Aktuelles

29.09.2017
KPMG-CEO beklagt den Verlust der Artenvielfalt

Wie im Newsletter Nr. 55 (Dezember 2014) berichtete, wurde der Sprecher des Vorstandes der  KPMG, WP/StB Klaus Becker, im September 2014 zum Präsidenten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) gewählt. In der Mitgliederversammlung 2017 am Donnerstagabend letzter Woche stellten sich Präsident Becker und der weitere Vorstand den rund 3500 Mitgliedern zur Wiederwahl und wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Kollege Becker berichtete auf der Versammlung eindrucksvoll von Wilderern, die ihr grausames Geschäft trieben mit allem, was sich zu Geld machen lässt. Seien es Elefanten und Elfenbein, seien es Nashörner oder Tigerfelle. Dagegen anzukämpfen, ist eine Mission der ZGF, eines von rund 30 Projekten und Programmen, mit denen sich die Organisation aktuell befasst. 13 Millionen Euro hat die ZGF 2016 laut Jahresbericht in Naturschutzprojekte auf vier Kontinenten investiert – so viel wie nie zuvor.

"Der Verlust der Arten ist außerordentlich dramatisch“, sagt ZGF-Vorstandskollege und Biologe Schenck den Mitgliedern sehr eindringlich. "Noch gebe es genug intakte Lebensräume auf der Welt, doch der Flächenverlust gehe zu schnell" ergänze Präsident Becker. „Die ZGF ist extrem wichtig für die Welt“.

Aus schlecht informierten Kreisen des IDW ist zu hören, dass KPMG-CEO Klaus Becker für die 59. IDW-Arbeitstagung am 15. bis 17. November 2017 in Baden-Baden als Keyspeaker gewonnen werden konnte und vier Stunden zu dem Thema:

  • "Das Sterben der Artenvielfalt im wirtschaftsprüfenden Beruf am Beispiel des Einzel-WP und der Kampf gegen die Wilderer der Big4"

referieren wird.

Es soll eine entflammte Rede des Artenschutz-Präsidenten werden.

Im Anschluss an den Vortrag soll in Baden-Baden gleich auch die Einrichtung des "Institut für Artenschutz (IFA)" beim IDW beraten und beschlossen werden, "da es für Artenschutz im Berufsstand keinen Zeitaufschub mehr geben darf"!

Aufgrund seiner einschlägigen weltweiten Erfahrung soll Kollege Klaus Becker hier die Präsidentschaft übernehmen und die Ehrendoktorwürde erhalten. Prof. Klaus-Peter Naumann erhält am IFA einen Leerstuhl.

Jegliche Parallelen mit der Tierwelt sind rein zufällig.

28.09.2017
Kommen die Schlecker-WPs ungeschoren davon?

Wie wpwatch berichtete, wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Wirtschaftsprüfer

  • WP/StB Prof. Dr. Klaus R. Müller, Lindau, und
  • WP/StB Lothar Arnold, Ravensburg,

im zur Zeit noch laufenden Strafprozess gegen den Ex-Drogerie-König Anton Schlecker und seine beiden Kinder wegen Bilanzbetrug abgetrennt. EY hatte seinerzeit die mutmaßlich falschen Schlecker-Bilanzen jeweils uneingeschränkt testiert.

Kurz nach Prozessauftakt wurden die Verfahren gegen die beiden EY-Kollegen durch geringe Geldauflagen in Höhe von 25.000 € bzw. 20.000 € eingestellt. Damit ist für beide Kollegen der strafrechtliche Teil beim LG Stuttgart erledigt. EY wird berufsgerichtlich nicht zu belangen sein, da nach deutschen Berufsrecht Verfahren immer nur gegen die "verantwortlichen Wirtschaftsprüfer" selbst angestrengt werden können.

Allerdings muss die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) nun nach Sichtung der Prozessunterlagen des LG Stuttgart prüfen, ob nicht noch berufsrechtlich gegen die beiden Kollegen vorzugehen ist. Die WPK wird hier von der APAS (frühere APAK) als höchste Fachaufsicht des Berufsstandes überwacht.

Die Chancen stehen für beide Kollegen sicherlich gut, dass die WPK nicht auch noch tätig wird. Die "Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VOBA)" ist unter Vorsitz des Vizepräsidenten der WPK, Dr. Hans-Friederich Gelhausen (PwC).

Prof. Dr. Klaus R. Müller hat übrigens seit Jahren einen Lehrauftrag an der Uni Ulm am Lehrstuhl von Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, der seinerzeit Mitglied bzw. zuletzt auch Vorsitzender der APAK gewesen ist.

Also - beste Aussichten für die beiden EY-Kollegen, gegen diese geringen Geldauflagen aus dem Schlamassel absolut ungeschoren heraus zu kommen.

Alles klar?

27.09.2017
Was treibt Rödl eigentlich an?

Da denkt man doch, dass Rödl & Partner momentan genügend Probleme abzuarbeiten hat:

  • 98% der Geschäftsanteile liegen seit dem Tod des Gründers in Händen eines Nicht-WP,
  • Verlust des lukrativen DFB-Mandates nach Falschtestierung in 2015,
  • Hetz-Emails des weltweiten Kommunikationschefs Thorsten Widow gegen wpwatch und die
  • ständige Veröffentlichung mutmaßlich falscher Umsatzzahlen bei LÜNENDONK.

Rödl scheint offensichtlich vom Größenwahn getrieben zu sein. Man will unbedingt als "Global-Player" wie die Big4 wahrgenommen werden, veröffentlicht kaum glaubhafte Zahlen zur Geschäftsentwicklung und reagiert unmittelbar mit Mitarbeitermails, sobald wpwatch Zweifel an den veröffentlichten Zahlen äußert.

Der Unterschied ist jedoch:

Die Big4 können aus dem Vollen schöpfen und kaufen ein Spezial-Beratungsunternehmen und eine IT-Bude nach der anderen. Rödl kaufte 2013 das Beratungsunternehmen Intellium und meldete hierfür nach 3 Monaten Insolvenz an. Insider vermuteten wirtschaftskriminelles Handeln, da der Kaufpreis nicht gezahlt wurde und große Intellium-Beratungsmandate plötzlich von Rödl betreut wurden (wpwatch berichtete im Newsletter Nr. 40 darüber).

Wenn man schon kein IT-Beratungsunternehmen kaufen kann, so will man offensichtlich aber im Zeitalter von BigData und Digitalisierung in dem lukrativen Geschäftsfeld des IT-Consulting (nach außen hin) glänzen. Also meldete man binnen eines Monats 16 Partner und Mitarbeiter zu IDW-IT-Lehrgängen an, versichert an Eides statt, dass alle Aspiranten die Voraussetzungen für die Zusatz-Qualifizierung erfüllen und binnen kurzer Frist sind 88% der bundesweit neu eingetragenen "IT-Auditoren IDW" aus dem Hause Rödl!?

Da soll offensichtlich mit kleinem materiellem Einsatz (Seminar- und Registrierungsgebühren des IDW  insgesamt 3.650 €/Person für 6 Tage Lehrgangsdauer) im Hause Rödl ein Schein erweckt werden, der bei genauerer Betrachtung erhebliche Zweifel aufkommen lässt. - Und der oberste weltweite WP-Chef Martin Wambach ist gleich noch mit von der Partie!?

Eine Frage hab ich noch:

Prüft das IDW eigentlich die Zulassungsvoraussetzungen? Verschärfend kommt übrigens hinzu, dass alle Voraussetzungen für die Qualifizierung innerhalb der letzten beiden Jahre erfüllt sein müssen!?

Wer hat hier wem was bescheinigt?

 

Damit müssen das IDW und das Haus Rödl jetzt fertig werden.

Mein Tipp: Mehr Schein als Sein ist der falsche Weg!

Es geht um die Glaubwürdigkeit und die Reputation des gesamten Berufsstandes!

26.09.2017
Ein neues Ehrenamt für Prof. Marten

Man erinnere sich an die Zeit, als Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, Uni Ulm, noch Mitglied der Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) und in 2016 gar deren Vorsitzender war.

Gemeinsam war er mit Ex-BFH-Präsident Dr. h.c. Wolfgang Spindler "ehrenamtlich" für die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) (§ 66a WPO a.F.) tätig und kassierte über Jahre hinweg hunderttausende Euro aus der vollen Kasse der WPK. wpwatch berichtete seinerzeit ausführlich darüber!

Dieser Job endete für Prof. Marten jedoch am 17.06.2016 mit der Überleitung der APAK in das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Aus zuverlässigen Quellen im Berufsstand wird berichtet, das Prof. Marten an ehrenamtlichen Tätigkeiten Gefallen gefunden hat und auch weiterhin einer "ehrenamtlichen" Tätigkeit nachgeht.

Dies betrifft jedoch nicht so äußerst lukrative Jobs wie bei der APAK, sondern den Fußballverein F.C. Memmingen 1907 e.V. Dort wurde er mit anderen "Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit" in einen neu gegründeten "Wirtschaftsbeirat" gewählt und übernahm dort gleich einmal den Vorsitz.

Aufgabe des Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates ist es, dass er "über sein Netzwerk Kontakte zu möglichen Unterstützern vermitteln soll."

Da werden das IDW, die WPK und insbesondere die Big4 Herrn Prof. Marten doch nicht hängen lassen - oder?

Berichtet wird übrigens auch, dass Prof. Marten gerne als Mitglied des Finanzausschusses des Fußballvereins am Wochenende am Eingang steht und dort die drei Euro Eintrittsgeld von den Zuschauern persönlich kassiert.

Das nenn ich echtes ehrenamtliches Engagement! - Hut ab!

Eine Vergütung des Vereins für dieses ehrenamtliche Engagement soll es übrigens nicht geben.

25.09.2017
Rödl und die inflationäre Zunahme der IT-Auditoren

Am 29.03.2016 vermeldete das IDW auf seiner Website die

  • "Schaffung einer neuen Spezialisierung zum IT-Auditor IDW".

In aufwendigen Broschüren wurden Zielgruppe und Voraussetzungen für die "Verleihung der Bezeichnung IT-Auditor IDW" erläutert. Eine dreiseitige "Prüfungsordnung", eine vierseitige "Richtlinie" sowie ein umfassender "Antrag auf Anerkennung zum IT-Auditor IDW" mit eidesstattlicher Versicherung vermitteln Respekt vor dieser "Qualifizierung" und lassen hohe Professionalität vermuten.

Allerdings: Man will nicht jeden! Die Latte für den "IT-Auditor IDW" hängt hoch!

Voraussetzung ist, dass man

  • mindestens 150 Tage Berufserfahrung in allgemeiner IT-Prüfung und IT-Beratung hat,
  • davon mindestens 50 Tage Berufserfahrung in IT-Prüfungen (IDW PS 330) mitbringt,
  • zwei jeweils 2-tägige IT-Seminare beim IDW besucht hat und
  • an einem zweitägigen "IDW-Qualifizierungskurs mit Leistungskontrolle" teilgenommen hat.

Reflektiert man diese Anforderungen vor dem Hintergrund praktischer Berufsarbeit, so ist es wohl vermessen, dass das IDW diese Spezialisierung insbesondere an die Zielgruppe der Wirtschaftsprüfer/innen richtet. Wirtschaftsprüfer/innen werden diese Voraussetzungen wohl kaum  erfüllen können!

Und jetzt der Knaller:

  • Schaut man sich nun das vom IDW im Mitgliederbereich der Website online geschaltete "Verzeichnis der IT-Auditoren" einmal genauer an, so waren dort per 10.07.2017 insgesamt nur 20 IT-Auditoren aus 16 verschiedenen Kanzleien registriert. Hierunter befand sich nur ein Wirtschaftsprüfer. Die große Mehrzahl der eingetragenen Auditoren sind Nicht-Berufsträger (CISA, CIA etc.). Ein gelisteter Auditor kam von Rödl & Partner.
  • Schaut man sich dasselbe Verzeichnis per 10.08.2017 an, so ist die Zahl der IT-Auditoren binnen Monatsfrist insgesamt um 18 Personen gewachsen, wovon alleine 16 Personen aus dem Hause Rödl stammen und davon acht Rödl-Auditoren WP sind!?!?

Selbst der ranghöchste WP-Chef in Hause Rödl, WP/StB Martin Wambach, konnte gegenüber dem IDW an Eides statt versichern, dass er trotz seiner übermäßigen Beanspruchung als weltweiter WP-Verantwortlicher von Rödl all die Anforderungen erfüllt hat und sich der IDW-"Leistungskontrolle" unterziehen darf.

Alle Achtung!!!??? - Dies wirft jedoch ad hoc viele Fragen auf und lässt erhebliche Zweifel aufkommen!

Fazit bis heute:

Gäbe es ein IT-Auditoren-Ranking in Deutschland, so wäre Rödl (endlich einmal) binnen Monatsfrist die "Nummer 1" geworden und hätte eine unschlagbare IT-Kompetenz!

25.09.2017
Beim IDW "brennt der Baum"!

Dachte man doch, dass nach Veröffentlichung der glänzenden Geschäftszahlen der Big4 für das Geschäftsjahr 2016 auch im Lobbyverein in Düsseldorf (IDW) gute Laune angesagt ist, so täuscht dieser Eindruck doch gewaltig:

Das IDW hat jahrelang wichtige Fragen fahrlässig aufgeschoben, die momentan für Chaos sorgen:

  • Widersinnige Privilegierung von IDW-Mitgliedern durch Schaffung eines Mitgliederbereichs mit für alle Berufsträger/innen essentiell wichtigen Informationen,
  • d.h. Nötigung zur Mitgliedschaft in einem "Lobbyverein" der Big4!
  • Zweifelhafte Legitimation zur Schaffung "fachlicher Regeln" für einen gesamten freien Beruf (auch für Nicht-Mitglieder!).
  • Jahrelange Blockade der ISA-Transformation in Deutschland und
  • jetzt "Modellwechsel" mit Direktanwendung sowie
  • Falsche Bestätigungsvermerke im gesamten 400'er -Katalog der IDW PS.

Das reicht ja wohl!? - Das Chaos und die Verunsicherung im Berufsstand könnte nicht größer sein.

Über die Unzahl von "Falschtestaten" bei kapitalmarktorientierten Unternehmen (Telekom, Daimler, Deutsche Bank & Co.) lacht die ganze Republik.

Dann schaut das IDW zu, wie sich selbsternannte Marktgrößen ungehemmt und nach Bedarf mit Zusatz-Qualifikationen (IT-Auditor IDW) krönen und dadurch der Öffentlichkeit eine äußerst fragwürdige Fachkompetenz vorgaukeln.

Das IDW und seine Strategen sind gut beraten, sich schnellstens den Grundsatzfragen des Berufsstandes zuzuwenden, bevor man die Legitimation und Glaubwürdigkeit vollends verspielt hat. Auch die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) ist hier in der Verantwortung!

21.09.2017
Mega-Klage gegen KPMG geplant

KPMG Europe soll für ein fehlerhaftes Sanierungskonzept einer Tochter-Firma haften!

Im Rechtsstreit zur Pleite der P+S-Werften Stralsund und Wolgast plant Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann jetzt offenbar eine Mega-Klage gegen die Mutter der früheren P+S-Beraterfirma KPMG.

Da Ende des Jahres Verjährungsfristen enden, muss erwogen werden, ob auch gegen KPMG Europe LLP mit Sitz in London vorgegangen wird. Nach einem internen Bericht Brinkmanns an P+S-Gläubiger wird ein Betrag von 300 Millionen Euro an "Sicherheit" verlangt.

Der "Schachzug" Brinkmanns basiert auf folgender Überlegung:

KMPG Europe habe bis vor Jahren Verlustübernahme-Verträge mit den nationalen KPMG-Töchtern gehabt, dem Vernehmen nach eine Garantie "für alles". Der "KPMG-Konzern" habe nicht auf die Ende 2017 drohende Verjährung von Ansprüchen verzichtet.

Die Pleite der P+S Werften 2012 hat allein das Land Mecklenburg-Vorpommern als Hauptgläubiger rund 270 Millionen Euro gekostet. Dem Insolvenzverwalter liegen bislang Ansprüche von über einer Milliarde Euro vor: etwa von Banken oder Zulieferern. Den größten Brocken mit 514 Millionen Euro will Brinkmann an Schadenersatz von der KMPG zurückholen, unter anderem wegen eines "fehlerhaften Sanierungskonzeptes".

Nach einem Verhandlungstermin beim LG Hamburg im März 2017 (wpwatch berichtete darüber) haben die Streitparteien jeweils nur mündliche Stellungnahmen abgegeben, so LG-Sprecher Kai Wantzen. Auf telefonische Anfrage von wpwatch wurde mitgeteilt, dass bisher keine festen Verhandlungstermine geplant seien.

20.09.2017
8 KPMG Manager gefeuert! - Das reicht nicht!

Wie gestern berichtet, ist  KPMG wegen Verbindungen zu der korrupten Unternehmerfamilie Gupta in Südafrika heftig unter Druck geraten. Nun hat man bei KPMG die Reißleine gezogen:

  • Acht Führungskräfte wurden gefeuert, darunter der bisherige Südafrika-Chef Trevor Hoole.
  • Gegen einen weiteren Partner läuft ein Disziplinarverfahren.
  • Darüber hinaus gestand KPMG Fehler in einer weiteren politisch höchst brisanten Untersuchung ein. - Solche Eingeständnisse haben Seltenheitswert in der WP-Branche.

KPMG ist wegen Geschäftsbeziehungen zu der umstrittenen Unternehmerfamilie Gupta jüngst immer stärker unter Druck geraten. Angesehene Wirtschaftsvertreter, Zivilorganisationen und die Opposition hatten Südafrikas Privatwirtschaft aufgefordert, alle ihre Verträge mit KPMG zu kündigen.  Die mit Staatspräsident Zuma befreundeten Guptas stehen im Verdacht, den Staat um Milliarden geplündert zu haben und direkten Einfluss auf die Besetzung staatlicher Ämter ausgeübt zu haben.

KPMG bot - um die Sache schnell aus den Medien zu bekommen - an, 1,5 Mio. Euro zu spenden. Darüber hinaus werde man weitere 2,6 Mio. Euro an Bildungs- oder Anti-Korruptionsorganisationen spenden.

Die neu berufene KPMG-Südafrika-Chefin Nhlamu Dlomu sagte:

  • „Dies ist eine "schmerzvolle Zeit" und unser Unternehmen hat die eigenen Qualitätsstandards nicht erfüllt“, 
  • „Ich möchte mich bei den Bürgern, unseren Mitarbeitern und Kunden dafür entschuldigen“.

Na, schau mal - geht doch!

Der von KPMG angerichtete Reputationsschaden für den gesamten Berufsstand bleibt jedoch!

Südafrikas ehemaliger Finanzminister Pravin Gordhan kündigte rechtliche Schritte gegen KPMG an.

wpwatch wird weiter berichten.

19.09.2017
KPMG im Korruptionssumpf

Südafrika wird momentan von dem größten Korruptionsskandal seit dem Ende der Apartheid erschüttert. Auch KPMG ist ins Visier von Öffentlichkeit und Strafverfolgungsbehörden geraten. Der Reputationsschaden ist bereits enorm und der aktuelle Hashtag lautet jetzt: "#KPMGMustFall".

KPMG ist in den Strudel der Korruptionsaffären um Staatspräsident Jacob Zuma und die mit ihm befreundete indische Unternehmerfamilie Gupta geraten. "Save South Africa", eine Protestbewegung von Bürgern und bekannten Wirtschaftsvertretern, rief in dieser Woche die Privatwirtschaft dazu auf, alle Verträge mit KPMG zu kündigen!

Seit Monaten tauchen immer neue Details über höchst fragwürdige Transaktionen der Familie Gupta auf. Ihnen wird vorgeworfen, den Staat um Milliarden geplündert zu haben.

Für KPMG wurde unter anderem eine Gupta-Hochzeit zum Verhängnis. Ehemalige KPMG-Partner hatten eine Einladung zu dieser Hochzeit freudig angenommen. Schon das brachte ihnen viel Kritik ein, denn Wirtschaftsprüfer sollten zur "Unabhängigkeit" verpflichtet sein. Darüber hinaus wurde die Hochzeit auch noch vom Staat mit umgerechnet 2 Mio. Euro finanziert. Eigentlich war das Geld für einen Agrarbetrieb der Guptas in der verarmten Provinz Free State vorgesehen.

KPMG war seinerzeit für die Prüfung der involvierten 36 Gupta-Gesellschaften und ihrer verbundenen Unternehmen zuständig und hatte im Rahmen der Abschlussprüfungen nichts festgestellt.

Fazit:

Dies ist wohl wieder ein Lehrstück für die Öffentlichkeit, was die Big4 unter "Unabhängigkeit" verstehen und wie sie die Berufsgrundsätze leben. - Es geht offensichtlich nur um den schnöden "Mammon"! Die Berufsethik bleibt hierbei halt auf der Strecke!

18.09.2017
Hunderte falscher Testate in Umlauf!

Am 11.08. und 06.09.2017 berichtete ich bereits über "Das Chaos mit dem neuen Bestätigungsvermerk" und "Das IDW vergeigt die ISA-Übernahme".

Nochmals zur Erinnerung:

Am 16.12.2016 stellte das IDW mit dem EPS 400 n.F. den Mitgliedern und der Fachwelt einen neuen ISA-kompatiblen zweigeteilten Bestätigungsvermerk (BSV) vor, der ab 2016'er Geschäftsjahre für § 319a-HGB-Mandate (AREG) und für NON-PIE-Mandate ab 2017'er Rechnungslegung (APAReG) gelten sollte.

Auch die weiteren drei vorgestellten Entwürfe von Verlautbarungen des IDW ("fachliche Regeln" für den gesamten Berufsstand!) - IDW EPS 401, 405 und 406 - gehen jeweils von einem zweigeteilten Bestätigungsvermerk aus.

Dies ist gesetzwidrig, da § 322 I HGB verlangt, dass der Abschlussprüfer seine Prüfungsfeststellungen "in einem Bestätigungsvermerk" zusammenfassen muss.

Also zog der Vorstandssprecher des IDW (Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann) am 27. Juli 2017 die Reißleine, schickte eine E-Mail an alle IDW-Vereinsmitglieder und kündigte einen "alternativen Ansatz" und überarbeitete Entwürfe der EPS 400 - 406 des HFA an.

Vorstandskollege Dr. Klaus-Peter Feld legte im Mitgliederbereich der Website des IDW nach und kündigte gar einen kompletten "Modellwechsel" im Umgang mit den ISA an.

Hier zwei Beispiele für gesetzwidrige Testate von PwC bei § 319a-Mandaten aus dem eBanz:

  • TELEKOM AG (Einzelabschluss 2016) und
  • TUI AG (Jahres- und Konzernabschluss 2016/2017).

Fakt ist somit per heute, dass

  • § 319a-HGB-Prüfer (Big4 und 79 weitere Kanzleien!) für die Geschäftsjahre 2016 bzw. 2016/2017 ca. 2.000 gesetzwidrige und somit falsche Testate zu Jahresabschlüssen und Konzernabschlüssen erteilt und in Umlauf gebracht haben!
  • Berufskollegen/innen haben aufgrund des Chaos gutgläubig die Abschlüsse falsch testiert und
  • Aktionäre haben diese falsch testierten Abschlüsse/Konzernabschlüsse rechtswirksam (?) festgestellt.

Klar ist, dass alleine das IDW und der HFA hierfür die alleinige Verantwortung tragen und der Berufsstand hierbei "bis auf die Knochen" blamiert ist!

Eine Frage hab ich noch:

Was ist jetzt eigentlich zu tun?

  • Widerruf der falschen Testate gemäß IDW PS 400 Tz. 111 - 114 a.F.?
  • Entschuldigung und Buße beim Mandanten? oder
  • Klappe halten, Augen zu und durch?

Das IDW und seine Theoretiker sowie der HFA unter Vorsitz von PwC haben jedwede Glaubwürdigkeit und Legitimation zur Aufstellung fachlicher Regeln verloren!

Dies muss personelle Konsequenzen haben!

Noch eine Frage:

Was macht jetzt eigentlich die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS)?

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