Der Offenbarungseid des IDW

Da dachte man schon, die Blamage für das IDW (Lobbyverein der Big4) bei der "Facharbeit" zum neuen Bestätigungsvermerk (IDW PS 400´er Reihe) könne nicht größer sein:

Jetzt steht fest: Der HFA gab in seinen Entwürfen neuer Prüfungsstandards (IDW PS) dem Berufsstand gesetzwidrige Bestätigungsvermerke vor und der geschäftsführende Vorstand Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann musste (als Hauptverantwortlicher!) kleinlaut am 24.07.2017 per Email an seine Mitglieder die "Reißleine" ziehen.

Jetzt kündigt man "alternative Ansätze", neue Entwürfe und chaotische Übergangsregelungen an, die kein Mensch versteht.

Und jetzt kommt der Knaller:

  • Vor dem Hintergrund dieses Chaos erklärt das IDW nun plötzlich und überraschend einen "Modelwechsel" bei der Transformation der International Standards on Auditing (ISA).
  • Auf der Website des IDW wird (nur im Mitgliederbereich!) angekündigt, dass die ISA künftig in Deutschland unmittelbar angewendet werden sollen und direkter Bestandteil der "Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung" (GoA) werden sollen.
  • Der neue Zeitplan hierfür reicht jetzt von 2018 bis 2020.

Und jetzt mal Klartext:

  • Bereits in der BilMoG-Fassung des HGB (2010) ist die Anwendung der ISA in Deutschland festgeschrieben. Dies funktioniert mittlerweile in 25 von 28 EU-Staaten!
  • Das IDW verkauft seit 2011 (gewinnorientiert) für 99 € fragwürdige "autorisierte Übersetzungen" der ISA.
  • Jahrelang murkst der HFA an "ISA-kompatiblen" IDW PS herum und
  • bringt gesetzwidrige (!) "fachliche Regeln" (IDW EPS 400 n.F. ff.) in Umlauf.

Und jetzt kommt der Offenbarungseid des IDW in Form eines "Modelwechsels".

Das IDW hat damit wohl endlich den Beweis geliefert, dass man vor lauter Lobbyarbeit für die Big4 nicht in der Lage ist, qualifizierte und verbindliche Facharbeit zu leisten.

Dieses berufsschädigende Gemurkse des IDW muss endlich personelle Konsequenzen haben!

Es ist an der Zeit, dass die WPK das Heft in die Hand nimmt. Die Facharbeit ist deren originäre gesetzliche Aufgabe (§ 57 WPO). Auch die Rechtsaufsicht des Berufsstandes (BMWi) müsste  einschreiten, scheint jedoch hoffnungslos überfordert zu sein!.

Hunderte bereits in Umlauf befindliche falsche Bestätigungsvermerke kapitalmarktorientierter Unternehmen sind eine Blamage ohnegleichen für das IDW, die WPK sowie deren Aufsicht und Repräsentanten!

Der von Vorstandsmitglied Dr. Klaus-Peter Feld mit brüchiger Stimme im Livestream den Mitgliedern verkündete "Modelwechsel" ist letztlich der Offenbarungseid für die selbstherrliche "Facharbeit" des IDW.