Das fragwürdige PwC-Honorar

Damit hatten das BMWi und PwC wohl nicht gerechnet. - Erneuter Ärger im Fall Air Berlin:

Die Bundesregierung stuft nach übereinstimmenden Medienberichten die millionenschweren Honorarzahlungen an PwC als "geheim" ein. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, "dass der Steuerzahler hier beschissen werden soll".

Trotz des seinerzeitigen gegenteiligen Versprechens der Bundesregierung müssten die Bürger nun doppelt zahlen: "Zum einen für mehr als die Hälfte des Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro und für die Altschulden von Air Berlin". Hinzu kommen weitere Honorare für eine "suspekte Risikoprüfung" des Kredites in unbekannter Höhe.

Insbesondere geht es auch um die sonderbare Beauftragung an PwC durch Staatssekretär Machnig an einem Samstagmorgen mit der Bitte "etwas aufzuschreiben", was eine Bundesbürgschaft rechtfertigen könne.

Der KfW-Staatskredit für Air Berlin wurde mit einer Bundesbürgschaft abgesichert und erweist sich aus Sicht des Steuerzahlers zunehmend als finanzielles Desaster. Der lachende Dritte im Bunde heißt: LUFTHANSA AG.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass der Insolvenzverwalter von Air Berlin, Lucas Flöther, nun ebenfalls PwC beauftragt hatte, "Anhaltspunkte für eine Insolvenzverschleppung" bei der Airline zu prüfen. Flöther selber hatte bereits Ende Januar 2018 in seinem "Insolvenzbericht" geschrieben, dass PwC eben solche "Anhaltspunkte" festgestellt hätte!

Also nochmal:

Bei der sogenannten "Risikoprüfung" des Kredites und der Vergabe der Bundesbürgschaft sahen die Experten von PwC (wunschgemäß) keine Risiken, stellen jedoch wenige Monate später fest, dass Air Berlin zum Zeitpunkt der Kreditvergabe bereits pleite war!? Das kann doch nur bedeuten, dass die "Risikoprüfer" von PwC wunschgemäß für Staatssekretär Machnig etwas "aufgeschrieben" haben, obwohl sie bereits wussten, dass die "Kiste vor die Wand gefahren war"!

Fazit:

Machnig erhielt sein vorgegebenes Wunschergebnis, die Bundesregierung sah ihren Wahlkampf wegen zehntausender gestrandeter Urlauber nicht gefährdet, PwC fuhr sich ein Millionen-Honorar rein und die "Arschkarte" haben die Steuerzahler!

Derweil jubeln Vorstände und Großanleger von LUFTHANSA! So geht "Umverteilung" von unten nach oben!

Es wird Zeit, dass hier einmal glasklare Fragen an PwC und den "Superstrategen Machnig" gestellt werden. Wie heißt es doch in der Wirtschaftsprüferordnung: "Gewissenhafte, unabhängige und eigenverantwortliche Berufstätigkeit" (§ 43 WPO). Die (lohnende) Rolle von PwC war wohl alles andere als gesetzeskonform mit dem Berufsgesetz!

Das skandalöse Zusammenwirken von Politik und den Big4 hat auch hier mal wieder mehr als ein "Geschmäckle"!