Das IDW "vergeigt" die ISA-Übernahme!

Seit Jahren schon verspricht das IDW die Einführung der International Standards of Auditing (ISA).

Zunächst wurde eine "autorisierte Übersetzung" der ISA herausgegeben, dann wurden die IDW-Verlautbarungen ISA-kompatibel angeglichen und man wartete auf die "Annahme durch die EU-Kommission" obgleich in 25 von 28 EU-Staaten bereits heute nach den ISA geprüft wird.

Seit wenigen Monaten schaltete man nun beim IDW "scharf", stülpte den IDW PS die Gliederung der ISA über und bot auch "Anwendungshinweise", die die amerikanischen Kollegen/innen bereits seit Jahrzehnten als "best practise" kennen.

Der "400´er Katalog" zum Bestätigungsvermerk sollte wohl ein "Meisterwerk" des IDW werden. 20 Kollegen/innen, insbesondere Vertreter der Big4, und zwei Professoren/innen sind vom Vorstand des IDW in den  HFA berufen und ersinnen dort "fachliche Regeln" mit "hohem normativem Charakter"!

Offensichtlich hatte man dort jedoch auf Nebensächlichkeiten wie die Beachtung vorhandener gesetzlicher Vorschriften (§ 322 HGB) beim Entwurf der neuen Prüfungsstandards nicht geachtet und die Umsetzung der ISA klassisch "vergeigt"!

Während der Gesetzgeber vorschreibt, dass der Abschlussprüfer das Gesamturteil "in einem Bestätigungsvermerk" (BSV) zusammenfasst, schlugen die "Vordenker des Berufsstandes" jedoch vor, dass ab 2018 mindestens zwei Bestätigungsvermerke bei einer Abschlussprüfung erteilt werden sollten!?

Also musste der Vorstandssprecher des Lobbyvereins IDW (Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann) Ende Juni die "Reißleine ziehen" und mitteilen, dass 

  • das IDW im September 2017 einen "alternativen Ansatz" des Bestätigungsvermerks vorstellen werde,
  • dieser dann erst für Jahresabschlüsse 2018 ff. (also in 2019!) verpflichtend sein solle und
  • zwischenzeitlich der alte BSV verwendet werden könne,
  • jedoch die Anwendung des "alternativen Ansatzes" vorgezogen werden könne.

Das ist ja wohl ein Treppenwitz und eine totale Blamage für den HFA und den Vorstand des IDW!

Übrigens: Für PIE-§ 319a HGB-Mandate gilt der neue vergeigte BSV bereits für Geschäftsjahre ab 2016 mit der Folge, dass Hunderte falscher BSV mittlerweile erteilt wurden und in Umlauf sind.

Aufsichtsräte, Vorstände, Banker und Kollegen/innen können über das IDW wohl nur noch den Kopf schütteln!