Aktuelles

28.09.2017
Kommen die Schlecker-WPs ungeschoren davon?

Wie wpwatch berichtete, wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Wirtschaftsprüfer

  • WP/StB Prof. Dr. Klaus R. Müller, Lindau, und
  • WP/StB Lothar Arnold, Ravensburg,

im zur Zeit noch laufenden Strafprozess gegen den Ex-Drogerie-König Anton Schlecker und seine beiden Kinder wegen Bilanzbetrug abgetrennt. EY hatte seinerzeit die mutmaßlich falschen Schlecker-Bilanzen jeweils uneingeschränkt testiert.

Kurz nach Prozessauftakt wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Kollegen durch geringe Geldauflagen in Höhe von 25.000 € bzw. 20.000 € eingestellt. Damit ist für beide Kollegen der strafrechtliche Teil beim LG Stuttgart erledigt. EY wird berufsgerichtlich nicht zu belangen sein, da nach deutschen Berufsrecht Verfahren immer nur gegen die "verantwortlichen Wirtschaftsprüfer" selbst angestrengt werden können.

Allerdings muss die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) nun nach Sichtung der Prozessunterlagen des LG Stuttgart prüfen, ob nicht noch berufsrechtlich gegen die beiden Kollegen vorzugehen ist. Die WPK wird hier von der APAS (frühere APAK) als höchste Fachaufsicht des Berufsstandes überwacht.

Die Chancen stehen für beide Kollegen sicherlich gut, dass die WPK nicht auch noch tätig wird. Die "Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA)" ist unter Vorsitz des Vizepräsidenten der WPK, Dr. Hans-Friederich Gelhausen (PwC).

Prof. Dr. Klaus R. Müller hat übrigens seit Jahren einen Lehrauftrag an der Uni Ulm am Lehrstuhl von Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, der seinerzeit Mitglied bzw. zuletzt auch Vorsitzender der APAK gewesen ist.

Also - beste Aussichten für die beiden EY-Kollegen, gegen diese geringen Geldauflagen aus dem Schlamassel absolut ungeschoren heraus zu kommen.

Alles klar?

21.09.2017
Mega-Klage gegen KPMG geplant

KPMG Europe soll für ein fehlerhaftes Sanierungskonzept einer Tochter-Firma haften!

Im Rechtsstreit zur Pleite der P+S-Werften Stralsund und Wolgast plant Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann jetzt offenbar eine Mega-Klage gegen die Mutter der früheren P+S-Beraterfirma KPMG.

Da Ende des Jahres Verjährungsfristen enden, muss erwogen werden, ob auch gegen KPMG Europe LLP mit Sitz in London vorgegangen wird. Nach einem internen Bericht Brinkmanns an P+S-Gläubiger wird ein Betrag von 300 Millionen Euro an "Sicherheit" verlangt.

Der "Schachzug" Brinkmanns basiert auf folgender Überlegung:

KMPG Europe habe bis vor Jahren Verlustübernahme-Verträge mit den nationalen KPMG-Töchtern gehabt, dem Vernehmen nach eine Garantie "für alles". Der "KPMG-Konzern" habe nicht auf die Ende 2017 drohende Verjährung von Ansprüchen verzichtet.

Die Pleite der P+S Werften 2012 hat allein das Land Mecklenburg-Vorpommern als Hauptgläubiger rund 270 Millionen Euro gekostet. Dem Insolvenzverwalter liegen bislang Ansprüche von über einer Milliarde Euro vor: etwa von Banken oder Zulieferern. Den größten Brocken mit 514 Millionen Euro will Brinkmann an Schadenersatz von der KMPG zurückholen, unter anderem wegen eines "fehlerhaften Sanierungskonzeptes".

Nach einem Verhandlungstermin beim LG Hamburg im März 2017 (wpwatch berichtete darüber) haben die Streitparteien jeweils nur mündliche Stellungnahmen abgegeben, so LG-Sprecher Kai Wantzen. Auf telefonische Anfrage von wpwatch wurde mitgeteilt, dass bisher keine festen Verhandlungstermine geplant seien.

20.09.2017
8 KPMG Manager gefeuert! - Das reicht nicht!

Wie gestern berichtet, ist  KPMG wegen Verbindungen zu der korrupten Unternehmerfamilie Gupta in Südafrika heftig unter Druck geraten. Nun hat man bei KPMG die Reißleine gezogen:

  • Acht Führungskräfte wurden gefeuert, darunter der bisherige Südafrika-Chef Trevor Hoole.
  • Gegen einen weiteren Partner läuft ein Disziplinarverfahren.
  • Darüber hinaus gestand KPMG Fehler in einer weiteren politisch höchst brisanten Untersuchung ein. - Solche Eingeständnisse haben Seltenheitswert in der WP-Branche.

KPMG ist wegen Geschäftsbeziehungen zu der umstrittenen Unternehmerfamilie Gupta jüngst immer stärker unter Druck geraten. Angesehene Wirtschaftsvertreter, Zivilorganisationen und die Opposition hatten Südafrikas Privatwirtschaft aufgefordert, alle ihre Verträge mit KPMG zu kündigen.  Die mit Staatspräsident Zuma befreundeten Guptas stehen im Verdacht, den Staat um Milliarden geplündert zu haben und direkten Einfluss auf die Besetzung staatlicher Ämter ausgeübt zu haben.

KPMG bot - um die Sache schnell aus den Medien zu bekommen - an, 1,5 Mio. Euro zu spenden. Darüber hinaus werde man weitere 2,6 Mio. Euro an Bildungs- oder Anti-Korruptionsorganisationen spenden.

Die neu berufene KPMG-Südafrika-Chefin Nhlamu Dlomu sagte:

  • „Dies ist eine "schmerzvolle Zeit" und unser Unternehmen hat die eigenen Qualitätsstandards nicht erfüllt“, 
  • „Ich möchte mich bei den Bürgern, unseren Mitarbeitern und Kunden dafür entschuldigen“.

Na, schau mal - geht doch!

Der von KPMG angerichtete Reputationsschaden für den gesamten Berufsstand bleibt jedoch!

Südafrikas ehemaliger Finanzminister Pravin Gordhan kündigte rechtliche Schritte gegen KPMG an.

wpwatch wird weiter berichten.

19.09.2017
KPMG im Korruptionssumpf

Südafrika wird momentan von dem größten Korruptionsskandal seit dem Ende der Apartheid erschüttert. Auch KPMG ist ins Visier von Öffentlichkeit und Strafverfolgungsbehörden geraten. Der Reputationsschaden ist bereits enorm und der aktuelle Hashtag lautet jetzt: "#KPMGMustFall".

KPMG ist in den Strudel der Korruptionsaffären um Staatspräsident Jacob Zuma und die mit ihm befreundete indische Unternehmerfamilie Gupta geraten. "Save South Africa", eine Protestbewegung von Bürgern und bekannten Wirtschaftsvertretern, rief in dieser Woche die Privatwirtschaft dazu auf, alle Verträge mit KPMG zu kündigen!

Seit Monaten tauchen immer neue Details über höchst fragwürdige Transaktionen der Familie Gupta auf. Ihnen wird vorgeworfen, den Staat um Milliarden geplündert zu haben.

Für KPMG wurde unter anderem eine Gupta-Hochzeit zum Verhängnis. Ehemalige KPMG-Partner hatten eine Einladung zu dieser Hochzeit freudig angenommen. Schon das brachte ihnen viel Kritik ein, denn Wirtschaftsprüfer sollten zur "Unabhängigkeit" verpflichtet sein. Darüber hinaus wurde die Hochzeit auch noch vom Staat mit umgerechnet 2 Mio. Euro finanziert. Eigentlich war das Geld für einen Agrarbetrieb der Guptas in der verarmten Provinz Free State vorgesehen.

KPMG war seinerzeit für die Prüfung der involvierten 36 Gupta-Gesellschaften und ihrer verbundenen Unternehmen zuständig und hatte im Rahmen der Abschlussprüfungen nichts festgestellt.

Fazit:

Dies ist wohl wieder ein Lehrstück für die Öffentlichkeit, was die Big4 unter "Unabhängigkeit" verstehen und wie sie die Berufsgrundsätze leben. - Es geht offensichtlich nur um den schnöden "Mammon"! Die Berufsethik bleibt hierbei halt auf der Strecke!

30.08.2017
Wie geht es weiter im Falle KPMG ./. P+S-Werften?

KPMG wird vor dem Landgericht Hamburg vom Insolvenzverwalter der P+S-Werften auf Schadensersatz in Höhe von 514 Mio. Euro verklagt.

Über die Hintergründe des mutmaßlich grottenfalschen Gutachtens des KPMG-Chefgutachters Dr. Michael Axhausen hatte wpwatch bereits seit 2015 immer wieder berichtet.

Im showdown beim LG Hamburg (Az. 326 O 7/16) im März 2017 gab die Vorsitzende Richterin zu verstehen, dass auch das Gericht der Auffassung sei, dass das seinerzeitige KPMG-Sanierungsgutachten (IDW S 6) falsch sei, wenn auch der Schadensersatzanspruch des Insolvenzverwalters "nicht in voller Höhe" gerechtfertigt sei.

Weitere Gerichtstermine sollte es ab September 2017 geben, da das Gericht offensichtlich noch weitere Gutachter beauftragt hat.

Das LG Hamburg teilte auf telefonische Anfrage mit, dass die weiteren Verhandlungstermine "noch nicht bekannt" seien.

wpwatch wird weiter hierüber berichten.

Interessant wird insbesondere der Umgang der Presse mit solch spektakulären und medienwirksamen Haftpflichtfällen der Big4 sein. KPMG wird alles versuchen, dass über solche "Fehlleistungen" des Berufsstandes nicht berichtet wird.

22.08.2017
PwC in Großbritannien unverändert auf Platz 1

Am 14.07.2017 berichtete wpwatch über eine millionenschwere Geldstrafe, die die britische Berufsaufsicht (FRC; auch "audit watchdog" genannt) gegen PwC verhängt hatte.

Grund: "Fehlverhalten bei einer durchgeführten Jahresabschlussprüfung".

Mit 5 Mio. Pfund war das die höchste Geldstrafe, die die britische Berufsaufsicht jemals gegen eine WP-Gesellschaft verhängt hatte. Das war damit im britischen Bußgeld-Ranking Platz 1 für PwC.

Damit nicht genug:

Letzte Woche gab die "audit watchdog" bekannt, dass gegen PwC eine weitere Geldstrafe in Höhe von 5,1 Mio. Pfund ebenfalls wegen "Fehlverhalten bei einer Prüfung" verhängt wurde. Der zuständige Seniorpartner von PwC wurde zusätzlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 500.000 Pfund verurteilt.

Damit hat PwC binnen weniger Wochen Rang 1 im Bußgeld-Ranking erfolgreich verteidigt!

Immer noch nicht genug:

Aus einer Sonderuntersuchung der Berufsaufsicht wegen "erheblicher Prüfungsfehler" bei dem britischen Telekommunikationsriesen BT hat PwC eine weitere "Millionenstrafe" zu erwarten.

Ich wiederhole mich:

  • Im Gegensatz zur deutschen Berufsaufsicht (WPK und APAS) wird in GB und den USA im Umgang mit den Big4 nicht lange gefackelt.
  • Ein Knaller: Nach Aussagen der FRC werden bei einem Drittel der Abschlussprüfungen, die in GB von den Big4 durchgeführt werden, "erhebliche Fehler" gemacht!?!?

Gegenstrategie von PwC:

Man mutiert seit Jahren durch massive Zukäufe von Beratungsunternehmen und Agenturen zu einem "Alleskönner im Beratungsgeschäft", also "Strategie-, Management- und Regierungsberater" (service firm)! Prüfungsgeschäft ist bei PwC zunehmend unlukrativ und nur noch "Türöffnergeschäft" zu wesentlich lukrativeren  Beratungsaufträgen. - Macht mehr Spaß, bringt mehr "Kohle" und funktioniert ohne Berufsaufsicht und Haftung!

Na, dann mal weiter so!

09.08.2017
Deutsche Bank: Immer wieder neue Strafzahlungen!

Die Deutsche Bank hat sich zur Zahlung von 77 Mio. USD bereit erklärt, um Privatklagen wegen der Manipulation der Interbanken-Zinssätze Libor und Tibor beizulegen.

Die Einigung muss noch von einem Richter gebilligt werden. Andere Großbanken wie Citigroup und HSBC haben sich bereits auf ähnliche Vereinbarungen aufgrund der Zinsmanipulationen mit dem Gericht eingelassen.

Hedgefonds und andere Investoren hatten die Großbanken beschuldigt, während der Finanzkrise von 2006 bis mindestens 2010 den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten zu haben, um ihre Gewinne nach oben zu treiben.

Vom Libor hängen weltweit direkt und indirekt Transaktionen an den Finanzmärkten im Wert von 450 Billionen USD ab. Er wird auf Basis der Meldungen von Banken berechnet, was ihn für Absprachen anfällig macht.

Die Behörden haben bisher wegen der Manipulationen Strafen von rund neun Milliarden USD verhängt. Allein die Deutsche Bank zahlte vor knapp zwei Jahren bereits 2,5 Milliarden USD.

Dies zum Kapitel Vergangenheitsbewältigung der Finanzmarktkrise oder wie schnell man von der Vergangenheit eingeholt werden kann.

Eine Frage hab ich noch:

Können Wirtschaftsprüfer überhaupt weltweit agierende Investmentbanken ("Zockerbuden") so prüfen, dass sie mit "hinreichender Sicherheit" zu einer abschließenden Prüfungsfeststellung (uneingeschränktes Testat) kommen können?

Die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke bei der Deutsche Bank in Zeiten der Finanzmarktkrise stammen übrigens von dem Ex-KPMG-Skandalprüfer Ralf Bose, der zwischenzeitlich nicht nur Vorsitzender der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS), sondern auch zum Vorsitzenden des Ausschusses der Europäischen Aufsichtsstellen für Abschlussprüfer gewählt wurde. Nach § 66a WPO ist die APAS unter EX-KPMG-Partner Bose auch noch die oberste Fachaufsicht über die WPK.

Da hat man offensichtlich den Bock zum Gärtner gemacht!

08.08.2017
1 Mio. USD Strafe gegen PwC!

Die amerikanische Berufsaufsicht (PCAOB) hat vor wenigen Tagen eine Zivilstrafe in Höhe von 1 Mio. $ gegen PwC ausgesprochen - berichtet die amerikanische Fachzeitschrift "accounting today".

Getadelt wird PwC wegen mangelhafter Jahresabschlussprüfung 2014 bei Merill Lynch, einer Tochtergesellschaft der Bank of America. Seitens PwC wurden die Regeln der Börsenaufsicht (SEC) bei der Prüfung missachtet.

Diese SEC-Regeln verlangen, dass Sicherheiten auf separaten Konten hinterlegt werden um Kunden zu schützen. PwC hatte demgegenüber Bestätigungen ausgestellt, die aussagten, dass sämtliche Kundenschutzregeln zur Sicherung von Einlagen eingehalten wurden, ohne dies ausreichend geprüft zu haben.

In 2016 stellte die Berufsaufsicht schließlich fest, dass Merrill Lynch schon seit einigen Jahren zehn Milliarden USD an Sicherheiten auf Konten Dritter transferiert hatte, auf die man keinen Zugriff mehr hatte.

PwC kommentierte die von der PCAOB verhängte Strafzahlung lapidar mit den Worten:

"Wir freuen uns, dass die Angelegenheit aufgeklärt ist. Prüfungsqualität ist unsere höchste Priorität!" - ("Bla, bla, bla")

Zwei Fragen hab ich noch:

  • Wieso werden eigentlich in Deutschland keine Millionen-Strafen bei  gravierenden Fehlern in der Prüfungsdurchführung verhängt? und
  • Wieso berichtet die deutsche Presse nie über die Verhängung von Strafzahlungen gegen die Big4 sondern stellt immer nur ausführlichst deren neue "Studien" über Profifussball, Cyberkriminalität etc. vor?

Na, dann mal weiter so!

07.08.2017
Personalchaos bei der Berufsaufsicht

wpwatch hatte bereits vor zwei Jahren die seinerzeitige "letztinstanzliche Fachaufsicht" des Berufsstandes (APAK) enttarnt und nachgewiesen, dass ihre 21 Inspektoren allesamt von den Big4 stammten. Auch die Führung der APAK durch den Ex-KPMG-Skandalprüfer Ralf Bose und die aufgedeckte beispiellose Plünderung der WPK-Kasse durch die "Ehrenamtler Dr. h.c. Spindler und Prof. Marten & Co." sorgten für Verärgerung im Berufsstand, einen massiven Vertrauensschaden unserer Kammer und ein bundesweites Presse-Echo.

Seither gilt: Die Big4 beaufsichtigen sich in Deutschland selbst und die Politik schaut dabei auch noch zu!

Am 17.06.2016 wurde die APAK per Gesetz aufgelöst und als APAS in das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) überführt.

Seither glänzt die von den Big4 dominierte "oberste Fachaufsicht" durch Intransparenz. Das Organigramm der BAFA ließ selbst ein Jahr nach Schaffung der APAS weder Zuständigkeiten noch die genaue Besetzung der Abteilungen erkennen.

Offensichtlich herrscht dort das blanke Personalchaos, denn aktuell sucht die APAS gleich sieben "Inspektoren"!!! - Das nennt man Alarmstufe ROT!

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Demnach sind der APAS bei der gesetzlichen Überleitung also ein Drittel aller Inspektoren abhandengekommen, haben mittlerweile wieder ihren Dienst quittiert oder wurden herausgemobbt!?

Dies kann wohl nicht (nur) an der miserablen Bezahlung bei der Bundesbehörde (Entgeltgruppe EG 14 TVöD) liegen, sondern hat sicherlich auch mit der skandalösen Besetzung (Ralf Bose) der Leitung, den "Raubzügen" der Ehrenamtler in der Vergangenheit und dem schlechten Ansehen in der Öffentlichkeit  zu tun!

Einstiegsgehalt: 3.967 €/mtl. Aber: "Die Zahlung eines außertariflichen Entgelts ist möglich." - Na, dann aber ran an den Speck!

Übrigens: Auch die WPK sucht ständig neue Mitarbeiter für einen Traumjob bei der hauseigenen Berufsaufsicht.

Eine Frage hab ich noch:

Werden die WPK und die Big4 momentan wegen akuter Personalnot gar nicht beaufsichtigt?

Die Beaufsichtigung der WPK durch die APAS findet ohnehin defacto nicht statt, da diese ja ebenfalls von den Big4 majorisiert wird!?

Mit Glaubwürdigkeit hat dies alles nichts mehr zu tun! Wie lange will die Politik hier noch teilnahmslos zuschauen?

25.07.2017
DFB und Rödl: Ende des Prüfungsmärchens!

wpwatch hatte im Frühjahr 2017 das Prüfungsmärchen des DFB e.V. enttarnt und öffentlich gemacht, dass die Aufarbeitung des WM-Sommermärchens 2006 zu einem Bilanzierungsmärchen im Jahresabschluss 2015 des DFB e.V. führte.

Dies betraf insbesondere die Nicht-Vollständigkeit der Steuerrückstellungen im Zuge des Steuerstrafverfahrens der Finanzbehörde in Frankfurt am Main und der nicht vollständigen Anwendung der handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften.

Von Rödl wurde eine seltsam formulierte "Bescheinigung" erteilt, die bei weitem nicht den fachlichen Regeln entsprach. Man wollte hier offensichtlich keine "Einschränkung" erteilen und sich mit dem mächtigen DFB nicht anlegen.

Nach der Veröffentlichung bei wpwatch im April 2017 konnte man davon ausgehen, dass es einen regen und lang anhaltenden Diskussions- und Abstimmungsbedarf im Hause Rödl in Bezug auf das Prüfungsurteil gab. Am Ende dieses Prozesses steht wohl die Erkenntnis der Rödl-Kollegen, dass in Vorjahren schwere Versäumnisse in diesen Bereichen einzugestehen sind.

Im Ergebnis erstattet Rödel zum Bilanzstichtag 31.12.2016 jetzt ein vollkommen anderes Prüfungsurteil mit der für den DFB unangenehmen und negativen Folge, dass das Prüfungsurteil eingeschränkt wurde. Von einer Einschränkung war in Vorjahren keine Rede.

Nach dem

  • Sommermärchen (Kaiser Franz & Co.) haben nun auch das
  • Bilanzierungsmärchen beim DFB und auch das
  • Prüfungsmärchen im Hause Rödl jetzt sein Ende gefunden!

Der DFB Jahresabschluss 2016 wurde gestern veröffentlicht und im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert:

2016: https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/143623-DFB_Finanzbericht_2016.pdf

2015: https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/105123-DFB-Finanzbericht2015.pdf

Fazit:

Es bleibt damit festzuhalten, dass die investigativen Veröffentlichungen von wpwatch als alternative Berufsaufsicht der Wirtschaftsprüfer immer häufiger wirken.

Ach, Sie wollen noch eine Pointe?

Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass Rödl damit das lukrative DFB-Mandat los ist! Der DFB schwebt nun einmal über allem und mag keine widerwilligen Geschäftspartner.