Deutsche Bank: Immer wieder neue Strafzahlungen!

Die Deutsche Bank hat sich zur Zahlung von 77 Mio. USD bereit erklärt, um Privatklagen wegen der Manipulation der Interbanken-Zinssätze Libor und Tibor beizulegen.

Die Einigung muss noch von einem Richter gebilligt werden. Andere Großbanken wie Citigroup und HSBC haben sich bereits auf ähnliche Vereinbarungen aufgrund der Zinsmanipulationen mit dem Gericht eingelassen.

Hedgefonds und andere Investoren hatten die Großbanken beschuldigt, während der Finanzkrise von 2006 bis mindestens 2010 den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten zu haben, um ihre Gewinne nach oben zu treiben.

Vom Libor hängen weltweit direkt und indirekt Transaktionen an den Finanzmärkten im Wert von 450 Billionen USD ab. Er wird auf Basis der Meldungen von Banken berechnet, was ihn für Absprachen anfällig macht.

Die Behörden haben bisher wegen der Manipulationen Strafen von rund neun Milliarden USD verhängt. Allein die Deutsche Bank zahlte vor knapp zwei Jahren bereits 2,5 Milliarden USD.

Dies zum Kapitel Vergangenheitsbewältigung der Finanzmarktkrise oder wie schnell man von der Vergangenheit eingeholt werden kann.

Eine Frage hab ich noch:

Können Wirtschaftsprüfer überhaupt weltweit agierende Investmentbanken ("Zockerbuden") so prüfen, dass sie mit "hinreichender Sicherheit" zu einer abschließenden Prüfungsfeststellung (uneingeschränktes Testat) kommen können?

Die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke bei der Deutsche Bank in Zeiten der Finanzmarktkrise stammen übrigens von dem Ex-KPMG-Skandalprüfer Ralf Bose, der zwischenzeitlich nicht nur Vorsitzender der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS), sondern auch zum Vorsitzenden des Ausschusses der Europäischen Aufsichtsstellen für Abschlussprüfer gewählt wurde. Nach § 66a WPO ist die APAS unter EX-KPMG-Partner Bose auch noch die oberste Fachaufsicht über die WPK.

Da hat man offensichtlich den Bock zum Gärtner gemacht!