PwC und die Winterolympiade

Glauben Sie, dass es eine Verbindung zwischen Olympia und den Big4 gibt?

Die Big4 wollen omnipräsent und immer ganz nah an der Politik sein. Wenn man sich dann auch einmal als Gönner oder Förderer des Sports zeigt, klappt es sicherlich auch demnächst besser bei der Vergabe von Gutachter- und Beratungsmandaten aus Ministerien, der BaFin, KfW etc.

Wenn man als PwC auch zuletzt ein (geheimes) Millionen-Honorar für eine offensichtlich absurde "Risikoprüfung" bei Air Berlin kassiert hat (wpwatch berichtete am 14.02.2018), kann man sich auch einmal ins Rampenlicht stellen und mit Förderung des Spitzensports kokettieren.

Das Top-Förderprogramm der Deutschen Sporthilfe heißt "ElitePlus" und wird finanziell von PwC unterstützt. Hierdurch soll es aussichtsreichen Medaillenkandidaten ermöglicht werden, sich voll auf die Olympia-Vorbereitung zu konzentrieren.

Sechs deutsche Top-Athleten bei der Winterolympiade in Pyeongchang erhalten aus diesem Programm für maximal 18 Monate vor den olympischen Spielen regelmäßig 1.500 Euro im Monat zusätzlich zu ihrer üblichen Sportförderung.

Na, dieses großzügige und uneigennützige Engagement sollten Bundesregierung und Ministerien aber bitte bei künftigen Auftragsvergaben berücksichtigen. Egal ob es um das Mandatargeschäft, Gutachtertätigkeiten, Risikoprüfungen, öffentliche Betriebe, Waffenbeschaffung, Mautsystem etc. geht.

Bezüglich der Unabhängigkeit bei Auftragsvergaben sollten Sie sich keine Gedanken machen, da die Unabhängigkeit ja im Berufsgesetz steht (§§ 18, 43 I WPO). Und es reicht, dass es dort steht!