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WP Watch

NR. 76 - FEBRUAR 2018

 
1. Weiter geht´s!
2. Keine Geldwäsche in Deutschland?
3. VW und die Sonderprüfung des Abgasskandals
4. EY und seine Spionin in Rom
5. KPMG laufen die Kunden davon
6. Prüfungsverbot für PwC in Indien
7. Wie Big4-Lobbyisten Beratungsbedarfe erzeugen
8. Die Nötigung des IDW
9. Das IDW im Fokus des Kartellrechts
10. Werden Sie doch "Zertifizierter Compliance Officer"!
11. Datev plant Satzungsänderung
12. Eine gute Zeit für Sie!!
1.

WEITER GEHT´S!

 

Der letzte Newsletter stammt von September 2017. Viele Kollegen/innen erkundigten sich sorgenvoll: Warum kommt kein neuer Newsletter?

Wir haben diese Zeit gebraucht, haben unsere Seminarformate optimiert und uns einige Überraschungen ausgedacht, die wir Ihnen in 2018 präsentieren werden.

Dies betrifft insbesondere eine

   
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2.

KEINE GELDWÄSCHE IN DEUTSCHLAND?

 

Im Zuge des Skandals um die "Panama Papers" hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) elf deutsche Institute auf Geldwäsche überprüft, oder genauer: überprüfen lassen. Ein externer Dienstleister, die Fides Treuhand GmbH in Bremen, hat insgesamt 1,5 Terabyte an Daten ausgewertet, welche die BaFin zuvor bei den elf Banken abgefragt hatte.

Das Ergebnis dürfte die Banken freuen: "Bislang sieht es so aus, als habe keines der elf Institute, die an derartigen Geschäften beteiligt waren, in erheblichem Maße gegen geldwäscherechtliche Vorschriften verstoßen", sagte BaFin-Präsident Felix Hufeld.

Unter Strafverfolgern löst diese Beurteilung Bestürzung aus: "Es ist ausgeschlossen, dass die elf geprüften deutschen Banken, die allesamt international tätig sind, mit Geldwäsche nichts zu tun haben."

Man wisse genau, wie viel Geld in unterschiedlichen Kriminalitätsfeldern in Deutschland bewegt werde, so die Beamten des BKA und der Financial Intelligence Unit (FIU).

Die italienische 'Ndrangheta etwa setze allein rund 53 Milliarden Euro im Jahr um. Doch von der Gesamtsumme der kriminellen Erlöse sähen die Ermittler nur etwa ein Prozent - die restlichen 99 Prozent würden verschleiert. "Dieses Geld findet zwangsläufig den Weg in die Finanzkreisläufe und geht damit natürlich auch über deutsche Institute", sagen die Ermittler.

Auch die Art der Überprüfung der deutschen Banken wirft Fragen auf. So haben die Institute die zu überprüfenden Daten zu den "Panama Papers" selbst geliefert - wohl ein "Treppenwitz"!! Die Fides Treuhand habe die Daten dann "mit einem Auswertungsprogramm" und "nach abgesprochenen Kriterien" ausgewertet. Welche Kriterien das waren, blieb offen!? - Der nächste Treppenwitz!!

Auch eine Überprüfung von Filialen deutscher Banken im Ausland ist nach Angaben der BaFin nicht erfolgt - wieder ein Treppenwitz! Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, so der Sprecher der BaFin.

"Was die BaFin hier angesichts des größten Datenlecks der Geschichte abliefert, ist ein schlechter Witz", meint der Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio de Masi. "Die Banken konnten die übermittelten Daten selbst auswählen, die BaFin hat die Prüfung an Externe ausgelagert, und es gab keine Vor-Ort-Inspektionen von Auslandstöchtern in Steueroasen."

Fazit:

  • Das ist, als ob "die Drogenfahndung El Chapo bittet, seinen Keller selbst nach Kokain zu durchsuchen und dieses mit der Post ans FBI zu schicken, falls er etwas findet."

Auch schmutziges Geld sorgt in Deutschland offensichtlich für sehr gute Geschäfte – deshalb ist die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche hierzulande offensichtlich nicht erwünscht.

   
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3.

VW UND DIE SONDERPRÜFUNG DES ABGASSKANDALS

 

Jetzt ist es amtlich: Der VW-Abgasskandal wird im Rahmen einer Sonderprüfung nochmals aufgerollt.

Bereits auf der Hauptversammlung in 2016 forderten Aktionärsschützer, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die VW-Abgasaffäre aufklären solle. Nun hat aber das Oberlandesgericht Celle der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) recht gegeben. Das Urteil ist rechtskräftig.

Zum Sonderprüfer wurde der Düsseldorfer Kollege WP/StB Rüdiger Reinke von der Kanzlei Baker Tilly bestellt.

Sein Auftrag: Er soll prüfen, ob Vorstand und Aufsichtsrat von VW ihre Pflichten verletzt und dem Unternehmen einen Schaden zugefügt haben. Insbesondere solle der Prüfer untersuchen, wann der Vorstand erstmals Kenntnis von der Abgasproblematik hatte oder hätte haben müssen.

Zuvor war die DSW mit ihrem Anliegen mehrfach abgeblitzt. Im Frühjahr 2016 wurde die Schutzvereinigung auf der Hauptversammlung von den Großaktionären überstimmt. Später wies auch das LG Hannover den Antrag auf einen Sonderprüfer ab. Eine weitere Aufklärungsarbeit sei nicht notwendig, lautete die Begründung des Gerichts sinngemäß. Schließlich habe Volkswagen bereits die US-Kanzlei Jones Day mit internen Untersuchungen beauftragt.

Doch dieses ursprüngliche Urteil ist aus Sicht des OLG mittlerweile hinfällig. Und dafür trägt Volkswagen selbst die Verantwortung. Die Ermittlungsergebnisse der Kanzlei Jones Day hält der VW-Konzern nämlich bis heute unter Verschluss.

Sprich: Die Resultate der Untersuchung sind momentan für niemanden mehr zugänglich, nicht einmal für die Staatsanwälte. Das OLG Celle argumentiert deshalb, die Aktionäre hätten ein berechtigtes Interesse an einer weiteren Untersuchung durch einen unabhängigen Sonderprüfer.

Das Gericht sieht einen qualifizierten Verdacht, dass die VW-Vorstände deutlich früher als bislang eingeräumt Kenntnis von der Angelegenheit haben mussten.

Eine Frage hab ich noch:

Wer untersucht eigentlich einmal, ab wann PwC vom Abgasskandal Kenntnisse hatte oder hätte haben müssen? Konnte man zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch uneingeschränkt testieren? War die von Winterkorn und Pötsch unterzeichnete Vollständigkeitserklärung wissentlich falsch?

Vergessen Sie's! - Gegen PwC wird in Deutschland nie ermittelt! Dafür sorgt schon Dr. Gelhausen als Vorsitzender der Vorstandsabteilung Berufsaufsicht (VoBA) der WPK!

   
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4.

EY UND SEINE SPIONIN IN ROM

 

Die Big4 setzen alles daran, auf die Politik Einfluss zu nehmen, mitzumischen und "Informationen aus erster Hand" zu bekommen um daraus für ihre Mandanten (und für sich) Kapital zu schlagen. Also gilt es doch, möglichst nah in Ministerien und im politischen Geschehen präsent zu sein und ggf. über Lobbyisten Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.

wpwatch deckte bereits vor über 10 Jahren auf, dass die Big4 seinerzeit in Deutschland "Leihbeamte" in Ministerien einsetzten, um geheime Vorab-Informationen zu bekommen oder gleich Aufträge zu akquirieren.

So zeigt ein aktueller Fall in Italien, wie die Einflussnahme der Big4 in der Politik noch heute abläuft:

Die Steuerrechtlerin Susanna Masi war bis zu ihrem Rauswurf vor einigen Monaten Beraterin im italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen. Für ihre Dienste bezog sie seit 2012 ein Gehalt von 75.561 € p.a. Das ist nicht viel Geld für eine erfolgreiche Managerin, die zuvor bei Ernst & Young (EY) gearbeitet hatte. - Doch vielleicht war ihre Mission für EY ja wichtiger.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat herausgefunden, dass der Lohn des Ministeriums nur einen Teil von Masis Einkünften ausmachte. Mehr Geld erhielt sie nämlich weiterhin von ihrem alten Arbeitgeber. Über die Jahre hinweg waren es mindestens noch einmal 220.000 €.

Die Ermittler sind im Besitz aller Banküberweisungen, die das belegen. Sie haben auch Protokolle von abgehörten Telefongesprächen mit dem Senior Partner von EY Italia, Marco Ragusa, und 300 interne Mails. Masi hatte nämlich dummerweise ihr altes Mailkonto von EY behalten.

Aus diesem brisanten Material, das insgesamt sechs Terabyte umfasst, geht hervor, dass Masi ihrem früheren Arbeitgeber EY streng  vertrauliche Informationen aus dem Ministerium und aus Sitzungen der europäischen Finanzminister zukommen ließ. Was auch immer an neuen Gesetzen und Steuern in Vorbereitung war - bei EY erfuhr man es vorab.

Der Vorgang ist auch deshalb so brisant, weil in dieser Zeit z.B. auch heftig über die Einführung einer Finanztransaktionsteuer debattiert wurde. Diese Börsensteuer sollte die Lasten der Finanzkrise gerechter verteilen. Über diese Steuer auf Finanzgeschäfte sollten Kreditinstitute zur Kasse gebeten und hochriskante Geschäfte wie der sekundenschnelle elektronische Handel mit Wertpapieren eingedämmt werden.

Die Finanzindustrie hatte immer wieder vor einer solchen Steuer "gewarnt" - und zwar mit Argumenten, die sich exakt so jetzt in den teuren Studien von EY fanden.

Der Verdacht liegt also nahe, dass Susanna Masi für EY in Rom spioniert hat - und zwar als besonders kostbarer Maulwurf. Weiterhin besteht der Verdacht, dass die Beraterin ihre Informationen auch verkaufte.

Fazit:

  • Nun haben sowohl EY als auch die Spionin nicht nur ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren "an der Backe", sondern auch ein dickes strafrechtliches Problem.
  • So arbeiten sie halt - die Big4! Und zwar offensichtlich weltweit!
   
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5.

KPMG LAUFEN DIE KUNDEN DAVON

 

Südafrika wird momentan von dem größten Korruptionsskandal seit dem Ende der Apartheid erschüttert. Auch KPMG ist ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Der Reputationsschaden ist bereits enorm.

KPMG ist wegen Verbindungen zu der korrupten Unternehmerfamilie Gupta in Südafrika heftig unter Druck geraten. Bei KPMG hat man mittlerweile die Reißleine gezogen:

  • Acht Führungskräfte wurden gefeuert, darunter der bisherige Südafrika-Chef Trevor Hoole.
  • Gegen einen weiteren Partner läuft ein Disziplinarverfahren.
  • Darüber hinaus gestand KPMG Fehler in einer weiteren politisch höchst brisanten Untersuchung ein. - Solche Eingeständnisse haben Seltenheitswert in der WP-Branche.

Angesehene Wirtschaftsvertreter, Zivilorganisationen und die Opposition hatten Südafrikas Privatwirtschaft zwischenzeitlich aufgefordert, alle Verträge mit KPMG zu kündigen.  Die mit Staatspräsident Zuma befreundeten Guptas stehen im Verdacht, den Staat um Milliarden geplündert zu haben und direkten Einfluss auf die Besetzung staatlicher Ämter ausgeübt zu haben.

Die neu berufene KPMG-Südafrika-Chefin Nhlamu Dlomu sagte:

  • „Dies ist eine "schmerzvolle Zeit" und unser Unternehmen hat die eigenen Qualitätsstandards nicht erfüllt“, 
  • „Ich möchte mich bei den Bürgern, unseren Mitarbeitern und Kunden dafür entschuldigen“.

Südafrikas ehemaliger Finanzminister Pravin Gordhan kündigte rechtliche Schritte gegen KPMG an.

Fazit:

Dies ist wohl wieder ein Lehrstück für die Öffentlichkeit, was die Big4 unter "Unabhängigkeit" verstehen und wie sie die Berufsgrundsätze leben. - Es geht offensichtlich nur um den schnöden "Mammon"! Die Berufsethik bleibt hierbei halt auf der Strecke!

   
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6.

PRÜFUNGSVERBOT FÜR PWC IN INDIEN

 

Die indische Börsenaufsicht (SEBI) hat PwC mit einem zweijährigen Prüfungsverbot für börsennotierte Unternehmen und einer saftigen Geldbuße in Höhe von 2 Mio. $ belegt.

PwC wurden als Prüfer der börsennotierten IT-Firma SATYAM massive Fehler bei der Prüfungsdurchführung nachgewiesen. SATYAM stand 2009 vor dem Zusammenbruch, der Gründer B. Ramalinga Raju hatte die Bilanz während Jahren gefälscht und das Eigenkapital um insgesamt 1 Mrd. $ (!) zu hoch ausgewiesen.

Ende 2008 bilanzierte SATYAM fiktive Barmittel, unterbewertete Verbindlichkeiten und nicht existierende Kundenforderungen. Dazu buchte Raju Tausende erfundener Kunden-Rechnungen. Das gab er selbst in einer E-Mail Anfang Januar 2009 gegenüber der Börsenaufsicht zu. Er wurde zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Der Bilanzskandal wurde seinerzeit in der Presse auch als "Enron von Indien" bezeichnet.

Die Börsenaufsicht hat dazu jetzt einen über 100-seitigen Abschlussbericht vorgelegt und darin die Rolle von PwC analysiert. Ergebnis: Massive Vorwürfe gegen die PwC-Wirtschaftsprüfer!

Das lässt sich am Beispiel der Barmittel illustrieren: PwC habe den Betrag liquider Mittel nicht mit den direkt von den Banken eigeholten Kontensalden abgeglichen, sondern sich mit gefälschten internen Dokumenten begnügt. Anhand massiver "dilettantischer Auffälligkeiten" hätte dies leicht festgestellt werden können.

Die zwei verantwortlichen PwC-Partner wurden seinerzeit verhaftet. Hierüber berichtete wpwatch bereits im Newsletter Nr. 9 (März 2009).

Aus der PwC-Presseabteilung hieß es jetzt: 

  • "Es habe kein vorsätzliches Fehlverhalten gegeben und man habe seither die internen Qualitätsprozesse verbessert. Die betroffenen Partner würden nicht mehr für PwC arbeiten."

Fazit:

Mal wieder ein Einblick in die "heile Welt der Big4".

Und fragen Sie nicht schon wieder, warum man solche Nachrichten nur in der ausländischen Presse liest und in den hiesigen Medien keinerlei kritische Berichterstattung über die Big4 stattfindet.

   
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7.

WIE BIG4-LOBBYISTEN BERATUNGSBEDARFE ERZEUGEN

 

Dass die Big4 unter dem Deckmantel von Siegelführung, Verschwiegenheit und strengem Berufsrecht als "Alles- und Besserwisser" heutzutage ungehemmt mit Brachialgewalt in alle denkbaren Beratungsfelder einbrechen, ist wohl bekannt.

Die allumfassende Expertise der Big4 wird medial sehr gut vermarktet und gerne auch geschickt in "Studien", "Umfragen" oder "Trendanalysen" aufbereitet. Sofern man sich angesprochen fühlt, denkt man doch sogleich, dass PwC, EY, KPMG und Deloitte immer genau die aktuellen interessanten Themen "auf dem Schirm" haben und Analysen und Lösungen liefern können.

Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass mindestens jede zweite Studie der Big4 gefakt wurde. Entweder hat diese Studie nie stattgefunden, Befragungsergebnisse wurden verfälscht, Ergebnisse tendenziös interpretiert oder es wurde dem Auftraggeber direkt das besorgniserregende "Wunschergebnis" (wissenschaftlich aufbereitet) geliefert.

Gerade geht durch die Presse, dass Unternehmen Kundenbefragungen mit dem ausdrücklichen Ziel der Selbstbelobigung und des "Renommee-Shooting" in Auftrag geben. Bei den Big4 kommt jedoch hinzu, dass durch Studien Verunsicherung gezielt geschürt wird. Anschließend sind dann die Lobbyisten gefragt, die diese medial erzeugte Verunsicherung aufgreifen.

Es muss in den entsprechenden Kreisen (Banken, Politik, Aufsichtsräte, Fachvorträge) Angst und Schrecken verbreitet werden und schon generiert man den gewünschten Beratungsbedarf, da man ja auch eine "Lösung" anbieten kann.

Es muss nur oft genug berichtet werden, dass

  • jeder zweite Mittelständler bereits Opfer von Cyber-Kriminalität mit einem durchschnittlichen Schaden in Höhe von 3,5 Mio.€ gewesen ist oder
  • 32% der Mitarbeiter kriminelle Neigungen haben,
  • 70% des Mittelstandes auf den "digitalen Wandel" nur unzureichend vorbereitet ist und
  • 49,3 % der deutschen Unternehmen über mangelhafte Compliance-Systeme verfügen.

Jetzt versetzen Sie sich doch hierbei mal in die Rolle eines Unternehmers, (haftenden) Vorstands oder kontrollierendem Aufsichts- oder Beiratsratsmitglied ...

So läuft der Hase im unendlich wachsenden Beratungsmarkt bei exzellent gut laufender Konjunktur für "alleswissende -" und "alleskönnende Wirtschaftsprüfungsgesellschaften".

Hier hilft vielleicht ein Blick in die "Hindenburg Notverordnung 1931" (Geburtsstunde des Berufsstandes!), wo der Gesetzgeber dem Berufstand einen klaren Auftrag und eine "systemrelevante Funktion in der Wirtschaftsordnung" gegeben hatte!? - Davon haben sich die Big4 bereits meilenweit entfernt!

Sie müssen jetzt nur noch dem potentiellen Mandanten "einen reinsingen", dass Sie alle Themen beherrschen und jeweils die beste - wenn auch vorgetäuschte - IT-Kompetenz (à la Rödl) haben.

   
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8.

DIE NÖTIGUNG DES IDW

 

Die aktuelle Bilanz der Facharbeit des IDW ist katastrophal:

  • gesetzwidrige Verlautbarungen zum Bestätigungsvermerk (BSV),
  • falsche Bestätigungsvermerke 2016 für PIE-Mandate,
  • komplettes Scheitern bei der Schaffung ISA-kompatibler Prüfungsstandards,
  • europarechtswidrige Forderungen zur Qualitätssicherung im QS 1 und
  • verantwortungslose Facharbeit zu Prüfungsbericht und BSV 2017!!!

Damit hat das IDW jedweden Kredit verspielt und keinerlei Legitimation mehr, "fachliche Regeln von hohem normativen Charakter" einem freien Beruf auf nationaler Ebene vorzugeben.

Jegliche Glaubwürdigkeit ist verspielt!

Die Berufsaufsicht und auch die Politik hätten längst eingreifen und das IDW in seine Schranken weisen müssen!

Offensichtlich ist der Lobbyverein der Big4 völlig überfordert und sind die Big4 desinteressiert, da man sich ohnehin in den letzten Jahren vom unlukrativen Prüfungsgeschäft abwendet und zum "ich kann alles-Berater" entwickelt hat!

Solch eine Schlamperei hat es in der Geschichte der Facharbeit im wirtschaftsprüfenden Beruf noch nicht gegeben. Das IDW ramponiert das Ansehen des Berufsstandes und macht den kompletten Berufsstand lächerlich!

Und jetzt kommt der Knaller:

Die Unverschämtheit des IDW besteht auch noch darin, dass man die Lösung für das angerichtete Chaos hinter einem "exklusiven Zugang zum Mitgliederbereich" des Vereins verbirgt und neuere Facharbeit ausschließlich "exklusiv und vorab nur für IDW-Mitglieder" herausgibt

Also:

Kollegen / -innen werden zu einer teuren Mitgliedschaft im Lobbyverein genötigt, da sie ansonsten keinen Zugang zu den "fachlichen Regeln" haben. 

Die WPK schaut hierbei teilnahmslos zu, als hätte man mit all dem NICHTS zu tun.

   
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9.

DAS IDW IM FOKUS DES KARTELLRECHTS

 

Es fängt eigentlich ganz harmlos an:

  • "Das ist eine rein vorsorgliche Maßnahme und führt die bestehende Praxis des IDW in einen dokumentierten Rahmen über."
  • "Hintergrund dieser Entscheidung ist die Debatte um etwaige Kartellverstöße in verschiedenen Industriezweigen und die Rolle betroffener Verbände."

So, da muss man erst einmal drüber nachdenken! - Was hat dies mit dem Berufsstand zu tun und wieso steht dies nur im "Mitglieder-Bereich" der IDW-Website?

IDW Vorstand und IDW Verwaltungsrat haben im September 2017 die "Einrichtung eines kartellrechtlichen Compliance Programms im IDW e.V." beschlossen.

Dieses Programm basiert u.a. auf folgenden Dokumenten:

  • Kartellrechtliche Compliance beim IDW (Kurzbeschreibung)
  • Kartellrechtliche Compliance - Organisation und Berichtswege im IDW (Schaubild)
  • Kartellrechtliche Compliance-Leitlinien IDW

Die Compliance-Leitlinien richten sich hierbei an alle IDW-Mitarbeiter und Gremienmitglieder, denen über mehrere Seiten "kartellrechtlich verbotene Verhaltensweisen" beispielhaft vor Augen geführt werden.

Hierbei geht es u.a. über

  • unzulässige "Verständigungen",
  • unzulässigen Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern,
  • Verbandsempfehlungen und
  • Mitarbeit an Standardisierungsvorgängen.

Eindringlich werden schließlich Handlungsanweisungen für Gremienmitglieder für die Teilnahme an Sitzungen abgegeben ("vor -, während -, nach - und am Rande von Sitzungen")!?

Und jetzt mal Klartext:

  • Scheint man jetzt erst beim IDW e.V. verstanden zu haben, dass der Lobbyverein des Big4-Oligopols bei genauerer Betrachtung die Schaltstelle des Big4-Kartells sein könnte und verboten gehört?
  • Ist die Präsenz der Big4-Vertreter in IDW-Ausschüssen und Gremien vielleicht gar der "Dreh- und Angelpunkt" des Kartells?
  • Werden beim IDW etwa kartellrechtlich relevante Absprachen unter den Big4 getroffen?

Ereilen das IDW jetzt etwa Ängste und Zweifel, ob den Big4 nicht der ganze IDW-Verein kartellrechtlich "um die Ohren fliegen kann?"

Aber "rein vorsorglich" legt man schon einmal ein "Compliance-Programm" auf, um mit diesem Feigenblatt jedwede Zweifel im Keim ersticken zu können!?

Dann müsste jetzt nur noch eine der Big4-Gesellschaften den Mut haben aus dem Kartell auszusteigen, Beweismaterialien auf den Tisch zu legen und für sich die "Kronzeugenregelung" in Anspruch zu nehmen.

   
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10.

WERDEN SIE DOCH "ZERTIFIZIERTER COMPLIANCE OFFICER"!

 

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihre Visitenkarte oder den Webauftritt Ihrer Kanzlei etwas aufzuhübschen und sich noch einige "Titel" zuzulegen?

Da die Big4 ja das Prüfungsgeschäft im Würgegriff haben, Berufspolitik /-aufsicht nach Gutdünken bestimmen und durch gesetzwidrige Überregulierung den Prüfermarkt bereinigen, ändert so mancher Wirtschaftsprüfer momentan seinerseits sein "Geschäftsmodell" und legt sich zusätzliche Expertisen zu. So macht man es unseren Alleswisser-Big4 im kleinen Stil dann nach.

Die Zeiten ändern sich: Big Data, Globalisierung, automatisierte Prüfung durch Datenanalysen, Compliance-Expertisen ... Wer da nicht mithalten kann, hat schnell das Nachsehen!

Hier ein kleiner Auszug aus dem momentanem Qualifizierungsangebot:

  • Machen Sie doch den IT Auditor IDW! - Na, das wäre doch was! Sie geben sich einfach zusätzlich zu Ihren bisherigen Titeln eine neue Funktion: Chief Digital Officer. Sie müssen allerdings IT-Prüfungstätigkeit nachweisen, zwei IDW-Seminare besuchen und eine Qualifizierung erwerben. Seitdem allerdings Rödl & Partner es geschafft hat, die weltweit höchste IT-Auditor-Kompetenz durch eine Inhouse-Veranstaltung zu erwerben, ist diese Qualifikation eigentlich NICHTS mehr wert!
  • Sie machen den "Ausbildungslehrgang Compliance Officer" bei dem mit dem IDW-Verlag verbandelten Beck-Verlag für 2.799 € (+ USt) und erhalten nach vier Veranstaltungen eine Pappe zum Einrahmen und Aufhängen im Besprechungszimmer. Ausbildung ist Ihnen zu wenig? O.K., dann hätten wir noch die
  • Zertifizierung zum "Certified Compliance Officer (CO)". Im Anschluss an einen Lehrgang bietet das "Deutsche Institut zur Zertifizierung im Rechnungswesen (DIZR e.V.)" die Möglichkeit zur Zertifizierung an. Mit diesem Zertifikat zeigt man, dass man die Position als "Compliance Manager" erfolgreich ausüben kann. Kosten: nur 1.900 € + USt. Zertifizieren tut hierbei übrigens ein Verein von Prof. Peemöller, Veranstalter ist die Seminargesellschaft um Tochter Dr. Peemöller unter Mitarbeit von Sohnemann Peemöller. - Alles klar?

Klartext:

Was Anwälte und Steuerberater bereits vor Jahrzehnten geschafft und etabliert haben, wurde von IDW und WPK auf Wunsch der Big4 verpennt. Das, was an "Zusatzqualifikationen" für Berufsträger quer durch die Republik angeboten wird, ist bei genauerer Betrachtung minderwertig und unglaubwürdig.

   
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11.

DATEV PLANT SATZUNGSÄNDERUNG

 

Aus dem  Kollegenkreis wurden wir mehrfach darauf hingewiesen, dass die Vertreterversammlung der Datev am 19.02.2018 eine Satzungsänderung zur Abstimmung stellt.

Demnach plant die Datev, dass Mandanten auch ohne Zustimmung des Steuerberaters die Dienstleistungen der Datev künftig uneingeschränkt in Anspruch nehmen können.

Dies halten wir für bedenklich, da die Datev eine berufsständische Organisation ist und als Genossenschaft von den Angehörigen der steuerberatenden Berufe aufgebaut wurde.

Bei Interesse schauen Sie bitte in angehängten Aufruf zweier Kollegen und sprechen hinsichtlich der Abstimmung ggf. ihren zuständigen Datev-Vertreter an.

   
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12.

EINE GUTE ZEIT FÜR SIE!!

 

Ihnen allen wünsche ich eine gute Zeit!

Kollegiale Grüße aus Köln

Ihr

Dirk Hildebrandt

Herausgeber (ViSdP):

WP StB Dipl.-Kfm. Dirk Hildebrandt
Hohe Str. 9   51149 Köln
Tel. 02203 / 98 00 20
E-Mail: hildebrandt@wpwatch.de

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