Aktuelles

05.12.2017
Die Rödl Family Office GmbH & Co. KG

Am 23.11.2017 berichtete wpwatch aufgrund von Recherchen im öffentlich zugänglichen Deutschen Marken- und Patentregister über insgesamt acht eingetragene und geschützte Rödl-Marken für drei Rechte-Inhaber.

Sechs der acht Marken gehören dem/n Erben von Dr. Bernd Rödl sowie seinem Sohn (und Erben) Prof. Dr. Christian Rödl, der aus den weltweiten Lizenzeinnahmen die Mitglieder der Familie Bernd & Marga Rödl über die

  • "Rödl Family Office GmbH & Co. KG" (HRA 12925 und HRB 21130; AG Rückersdorf)

bedient.

Die restlichen zwei Marken gehören der

  • "Rödl Equity Partner Beteiligung GmbH & Co. KG"

und somit vielleicht den fünf familienfremden geschäftsführenden Partnern. Sicher kann man hier nicht sein.

Prof. Rödl erklärte nämlich am 30.07.2017 in einem FAZ-Interview mit Georg Giersberg:

„Die Bezeichnung Geschäftsführende Partner, Partner und Associate Partner hat nichts mit einer Gesellschafterstellung bei Rödl & Partner gemein.“

Fazit:

Seit 15 Jahren bereits verwertet Familie Rödl das "geistige Eigentum an der Idee und operativen Umsetzung des Geschäftsmodells" im Rahmen eines Markenlizenzmodells und kassiert nicht unerhebliche weltweite Lizenzeinnahmen im "Family-Office".

Die letzte Offenlegung für das Geschäftsjahr 2015 zeigt dort Wertpapiere, Forderungen und liquide Mittel in Höhe von insgesamt rd. 8,8 Mio. €.

Am Kommanditkapital in Höhe von 6,0 Mio. € sind die fünf Geschwister von Prof. Rödl mit jeweils 10% beteiligt. Seine Mutter hält die restlichen 50%.

So funktioniert eben halt ein echtes "Familienversorgungswerk"!

04.12.2017
Rödl und die Dissertation aus Bratislava

Rödl bringt es bei wpwatch bereits auf 28 Meldungen und belegt hierbei einen der ersten Ränge! Diese Serie scheint wohl noch lange nicht abzureißen, da neue Recherchen immer wieder erstaunliches Material zutage fördern!

Rödl scheint halt ein "besonderer Fall" zu sein!

wpwatch berichtete vor wenigen Tagen über das "Markenimperium der Familie Rödl" sowie die finanziellen Interessen der Familie Rödl an überzogenen Umsatzangaben.

Jetzt taucht eine Dissertation auf, die im Jahre 2009 an der "Comenius Universität Bratislava" (Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie) von einem Rechtsanwalt von Rödl & Partner eingereicht wurde.

Titel der Dissertation: "Starke Marken". (ISBN 978-3942109024; 176 A5-Seiten; 59,50 €)

Im Erzähl-Stil erfährt man zunächst auf den ersten 100 Seiten "Wissenschaftliches" über

  • "Markenpersönlichkeitsmodelle,
  • psychologische Wirkungsdimensionen,
  • Markenkommunikation und
  • Markenführung"

bevor es dann ab Kapital 18 (S. 101 ff.) um

  • "Professionelles Markenmanagement bei Rödl & Partner - Ursachen und konkrete Durchführung -"

geht.

Wenn auch dieses Werk gegen wesentliche Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und von zweifelhaftem intellektuellem Niveau ist, enthält es doch weitere wichtige Informationen über die "starke Marke Rödl" und das Geschäftsmodell aus Nürnberg.

Demnach kümmerte sich Prof. Dr. Christian Rödl als "Leiter des Positionierungsprojektes" ab 2003 konsequent um eine optimale Positionierung der Marke "Rödl & Partner" (S. 122) und die "Veränderung der normalen Marke in Richtung einer Premiummarke" (S. 119). Vorkenntnisse zu diesem Thema brachte er aus seiner früheren Tätigkeit bei der US-amerikanischen Rechts- und Steuerberatungskanzlei BAKER MCKENZIE mit, die sich bereits in den 90er-Jahren intensiv mit dem Thema "Markenmanagement für professionelle Dienstleister" beschäftigt hatte (S. 104).

Dem "Markenteam" bei Rödl gehören übrigens "neben Prof. Rödl und den anderen fünf Partnern die Marketing-Leiterin, der Personalleiter und Matthias Simon, ein externer Markenberater", an (S. 106).

Wichtige Fragen, die sich der interessierte Leser zum Rödl'schen-Markenimperium stellt, bleiben in der "Dissertation" jedoch offen:

  • Wieso lagen 98% der Geschäftsanteile von Rödl & Partner allein in Händen von Dr. Bernd Rödl und bis heute noch in den Händen eines Nicht-WP's?
  • Wer profitiert finanziell an den Lizenzeinnahmen des familiären Markenimperiums?

Demnächst mehr bei wpwatch! - Seien Sie gespannt!

04.12.2017
Rödl hält nicht viel von Offenlegung!

Jeder, der vom Fach ist, weiß, dass Einzel- und Konzernabschlüsse (soweit keine Befreiungen greifen) bis zum Ablauf des nächstfolgenden Geschäftsjahres gemäß §§ 325 ff. HGB in Deutschland offenlegungspflichtig sind.

Dies sollte man eigentlich auch im Hause Rödl wissen. "Als Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmens- und IT-Berater und Wirtschaftsprüfer sind wir an 108 eigenen Standorten in 50 Ländern vertreten. Unsere Mandanten vertrauen weltweit unseren 4.500 Kolleginnen und Kollegen." - so lautet es vollmundig in der hauseigenen Imagebroschüre.

Hoffentlich kommuniziert man die Offenlegungspflichten sowie die Rechtsfolgen ihrer Nichtbeachtung (§§ 334 f. HGB) wenigstens richtig gegenüber den Mandanten!?

Im Hause Rödl scheint man selbst von Offenlegung nicht viel zu halten!

Während kleine GmbHs wegen fehlender Offenlegung vom eBanz und auch vom Bundesamt der Justiz ständig belästigt werden, ist es bei Rödl möglich,

  • dass eine Rödl & Partner GmbH WPG StBG zwar in ihrem JA 31.12.2015 (letzter offengelegter JA) auf den Konzern eines Mutterunternehmens (MU) Sebalder Treuhandgesellschaft mbH WPG StBG im Anhang verweist,
  • aber der letzte veröffentlichte KA dieses MU auf den 31.12.2013 datiert (Testat vom 10.6.2016!; veröffentlicht am 23.11.2016!). Dieses MU hat den JA letztmals auf den 31.12.2012 veröffentlicht (für GmbH als MU ist keine Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB möglich)! - Interessant ist auch das Honorar des Konzern-AP in Höhe von T€ 46!?
  • Eine Rödl IT-Consulting GmbH (ebenfalls in den oben genannten KA einbezogen zusammen mit rd. 70 anderen Gesellschaften) hat letztmals einen JA 31.12.2011 veröffentlicht und danach auch keinerlei Hinweis mehr veröffentlicht.

An diesem Beispiel wird wieder einmal deutlich, dass etwas nicht funktioniert bei diesem Rechtssystem.

Anscheinend gibt es für unterschiedliche Größenklassen von Berufsgesellschaften sehr unterschiedliches Recht in Deutschland. In Nürnberg gilt vielleicht noch das "fränkische Landrecht"!?

Rödl ist und bleibt ein Fall für die Berufsaufsicht und das Bundesamt der Justiz!

24.11.2017
"Wirtschaftsprüfung mit Zukunft" - na, endlich!

Jetzt ist die Katze aus dem Sack:

Nach dem Desaster ständig sinkender Teilnehmerzahlen bei den Kammerversammlungen der WPK in 2016 / 2017 will uns der Vorstand der WPK mit einer einzigen gigantischen "Knaller-Kammerversammlung" am 20.04.2018 in den Bann ziehen und uns mit einem tollem (und teuren!) Programm nach Berlin locken!

  • „Wirtschaftsprüfung mit Zukunft“

lautet das verlockende Leitthema - na, wer hätte denn da etwas dagegen?

Und jetzt hören Sie mal ganz genau hin was die WPK offeriert:

  • "Informieren Sie sich über zukunftsorientierte Themen, die den Berufsstand derzeit fordern,
  • Bringen Sie sich in Workshops zur Digitalisierung und zur Nachfolgeplanung ein.
  • Gerne nehmen wir auch Ihr Workshop-Wunschthema auf. Schreiben Sie uns bis zum 10. Januar 2018 unter veranstaltungen@wpk.de, Betreff „Wunschthema Workshop“, damit wir bei entsprechendem Interesse etwas für Sie vorbereiten können.  
  • Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., wird das Thema Digitalisierung aus Sicht der „Wirtschaft 4.0“ aufgreifen. (Klartext: Er hält wahrscheinlich noch einmal den gleichen Vortrag wie auf dem "IDW digital summit" am 17.10.2017 in Düsseldorf.)
  • Angefragt ist auch der/die zukünftige Bundesminister/in für Wirtschaft und Energie.
  • Am Vorabend, dem 19. April 2018, werden Sie bei einem Get Together Blau-Gelb in einer Top-Location die Gelegenheit zum Networking in entspannter Atmosphäre haben.
  • Bitte notieren Sie sich den 19./20. April 2018 schon heute für Ihr Wochenende in der Hauptstadt.
  • Eine persönliche Einladung mit den Einzelheiten erhalten Sie im Januar 2018".

Na, was sagen Sie denn jetzt?

Da kommt offensichtlich der Wolf im Schafspelz daher und will sich selber feiern.

Nach gesetzwidriger Überregulierung und schikanösem Umgang mit Reviewern und den Zwangsmitgliedern gibt man sich bei der WPK jetzt auffällig galant, geschmeidig und zukunftsweisend!?

Welche Traumtänzer im Vorstand der WPK glauben denn daran, dass Heerscharen von Kollegen/innen jetzt zu einem Wochenende mit der "geliebten WPK" nach Berlin aufbrechen und in einer "Top-Location" das "Networking" üben wollen!?

Dann feiert Euch mal schön selbst in Berlin - Geld ist ja genug in der Kasse!

Das ganze Theater klingt so ähnlich wie das Abtauchen mit dem IDW ins altehrwürdige Baden-Baden bei dramatisch sinkenden Teilnehmerzahlen - auch das hat sich doch längst überlebt!

Mit Realitätssinn hat beides nicht mehr viel gemein!

23.11.2017
Das Markenimperium der Familie Rödl (2)

Nach den kernigen Aussagen von Prof. Christian Rödl im Finance Magazin bleiben doch etliche Fragen offen:

  • Wieso gibt es bei Rödl keinen (geprüften) Konzernabschluss? - Die Terminologie "Mutter- und Tochtergesellschaften" (§§ 290 ff. HGB) sind doch eindeutig ...
  • Wie kann ein Nicht-WP eigentlich (98%iger!) "Mehrheitsgesellschafter" einer "anerkannten Berufsgesellschaft" (WPG) sein? Bitte einmal §§ 28 ff. WPO lesen ....
  • Welches Interesse hat Familie Rödl selbst an überzogenen Umsatzzahlen? Antwort: Rein finanzielle Interessen! ...

Vom "Rechtsanwaltstag" der Rödl-Anwälte am 24./25. März 2017 in Bozen (Schloss Maretsch) liegt wpwatch die dort vorgestellte Rödl-Broschüre:

  • "Weltweit engagiert" - Die Marke "Rödl & Partner".

vor. Man höre und staune: Es geht um die "Marke Rödl & Partner"!

Eine Recherche des Deutschen Marken- und Patentregisters (https://www.dpma.de/marken/markenrecherche/index.html) fördert dann auch Erstaunliches zu Tage:

  • Vater Bernd Rödl ließ bereits für sich persönlich (!) in 2001 die Marken "Rödl e-novation" und "Rödl & Partner FITTNESS" als Wort- bzw. Individualmarke eintragen.
  • Im Jahr 2000 wurden für die "Rödl Equity Partner Beteiligungs GmbH & Co. KG" die Marken "Rödl & Partner" deutschland- und weltweit sowie "Roedl & Partner" deutschlandweit am Firmensitz (!) als Wortmarke eingetragen.
  • Sohnemann Prof. Rödl zog dann 2006, 2007 und 2014 nach und ließ für sich privat (!) die Wortmarken "Rödl" deutschland- und weltweit sowie "Roedl" deutschlandweit eintragen und schützen.

Insgesamt also acht eingetragene und geschützte Marken für drei Rechteinhaber. Sechs der 8 Marken gehören damit Mitgliedern der Familie Rödl persönlich.

Seit Anfang des Jahrhunderts verwertet Familie Rödl damit das "geistige Eigentum an der Idee und operativen Umsetzung des Geschäftsmodells" im Rahmen eines Markenlizenzmodells. Von jeder neuen Niederlassung im Ausland profitierte somit die Familie Rödl persönlich als Markenrechtsinhaber.

Damit dürfte das finanzielle Interesse von Familie Rödl an überzogenen Umsatzzahlen auf der Hand liegen. Dies bezeichnet man in der Spieltheorie als "opportunistisches Verhalten": Man kooperiert geschäftlich vor dem Hintergrund leerer Leistungsversprechen.

Es besteht also auf Seiten der Familie Rödl ein großes Interesse an gezauberter Größe, überhöhten Umsatzzahlen und sonstiger Effekthascherei zur Darstellung einer glänzenden Markenfassade, denn dies beeinflusst die Wahrnehmung potentieller Mandanten positiv.

Rödl & Partner gibt sich dabei gerne als "Familienunternehmen": Prof. Rödl ist nach eigenen Aussagen für die Mitarbeiter "jederzeit ansprechbar". Thorsten Widow ist als "Vertrauter der Familie" und "Markenverantwortlicher" dafür zuständig, dass den Mitarbeitern immer wieder die Propaganda der Rödl-Markenwelt überzeugend vorgepredigt wird.

22.11.2017
Das Markenimperium der Familie Rödl (1)

Im Finance-Magazin vom 04.09.2017 stellt Prof. Dr. Christian Rödl unter der Überschrift: "Netzwerke sind der falsche Weg" die Geschäftszahlen von Rödl & Partner für das Jahr 2016 mit einigen kernigen Sprüchen vor:

  • 386,1 Mio. € Gesamtumsatz,
  • sechstgrößte Beratungs- und WP-Gesellschaft Deutschlands,
  • Umsatzwachstum insgesamt 10%, im Prüfungsgeschäft 26%!
  • Rödl ist der am stärksten wachsende Next Ten,
  • 108 Standorte in 50 Ländern.

Gleichzeitig teilt Prof. Rödl gegen den Rest der Branche aus und stellt gleich einmal fest:

  • Rödl will Mandanten mit Auslandsstandorten überzeugen,
  • Kunden schätzen es, dass Rödl mit einer Muttergesellschaft in Deutschland und Tochtergesellschaften im Ausland organisiert ist,
  • Mandanten sind unzufrieden mit Netzwerken,
  • eigene Standorte im Ausland sind ein Riesenvorteil und
  • Rödl internationalisiert sich mit eigener Kraft.

Nach Studium dieses (Werbe-)Artikels im Finance-Magazin stellt man sich schon verdutzt die Frage, warum Rödl so vehement gegen weltweite Netzwerke der Konkurrenten argumentiert und die ausschließlichen Vorteile des internationalen Rödl-Konzerns herausstellt.

Ist der Nicht-WP Prof. Rödl ("Er kam 1999 ins Unternehmen und führt es als Mehrheitsgesellschafter seit dem Jahr 2011") hier als Geisterfahrer unterwegs oder hat dies etwa andere Hintergründe?

Die Antwort auf diese Frage liefert hier das "geistige Eigentum" am weltweiten Rödl'schen Markenlizenzmodell und der Schöpfung von privaten Lizenzentgelten durch die Familie Rödl als Markenrechteinhaber.

Und morgen geht die Geschichte weiter an dieser Stelle ...

29.09.2017
KPMG-CEO beklagt den Verlust der Artenvielfalt

Wie im Newsletter Nr. 55 (Dezember 2014) berichtete, wurde der Sprecher des Vorstandes der  KPMG, WP/StB Klaus Becker, im September 2014 zum Präsidenten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) gewählt. In der Mitgliederversammlung 2017 am Donnerstagabend letzter Woche stellten sich Präsident Becker und der weitere Vorstand den rund 3500 Mitgliedern zur Wiederwahl und wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Kollege Becker berichtete auf der Versammlung eindrucksvoll von Wilderern, die ihr grausames Geschäft trieben mit allem, was sich zu Geld machen lässt. Seien es Elefanten und Elfenbein, seien es Nashörner oder Tigerfelle. Dagegen anzukämpfen, ist eine Mission der ZGF, eines von rund 30 Projekten und Programmen, mit denen sich die Organisation aktuell befasst. 13 Millionen Euro hat die ZGF 2016 laut Jahresbericht in Naturschutzprojekte auf vier Kontinenten investiert – so viel wie nie zuvor.

"Der Verlust der Arten ist außerordentlich dramatisch“, sagt ZGF-Vorstandskollege und Biologe Schenck den Mitgliedern sehr eindringlich. "Noch gebe es genug intakte Lebensräume auf der Welt, doch der Flächenverlust gehe zu schnell" ergänze Präsident Becker. „Die ZGF ist extrem wichtig für die Welt“.

Aus schlecht informierten Kreisen des IDW ist zu hören, dass KPMG-CEO Klaus Becker für die 59. IDW-Arbeitstagung am 15. bis 17. November 2017 in Baden-Baden als Keyspeaker gewonnen werden konnte und vier Stunden zu dem Thema:

  • "Das Sterben der Artenvielfalt im wirtschaftsprüfenden Beruf am Beispiel des Einzel-WP und der Kampf gegen die Wilderer der Big4"

referieren wird.

Es soll eine entflammte Rede des Artenschutz-Präsidenten werden.

Im Anschluss an den Vortrag soll in Baden-Baden gleich auch die Einrichtung des "Institut für Artenschutz (IFA)" beim IDW beraten und beschlossen werden, "da es für Artenschutz im Berufsstand keinen Zeitaufschub mehr geben darf"!

Aufgrund seiner einschlägigen weltweiten Erfahrung soll Kollege Klaus Becker hier die Präsidentschaft übernehmen und die Ehrendoktorwürde erhalten. Prof. Klaus-Peter Naumann erhält am IFA einen Leerstuhl.

Jegliche Parallelen mit der Tierwelt sind rein zufällig.

28.09.2017
Kommen die Schlecker-WPs ungeschoren davon?

Wie wpwatch berichtete, wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Wirtschaftsprüfer

  • WP/StB Prof. Dr. Klaus R. Müller, Lindau, und
  • WP/StB Lothar Arnold, Ravensburg,

im zur Zeit noch laufenden Strafprozess gegen den Ex-Drogerie-König Anton Schlecker und seine beiden Kinder wegen Bilanzbetrug abgetrennt. EY hatte seinerzeit die mutmaßlich falschen Schlecker-Bilanzen jeweils uneingeschränkt testiert.

Kurz nach Prozessauftakt wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Kollegen durch geringe Geldauflagen in Höhe von 25.000 € bzw. 20.000 € eingestellt. Damit ist für beide Kollegen der strafrechtliche Teil beim LG Stuttgart erledigt. EY wird berufsgerichtlich nicht zu belangen sein, da nach deutschen Berufsrecht Verfahren immer nur gegen die "verantwortlichen Wirtschaftsprüfer" selbst angestrengt werden können.

Allerdings muss die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) nun nach Sichtung der Prozessunterlagen des LG Stuttgart prüfen, ob nicht noch berufsrechtlich gegen die beiden Kollegen vorzugehen ist. Die WPK wird hier von der APAS (frühere APAK) als höchste Fachaufsicht des Berufsstandes überwacht.

Die Chancen stehen für beide Kollegen sicherlich gut, dass die WPK nicht auch noch tätig wird. Die "Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA)" ist unter Vorsitz des Vizepräsidenten der WPK, Dr. Hans-Friederich Gelhausen (PwC).

Prof. Dr. Klaus R. Müller hat übrigens seit Jahren einen Lehrauftrag an der Uni Ulm am Lehrstuhl von Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, der seinerzeit Mitglied bzw. zuletzt auch Vorsitzender der APAK gewesen ist.

Also - beste Aussichten für die beiden EY-Kollegen, gegen diese geringen Geldauflagen aus dem Schlamassel absolut ungeschoren heraus zu kommen.

Alles klar?

27.09.2017
Was treibt Rödl eigentlich an?

Da denkt man doch, dass Rödl & Partner momentan genügend Probleme abzuarbeiten hat:

  • 98% der Geschäftsanteile liegen seit dem Tod des Gründers in Händen eines Nicht-WP,
  • Verlust des lukrativen DFB-Mandates nach Falschtestierung in 2015,
  • Hetz-Emails des weltweiten Kommunikationschefs Thorsten Widow gegen wpwatch und die
  • ständige Veröffentlichung mutmaßlich falscher Umsatzzahlen bei LÜNENDONK.

Rödl scheint offensichtlich vom Größenwahn getrieben zu sein. Man will unbedingt als "Global-Player" wie die Big4 wahrgenommen werden, veröffentlicht kaum glaubhafte Zahlen zur Geschäftsentwicklung und reagiert unmittelbar mit Mitarbeitermails, sobald wpwatch Zweifel an den veröffentlichten Zahlen äußert.

Der Unterschied ist jedoch:

Die Big4 können aus dem Vollen schöpfen und kaufen ein Spezial-Beratungsunternehmen und eine IT-Bude nach der anderen. Rödl kaufte 2013 das Beratungsunternehmen Intellium und meldete hierfür nach 3 Monaten Insolvenz an. Insider vermuteten wirtschaftskriminelles Handeln, da der Kaufpreis nicht gezahlt wurde und große Intellium-Beratungsmandate plötzlich von Rödl betreut wurden (wpwatch berichtete im Newsletter Nr. 40 darüber).

Wenn man schon kein IT-Beratungsunternehmen kaufen kann, so will man offensichtlich aber im Zeitalter von BigData und Digitalisierung in dem lukrativen Geschäftsfeld des IT-Consulting (nach außen hin) glänzen. Also meldete man binnen eines Monats 16 Partner und Mitarbeiter zu IDW-IT-Lehrgängen an, versichert an Eides statt, dass alle Aspiranten die Voraussetzungen für die Zusatz-Qualifizierung erfüllen und binnen kurzer Frist sind 88% der bundesweit neu eingetragenen "IT-Auditoren IDW" aus dem Hause Rödl!?

Da soll offensichtlich mit kleinem materiellem Einsatz (Seminar- und Registrierungsgebühren des IDW  insgesamt 3.650 €/Person für 6 Tage Lehrgangsdauer) im Hause Rödl ein Schein erweckt werden, der bei genauerer Betrachtung erhebliche Zweifel aufkommen lässt. - Und der oberste weltweite WP-Chef Martin Wambach ist gleich noch mit von der Partie!?

Eine Frage hab ich noch:

Prüft das IDW eigentlich die Zulassungsvoraussetzungen? Verschärfend kommt übrigens hinzu, dass alle Voraussetzungen für die Qualifizierung innerhalb der letzten beiden Jahre erfüllt sein müssen!?

Wer hat hier wem was bescheinigt?

 

Damit müssen das IDW und das Haus Rödl jetzt fertig werden.

Mein Tipp: Mehr Schein als Sein ist der falsche Weg!

Es geht um die Glaubwürdigkeit und die Reputation des gesamten Berufsstandes!

26.09.2017
Ein neues Ehrenamt für Prof. Marten

Man erinnere sich an die Zeit, als Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, Uni Ulm, noch Mitglied der Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) und in 2016 gar deren Vorsitzender war.

Gemeinsam war er mit Ex-BFH-Präsident Dr. h.c. Wolfgang Spindler "ehrenamtlich" für die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) (§ 66a WPO a.F.) tätig und kassierte über Jahre hinweg hunderttausende Euro aus der vollen Kasse der WPK. wpwatch berichtete seinerzeit ausführlich darüber!

Dieser Job endete für Prof. Marten jedoch am 17.06.2016 mit der Überleitung der APAK in das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Aus zuverlässigen Quellen im Berufsstand wird berichtet, das Prof. Marten an ehrenamtlichen Tätigkeiten Gefallen gefunden hat und auch weiterhin einer "ehrenamtlichen" Tätigkeit nachgeht.

Dies betrifft jedoch nicht so äußerst lukrative Jobs wie bei der APAK, sondern den Fußballverein F.C. Memmingen 1907 e.V. Dort wurde er mit anderen "Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit" in einen neu gegründeten "Wirtschaftsbeirat" gewählt und übernahm dort gleich einmal den Vorsitz.

Aufgabe des Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates ist es, dass er "über sein Netzwerk Kontakte zu möglichen Unterstützern vermitteln soll."

Da werden das IDW, die WPK und insbesondere die Big4 Herrn Prof. Marten doch nicht hängen lassen - oder?

Berichtet wird übrigens auch, dass Prof. Marten gerne als Mitglied des Finanzausschusses des Fußballvereins am Wochenende am Eingang steht und dort die drei Euro Eintrittsgeld von den Zuschauern persönlich kassiert.

Das nenn ich echtes ehrenamtliches Engagement! - Hut ab!

Eine Vergütung des Vereins für dieses ehrenamtliche Engagement soll es übrigens nicht geben.