Rödl und seine IT-Kompetenz

Die wpwatch-Meldung vom 25.09.2017 hinsichtlich der inflationären Examinierung von IT Auditoren durch das IDW im Hause Rödl hat bei vielen Kollegen/innen "eingeschlagen wie eine Bombe".

Glaubte man doch, dass es im Hause Rödl aufgrund der wpwatch-Berichterstattung der letzten Jahre genügend Baustellen gibt, die mit Demut angegangen werden sollten und nicht weiter die Glaubwürdigkeit und Reputation des gesamten Berufsstandes belasten, so scheint man die Borniertheit der fränkischen "Super-Strategen" aus Nürnberg doch zu unterschätzen.

Dass die Digitalisierungswelle (Big Data) definitiv enorme Eingriffe bei Mandanten und auch in den Arbeitsfeldern des Berufsstandes mit sich bringen wird, bezweifelt sicherlich niemand mehr. Um sich auf diese Änderungen vorzubereiten, treibt mittlerweile fast die ganze Branche um. Zur Vorbereitung auf diese Herausforderung nehmen die Big4 tatsächlich dreistellige Millionenbeträge in die Hand.

Es ist aber offensichtlich ein Vorteil des Rödl'schen Geschäftsmodells, eine opportunistische Strategie mit aufschneiderischer Fassade zu fahren, so dass aktuelle Themen schnell antizipiert werden können. Bei Rödl kümmert man sich weniger um Fragestellungen zur Finanzierung solcher Investitionen in das Digitalgeschäft (IT Infrastruktur und Prüfungsexpertise), sondern versucht vielmehr mit Effekthascherei die Geschäftsanbahnung mit (potentiellen) Mandanten voran zu bringen.

Die Verantwortlichen müssen schon einen sonderbaren Charakterzug haben, wenn Stundennachweise hinsichtlich von IT Berater- und Prüferstunden zur Vorlage beim Qualifizierungslehrgang des IDW offenbar unrichtig sind und in Mehrzahl (an Eides statt) noch bestätigt wurden.

Ergebnis ist:

Jetzt befinden sich wohl eine große Anzahl von mehrheitlich nicht ausreichend kompetenten IT-Auditoren auf dem deutschen Prüfermarkt und sorgen im Markt für täuschende Effekthascherei.

Übrigens erhielt wpwatch auch zuverlässige Informationen aus dem Umfeld des IDW, wonach seit 2017 auch IDW-IT-Inhouse Seminare aktiv angeboten werden, da die regulären Seminare wohl nicht ausreichend mit Teilnehmern besetzt sind. Diese Inhouse-Seminare werden zu einem unschlagbaren Preis von pauschal 15.000 € angeboten.

Insofern hat Rödl nicht viel investieren müssen, um mehr als ein Dutzend IT Auditoren im Juli 2017 "zu examinieren". Auf dem Preisschild jedes IT-Auditors-IDW stehen somit rd. 1.000 € - ein billiger Preis!

Dies ist doch wohl ein schlechter Witz!?

In diesem Zusammenhang erfuhr wpwatch dann auch, dass Kollege WP/StB Armin Wilting, Mitglied des IDW Fachausschusses FAIT, im April 2016 zu Rödl nach Köln wechselte, der auch als Referent in den IDW-IT-Seminaren auftritt!?

Wie nach diesem unglaublichen "Vorspiel" die unverantwortliche Effekthascherei von Rödl aussieht, konnte man bereits leibhaftig erleben:

  • Der ranghöchste Verantwortliche für Wirtschaftsprüfung und Chief Digital Officer, Kollege WP/StB Martin Wambach, hielt am 17.10.2017 beim "IDW digital summit" unter "Experten" einen Vortrag zum Thema: "Der Wirtschaftsprüfer als verlässlicher Partner im Digitalisierungsprozess".
  • Unter folgendem Link können die schöpferischen IT Ergüsse des Kollegen Walmbach begutachtet werden.

Eine Frage hab ich noch: Was muss eigentlich noch alles passieren, bevor die Berufsaufsicht einschreitet oder im Hause Rödl ein Umdenken stattfindet?

Wir dürfen gespannt sein! wpwatch bleibt dran!