Aktuelles

17.01.2018
Geldwäsche: nix sehen, nix hören, nix sagen!

Auf rund 1,5 Billionen Dollar weltweit schätzt das "Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung" den Schaden, den Geldwäsche global anrichtet.

Der deutsche Immobilienmarkt ist mit einem Transaktionsvolumen von 250 Mrd. €/p.a. dabei einer der attraktivsten Anlageplätze für das schwarze Geld und damit ein "Hochrisikosektor" für internationale Geldwäsche! Experten des BKA und von Deloitte schätzen, dass gut zehn Prozent, also 25 Mrd. €/p.a. aus Geldwäschegeschäften herrühren.

Gemeldet werden dubiose Deals von den Beteiligten aber kaum: Nicht einmal 3 % aller angezeigten Geldwäscheverdachtsfälle stammten aus dem Immobiliensektor. Branchenexperten glauben, dass Makler ihren Sorgfalts- und Meldepflichten gar nicht nachkommen.

Warum Makler dennoch nichts unternehmen, begründen sie so: Ein Drittel sagt, sie seien unsicher gewesen, ob der Verdacht tatsächlich stichhaltig war. Mehr als jeder Vierte will mit solchen Anzeigen lieber nichts zu tun haben, weil er findet, die Bekämpfung der Geldwäsche sei Sache des Staates – nicht seine. Nur jeder Zehnte dagegen glaubt, dass eine Anzeige ohnehin nichts bringen würde, weil der Fall strafrechtlich ins Leere liefe.

Der Hauptgrund für das Schweigen der Makler aber liegt woanders: Über die Hälfte der Makler fürchtet, der Immobilienverkauf würde scheitern, wenn er den Verdacht meldete. Sie wollen sich schlicht nicht die Provision entgehen lassen. Manche antworten auch: Wenn ich das Geld nicht nehme, dann tut es sicherlich einer meiner Kollegen.

"Die 25 Mrd. € Schwarzgeld, über die wir reden, stammen zu mindestens 70 % aus Steuerhinterziehung. Dies hat inzwischen hierzulande ein Ausmaß erreicht, das können Sie sich nicht vorstellen", so BKA-Experten. Die PANAMA- und PARADISE-Papers vermittelten nur eine grobe Ahnung davon.

Geldwäscheexperten sagen deshalb: "Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Wirtschaftskriminalität hierzulande geduldet wird."

Das Hauptproblem im Immobiliensektor ist, dass es kein zentrales Immobilienregister gibt. Der Name des Eigentümers wird zwar ins Grundbuch eingetragen, dort kann aber genauso eine Briefkastenfirma stehen, die ihren Sitz in einer Steueroase hat. Zudem gibt es hierzulande 214 amtliche Grundbücher (!), in jeder Kommune eines. Sie liegen zwar alle digital vor, doch verknüpft sind sie nicht. Wenn Strafverfolgungsbehörden nun nach einem bestimmten Verdächtigen suchen, müssten sie alle 214 Grundbücher einzeln abklappern.

Fazit: Auch schmutziges Geld sorgt für gute Geschäfte – deshalb ist die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität hierzulande in Wahrheit so wenig ausgeprägt.

Eine Frage hab ich noch:

Wie viele Geldwäscheverdachtsfälle wurden in 2016 von Wirtschaftsprüfern gemeldet?

Antwort: Exakt ZWEI! - Wohl ein Treppenwitz!

08.01.2018
Die unverschämte Nötigung des IDW

Die Bilanz der Facharbeit des IDW für 2017 ist katastrophal und die Blamage perfekt:

  • gesetzwidrige Verlautbarungen zum Bestätigungsvermerk (BSV),
  • falsche Bestätigungsvermerke 2016 für alle kapitalmarktorientierten Unternehmen (PIE),
  • komplettes Scheitern bei der Schaffung ISA-kompatibler Prüfungsstandards,
  • europarechtswidrige Forderungen zur Qualitätssicherung im QS 1 und
  • verantwortungslose Facharbeit zu Prüfungsbericht und BSV 2017!!!

Damit hat das IDW jedweden Kredit verspielt und keinerlei Legitimation mehr, "fachliche Regeln" von "hohem normativen Charakter" einem freien Beruf auf nationaler Ebene vorzugeben.

Jegliche Glaubwürdigkeit ist verspielt!

Die Berufsaufsicht und auch die Politik hätten längst eingreifen und das IDW in seine Schranken weisen müssen!

Die Schaffung "fachlicher Regeln" kann in Deutschland nicht Sache eines "eingetragenen Vereins" sein - dies ist ja wohl ein Treppenwitz.

Offensichtlich ist der Lobbyverein der Big4 völlig überfordert und sind die Big4 desinteressiert, da man sich ohnehin in den letzten Jahren vom unlukrativen Prüfungsgeschäft abwendet und zum geldgierigen "ich kann alles-Berater" entwickelt hat!

Solch eine Schlamperei hat es in der Geschichte der Facharbeit im wirtschaftsprüfenden Beruf noch nicht gegeben. Das IDW ramponiert das Ansehen des Berufsstandes und macht den kompletten Berufsstand lächerlich!

Oder steckt da Absicht hinter?

Das IDW verfällt plötzlich in Hyperaktivität und versucht zu flicken, wo es gerade geht. Jedoch ohne Augenmaß und Orientierung.

Und jetzt kommt der Knaller:

Die Unverschämtheit des IDW besteht auch noch darin, dass man die Lösung für das angerichtete Chaos hinter einem "exklusiven Zugang zum Mitgliederbereich" des Vereins verbirgt und neuere Facharbeit ausschließlich "exklusiv und vorab nur für IDW-Mitglieder" herausgibt. Das Ganze dann auch noch mit strengem Copyright - Ein Witz!!!

Also:

Wer seinen Beruf "gewissenhaft" ausüben und sich auf dem aktuellen Stand halten will, wird somit zu einer teuren Mitgliedschaft im Lobbyverein genötigt!!! Hiermit finanziert man dann auch dieses angerichtete Chaos in der Facharbeit und die arrogante Berufspolitik der Big4.

Die WPK schaut hierbei teilnahmslos zu, als hätte man mit all dem NICHTS zu tun.

Ein weiteres Kapital aus dem Drehbuch: "Ein (ehemals) elitärer Berufsstand schafft sich selber ab!"

05.01.2018
Die Big4 können einfach alles!!!

Schaut man sich die von den Big4 nur an einem einzigen Tag in den Printmedien und Online-Diensten abgesetzten Meldungen (hier 02.01.2018) einmal genauer an, so kommt man aus dem Staunen nicht heraus:

KPMG:
Neue Chancen, Tourismus und Landwirtschaft miteinander zu vernetzen!

"Verluste bis 18 Milliarden Euro bei HSH Nordbank sind realistisch"

PWC:
Zwei Drittel der Deutschen bevorzugen Markenprodukte

Experten sehen Anzeichen für Abwanderungswelle bei Bankkunden

Bürger sorgen sich um die Qualität der Pflege in deutschen Heimen

Mehr Kundenzufriedenheit, Wachtum und Digitalisierung

EY
Industrie 4.0-Technik verbreitet sich eher schleppend

Geht es Ihnen wirklich schlechter als vor zehn Jahren?

1,8 Millionen neue Arbeitsplätze in der Eurozone

Mittelstand erwartet lang anhaltenden Aufschwung

Wertvollste Unternehmen: Chinesen auf dem Vormarsch

Wie es der katholischen Kirche in Deutschland finanziell geht

Europäischer Automarkt wächst überdurchschnittlich

Wovor die Menschen in Deutschland 2018 am meisten Angst haben?!

Deloitte
Diese Technologien sollen 2018 massentauglich werden

Mehr KI und Live-Events: Was laut Deloitte 2018 auf uns zukommt

Digitalagenturen: Das waren die Highlights 2017

Legen sie das Telefon mal einen Tag zur Seite

Cyberattacken kosten rund 50 Mrd. Euro p.a.

Markteinbrüche von bis zu einem Drittel

Na, ist doch toll! - Die Big4 wollen jedem sagen:

Wir wissen alles (auch schon im voraus) und wir können alles.

Rufen Sie an, denn wir sind für alles zuständig!

Und jetzt mal Klartext:

Dieses Medientheater der Big4 in der Öffentlichkeit und dieses Anbiedern bei Wirtschaft und Politik ist mittlerweile unerträglich und gehört berufsrechtlich verboten!

Hier müssen die Wirtschaftsprüferkammer als Fachaufsicht und die Politik (BMWi) als Rechtsaufsicht endlich einschreiten. Dieses Medienspektakel ist mit der systemrelevanten Funktion von Wirtschaftsprüfern in der Wirtschaftsordnung nicht vereinbar!

05.01.2018
Kleeberg: Auch ein WPK-Vorstand ... (2)

Eines der beiden einzigen § 319a-Mandate von Crowe Kleeberg ist/war die

  • United Power Technology AG,

eine seit Juni 2011 im Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse gelistete Holdinggesellschaft eines chinesischen Herstellers von Stromerzeugungsaggregaten und Wasserpumpen.

Der Aktienkurs fiel bis Mitte 2016 trotz ausgewiesener Gewinne aber negativem Cashflow auffällig vom Ausgabekurs 9 € auf unter 1 €.

Einzel- und Konzernabschlussprüfer 2015 war die Crowe Kleeberg Audit GmbH, die das Mandat von Deloitte übernahm, und für die Prüfung 131 TEUR liquidierte. Beide Abschlüsse wurden am 27. April 2016 uneingeschränkt testiert.

Mitunterzeichner der Testate: WPK-Vorstandsmitglied und Kleeberg-Gesellschafter-Geschäftsführer Karl Petersen.

Am 20.09.2017 veröffentlichte die Gesellschaft unerwartet folgende Mitteilung nach § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG.

Demnach hatte man zwischenzeitlich Besuch von der Deutschen Bilanzpolizei (DPR), die erhebliche Fehler im Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2015 festgestellt hatte:

  • "Sonstige langfristige Vermögenswerte" in Höhe von 28,8 Mio. € (rd. 17,5 % der Bilanzsumme!) wurden unzulässigerweise aktiviert obwohl es sich um reinen Aufwand handelte!
  • Die diesbezügliche Darstellung im Konzernlagebericht war "irreführend" und verstößt gegen § 315 I 1 HGB!

Das sind ja schon "Knaller", die bei risikoorientierter Erstprüfung (IDW 261, 205) des "Chinesen-Abschlusses" hätten festgestellt werden müssen!

Und die Moral von der Geschicht:

  • Man kann noch so viele Kommentare schreiben, Lehraufträgen nachgehen und hohe Ämter bekleiden: Man ist nicht davor sicher, dass umtriebige Chinesen einen vielbeschäftigten Wirtschaftsprüfer "hinter die Fichte führen"!?
  • Vielleicht mangelte es dem WPK-Vorstandskollegen aber auch an der "kritischen Grundhaltung" in diesem lockenden lukrativen Neu-Mandat aus der 1. Liga?

Crowe Kleeberg hat nun ein § 319a-Mandat weniger, da man im Mai 2017 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gerichtlich abberufen wurde.

So erlebt auch WPK-Vorstandsmitglied Petersen einmal hautnah, wie die Marktbereinigung im Segment der § 319a-Prüfer durch die Big4 funktioniert.

Ob Kleeberg jetzt ein Problem mit der APAS oder der WPK hat oder gar eine "Inspektion" droht, darf sicherlich bezweifelt werden - schließlich ist man doch gut "vernetzt"!

Die APAS ist übrigens nicht nur die letztinstanzliche Fachaufsicht über die § 319a-Prüfer sondern auch die Aufsicht über die WPK.

04.01.2018
Kleeberg: Auch ein WPK-Vorstand kann sich mal die Finger verbrennen! (1)

Kaum eine mittelgroße WP-Gesellschaft hat in den letzten 10 Jahren mehr "Wirbel" gemacht als Crowe Kleeberg in München. Man hat sich quasi zu einem schillernden "national player" entwickelt.

Die "Qualitäten" von Crowe Kleeberg werden in einer beachtenswerten Imagebroschüre mit aussagefähigen Tierbildern ausdrucksvoll dargestellt:

http://www.kleeberg.de/fileadmin/download/imagebroschueren/Kleeberg_Wir.pdf 

Mit 160 Mitarbeitern, davon 14 Geschäftsführer, 4 Directors, 23 Prokuristen und einem IT-Auditor IDW kann man schon viel bewegen. Namen wie Zwirner, Petersen etc. sind mittlerweile branchenbekannt.

Präsent ist man neben dem Prüfungsgeschäft (rd. 735 T€/p.a.)

  • auch im Seminargeschäft,
  • in Fachausschüssen des IDW,
  • als Bilanz-Kommentatoren,
  • Schriftleiter bei Verlagen,
  • Lehrbeauftragte an Hochschulen und
  • im Vorstand der WPK!

Also: Volles Programm!

Zur Erinnerung: In 2014 hatte Kollege Petersen (mit bescheidenem Wahlergebnis) den Sprung in den Vorstand der WPK über die Herzig-Liste (Tarnliste des IDW!) geschafft und ist deshalb mitverantwortlich für die skandalöse Berufspolitik der WPK und die Überregulierung und Marktbereinigung im Berufsstand!

Auch zählt man zu den (noch) 87 PIE-Prüfern in Deutschland, die sich neben den Big4 im Feld der § 319a-Prüfer bewegen und somit der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) unterliegen. Laut dem hinterlegten 17-seitigem http://www.kleeberg.de/fileadmin/download/transparenzberichte/Kleeberg_Transparenzbericht_2017.pdfTransparenzbericht hat Crowe Kleeberg (noch) zwei § 319a-Mandate.

Bei so viel Fachkompetenz im Hause Kleeberg sollte man annehmen, dass man auch in dieser Liga der Prüfer kapitalmarktorientierter Unternehmen professionell mitspielen kann.

Schließlich ist man ja (Mit-)Herausgeber verschiedener Bilanzkommentare.

Doch auch ein umtriebiger WPK-Vorstand Karl Petersen kann sich an einem § 319a-Mandat schnell mal die Finger verbrennen - insbesondere wenn Chinesen im Spiel sind, die dem Abschlussprüfer mit Nachdruck schnell mal ein X für ein U vormachen.

Dumm nur, wenn der Sachverhalt später dann von der deutschen Bilanzpolizei (DPR) aufgedeckt werden muss.

Lesen Sie Morgen mehr an dieser Stelle! ...

05.12.2017
Die Rödl Family Office GmbH & Co. KG

Am 23.11.2017 berichtete wpwatch aufgrund von Recherchen im öffentlich zugänglichen Deutschen Marken- und Patentregister über insgesamt acht eingetragene und geschützte Rödl-Marken für drei Rechte-Inhaber.

Sechs der acht Marken gehören dem/n Erben von Dr. Bernd Rödl sowie seinem Sohn (und Erben) Prof. Dr. Christian Rödl, der aus den weltweiten Lizenzeinnahmen die Mitglieder der Familie Bernd & Marga Rödl über die

  • "Rödl Family Office GmbH & Co. KG" (HRA 12925 und HRB 21130; AG Rückersdorf)

bedient.

Die restlichen zwei Marken gehören der

  • "Rödl Equity Partner Beteiligung GmbH & Co. KG"

und somit vielleicht den fünf familienfremden geschäftsführenden Partnern. Sicher kann man hier nicht sein.

Prof. Rödl erklärte nämlich am 30.07.2017 in einem FAZ-Interview mit Georg Giersberg:

„Die Bezeichnung Geschäftsführende Partner, Partner und Associate Partner hat nichts mit einer Gesellschafterstellung bei Rödl & Partner gemein.“

Fazit:

Seit 15 Jahren bereits verwertet Familie Rödl das "geistige Eigentum an der Idee und operativen Umsetzung des Geschäftsmodells" im Rahmen eines Markenlizenzmodells und kassiert nicht unerhebliche weltweite Lizenzeinnahmen im "Family-Office".

Die letzte Offenlegung für das Geschäftsjahr 2015 zeigt dort Wertpapiere, Forderungen und liquide Mittel in Höhe von insgesamt rd. 8,8 Mio. €.

Am Kommanditkapital in Höhe von 6,0 Mio. € sind die fünf Geschwister von Prof. Rödl mit jeweils 10% beteiligt. Seine Mutter hält die restlichen 50%.

So funktioniert eben halt ein echtes "Familienversorgungswerk"!

04.12.2017
Rödl und die Dissertation aus Bratislava

Rödl bringt es bei wpwatch bereits auf 28 Meldungen und belegt hierbei einen der ersten Ränge! Diese Serie scheint wohl noch lange nicht abzureißen, da neue Recherchen immer wieder erstaunliches Material zutage fördern!

Rödl scheint halt ein "besonderer Fall" zu sein!

wpwatch berichtete vor wenigen Tagen über das "Markenimperium der Familie Rödl" sowie die finanziellen Interessen der Familie Rödl an überzogenen Umsatzangaben.

Jetzt taucht eine Dissertation auf, die im Jahre 2009 an der "Comenius Universität Bratislava" (Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie) von einem Rechtsanwalt von Rödl & Partner eingereicht wurde.

Titel der Dissertation: "Starke Marken". (ISBN 978-3942109024; 176 A5-Seiten; 59,50 €)

Im Erzähl-Stil erfährt man zunächst auf den ersten 100 Seiten "Wissenschaftliches" über

  • "Markenpersönlichkeitsmodelle,
  • psychologische Wirkungsdimensionen,
  • Markenkommunikation und
  • Markenführung"

bevor es dann ab Kapital 18 (S. 101 ff.) um

  • "Professionelles Markenmanagement bei Rödl & Partner - Ursachen und konkrete Durchführung -"

geht.

Wenn auch dieses Werk gegen wesentliche Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und von zweifelhaftem intellektuellem Niveau ist, enthält es doch weitere wichtige Informationen über die "starke Marke Rödl" und das Geschäftsmodell aus Nürnberg.

Demnach kümmerte sich Prof. Dr. Christian Rödl als "Leiter des Positionierungsprojektes" ab 2003 konsequent um eine optimale Positionierung der Marke "Rödl & Partner" (S. 122) und die "Veränderung der normalen Marke in Richtung einer Premiummarke" (S. 119). Vorkenntnisse zu diesem Thema brachte er aus seiner früheren Tätigkeit bei der US-amerikanischen Rechts- und Steuerberatungskanzlei BAKER MCKENZIE mit, die sich bereits in den 90er-Jahren intensiv mit dem Thema "Markenmanagement für professionelle Dienstleister" beschäftigt hatte (S. 104).

Dem "Markenteam" bei Rödl gehören übrigens "neben Prof. Rödl und den anderen fünf Partnern die Marketing-Leiterin, der Personalleiter und Matthias Simon, ein externer Markenberater", an (S. 106).

Wichtige Fragen, die sich der interessierte Leser zum Rödl'schen-Markenimperium stellt, bleiben in der "Dissertation" jedoch offen:

  • Wieso lagen 98% der Geschäftsanteile von Rödl & Partner allein in Händen von Dr. Bernd Rödl und bis heute noch in den Händen eines Nicht-WP's?
  • Wer profitiert finanziell an den Lizenzeinnahmen des familiären Markenimperiums?

Demnächst mehr bei wpwatch! - Seien Sie gespannt!

04.12.2017
Rödl hält nicht viel von Offenlegung!

Jeder, der vom Fach ist, weiß, dass Einzel- und Konzernabschlüsse (soweit keine Befreiungen greifen) bis zum Ablauf des nächstfolgenden Geschäftsjahres gemäß §§ 325 ff. HGB in Deutschland offenlegungspflichtig sind.

Dies sollte man eigentlich auch im Hause Rödl wissen. "Als Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmens- und IT-Berater und Wirtschaftsprüfer sind wir an 108 eigenen Standorten in 50 Ländern vertreten. Unsere Mandanten vertrauen weltweit unseren 4.500 Kolleginnen und Kollegen." - so lautet es vollmundig in der hauseigenen Imagebroschüre.

Hoffentlich kommuniziert man die Offenlegungspflichten sowie die Rechtsfolgen ihrer Nichtbeachtung (§§ 334 f. HGB) wenigstens richtig gegenüber den Mandanten!?

Im Hause Rödl scheint man selbst von Offenlegung nicht viel zu halten!

Während kleine GmbHs wegen fehlender Offenlegung vom eBanz und auch vom Bundesamt der Justiz ständig belästigt werden, ist es bei Rödl möglich,

  • dass eine Rödl & Partner GmbH WPG StBG zwar in ihrem JA 31.12.2015 (letzter offengelegter JA) auf den Konzern eines Mutterunternehmens (MU) Sebalder Treuhandgesellschaft mbH WPG StBG im Anhang verweist,
  • aber der letzte veröffentlichte KA dieses MU auf den 31.12.2013 datiert (Testat vom 10.6.2016!; veröffentlicht am 23.11.2016!). Dieses MU hat den JA letztmals auf den 31.12.2012 veröffentlicht (für GmbH als MU ist keine Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB möglich)! - Interessant ist auch das Honorar des Konzern-AP in Höhe von T€ 46!?
  • Eine Rödl IT-Consulting GmbH (ebenfalls in den oben genannten KA einbezogen zusammen mit rd. 70 anderen Gesellschaften) hat letztmals einen JA 31.12.2011 veröffentlicht und danach auch keinerlei Hinweis mehr veröffentlicht.

An diesem Beispiel wird wieder einmal deutlich, dass etwas nicht funktioniert bei diesem Rechtssystem.

Anscheinend gibt es für unterschiedliche Größenklassen von Berufsgesellschaften sehr unterschiedliches Recht in Deutschland. In Nürnberg gilt vielleicht noch das "fränkische Landrecht"!?

Rödl ist und bleibt ein Fall für die Berufsaufsicht und das Bundesamt der Justiz!

24.11.2017
"Wirtschaftsprüfung mit Zukunft" - na, endlich!

Jetzt ist die Katze aus dem Sack:

Nach dem Desaster ständig sinkender Teilnehmerzahlen bei den Kammerversammlungen der WPK in 2016 / 2017 will uns der Vorstand der WPK mit einer einzigen gigantischen "Knaller-Kammerversammlung" am 20.04.2018 in den Bann ziehen und uns mit einem tollem (und teuren!) Programm nach Berlin locken!

  • „Wirtschaftsprüfung mit Zukunft“

lautet das verlockende Leitthema - na, wer hätte denn da etwas dagegen?

Und jetzt hören Sie mal ganz genau hin was die WPK offeriert:

  • "Informieren Sie sich über zukunftsorientierte Themen, die den Berufsstand derzeit fordern,
  • Bringen Sie sich in Workshops zur Digitalisierung und zur Nachfolgeplanung ein.
  • Gerne nehmen wir auch Ihr Workshop-Wunschthema auf. Schreiben Sie uns bis zum 10. Januar 2018 unter veranstaltungen@wpk.de, Betreff „Wunschthema Workshop“, damit wir bei entsprechendem Interesse etwas für Sie vorbereiten können.  
  • Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., wird das Thema Digitalisierung aus Sicht der „Wirtschaft 4.0“ aufgreifen. (Klartext: Er hält wahrscheinlich noch einmal den gleichen Vortrag wie auf dem "IDW digital summit" am 17.10.2017 in Düsseldorf.)
  • Angefragt ist auch der/die zukünftige Bundesminister/in für Wirtschaft und Energie.
  • Am Vorabend, dem 19. April 2018, werden Sie bei einem Get Together Blau-Gelb in einer Top-Location die Gelegenheit zum Networking in entspannter Atmosphäre haben.
  • Bitte notieren Sie sich den 19./20. April 2018 schon heute für Ihr Wochenende in der Hauptstadt.
  • Eine persönliche Einladung mit den Einzelheiten erhalten Sie im Januar 2018".

Na, was sagen Sie denn jetzt?

Da kommt offensichtlich der Wolf im Schafspelz daher und will sich selber feiern.

Nach gesetzwidriger Überregulierung und schikanösem Umgang mit Reviewern und den Zwangsmitgliedern gibt man sich bei der WPK jetzt auffällig galant, geschmeidig und zukunftsweisend!?

Welche Traumtänzer im Vorstand der WPK glauben denn daran, dass Heerscharen von Kollegen/innen jetzt zu einem Wochenende mit der "geliebten WPK" nach Berlin aufbrechen und in einer "Top-Location" das "Networking" üben wollen!?

Dann feiert Euch mal schön selbst in Berlin - Geld ist ja genug in der Kasse!

Das ganze Theater klingt so ähnlich wie das Abtauchen mit dem IDW ins altehrwürdige Baden-Baden bei dramatisch sinkenden Teilnehmerzahlen - auch das hat sich doch längst überlebt!

Mit Realitätssinn hat beides nicht mehr viel gemein!

23.11.2017
Das Markenimperium der Familie Rödl (2)

Nach den kernigen Aussagen von Prof. Christian Rödl im Finance Magazin bleiben doch etliche Fragen offen:

  • Wieso gibt es bei Rödl keinen (geprüften) Konzernabschluss? - Die Terminologie "Mutter- und Tochtergesellschaften" (§§ 290 ff. HGB) sind doch eindeutig ...
  • Wie kann ein Nicht-WP eigentlich (98%iger!) "Mehrheitsgesellschafter" einer "anerkannten Berufsgesellschaft" (WPG) sein? Bitte einmal §§ 28 ff. WPO lesen ....
  • Welches Interesse hat Familie Rödl selbst an überzogenen Umsatzzahlen? Antwort: Rein finanzielle Interessen! ...

Vom "Rechtsanwaltstag" der Rödl-Anwälte am 24./25. März 2017 in Bozen (Schloss Maretsch) liegt wpwatch die dort vorgestellte Rödl-Broschüre:

  • "Weltweit engagiert" - Die Marke "Rödl & Partner".

vor. Man höre und staune: Es geht um die "Marke Rödl & Partner"!

Eine Recherche des Deutschen Marken- und Patentregisters (https://www.dpma.de/marken/markenrecherche/index.html) fördert dann auch Erstaunliches zu Tage:

  • Vater Bernd Rödl ließ bereits für sich persönlich (!) in 2001 die Marken "Rödl e-novation" und "Rödl & Partner FITTNESS" als Wort- bzw. Individualmarke eintragen.
  • Im Jahr 2000 wurden für die "Rödl Equity Partner Beteiligungs GmbH & Co. KG" die Marken "Rödl & Partner" deutschland- und weltweit sowie "Roedl & Partner" deutschlandweit am Firmensitz (!) als Wortmarke eingetragen.
  • Sohnemann Prof. Rödl zog dann 2006, 2007 und 2014 nach und ließ für sich privat (!) die Wortmarken "Rödl" deutschland- und weltweit sowie "Roedl" deutschlandweit eintragen und schützen.

Insgesamt also acht eingetragene und geschützte Marken für drei Rechteinhaber. Sechs der 8 Marken gehören damit Mitgliedern der Familie Rödl persönlich.

Seit Anfang des Jahrhunderts verwertet Familie Rödl damit das "geistige Eigentum an der Idee und operativen Umsetzung des Geschäftsmodells" im Rahmen eines Markenlizenzmodells. Von jeder neuen Niederlassung im Ausland profitierte somit die Familie Rödl persönlich als Markenrechtsinhaber.

Damit dürfte das finanzielle Interesse von Familie Rödl an überzogenen Umsatzzahlen auf der Hand liegen. Dies bezeichnet man in der Spieltheorie als "opportunistisches Verhalten": Man kooperiert geschäftlich vor dem Hintergrund leerer Leistungsversprechen.

Es besteht also auf Seiten der Familie Rödl ein großes Interesse an gezauberter Größe, überhöhten Umsatzzahlen und sonstiger Effekthascherei zur Darstellung einer glänzenden Markenfassade, denn dies beeinflusst die Wahrnehmung potentieller Mandanten positiv.

Rödl & Partner gibt sich dabei gerne als "Familienunternehmen": Prof. Rödl ist nach eigenen Aussagen für die Mitarbeiter "jederzeit ansprechbar". Thorsten Widow ist als "Vertrauter der Familie" und "Markenverantwortlicher" dafür zuständig, dass den Mitarbeitern immer wieder die Propaganda der Rödl-Markenwelt überzeugend vorgepredigt wird.