschmutzungsrechte (Zertifikate). Hier war noch alles viel einfacher, da die Ware nicht bewegt werden musste. Dann schlug jedoch die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft in einer groß angelegten Razzia im In- und Ausland zu und hob ein internationales Umsatzsteuer-Karussell aus. Gegen 150 Personen (unter anderen auch die Deutsche Bank!) wird noch ermittelt. 6 Personen hat man vom Landgericht Frankfurt aus bereits für bis zu 8 Jahre "in die Kiste gesteckt". Die Hintermänner vermutet man in Dubai und England - sie wird man wohl nie dingfest machen können.

Der von Interpol festgestellte Schaden belief sich auf 5 Milliarden € binnen weniger Monate! Nach der Razzia brach der Zertifikatehandel in Deutschland um 90 % ein!

Ein alarmierender Vermerk des Bundesamtes für Steuern läßt nun wieder aufhorchen.

Neueste Masche der Kriminellen ist der Handel mit Strom, der auf dem Weg zum (mehrwertsteuerpflichtigen) Endverbraucher sieben- bis achtmal ge- und verkauft wird. Die Bundesnetzagentur, die den Energiemarkt beaufsichtigt, hat bereits alle Stromversorger gewarnt, dass "Karussell-Betreiber" Megawattstunden so lange im Kreis veräußern, bis es dem Fiskus schwindelig ist. Firmen im In- und Ausland kassieren wieder einmal Millionensummen an erstatteter Vorsteuer bevor sie schneller wieder verschwinden, als sie aufgetaucht sind.

Der Knaller ist, dass die "Drecksäcke" aus dem kriminellen Zertifikatehandel mit den gleichen "Schweineadressen", Firmen und Strohmännern wieder in Erscheinung treten, gegen die man bereits ermittelt hatte.

Wann wird die Politik hier endlich wach! Globalisierung, EU und internationaler Handel lockt offensichtlich kriminelles Handeln an. Auch hier sind vBP´s und WP´s in ihrem gesetzlichen Auftrag gefordert. 

06. Was läuft da hinter den Kulissen?

Wenn man meine newsletter einmal Revue passieren läßt ("Das Beste aus 5 Jahren PRIMUS"), so bekommt man so ein "Bauchgefühl", dass im Berufsstand und in der Politik "etwas nicht stimmt"!

Immer wenn es um "Skandale" der Big Four und um medienwirksame Sachverhalte geht, verlaufen Ermittlungen und Aufsichtsverfahren in sicherer Regelmäßigkeit "im Sande".

Was ist aus der nichtigen Bestellung von PwC zum Abschlussprüfer des ehemaligen Bundesunternehmens TELEKOM geworden. WPK, APAK und Generalstaatsanwaltschaft stellen das Verfahren ohne weitere Begründung (!!!) ein - ein Witz!

Was war jetzt mit den 55,5 Mrd. € und dem "Buchungsfehler" von PwC? Schäuble erklärt den Untersuchungsbericht der Bundesbank zur Verschlußsache - und "aus die Maus"! Selbst die WPK erhält keine Einsicht, stochert somit im Nebel und - stellt die Ermittlungen ein!

Ob Leihbeamte in Bundesministerien, TelDaFax-Testate, fragwürdige Gutachten bei der BayernLB, Beluga Shipping und der "kleine Nils", Yehudi-Menuhin-Stiftung - alles verläuft im Sande, wird eingestellt und auf Nachfrage verweist man auf die Verschwiegenheit. Offensichtlich ist dies der "letzte Rettungsanker", um Akten zu schliessen und auf Vergeßlichkeit in schnelllebiger Zeit zu hoffen.

Oder glauben Sie etwa, dass trotz Bilanzierungsfehlern in Milliardengrößenordnung der Abschluss der LUFTHANSA 2011 ("unser Bundeskranich") jemals für nichtig erklärt werden wird? Trotzdem laß ich mich nicht entmutigen und werde weiterhin recherchieren, aufdecken und darüber schreiben!

Heuchlerisch finde ich jedoch, wenn die WPK schreibt, dass sie an die Verschwiegenheit gemäß § 64 WPO gebunden ist, dies im "Zeitalter der Transparenz" jedoch "nicht mehr für zeitgemäß" hält.

Meine Antwort: Ja, dann ändern sie doch etwas! Mit Verdecken und Vertuschen hat sich wahrlich noch keine Gesellschaft weiterentwickeln können!

07. IT-Sytsemprüfung? - wir helfen!

Ich hatte es Ihnen versprochen - und jetzt möchte ich es einlösen!

Es gibt Teilbereiche des Wirtschaftlichen Prüfungswesens, die Spezialwissen voraussetzen, was in kleineren und mittelgroßen Kanzleien oftmals nicht (oder nur unzulänglich) vorhanden ist. Dazu gehört insbesondere die IT-Systemprüfung. Dies gilt insbesondere auch bei Systemeinführungen und -umstellungen des Mandanten!

Testieren wir doch mit jedem Bestätigungsvermerk, dass die der Rechnungslegung zugrundeliegende Buchführung den GoB entspricht (§§ 243 I, 317 I, 322 HGB). Dies heißt bei genauerer Betrachtung, dass das IT-System des Mandanten GoB-konform ist. Und das muss wohl erst einmal prüferisch festgestellt werden (IDW PS 330, FAIT 1).

Weiterhin muss betont werden, dass die bisherigen "Komplexitätsfragebögen" und Softwarebescheinigungen alleine haftungsrechtlich wohl kaum ausreichend sind, um sich exkulpieren zu können.

Um diese "offene Flanke" zu schließen hat PRIMUS nach einem IT-Systemprüfer gesucht, der (zwar kein Wirtschaftsprüfer ist), jedoch den notwendigen Sachverstand im Wirtschaftlichen Prüfungswesen hat. 

Wir haben ihn nun gefunden: HMC Hahne Management Consulting

Herr Hahne hat das nowendige Knowhow bereits hinlänglich in der mittelständischen Praxis bundesweit erprobt und seine (mir seit Jahren bekannte) Mutter ist bereits seit 22 Jahren als Berufsträgerin tätig.

Herr Hahne hat speziell für PRIMUS 3 Leistungspakete geschnürt, welche direkt  auf die Belange unserer Kanzleien und Mandanten abgestellt ist. Ich bin sehr glücklich, dass wir Herrn Hahne als Kooperationspartner gewinnen konnten und er uns diese "offene Flanke" zu absolut fairen Preisen (inkl. Reiskosten und Bericht) fachmännisch und sachverständisch (IDW PS 322) abarbeitet.

Übrigens: PRIMUS hat finanziell NICHTS davon. Wir sind froh, dass wir hier vermitteln und Hilfe anbieten können.

Schauen Sie doch einmal in unsere gemeinsame Broschüre .

08. Neues von Corinna

Nein keine Angst! - es gibt noch mehr Corinna´s im Berufsstand.

Bereits im Februar 2010 hatte ich über die Ex-Bankmanagerin und "Phantom-Wirtschaftsprüferin" Corinna Linner berichtet, die den Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB mit einem Bewertungsgutachten begleitete. Dieser Kauf hat den Bayerischen Staat mittlerweile über 3 Mrd. € gekostet. 

Die "Phantom-Wirtschaftsprüferin" brachte es fertig in 3 (annähernd zeitgleichen) Gutachten auf 3 verschiedene Werte zu kommen und zu testieren - je nachdem, wer das Gutachten verwerten wollte. Im Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtages  wurde festgestellt, dass das Gutachten "von derart mangelnder Qualität und nicht nachvollziehbar" sei.

Ihre Angaben in der Presse, dass sie seit 17 Jahren als Wirtschaftsprüferin zugelassen sei, erwiesen sich nach meinen Recherchen als falsch, da sie erst seit 17 Monaten zugelassen war und zuvor bei der Commerzbank gearbeitet hatte.

Jetzt ist Corinna nach 2 Jahren wieder aufgetaucht, da sie bei der JK Wohnbau AG als Sonderprüferin vorgeschlagen wurde. Dem Großaktionär und Ex-Vorstand Kastenberger, der dadurch bekannt wurde, dass er nach "Gutsherren-Art" bilanzierte verweigerten die Abschlussprüfer aus Stuttgart zuletzt das Testat 2010.

Nun will der neue Vorstand von Corinna wissen, was an den Abschlüssen 2009 ff. falsch ist, um ggf. Schadenersatzansprüche gegen Kastenberger geltend zu machen.

Also Corinna - dann mal los. Jeder hat eine 2. Chance.

Aber nicht wieder in der gleichen Sache auf 3 verschiedene Ergebnisse kommen!? 

09. PwC und die Bewertung der Lufthansa-Meilen

PwC Düsseldorf testiert seit Jahren die Abschlüsse der Lufthansa AG. Auf der Hauptversammlung am 08.05.2012 in der Kölner Lanxess-Arena droht Ungemach und es wird von Aktionären im Gegenantrag ein neuer Abschlussprüfer gefordert.

Ärger hat die LUFTHANSA in letzter Zeit mit ihren Vielfliegern, die die Herabstufung des Wertes ihrer Prämienmeilen anzweifeln.

21 Mio. Vielflieger haben mit miles and more per 31.12.2011 rd. 201 Mrd. Prämienmeilen erflogen, die im Jahresabschluss mit einem Rückstellungsposten in Höhe von € 1,607 Mrd. passiviert wurden. Mit den Vielfliegern der Lufthansa gibt es jedoch in letzter Zeit deshalb Ärger, weil man die Gegenwerte für die Prämienmeilen (Flüge, Weine, Rimowa-Koffer etc.) seit Anfang 2011 um rd. 15 - 20 % abgewertet hat.

Ein Vielflieger aus Hamburg (IT-Professor) hatte sich jetzt erfolgreich beim Landgericht Köln gegen die Herabstufung seiner Prämienmeilen (887.000!) zur Wehr gesetzt (AZ 14 O 245/11). Hierbei musste die LUFTHANSA die Berechnung des Prämienwertes "entschlüsseln" und legte Unterlagen vor, aus denen hervorging, dass der Wert einer Prämienmeile 2,77 Cent beträgt.

Schaut man jedoch in den aufgestellten Abschluss der LUFTHANSA zum 31.12.2011, so zeigt sich, dass der Wert der Prämienmeile mit (nur) 0,8 Cent / Meile angenommen wurde. 

Hallo! - Nur eine Berechnung kann doch wohl richtig sein!?

Deshalb haben Aktionäre einen Gegenantrag zu HV gestellt, dass die Rückstellung zu korrigieren ist auf 4,020 Mrd. €, was das Ergebnis um - 2.413.000.000 € (2,413 Mrd. €) belastet! 

Gleichzeitig wird die Wahl eines anderen Abschlussprüfers "zum Wohle der Gesellschaft und dem Schutz vor weiteren Bilanzierungsfehlern und deren Auswirkungen" gefordert.

Woran denken Sie jetzt noch? - Richtig - drohende Nichtigkeit des Abschlusses gemäß § 256 V AktG!? Für den Fall, dass die HV den vorgelegten Abschluss feststellen sollte, dürften wohl Feststellungsklagen auf Nichtigkeit (§ 256 VI AktG) die Folge sein.

Wohl auch ein Fall für die DPR und die WPK.

Zwischenzeitlich liegt gegen die LUFTHANSA auch eine Strafanzeige wegen "gewerbsmäßigem Betrug in 21 Millionen Fällen" vor! 

Ach, Sie denken jetzt ich hätte hier die "Finger im Spiel"? - Nein, ich bin nur einer der "Betrogenen"!

10. Einmal Geldwäsche bitte!

Das Bundeskriminalamt (BKA), der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), die OECD und die EU waren sich auf einer Sicherheits-Fachtagung einig: Nirgendwo ist Geldwäsche einfacher als in Deutschland!

Schuld an dieser Misere ist vordergründig die Personalknappheit der Ermittlungsbehörden, tatsächlich ist es jedoch der fehlende politische Wille, die organisierte Kriminalität (OK) zu stoppen.

Zwar stieg die Zahl der Geldwäsche-Verdachtanzeigen in 2010 um 20% auf über 11.000, doch stammen diese fast alle aus dem Finanzsektor. Aus dem Immobilien- und Gastronomiesektor werden keinerlei Verdachtsanzeigen gemeldet - und dies ist die Lücke. Ein weiteres Eldorado der Geldwäscher ist das Internet (E-Geld). 

Weiterhin sind die Beschlagnahmemöglichkeiten von illegalem Geld nach § 73d StGB völlig unzulänglich. In den Niederlanden und Italien wird ein Vielfaches dessen an illegalem Geld bei Tätern und Dritten (!) beschlagnahmt, als im "Vorzeige-Waschsalon Deutschland".

Italienische Ermittlungsbehörden haben Beweise dafür, dass Mafia-Clans seit Jahren ihre Firmensitze nach Deutschland verlegt haben. Die EU hat Geldwäsche und Bandenkriminalität bereits zur "schwersten Bedrohung für die innere Sicherheit der EU" eingestuft!

Jeder sieht, dass viele Esslokale leer sind, jedoch bei den Finanzämtern blendende Umsätz gemeldet werden und die Lieferanten oft aus Scheinfirmen im benachbarten Ausland bestehen! - Und NICHTS passiert!

Man weiß, dass die 400 Spielhöllen in Berlin ("pleite - aber sexy!") vorwiegend der Russen-Mafia gehören und dort "Geld ohne Ende (GoE)" gewaschen wird! - Und NICHTS passiert!

Die Financial Action Task Force (FATF) schätzt das illegale Geld in Deutschland auf 500 Milliarden €. Die OECD schätzt, dass jährlich zwischen 43 und 57 Milliarden € in Deutschland gewaschen werden.

Na dann: Gute Nacht!

Da ändert man in Deutschland alleine in 2011 dreimal das Geldwäschegesetz (GwG) - und dann dieses Ergebnis!?!

Oder wollen die Politiker (aus welchen Gründen auch immer) nicht eingreifen??

11. WP-Examensvorbereitung bald im Internet

Bereits mehrfach habe ich über die schwindenende Anzahl der Examenskandidaten in den WP-Lehrgängen und den immer härter werdenden Wettbewerb der Anbieter berichtet.

Zunächst attakiert seit Jahren ECONECT bundesweit AKS im Markt und dann kreuzt auch noch das IDW mit einem eigenen (unterbesetzten) Präsenzlehrgang in Düsseldorf auf. Die Big Four gehen ohnehin mit ihrer auditexcellence-Initiative eigene Wege und absorbieren damit rd. 40% der gesamten Examenskandidaten, die im Rahmen des Masterstudiums direkt auf das WP-Examen vorbereitet werden. Trotzdem macht AKS ab sofort (neben Köln!) nun auch einen Crash-Kurs in Düsseldorf!?

Ab 2012 kommt noch mehr Bewegung ins Spiel, da nun der erste Internet-Anbieter am Markt erschienen ist: www.akademiehoch2.de

Gearbeitet wird in Online-Seminaren, die "nach der erprobten WebLive-Methode" durchgeführt werden. "Alles, was Sie benötigen ist ein PC, ein Internetzugang und ein Headset."

Dahinter steht als Geschäftsführerin Antje-Christiane Herbig-Knudsen, die (erst) am 17.01.2012 als Wirtschaftsprüferin bestellt wurde. Das nennt man "echtes start-up"! Weitere Dozenten werden noch gesucht; ein Bewerbungsbogen ist direkt auf der homepage runterzuladen.

12. Die Big Four schulen (ihre) Aufsichtsräte (?)

Es gibt in Deutschland rd. 100.000 Aufsichtsräte , die über die mehr als 15.000 AG´s wachen! 

Spätestens seit der Finanzmarktkrise wird es haftungsrechtlich "enger" für die Kontrolleure. Auch der Gesetzgeber und der Corporate Governace Kodex (CGK) stellen zunehmend höhere Anforderungen an die Besetzung des Kontrollorgans.

Jedem Aufsichtsrat ist sicherlich auch noch die Schadensersatzzahlung von 5 Mio. € des "Mister Siemens" (Heinrich von Pierer) nach der Korruptionsaffäre Siemens in Erinnerung.

Für die Big Four und McKinsey & Co. stellen die Aufsichtsräte auch eine "sehr interessante Zielgruppe" dar, da dort Prüfungs- und Beratungsaufträge ("ohne Ende") akquiriert werden können.

Also kümmert man sich doch gleich einmal (ganz uneigennützig) um diese "besondere Klientel" und vermittelt ihnen das notwendige Know How.

Dies geschieht so, dass man "Board Academy´s" gründet, wo man entsprechendes Wissen zu überteuerten Seminargebühren vermittelt und abschließend noch ein Zertifikat "draufsetzt".

Deloitte schult mit der Commerzbank, KPMG mit McKinsey und die Frankfurt School of Finance & Management macht´s mit dem Deutschen Aktieninstitut (DAI).

Wie bei der WP-Ausbildung rufen die Big Four auch gleich einmal ein "Excellenzprogramm für Aufsichtsräte" aus.

Deloitte nimmt für 6 mal 2 Tage Seminar glatte 15.000 € und will für die Ausstellung eines Zertifikates "Zertifiziertes Mitglied im Aufsichtsrat" gleich noch einmal 2.000 € Nachschlag.

Doch hiermit nicht genug, nun will der Ex-Metro-Chef Hans-Joachim Körber die Aufsichtsräte organisatorisch zusammenführen um dem "Berufsstand der Aufsichtsräte" mehr Gewicht zu verleihen. Also gründet man einen Verein ("Verein der Aufsichtsräte in Deutschland e.V. - VARD") und macht sich zum "Chef der Kontrolleure".

Erste Amtshandlung: Man läßt von "Experten" einen "Kodex für Kontrolleure" erarbeiten. Erste Ergebnisse sollen am 31.05.2012 auf dem "1. Deutschen Aufsichtsratstag" im noblen Düsseldorfer Industrieclub vorgestellt werden.

Na - da werden sich die Big Four "den Braten" aber nicht entgehen lassen und sich gegenseitig "die Klinke in die Hand geben"!

Eine Frage hab ich noch: Meinte dies eigentlich Klaus-Peter, als er im Rahmen der Grünbuchdiskussion das neue Berufsbild des Wirtschaftsprüfers ausrief, der künftig "Sparringspartner der Aufsichtsräte " sein solle!? 

13. Bilanzpolizei hat Metro und KPMG am Wickel

Denkt man an METRO, so fallen einem zunächst cc-Märkte, Saturn, Media Markt sowie die Eigentümerfamilien Haniel, Schmitt-Ruthenbeck und Beisheim ein.

Dann denkt man an die unerquicklichen "Managementversager von Mc. Kinsey & Co." in den letzten 3 Jahren, die für erhebliche Turbulenzen bei Metro und Haniel gesorgt haben sowie die unsäglichen Auseinandersetzungen beim OLG München mit den Altgesellschaftern Kellerhals und Stiefel der MEDIA-Saturn-Holding (MSH).

Geprüft wird METRO seit Jahren bereits von der KPMG Köln - für (schlappe) 4,6 Mio. €.

Die DPR (besser bekannt als: Deutsche Bilanzpolizei) erteilte jüngst der Metro eine deutliche Rüge, da man im Halbjahresbericht 2011 keine Ausführungen über  Auseinandersetzungen im Gesellschafterkreis findet und auf das Risiko eines gerichtlichen Unterliegens nicht eingegangen ist. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das WpHG. Gemäß § 342b HGB ist in Deutschland die DPR (neben der BaFin) für die Einforderung "ordnungsmäßiger Rechnungslegung" zuständig.

Der Metro-Abschluss im eBanz erweckt den Anschein, dass man über alle Gesellschaften einen "potentiell beherrschenden Einfluss" (§§ 290 ff. HGB) ausüben könne. 

Kern der Auseinandersetzungen mit den beiden Altgesellschaftern bei MEDIA MARKT ist jedoch deren Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen.

Also vielleicht doch kein Konzern, da man de facto keinen beherrschenden Einfluß hat?

Würde man die MSH aus dem Konolidierungskreis "entkonsolidieren", so hätte dies erhebliche Auswirkungen auf den Abschluss der Muttergesellschaft und das Rating.

Also schickt man die DPR los um nachzusehen, was denn im Hause METRO und KPMG "abgelaufen" ist.

Für die KPMG wird dies ebenfalls ein Nachspiel haben müssen, da man den (unvollständigen) Zwischenbericht aufgrund einer prüferischen Durchsicht bescheinigt hat.

Darum hat sich nun die WPK zu kümmern. 

Fazit: Man kann auch als KPMG nicht den Mehrheitsgesellschaftern nach dem "Prinzip Hoffnung" folgen und glauben, dass man Rechtstreitigkeiten gewinnen wird - und sie deshalb unerwähnt läßt!

14. "Dann hätten Sie halt nicht nachfragen dürfen!"

Manchmal ist es nicht so ganz einfach, die Beitragsveranlagungen vom IDW e.V. zu verstehen - also fragt man einmal bei der Geschäftsstelle nach.

So geschehen von einem Hamburger Kollegen, der seine dreifache Berufsqualifikation (WP/StB/RA) beruflich in 3 Kanzleien geteilt hat (WPG, Einzelpraxis und RA-Sozietät) und Mitglied beim IDW werden wollte.

Auf Nachfrage beim IDW erklärte man ihm, dass zur Beitragsveranlagung alle drei Tätigkeiten als Gesamtumsatz zusammengefasst werden müssen. Da der Kollege dies nicht einsah, zögerte er mit seiner Mitgliedschaft.

Wochen später hatte er wieder Kontakt zum IDW und fragte bei dieser Gelegenheit nochmals nach und erklärte sein Unverständnis über die erhaltenen Auskünfte.

Daraufhin sagte man ihm: "Dann hätten Sie nicht nachfragen dürfen, sondern hätten besser nur die Umsätze angegeben, die Sie angeben möchten!"

Jetzt war die Verwunderung über die Auskünfte aus Düsseldorf noch größer und der Kollege entschloss sich, kein Mitglied bei IDW zu werden!

Ich sag´s doch: Das IDW braucht keine Mitglieder mehr!

15. Die "Hirtenbriefe" des Johannes

Man weiß nie wann er kommt und man weiß auch nicht was drinsteht.

Seitdem wp.net sich vornehmlich mit sich selber beschäftigt, reduziert sich das Verbandswesen und die Kommunikation auf die 8 Hirtenbriefe von Johannes von Waldthausen an seine Mitglieder (vielleicht hält er die Mitglieder auch für Schafe?).

Die Kritik an wp.net kann noch so heftig sein - die Aufschreie einer großen Anzahl von Mitgliedern bleiben ungehört und man wartet gespannt auf Reaktionen.

250 Anträge zur Einberufung einer a.o. Mitgliederversammlung (MV) sind seit einer Woche dem geschäftsführenden Vorstand zugestellt - und der schweigt beharrlich.

Sorry - das kann man nur noch als Instinktlosigkeit bezeichnen und viele schütteln nur noch mit dem Kopf.

Aber vielleicht läßt sich der Oberhirte doch eines Tages herab - und "Papst Johannes" beglückt uns mit dem 9. Hirtenbrief.

Eins ist sicher: Dies ist nicht der "Verband für die mittelständische Wirtschaftsprüfung" wie wir ihn aufgebaut und gewollt haben! Wenn man durch die Arbeit bei der WPK (Beiratsvorsitz bzw. Vizepräsidentin) bereits überfordert ist, dann darf man nicht den Verband als Vehikel mißbrauchen, sondern muss gehen.

Der Glanz von wp.net ist längst verflogen - und keiner hat´s gemerkt!

16. Kaufen Sie doch das Buch!

Noch ein "Knaller" vom IDW.

Ein Kollege (WP/StB/RA) fragt als Mitglied beim IDW an, ob sein Mandant bei unterjähriger Umstellung der Rechnungslegung auf die RechKredV in seinem Jahresabschluss Vorjahreszahlen angeben muss.

Das IDW bejahte die Anfrage und verwies auf ein Mitglied des betreffenden Fachausschusses, der diese Meinung auch in einem Fachaufsatz vertreten habe. Dieser Aufsatz sei in einer Broschüre des IDW  abgedruckt.

Weiter führte die Fachabteilung des IDW aus, dass sich der Fachausschuss die Meinung des Autors "zu eigen" gemacht habe - "dies stehe zwar nirgendwo, gelte aber"! 

Den Aufsatz wollte man dem Kollegen auch nicht zur Verfügung stellen, sondern forderte ihn auf, die Broschüre für 38 € im IDW-Verlag zu bestellen. Diese sei schließlich von den Mitgliedern des Fachausschusses selbst erstellt worden, die "sonst nichts von ihrer Mühe hätten"!

Nochmals: Der IDW-Verlag macht jährlich 2 bis 3 Mio. € Gewinn und gehört "unserem Verein". Er ist die einzige "Gelddruckmaschine des IDW" - und die muss brummen! 

17. So - das reicht wohl!?

So, für uns läuft z.Zt. bereits die letzte Tournee vor der Sommerpause!

Danach geht es mit dem Auto in die Toskana - Essen, Vino etc. Aber auch Zeit für Ideen und neue Pläne - und die habe ich reichlich! - Ich freue mich darauf.

Vielleicht haue ich vorher noch einen Newsletter raus.

Ihnen allen wünsche ich eine gute Zeit!

 

Ihr

Dirk Hildebrandt

 

 
Impressum

Herausgeber

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9
51149 Köln
Tel.: 02203 - 98002 - 0
E-Mail: info@wp-hildebrandt.de


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