Was wurde aus dem KPMG - FIFA - Skandal?

Sie erinnern sich noch an die umfassende Berichterstattung von wpwatch in 2015 / 2016 über den FIFA-Skandal, den kriminellen Sepp Blatter, den "ahnungslosen" Franzl sowie die ungeheuerlichen Betrügereien und anschließenden Verhaftungen von Delegierten im "Bauer au Lac" in Zürich und die Auslieferungen in die USA?

Mit von der Partie war seinerzeit KPMG, die seit 1999 als Revisionsstelle des Weltfußballverbandes fungierte und den "kriminellen Selbstbedienungsladen FIFA" immer wieder uneingeschränkt testierte. Ein Strafgericht in Zug stellte bereits 2008 fest, dass

  • KPMG "zur Legalisierung eines Schmiergeldsystem der FIFA beigetragen habe, wodurch mindestens 130 Mio. € den FIFA-Funktionären gesetzwidrig zugeflossen seien!"

Eine Frage hab ich noch:

  • Was wurde eigentlich aus dem seinerzeitigen Berufsaufsichtsverfahren gegen KPMG vor der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde (RAB)?

Also fragt wpwatch doch einmal nach.

KPMG segnete jahrzehntelang die Bücher der kriminellen Fifa ab. Dass sich hinter den Zahlen korrupte Geschäfte verbergen, "nahm die KPMG zu wenig ernst" - so der Wortlaut der RAB. Vor vier Monaten teilte die Berufsaufsicht abschließend mit, sie habe "Prüfungsmängel" festgestellt.

Dem verantwortlichen KPMG-Wirtschaftsprüfer

  • Roger Neiniger habe man "einen schriftlichen Verweis erteilt".

Dieser Verweis entspricht einer "Verwarnung" und ist rechtskräftig. Welche Mängel die Aufsichtsbehörde genau festgestellt hatte, behält sie natürlich für sich.

Und jetzt mal Klartext:

Die schweizerische RAB hat - ebenso wie die deutsche APAS - Züge einer Geheimjustiz! Beide Aufsichten wissen, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, Sanktionen auszusprechen und diese zu veröffentlichen.

Und jetzt der Skandal: Auf ihrer Website haben weder die RAB, noch die APAS eine entsprechende Rubrik eingerichtet bzw. diese ist leer (vgl. § 69 WPO).

RAB und APAS sind offensichtlich der Meinung, dass der Inhalt von Verfügungen / Sanktionen - wie jene gegen die Fifa - aus Sicht der Berufsaufseher die Öffentlichkeit nichts angeht.

Der höchste schweizerische Datenschutzbeauftragte stellte demgegenüber kürzlich fest, dass die Behörde einem Journalisten Einsicht gewähren müsste. Doch die RAB weigert sich weiterhin und will auch ihre Verweigerungshaltung nicht erklären.

Nochmals:

Die Big4 lassen sich nicht beaufsichtigen bzw. sie beaufsichtigen sich selbst. Dafür haben sie offensichtlich die volle Unterstützung der Politik!