EY-Prüfer im Schlecker Prozess mitangeklagt

Neben Anton Schlecker (72), seiner Frau Christa (69) sowie seinen beiden Kindern Meike (43) und Lars (45) sind auch die beiden seinerzeitigen EY-Wirtschaftsprüfer

  • WP / StB Prof. Dr. Klaus Müller, Lindau, und
  • WP / StB Lothar Arnold, Ravensburg,

angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihnen vor, dass sie für die Jahre 2009 und 2010 für Anton Schlecker (e.K.)  falsche Bilanzen testiert haben und somit Bilanzfälschung gedeckt hätten.

Am gestrigen Montag konnten sie sich erstmals zu den Vorwürfen äußern und wiesen die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft zurück.

Im Kern ging es anschließend bei Gericht um die Frage, wie man noch im Jahre 2009 eine Einlage von Anton Schlecker in Höhe von rd. 50 Mio. € ins Eigenkapital buchen konnte, obwohl das Geld doch nur darlehensweise über die Logistikgesellschaft LDG der beiden Kinder Lars und Meike zur Verfügung gestellt wurde!? Anton Schlecker sei doch zu diesem Zeitpunkt bereits aufgrund aufgelaufener Verluste quasi vermögenslos gewesen!?

Die Wirtschaftsprüfer von EY antworteten daraufhin, dass man "uneingeschränkt davon ausging, dass Herr Schlecker das Darlehen aus Privatvermögen zurückzahlen kann."

Zwei Fragen hab ich noch:

  • Wie geht das nochmal mit der Prüfung der Werthaltigkeit von Einlagen und den Sicherheiten bei der Darlehensausreichung? und
  • Womit haftet ein e.K. eigentlich?

Sicherlich würde Prof. Hommel in dieser Angelegenheit auch gerne ein gefälliges Gutachten über die Rechtmäßigkeit der Bilanzierung (im Auftrage von IDW und WPK) schreiben.

Beide EY-Wirtschaftsprüfer beantragten die Abtrennung ihres Verfahren. Sicherlich weil man keine medienwirksamen Auftritte und langatmigen Verfahren mag und vielmehr auf eine schnelle Ausurteilung bei geringer Geldauflage hofft!?