Volkswagen: An Dreistigkeit nicht zu überbieten!

Da glaubte man doch, dass man bei Volkswagen in Wolfsburg aus "die Dieselthematik" dazu gelernt hätte und vor dem milliardenschweren gewerbsmäßigen Betrug an Kunden, Verbrauchern und der Öffentlichkeit etwas Demut zeigen würde - weit gefehlt!

VW verhöhnt offenkundig das Recht. Hier einige wenige Beispiele:

  • Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, Mitverantwortlicher des Abgasskandals, wird ohne "cooling-off" VW-Aufsichtsratsvorsitzender,
  • man spricht nur noch von "Dieselthematik" anstatt von millionenfachem Betrug,
  • eine Compliance-Beauftragte verlässt nach nur 11 Monaten (mit 12 Mio. € Abfindung!) das Schiff,
  • die amerikanischen Anwälte von Jones Day veröffentlichen entgegen aller Ankündigungen keine internen Berichte,
  • als Mediengag werden die Vorstandsgehälter durch den Aufsichtsrat an der HV vorbei auf 10 Mio. € gedeckelt,
  • durch Aufsichtsratsbeschluss werden schließlich alle Vorstände entlastet: "sie hatten alle keine Ahnung von den Manipulationen".

Der renommierte Aktienrechtler und Corporate-Governance-Experte Prof. Manuel René Theisen resümiert hierzu im manager magazin:

  • "Nichts gesehen, gehört, gesagt oder gerochen. Milliardengewinne durch technische Zauberei erzielt, ohne jemals oder jemandem eine kritische Nachfrage zu dem erfolgsgenerierenden Rezept gestellt zu haben. Verantwortung, wie immer, ausschließlich unterhalb der Vorstandsebene in (unbekannten) kriminellen, prestigesüchtigen Zirkeln, Erfolgskompetenz allein beim Vorstand und Aufsichtsrat. Ein sehr modernes Märchen - leider mit Brechreizgarantie".

Aktuelle Entwicklung:

Ein ehemaliger VW-Manager sitzt seit Monaten bereits in Haft, fünf weitere schreibt Interpol nun international zur Fahndung aus. Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen. Darunter seien auch zwei Vertraute des früheren VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn. Den Angeklagten werden Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen. Die fünf in den USA Angeklagten können Deutschland nicht mehr verlassen.

Die USA zeigen, dass sie nach Vergleichs-, Straf- und Schadenersatzzahlungen von VW von mehr als 22 Milliarden Euro den Fall keineswegs zu den Akten legen wollen.

Von Razzien bei AUDI und dreisten Abgasmanipulationen beim Porsche Cayenne ganz zu schweigen.

Wann merkt man in Wolfsburg endlich, dass die "Dieselthematik" knallharte organisierte Kriminalität ist, die man in Deutschland offensichtlich (mit Hilfe der Politik) kleinreden will.

Auch hier nochmals die Fragen aus der Sicht der (systemrelevanten) Wirtschaftsprüfer:

  • Was wussten die Abschlussprüfer von PwC?
  • Wieso ermittelt die WPK nicht?
  • Wieso wurden die Testate 2014 und 2015 nicht schon längst widerrufen?

Und das Ende des "Spiels"?

Jetzt geht es nur noch ums Vertuschen und Vergessen! Man arrangiere sich mit der Politik und stelle  den schlechten Nachrichten der letzten Jahre nun (von PwC uneingeschränkt testierte) Milliardengewinne gegenüber. - Alle sind zufrieden und alles wird gut!